Deutschland im Kreisverkehr

Mittwoch, 10.02.2016, 23:02:28 :: Galanado

Ich sprach im letzen Beitrag u.a. von den Kolumnen in der ZEIT von Mely Kayak; hier ist die aktuellste

Was meinen Politiker, wenn sie sagen, was sie sagen? Und: Was meinen sie wirklich?

Unsere Kapazitäten, unsere Machbarkeit, unsere Ressourcen rücken ins Zentrum der Flüchtlingsdebatte.

VON MELY KIYAK

Völlig abgesehen davon, ob „wir“, die deutschen Bürger, es schaffen, könnte man doch beginnen zu fragen: Schaffen die das?

Schaffen es die Flüchtlinge?

Wieso stellt sich diese Frage angesichts der immensen Verluste und des Leids, das die Geflohenen erfahren haben, in Deutschland zu keinem Zeitpunkt? Wieso dreht sich keine einzige deutsche Talkshow um die Perspektive der Geflohenen? Und wieso wissen wir so wenig über die Lebensverhältnisse der Iraker, Afghanen und Syrer, wo sie doch zu Tausenden in unserem Land leben? Sie müssten unsere politischen Korrespondenten sein. Nur sie können detailliert berichten, was ihnen widerfuhr und welche politischen Perspektiven sie sich für ihre Heimatländer vorstellen und wünschen.

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Mir platzt der Kopf

Mittwoch, 10.02.2016, 14:20:49 :: Galanado

Eine riesenlange Liste mit Links könnte ich hier jetzt aufstellen, hunderte. Und alle mit einem gescheiten Artikel dahinter, oft auch mit weiterführenden Kommentaren. Gut, ab und an wäre auch ein Artikel darunter, der eher zum Kopfschütteln animieren würde, aber immerhin zum Nachdenken. Manchmal auch nicht. Aber wir finden da auch Unflätiges, dummes Zeug, Hingerotztes in den Kommentaren. Wie soll ich’s sagen? Es hat keinen Zweck, all das steht im Internet bereit, man muss nur bereit sein, seine reflexhafte Abwehr abzulegen, sich Zeit zu nehmen, zu suchen und zu lesen, Einstiege gibt es genug. Mit Papier alleine ist man jedoch hoffnungslos verloren und in der Irre.

Vielleicht doch ein paar Links, nur drei:

Ich kenne Europa nicht wieder

Noch weniger das Land, in dem ich vor über siebzig Jahren geboren wurde, das ich mit Namen nennen müsste, würde ich offiziell danach gefragt. Von dem ich meine Rente beziehe, in dem ich über 30 Jahre – meist hart – gearbeitet habe, meine Steuern und Sozialabgaben ordentlich abgeführt habe. Das zur Ursache und zu den Gründungsmitgliedern dessen zählt, was gerade als Europäische Union auseinander fällt. Das – selbst von den offiziellen »Eliten« – andere Mitglieder beschimpft, belehrt, erpresst und das selbe zum Sumpf geworden oder es geblieben ist. Das Land, dessen Kanzlerin nach langen Jahren mal wieder etwas Sinnvolles (weil Notwendiges und Unumgängliches) beschlossen hat und nun dafür von den eigenen Parteimitglieder und dem leitenden Personal der EU-Mitgliedsländer demontiert und alleine gelassen wird.

Merkels humane Haltung gegenüber Flüchtlingen gilt als unklug und naiv. Ich halte dagegen alle für naiv, die sich weigern zu begreifen, dass wir einen Point of no Return erreicht haben. Es gibt kein Zurück mehr. Es ist ignorant, nicht wahrhaben zu wollen, dass die Flüchtlinge uns eine Lektion erteilen: Es war eine Lebenslüge zu glauben, ein kleiner Teil der Welt könne auf Dauer in Frieden und Wohlstand leben, während der Großteil in von den westlichen Eliten mitverschuldeten Kriegen, Chaos und Armut versinkt. Dass sich eine Völkerwanderung früher oder später in Bewegung setzen würde, haben wir geahnt. Eigensüchtig haben wir gehofft, es würde später losgehen.

