* Rund Europa 2016 (2), 27. Tag: Parikkala – Pertunmaa

Montag, 27.06.2016, 17:59:40 :: Camping Fish & Fun, Pertunmaa

Den Platz findet wahrscheinlich keiner auf der Karte. Selbst als wir dran vorbei fuhren, hat nur Lis das grosse Plakat gesehen. So haben wir – rechtzeitig vor dem Regen – eine sehr schöne Hütte am See gefunden. Sanitärräume tiptop und direkt gegenüber. Sogar ein sehr zutraulicher Kater scheint auf uns gewartet zu haben; er legt sich sofort vor die offene Türe, vor der wieder unser Moskitonetz hängt.

Aber zurück nach Parikala, wo wir ja an der Grenze zu Russland übernachtet haben.

Gestern Abend um 21:45 Uhr und um Mitternacht und heute Morgen um halb 3:30 Uhr habe ich ein paar Aufnahmen gemacht, dieses Nicht-dunkel-werden fasziniert einfach und das »Abendrot« um Mitternacht sieht um halb vier Uhr morgens fast gleich aus – eben »verrutscht«.

2016-06-26, 21:45 Uhr

2016-06-26, 11:53 Uhr

2016-06-27, 3:30 Uhr

Wir sind heute Morgen stimmungsmässig schon irgendwie auf »Rückfahrt« gebürstet, obwohl wir noch 2 Tage Finnland übrig haben, bis wir in Helsinki auf die Fähre nach Tallinn gehen. Wir haben noch zwei Anlaufstellen heute, dann nur noch Fahren auf immer volleren Strassen zur Metropole Helsinki. Es fällt uns schwer, Finnland zu verlassen, das merken wir den Tag über immer deutlicher, wenn wir wieder durch Städte kommen, die Ampeln haben…

So verlassen wir auch betrübt das Hotel an der russischen Grenze und die letze »Lachstankstelle«. Wir waren die einzigen Übernachtungsgäste, zwei Damen fuhren gestern Nachmittag ab, als wir ankamen. Beim Bezahlen bekommen wir dann wie zum Trost eine grosse Dose voll Lachs mit auf den Weg. Wir reden noch übers Geschäft und es stellt sich heraus, dass die russischen Gäste fast völlig ausbleiben: Krise in Russland. Das bestätigt uns heute Abend auch die Tochter des Managers des Campingplatzes. Dazu am Ende mehr.

Wir machen die letzten Bilder und fahren los.

Kerimäki: Eine kolossale Holzkirche

Der kleine Ort Kerimmäki, ca. 60 km nördlich, ist unser erstes Ziel. Dort soll die grösste Holzkirche der Welt stehen. Und die wollen wir uns wahrlich nicht entgehen lassen.

Kerimäki ist hauptsächlich wegen der Kirche von Kerimäki, der größten Holzkirche der Welt, bekannt. Sie hat 3400 Sitzplätze; 5000 Menschen können sich gleichzeitig in der Kirche aufhalten. Die Innenmaße der Kirche betragen 45 m Länge x 42 m Breite x 27 m Höhe. Die am 25. September 1847 nach dreijähriger Bauzeit fertiggestellte Kirche wurde am 11. Juni 1848 (Pfingsten) feierlich geweiht. Die neoklassizistische Kuppelkirche weist einen kreuzförmigen Grundriss auf und ist innen in zwei Geschosse geteilt. Der freistehende Glockenstapel ruht auf einem Sockel aus massivem Mauerwerk.

– Wikipedia

Als wir unterhalb des Hügels, auf dem sie zusammen mit einem ebenfalls hölzernen Glockenturm steht, auf den Parkplatz rollen, staunen wir nicht schlecht.

Wie ein mächtiges aber schlichtes Zuckerbäckerwerk in Pastell-Gelbbraun und Weiss steht sie da oben. Und wir sind ausnahmsweise nicht die Einzigen, die den Hügel hinauf steigen. Aber lassen wir die Bilder sprechen. Dieses von aussen wie ein Block wirkende Gebäude offenbart innen eine fast filigrane Holzarchitektur.

Im Eingang zum Glockenturm daneben befindet sich ein kleiner Andenkenladen, wo auch Kaffee ausgeschenkt wird, den man draussen in der Sonne sitzend geniessen kann; noch scheint sie ja, aber die ersten Wolken ziehen schon auf und heute soll es noch regnen.

Die Wasserburg in Savonlinna

Nur zwanzig Kilometer weiter südwestlich auf unserem Weg Richtung Helsinki steht mitten im Fluss die imposante Burg Olavinlinna auf einer kleinen Felseninsel.