„Wer vom Kapitalismus nicht reden will…“

Als ich mir vor sechzehn Jahren oder so überlegte, wie es wäre, das zusammenwachsende Europa kennen zu lernen und wir beschlossen, das unter dem Motto »Rund Europa« zu versuchen, da waren wir voller Hoffnung. Mit dem Vertrag von Maastricht entstand 1992 die EU.

Quelle: Wikipedia

»Schweden, Finnland und Österreich wurden 1995 mit der zweiten Norderweiterung in die kurz zuvor gegründete Europäische Union aufgenommen. In Norwegen stimmte am 28. November 1994 – trotz erneuter Regierungsbemühungen – bei einem Referendum wieder eine Mehrheit (52,2 %) der Abstimmenden (Wahlbeteiligung 88,8 %) gegen den Beitritt.

Mit der ersten Osterweiterung traten am 1. Mai 2004 zehn Staaten der Europäischen Union bei. Darunter waren acht ehemals kommunistisch regierte mittel- und osteuropäische Staaten (Estland, Lettland, Litauen, Polen, Tschechien, Slowenien, Slowakei und Ungarn) sowie der im Mittelmeer gelegene Inselstaat Malta und die geographisch zu Asien gehörende Insel Zypern, diese jedoch faktisch nur mit dem griechischen Südteil. Am 1. Januar 2007 wurden als 26. und 27. Mitgliedstaat Rumänien und Bulgarien in die Union aufgenommen. Durch diese Erweiterung ist die Bevölkerung in der Europäischen Union seit 2010 auf über eine halbe Milliarde Menschen angewachsen. Am 1. Juli 2013 wurde Kroatien der 28. Mitgliedsstaat.«

Quelle: Wikipedia

Quelle: Wikipedia

Mit dem versuchten Rausschmiss…

…Griechenlands 2015 aus dem Euro begann der Zerfall. Griechenland war schon seit 1981 – noch vor Portugal und Spanien (beide 1986) – Mitglied im davor bestehenden Verein; man wollte es fest angebunden wissen. Solidarität und geschichtsbelastete Vernunft sind jetzt nicht mehr zu finden. Das vorhersehbare Anschwellen der Flüchtlingsströme liess es dann schnell offenbar werden: Die so gute und zwingende Idee eines politisch-solidarischen Europas trägt nicht, hat wohl nie getragen. Nur wirtschaftliche, kapitalistische Balken tragen eben nicht.

Die Grenzen beginnen sich wieder zu schliessen, Drohungen und offene Erpressung, Unfähigkeit, Unwilligkeit, nationale Egoismen und eine nicht für möglich gehaltene Unfähigkeit unserer verantwortlichen Politiker, täglich ertrunkene Menschen – all das stellt die Europäische Union momentan dar. Und nichts spricht dagegen, dass es nicht noch schlimmer kommt. Die Krisenherde Naher Osten und Ukraine werden uns den Krieg bis in unsere Städte bringen. Wir wissen es und lassen plumpe, dumpfe Nationalisten und Rassisten marschieren und brandschatzen.

Genug

Trotz aller Enttäuschungen und möglicher Widrigkeiten: Wir werden ab 1. April versuchen, mit unserem Senfle von Griechenland nach Deutschland zu reisen. Wenn alles klappt (TÜV für Mensch und Maschine) wollen wir diese erste Etappe zu einer weiteren Rundreise zurück nach Griechenland ausbauen.

Wie und wo genau werden wir sehen was noch geht bis Herbst und berichten. Die Planung hat begonnen.

Nachtisch

  • Deutschland im Kreisverkehr :: Ein Land redet mit sich selbst: Unsere Kapazitäten, unsere Machbarkeit, unsere Ressourcen rücken ins Zentrum der Flüchtlingsdebatte.
    VON MELY KIYAK
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Lis‘ Jahresbrief 2015

Azalas, ein Tag vor Silvester

Donnerstag, 31.12.2015, 21:29:10 :: Galanado

Liebe Freunde,

rechtzeitig zum Jahresende aber mit Fehlern, aber für alle, die wir nicht persönlich angeschrieben haben: Lis war pünktlich, ich war fleissig. Dennoch ist etwas geschehen, was mir unerklärlich und einmalig ist: Bei der letzten Korrektur »verschwand« die Datei, sodass ich nur die Vorversion mit ein paar Fehlern zur Verfügung stellen kann. Deshalb auch zunächst keine englische Version, ich bin dran. Wer die Fehler findet, darf sie alle behalten…

Ihr habt drei Varianten zur Auswahl, die sich nur in der Qualität der Bilder und damit in der Dateigrösse und der Zeit zum Laden erheblich unterscheiden:

  1. Passable Bildwiedergabe, 5.2 MB
  2. Gute Bildwiedergabe, 20 MB
  3. Beste Bildwiedergabe, 383 MB

(Die o.g. Links sind getestet, es dauert eben zuweilen bei 400 MB…)

Wir hoffen, Ihr habt viel Freude beim Lesen, z.T. findet Ihr Euch ja irgendwie wieder. Wer etwas vermisst, immer dran denken: Es ist Lis‘ Jahresbrief…

Das vorausgeschickt wünschen wir Euch allen schönes und friedensvolles 2016. Bis zum nächsten Jahr!

Herzliche Grüsse,
Lis & Reinard.

PS. Alle früheren Jahresbriefe findet Ihr hier.

Heute fiel der erste Schnee. Auch der letzte?

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Ist es das?

Willkommen In Deutschland

Die Toten Hosen

Dies ist das Land, in dem man nicht versteht,
dass FREMD kein Wort für FEINDLICH ist,
in dem Besucher nur geduldet sind,
wenn sie versprechen, dass sie bald wieder gehen.
Es ist auch mein Zuhaus, selbst wenn’s ein Zufall ist
und irgendwann fällt es auch auf mich zurück,
wenn ein Mensch aus einem anderen Land
ohne Angst hier nicht mehr leben kann.
Weil täglich immer mehr passiert,
weil der Hass auf Fremde eskaliert
und keiner weiß, wie und wann man diesen Schwachsinn stoppen wird.

Es ist auch mein Land,
und ich kann nicht so tun, als ob es mich nichts angeht.
Es ist auch dein Land,
und du bist schuldig, wenn du deine Augen davor schließt.

Dies ist das Land, in dem so viele schweigen,
wenn Verrückte auf die Straße gehen,
um der ganzen Welt und sich selbst zu beweisen,
dass die Deutschen wieder die Deutschen sind.
Diese Provokation, sie gilt mir und dir,
denn auch du und ich, wir kommen von hier.
Kein Ausländer, der uns dabei helfen kann,
dieses Problem geht nur uns allein was an.
Ich hab keine Lust, noch länger zuzusehn,
ich hab’s satt, nur zu reden und rumzustehn,
vor diesem Feind werde ich mich nicht umdrehn.

Es ist auch mein Land,
und ich will nicht, dass ein viertes Reich draus wird.
Es ist auch dein Land,
steh auf und hilf, dass blinder Hass es nicht zerstört.
Es ist auch mein Land,
und sein Ruf ist sowieso schon ruiniert.
Es ist auch dein Land,
komm wir zeigen, es leben auch andere Menschen hier.

Willkommen In Deutschland Lyrics an http://www.songtextemania.com/

Dieses oldie trugen Die Toten Hosen am 8.12.2015 am Ender Sendung DIE ANSTALT vor. Es ist 25 Jahre alt. Beschämend, nicht?

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Keine Ruhe in Griechenland

Dienstag, 08.12.2015, 18:27:08 :: Naxos

Nichts Bessers weiß ich mir an Sonn- und Feiertagen
Als ein Gespräch von Krieg und Kriegsgeschrei,
wenn hinten, weit, in der Türkei,
Die Völker aufeinander schlagen.
Man steht am Fenster, trinkt sein Gläschen aus
Und sieht den Fluß hinab die bunten Schiffe gleiten;
Dann kehrt man abends froh nach Haus
Und segnet Fried‘ und Friedenszeiten.

(FAUST I), J.W. von Goethe

Es wird jetzt auch in Griechenland kälter. Der Nordwind kommt bald als Sturm und in schweren Böen. Was das bedeutet, wenn man Angst haben muss, weil man demnächst aus seiner Wohnung, seinem Haus vertrieben wird, das darüber hinaus wahrscheinlich sogar nur notdürftig oder nicht beheizt wird, kann man sich schwer vorstellen, wenn die Heizung funktioniert und man sich allenfalls über den Ölpreis ärgern muss.