Sie zu finden ist nur per Sicht zu meistern, Schilder fehlen, ebenso sind keine Parkplätze ausgewiesen. Dafür gibt’s aber eine ganze Reihe Restaurants, Cafés und Boutiquen, Savonlinna ist also auf Touristen eingestellt, die auch in grosser Zahl über die lange Pontonbrücke zur Festung pilgern und diese bevölkern, Familien mit Kindern, für die allerlei bereitgehalten wird, um sie vom Quengeln abzuhalten.

Der Eintritt von 7€ pro Rentner ist wohl in erster Linie dazu gedacht, sich per Führung die gesamte Geschichte der Burg sein dem 15. Jahrhundert bis heute in Englisch anzueignen. Wir verzichten darauf, schauen uns exemplarische Stellen an und holen uns in der Museumsverkaufsstelle die entsprechende Broschüre, die mich soweit fitmacht, dass ich verstehe, weshalb sie so wichtig war.

Sie bildete eine genial gelegene Verteidigungsstelle der Schweden gegenüber Russland, damals noch Nowgorod. Die nowgoroder Fürsten und Handelsleute waren jedoch der Ansicht, dass die Festung auf russischem Territorium stünde und so herrschte bis Mitte des 18. Jahrhundert so lange Krieg, bis die Russen die Burg in Besitz nehmen konnten, ausbauten und das Land drum herum als russisches Land erklärten. Damit war der Zweck der Festung erloschen und wir können sie heute in gut erhaltenem Zustand durchforschen mit ihrer völlig verwinkelten Architektur – auf einem kleinen Felsen mitten im Fluss ist nun mal nicht für jeden Wunsch Platz.

Nach der Pflicht dann die Kür: Lis isst eine Kartoffel-Lachs-Suppe, eine lokale Spezialität während ich mich an einem sehr leckeren Salat erfreue.

Die Reststrecke bis zu unserem Campingplatz ist im Wesentlichen Raserei, der Verkehr ist hektischer und dichter, als wir das die letzten Tage erlebt haben. Meist sind 100 km/h möglich, was für selbst die kleineren Stassen mit drei Ziffern spricht, aber Drängelei macht keinen Spass.

Ja, und dann der Campingplatz. Nachdem wir unsere Hütte bezogen und eingerichtet haben, den Kater gestreichelt und den restlichen Lachs von gestern Abend gegessen haben, machen wir uns auf zur Rezeption, denn nur dort gibt’s Internet.

Mit der jungen Verwalterin kommen wir ins Gespräch, sie ist Russin mit finnischen Wurzeln, daher konnte ihr Vater und sie nach Finnland auswandern und hier sesshaft werden; hierzu verlang Finnland Gentests, die die finnische Abstammung belegen können. Sie interessiert sich für unsere Art zu reisen, weil sie selbst mit ihrem Freund auch die eine oder andere Rundreise absolviert hat. Für Russland hat sie nicht viel übrig, sie hält die Politiker dort schlicht für verrückt.

Sie bringt uns ihren mobilen WLAN-Router vorbei, denn ohne Internet… Und mittlerweile hat es sich eingeregnet.

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* Rund Europa 2016 (2), 26. Tag: Ilomantsi – Parikkala

Sonntag, 26.06.2016, 17:59:51 :: Parikkala (Nord-Karelien), Hotel Laatokan Portti

So gut wie in Russland

Die Grenze ist in Sichtweite, wenngleich nicht sichtbar. Sie liegt mitten im See, der nächste Punkt ca. 700 Meter vom Hotel entfernt, die Strasse ist Anfang des Grenzgebietes, das nicht betreten werden darf. Betreten geht auch nicht, da ist nur Wasser. Alles ist zweisprachig, wir hören eine Menge russisch, ich denke, der Wirt ist ebenfalls Russe.

Er betreibt neben dem Hotel eine Fischräucherei mit Kiosk, es ist ein erhebliches Ankommen und Wegfahren, trotz Sonntag (der Autos natürlich), alle ziehen sie mit einem grossen Stück geräuchertem Lachs in einer Plastiktüte wieder von dannen; so hat man sich Anfang der Sechziger abends sein Halbes Hähnchen geholt, oder? Und die Zahl der Karossen mit russischem Kennzeichen hält sich die Waage mit der der finnischen. Nur die russischen scheinen tendenziell grösser.

Wir holen uns ebenfalls… – nein, halt. Da war ja davor noch einiges passiert.