Man muss nicht bis Syrien reisen, es reicht, in den Süden Pseudo-Europas zu reisen, z.B. nach Griechenland. Greece has 86% more taxes on fuel than allowed by EU and hikes are on the way schreibt Talking Greece, ein Blog, in dem man u.a. das liest, was nicht einmal gutgesinnte deutsche Zeitungen erfahren – geschweige denn deutsche Leser.

Ja, und dann sind da »noch« die griechischen Inseln vor der Küste der Türkei, Samos und Lesbos insbesondere.
Da kommen die Boote an wie im Hauptbahnhof die U-Bahnen. Mittlerweile sind dort Freiwillige aus ganz Euro rund um die Uhr im Einsatz, mit Wasser-Motorjets und mit kräftigen Schwimmerarmen ziehen sie alles aus dem Wasser, was sie zu fassen bekommen, auch in stockdunkler Nacht, tot und lebendig. Und die Menschen vor Ort, die selbst nicht sonderlich viel haben, »sie schaffen das«. Es scheint ein ehernes Gesetz zu sein: Denen, deren Not am grössten ist, packt man noch eine Bürde mehr drauf und drangsaliert sie. Und dem türkischen Sultan schiebt man die Euros hinten rein. Von seinen sonstigen falschen Spielchen wollen wir gar nicht reden…

Wie dort in der nächsten Saison wieder ein lebensnotwendiger Tourismus ans Laufen kommen soll, das kann ich mir nicht vorstellen. Der Normaltourist wird sich kaum wohlig in den dann vom Winter zwar gründlich gereinigten Sandstrand ausstrecken, wenn er erfährt, dass an seiner Stelle vor ein paar Monaten noch ertrunkene, erfrorene und angeschwemmte Kinder lagen. Mit der Stimmungslage »unvorstellbar« ist es nicht getan.

Im späteren Sommer hatten wir hier einen Couchsurfer-Übernachtungsgast aus Samos. Er kam mit der Fähre von Samos und musste die Nacht auf Naxos verbringen, da erst am nächsten Mittag ein Schiff weiter Richtung Piräus ging. So hatten wir Gelegenheit zu einem langen abendlichen Gespräch. Er ist Soziologe und seiner Aussage nach einer der glücklichen Einprozent, die mit dieser zweifellos wichtigen Qualifikation Arbeit haben; er vermittelt auf Samos den Schülern, dass Alkohol und Drogen keine Lösung sind sondern ein Problem und was für eins. Damit kann er sich über Wasser halten, da er bei seiner Mutter wohnt und sie einen Garten haben. Neulich chatten wir und er erzählte, dass das Rote Kreuz seine angebotene freiwillige Arbeit abgelehnt hätte. Er trägt seinen Anteil an der Hilfe nun eben »illegal« bei… Aber wem erzähle ich das: Deutschland hat seinen Berliner Flughafen und das Chaos in der Lagos. Und dann noch ein Steuerskandal in Saarbrücken und in Bayern. Bitte? Das war 1994? Entschuldigung, ich meinte diesen hier. Die Berichterstattung ist dünn…

YouTube

Unsere Griechischklasse,

die so schon ein internationales Häufchen darstellte – Deutschland, England, Frankreich, Holland, Litauen, Schweden und Hawaii/USA waren neben dem griechischen Lehrer zu Anfang vertreten – hat nun auch einen jungen Syrer in ihrer Mitte. Es ist erst seit 4 Monaten hier, wartet immer noch auf seine Familie, die in der Türkei festsitzt und er lernt Griechisch in ungeahnter Schnelligkeit…

Da man ja aber auch mal was Positives sagen soll, also zum Abschied noch eine kurze Nikolausgeschichte.

Nikolaustag

Wir fahren mit Popi und Christos, unseren Vermietern, um halb neun zur kleinen Feldkirche am Potamia-Fluss, mitten in die Felder. Der Gottesdienst hat schon begonnen. Wie immer stehen die Besucher vor allem vor der Kirche und hören der nicht enden wollenden, ellenlange Liturgie zu. Der Priester und seine Gehilfen kommen mehrfach raus aus dem Kirchlein, es gibt Weihrauch, Rosenwasser, Kerzen, Brote und Kuchen werden gesegnet. Nebenher wird bereits Brot geschnitten und Essen ausgepackt, denn am Ende, kaum ist der letzte Ton der liturgischen Gesänge verklungen, kommt alles auf die Tischlein und Mäuerchen: Der Wein, Käse, Eier, Kartoffeln – eine reiche Auswahl. So ist das immer, das Dorf kennt sich, speist und feiert, die Kinder toben.

Naxos hat ja eine Unmenge an Kirchen und Kapellen, von uralt bis frisch betoniert und gemauert. Jede/r Heilige hat mindestens eine Kirche. Und so auch Sankt Nikolaus, ‚Αγιος Νικολαος. Namenstage sind in Griechenland wesentlich wichtiger als Geburtstage. Und daher ist eigentlich das ganze Jahr über immer irgendwo Kirchenfest. In der Chora hat der Heilige Nikolaus ebenfalls ein kleine, sehr alte Kirche, verborgen zwischen Häusern in der zweiten Reihe der Altstadt. Dort waren wir letztes Jahr. Und da zeigt sich: Man nicht gleichzeitig überall dabei sein…

Und die Repräsentation des Heiligen Nikolaus der naxischen Fischereiseefahrt möchte ich Euch auch nicht vorenthalten.

Nachtrag:

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Here’s a story from Lesvos…

…that will never be on the news:

Two nights ago, the Greek Coast Guard got a call that a refugee boat was hours overdue because family members back in Turkey hadn’t heard from their loved ones on board. After searching the dark sea for hours, the Coast Guard found the raft and brought everyone on board to the nearest land- a tiny fishing village-where a café was turned into a makeshift Emergency Room. There, doctors and volunteers managed to save everyone, despite many suffering from hypothermia and shock, including a nine month old baby with Downs Syndrome. Throughout the rescue, the refugees were frantically telling the aid workers that there was someone else lost at sea- they had to continue searching.

When the engine of the raft had died halfway across the Aegean, and the overcrowded raft began to fill with water, the families on board panicked. The last of their possessions were tossed overboard, but they continued to drift and slowly sink on the dark sea. From the edge of the raft, a tall, broad-shouldered man from Iraq spoke up. His wife and children had been killed by the rockets that destroyed his home. He was alone in the world. To give the sinking raft more time, he would jump overboard, hoping that without his weight, the others on board would have a chance of rescue.

I don’t know how long he floated, or what that frigid, lonesome night in the Aegean was like. I imagine that he looked up at the stars and thought about his wife and children, and how he would soon meet them again. I imagine that they would be proud of him.

Meanwhile, the Spanish lifeguards had heard the story and quickly mobilized jet skis, heading off into the darkness to find him. Every once in a while the lifeguards would cut the engines, scan the choppy water with flashlights, and call his name. Eventually their light fell onto the man’s waterlogged orange life vest, and the lifeguards raced his unconscious body back to the café on shore. Doctors and volunteers had few resources, but spent two hours administering oxygen and trying to warm him up. The doctors said that he teetered on the brink of life and death and would not have survived another five minutes in the water. But he did survive. He eventually sat up to ask about the raft and to thank his rescuers in every language he knew. I don’t know his name or where he hopes to go, but I know that he texts his rescuers updates and gratitude daily. I hope he finds a place he can someday call home again.

It’s true that not all refugees are women and orphans. It’s true that they come from a culture that I know little about. And it’s true that it’s easier to think in broad generalizations and to let fear overshadow our responsibility towards other humans. But I would rather live in a country with that man who willingly sacrificed his life, than be part of one that would exclude him.

Thanks to Joakim B Olsen and Maria Kamal, fellow volunteers at A Drop In The Ocean, (http://drapenihavet.no/en/) who spent a long night saving lives and told me their story.

Also to the lifeguards of Proactiva
http://en.proactivaopenarms.org/

And doctors of IsraAid http://www.israaid.co.il/

from Facebook, 2015-12-05

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Warum ich nicht mehr schreibe

Samstag, 28.11.2015, 21:31:08 :: Naxos

Ich gestehe, dass sich mein Gehirn seit Ende Januar diesen Jahres zusehends weigerte, den Fingern ein paar Sätze in die Tastatur zu erlauben. Ich bin nicht deprimiert, das kann ich ausschliessen. Zornig ja. Aber die ehrliche und offene Betrachtung der Realität animiert nicht zu freudigem Schreiben.