Ilomantsi, die Gemeinde, in der unsere Campinghütte am See liegt, ist die östlichste in Finnland. Dann kommt erst mal lange nur Russland, dann der Pazifik. Das würde aber jetzt über das eigentliche Thema hinaus führen. Natürlich gibt es aber noch grenznähere Orte, die zur Gemeine gehören. Und eine wollen wir an diesem Sonntagmorgen besuchen. Wir wissen auch seit gestern Nachmittag, dass in diesem Teil Finnlands der Winterkrieg der Finnen gegen Russland besonders hart getobt hat.

Als wir den Campingplatz nach einem selbst gemachten Frühstück und nach kurzem Nachrichten- und Emailcheck verlassen, ist ausser uns niemand unterwegs. Hier auf dem Platz war gestern Abend verspätetes Sonnwendfeuer… Wem das jetzt gedanklich nicht weiterhilft, hat einen vorangegangenen Beitrag nicht gelesen.

Ganz weit draussen…

Als wir Möhkö erreichen ist auch hier zunächst alles verlassen. Wir studieren Schautafeln mit vielen roten und blauen Pfeilen, die die Kämpfe verdeutlichen und Ehren- und Gedenkmale, sehen auf der anderen Flussseite ein riesiges Holzschiff an Land stehen,…

…finden den Eingang zum Museum und merken langsam, dass hier eine Eisenindustrie bestanden hat, die nun im Museum in Erinnerung gehalten wird. Es ist aber alles dicht, es ist noch vor zehn Uhr. Aber einzelne Männer beginnen, Gegenstände hin und her zu tragen, wir entdecken den Platz, an dem wohl gestern Nacht das Sonnwendfeuer brannte, auf den Tischen rund um das Schiff stehe noch die Vasen mit Wiesenblumen…

Das Riesenschiff entpuppt sich als Café, das mittlerweile geöffnet ist, nebenan entdecken wir eine grossen überdachten Tanzboden, auf der kleinen Empore steht noch ein Stuhl, auf dem wohl ein Musiker sass und nicht zuletzt steht dann noch ein Amphitheater – ganz aus Holz gezimmert – vor uns. Wir entdecken und entdecken, der kleine Ort ist voller Überraschungen.

Zuletzt stehen wir auf den hölzernen Schleusen, die es ermöglicht haben, Holz zu flössen und dem Wasserrad des Eisenwerkes das nötige Wasser zuzuführen, um das Gebläse zu betreiben. All das wäre wohl im Museum zu besichtigen, aber die Zeit verfliegt mal wieder…

Nachdem wir im Schiffs-Café einen Kuchen mit Kaffee zu uns genommen und das kuriose Innenleben bewundert haben und uns die hilfsbereite Wirtin mit Material und Infos ortskundig gemacht hat,…

…überlegen wir kurz, ob wir die orthodoxen Kirchen im nördlichen Grenzland noch aufsuchen sollen – die Entscheidung fällt uns nicht leicht aber trotzdem dagegen aus, es wären weitere 80 km hin und zurück. Und ausserdem: es muss schliesslich auch noch was für die Zukunft übrig bleiben 😉

So fahren wir zurück nach Ilomantsi, denn nur dort können wir Senfles Bauch für die weitere Fahrt nach Süden füllen. Unterwegs wird es keine Tankstelle mehr geben.

Wälder, Wälder, Wälder

Es ist nach wie vor, selbst nach so vielen Tagen, so unglaublich und vielseitig, stundenlang durch diese riesigen Wälder zu fahren, Flüsse zu überqueren, die mal reissend unter uns durchsprudeln oder träge vor sich hin sumpfen, das gleissende Licht auf den Seen gespiegelt zu sehen (freilich nur, wenn die Sonne scheint, was sie häufig tut); die Natur ist vielseitiger als Städtearchitektur…

Die Geschichte einer orthodoxen Kapelle

Fist hätte ich sie übersehen, die rote Kapelle an der linken Strassenseite. Aber ich habe sie sofort wiedererkannt, hatte ich mir das Bild doch extra kopiert während der Reiseplanung.

Sie ist relativ neu, sozusagen eine Wiedergeburt: Das Dorf, das während des russisch-finnischen Krieges (1939-1944) an Russland fiel, wurde völlig zerstört, ebenso die Marienkirche. Die nach Westen vertriebenen Finnen schafften es, die wertvolle Marien-Ikone zu retten und mitzunehmen.

Hier an der Strasse bauten sie diese Marinekapelle zum Gedenken. Es existieren wohl einige orthodoxe Gemeinden im ansonsten von der römischen Kirche und von reformierten Ablegern »beherrschten« Grenzland (selbst die Zeugen Jehovas konnten wir in einem Ort entdecken). Hier im Grenzland durchmischen sich also nach wie vor die russische und die »westliche« Welt.