Der 25. Januar war Wahltag in Griechenland. Der Anlass zur Hoffnung, es würde sich Entscheidendes ändern für die Menschen in Griechenland nach all der widerlichen Schmäh und Verleumdung der Zeit davor und von höchster Stelle. Es änderte sich nichts, es wurde nur deutlicher, brutaler und niederträchtiger. Kurz: alles was danach in Europa geschah, hat mich fassungslos gemacht. Man hat der neuen Regierung keine Chance gegeben, nicht die kleinste. Ich hätte es in absonderlichsten Träumen nicht für möglich gehalten, dass insbesondere deutsche Politiker – im Verbund mit Feiglingen in der zweiten und dritten Reihe aus den übrigen EU-Ländern (die Maulaffen am Rande und die völlig Korrupten lasse ich jetzt der Einfachheit halber weg) – eine derart niederträchtige Politik verwirklichen würden. Und das gegen jede Moral, ja gegen jede politische und ökonomische Vernunft.

Europa war viel weiter vor diesem Zeitpunkt. Was wir heute haben, nach noch nicht einmal 12 Monaten, ist eine Ruine, die nicht wiederzukennen ist. Nicht, dass schon im Umgang mit der Ukraine und Russland gravierende mehr oder weniger raffiniert eingefädelte Konflikte geschürt und damit Kräfte verzehrt wurden; die seit Jahren absehbar mit den Konflikten in Afrika und Nahost steigende Flüchtlingswelle, mit der die eh‘ in der Krise hängenden Südländer alleine gelassen werden, kam als zusätzliche Belastung absehbar hinzu und zerreisst Europa in die alten nationalen Stücke; rechte Parteien drohen überall mit roll back; wo »linke« Alternativen gesucht werden, liquidieren die Frontmänner der Brüsseler (man muss ja leider sagen: der deutschen) Politik und die Duckmäuser im Hintergrund kurzerhand fundamentale demokratische Rechte; Merkel flieht ins Hofieren des türkischen Sultan in ekliger Weise; deutsche Militärhilfe befeuert Konflikte durch Waffenlieferungen und nun wohl durch direkte Unterstützung in Syrien; die EU-Spitze ist von Skandalen bedrängt…

Nichts, aber auch gar nichts ist noch soweit intakt, dass man den Glauben an Europa und seine integrative Kraft aufrecht erhalten könnte – das Fehlverhalten wird zum Faden, der sich endlos weiter spinnen lässt. Ich gehe an dieser Stelle der Kürze wegen bewusst auf die Einflussnahme und Schuld von »Freunden« und »Partnern« ausserhalb Europas an alledem bewusst nicht ein, verweise aber auf die Selbstdarstellung »der einzigen Weltmacht«.

»Ein Buch, das man lesen und ernst nehmen sollte.«
– Helmut Schmidt

Doch in einen Punkten bin ich mir sicher: Die USA sind die Hauptverursacher, sie sind der Dreh- und Angelpunkt. Und weiter: Das, was wir gelernt haben, uns unter Demokratie vorzustellen, existiert bereits nicht mehr, soll nicht mehr existieren. Auf dem Weg zu und an den erkennbaren Auswirkungen von TTIP – nur als Beispiel – ist das klar erkennbar. Und es bedarf enormer Anstrengungen, zu retten, ja wieder zu erlangen, was schon verloren gegangen ist; ich vermeide bewusst den Konjunktiv »würde bedürfen«. Denn so sicher wie die Wahrheit in solchen Zeiten und Krisen zuerst stirbt, so wenig darf die Hoffnung sterben. Ich habe mich immer glücklich geschätzt, zur ersten Generation zu gehören, die ihr Leben ohne Krieg am eigenen Leib beenden kann. Ich bin mir aber nicht mehr sicher.

So weit, so niederschmetternd, so schlecht.

Natürlich wiederholt sich Geschichte.
Von Anfang an.
Und wenn man Alternativen nicht versucht, sowieso.

Die tätige Beihilfe der Medien, ja deren zuweilen vorauseilende, fordernde Agitation hat überwältigend bewiesen, dass wir uns auf »die Presse«, wie wir sie kannten und gewohnt waren, nicht mehr verlassen dürfen, wenn wir einigermassen informiert sein wollen – was wir sollten. Das Internet gestattet, täglich nahezu beliebig viele Quellen darauf hin zu prüfen, was wohl der Wahrheit am nächsten kommen könnte. Mithilfe eines RSS-Feeders ist das auch zu schaffen, den Überblick zu behalten. Wer Christopher Clarks »Schlafwandler« gelesen hat – die Gelegenheit war letztes Jahr zur 100. Wiederkehr des Beginns des 1. Weltkriegs mehr als günstig – konnte und kann täglich nachvollziehen, wie eine abhängige und zugleich abhängig machende Presse wirkt. Irgendwer behauptet ja immer, Geschichte würde sich nicht wiederholen. Das stimmt nicht.

So nebenbei bemerkt: Ich bin mir sicher, mit die verlässlichste Aufklärung kommt heute vom Kabarett und nicht von der Tagespresse. Die monatliche Anstalt ist der Beweis – wenn Fernsehen schon unbedingt erwähnt werden soll. Wobei ich mit Verwunderung feststellen musste, dass viele gar nicht wissen, dass es sie gibt.

Youtube, Die Anstalt

Alles bewegt sich – nach rechts

Jeder kann sich informieren. Ich möchte daran erinnern, dass ich täglich fast alle gelesenen Artikel in Facebook verlinke und kommentiere, als Gedankenstütze und schnellen Einstieg für manche, die nicht so viel Zeit investieren können. Aber ich gestehe auch: Information macht nicht glücklich. Verdrängen aber andererseits krank. Und Facebookabstinenz ist lächerlich. Wir müssen diesem gefährlichen Wiedererstarken rechter nationalistischer Bewegungen entgegentreten, die falsche Zunge unserer Medien erkennen und benennen, die Herrschaften benennen, die Seilschaften, die Diener, die Kriecher, die Korrumpeure.

Und wem das als Erklärung alles noch nicht reicht – und fast hätte ich es vergessen: Ich war und bin froh und dankbar, ein Jahr ohne Krankenhaus, ohne Operationen, ohne Schmerzen und einem Minimum an Angst fast hinter mir zu haben. Ich habe es genossen, nicht zu schreiben. Aber zuweilen hat es mich gequält.

So. Aber…

…zum Abschluss noch was längeres, was heute in meiner Post war. Es ist ein ungekürzter Bericht von Kai Ehlers zum Thema »Flüchtlinge – „an die Wurzel gehen…“«. Mir hat er ein Stück weiter geholfen. Anders zu denken, als wir sollen, hilft jedem. Und uns allen.

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A Plan B in Europe

Sonntag, 13.09.2015, 14:22:23 :: Galanado

Click to download the PDF

More…

Links:

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Nachtrag zur Öffentlichen Unwissenheit

Samstag, 12.09.2015, 11:13:16 :: Galanado

Ich hatte im Frühsommer einen längeren Artikel über die zunehmende Öffentliche Unwissenheit unter der Überschrift Davon haben wir nichts gewusst veröffentlich. Mit dieser Unwissenheit wird der unheimliche Gang der Welt immer dann entschuldigt, wenn ich diskutieren will über das was täglich passiert, in welchem Kontext es passiert etc.

Die Tatsache, dass darauf keinerlei Echo zu hören oder zu lesen war kann eigentlich nur zwei Ursachen haben: Entweder ich habe recht oder es ist die pure Scham. Ok., Trägheit mag – dem Sommer geschuldet – als drittes hinzu kommen.

Mittlerweile wurde ein Vortrag von Prof. Rainer Maisfeld sowohl auf YouTube als auch in gedruckter Form veröffentlicht, dem nichts hinzu zu fügen ist; am wenigsten von mir. In diesem Sinne.

Vortrag als PDF zum Herunterladen

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Schäuble hatte kein Grexit-Mandat

Montag, 24.08.2015, 12:30:54 :: Naxos

Es ist eine ehrlich gemeinte Frage:

Traut man Schäuble, dem Schmiergeldaffären anhängen, die bis heute ungeklärt sind, oder dem »Geschichtenerzähler« Varoufakis, der durch keine Interessen gebunden ist?

Oder schlichter gefragt: Welches Interesse hat/te Schäuble und welches Varoufakis?

YouTube: dbate.de-Interview: Yanis Varoufakis – „Schäuble hatte kein Grexit-Mandat“

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