Grenzlandmarkt

Das beweist sich auch beim Wiederbesuch des – für uns! – sonderbaren, ja fast skurrilen Gebrauchtwaren-Marktes in einem unscheinbaren Haus am Strassenrand, auf den wir so gespannt sind, weil wir dort vor vier Jahren in uriger Gesellschaft bei echter Schallplattenmusik Kaffee und Kuchen genossen haben: Eine enorme Ansammlung von gebrauchten Gegenständen, vom Trödelkram über gebrauchte Babykleidung bis zur mondänen Stola findet man hier wohl alles.

Leider gibt’s heute keinen Kaffee – nur alle sechs Wochen, erklärt uns eine der Betreiberinnen bedauernd – aber stöbern lohnt trotzdem, Lis findet was für ihr outfit und ich die Mumins im Original; ihre Mutter, die Schriftstellerin Tove Jansson ist Finnin.

Und das an dieser Stelle nebenbei: Wer tagelang durch die Wälder mit ihren bemoosten, flechtenüberzogenen Felsen und Steinen, den Heidelbeer- und Blütenteppichen gefahren ist, beginnt nicht nur zu verstehen, weshalb hier Trolle und Kobolde leben müssen, der beginnt daran zu glauben…

Wo Babysachen für 20 Cent angeboten werden, wo russische und finnische Frauen in Kleiderbergen wühlen, da ist der so hochgepriesene westliche Wohlstand fern. Es ist eine arme, aber keine trostlose Gegend, der Sommer mit viel Grün, dem Blütenreichtum und dem Duft von Heu stimmt fröhlich. An die langen, dunklen Winter mag man nicht denken – ausser, man ist ein Mitglied der Mumins.

Am frühen Nachmittag erreichen wir dann unser Domizil wie am Anfang beschrieben.

Es ist Muminland.

Die 600 g geräucherten nahezu fettfreien Lachses schaffen wir nicht auf Anhieb. Wir lassen den Rest in den Kühlschrank zurück legen.

Am Abend muss uns der Wirt gestehen, dass eine seiner Küchenhilfen unseren Lachs mittlerweile zu Fischsuppe verarbeitet hat (von der Lis behauptet, sie schmecke vorzüglich). Er schneidet uns daher kurzerhand ein neues Stück ab und wir stehen damit vor einem doppelt so grossen Problem wie vor dem Deponieren in seinem Kühlschrank. Wie gesagt: Lachs, Lachs, Lachs in Hülle und Fülle.

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* Rund Europa 2016 (2), 24. Tag: Sininen Helmi (Ruhetag)

Freitag, 24.06.2016, 22:25:36 :: Sininen Helmi
Sonntag, 26.06.2016, 18:52:10 :: Parikkala

Heute ist der Freitag nach Mittsommer. Warum das wichtig ist? Ganz einfach: Fällt Mittsommer nicht auf einen Freitag oder Samstag, dann finden die Mittsommerfeuer und -feiern in Skandinavien am darauf folgenden Freitag oder Samstag statt. Das liegt einfach daran, dass mit einer erheblichen Zahl der Feiernden am Folgetag und eventuell auch einem weiteren Tag danach nichts anzufangen ist. Ursache hierfür wiederum ist der Alkohol.

Ansonsten ist diese Mittsommerzeit – natürlich meine ich besonders die Abende und Nächte – eine irre Erfahrung, die auch am x-ten Abend nichts von ihrer Faszination einbüsst. Es ist nach Mitternacht und draussen vor der Türe kann man immer noch Zeitung ohne zusätzliche Beleuchtung lesen. Oder besser »könnte«, denn man muss sich dazu zwingen, im Hellen ins Bett zu gehen um den folgende Tag wieder fit zu sein.

Neben dem Mittsommernacht-Feuer gehören natürlich auch die Blumenkränze der ums Feuer tanzenden Mädchen zum Ritual; in vielen Gegenden ist das wohl auch noch so, wie uns versichert wird. Und deshalb hält Lis auch dieses Mal diese schöne Tradition hoch und pflückt und windet sich wieder einen Kranz. Leider hängen die Blüten sehr schnell das Köpfchen…

Ich sitze derweil am Beitrag vom Vortag und kämpfe selbst hier ein wenig mit dem Internet, besonders beim Hochladen der Bilder. Und von den Mücken reden wir nicht mehr, ok.?

So vergeht der Tag schnell aber ruhig. Das ist nötig, wenn man drei Wochen lang fast jeden Tag das Bett wo anders aufgeschlagen hat. Es geht nichts Neues mehr in den Kopf hinein…

Sininen Helmi ist dafür ein Platz wie kaum ein anderer. Alles ist harmonisch, es gibt keine Verkehrsgeräusche, keine Rasenmäher, nur Vogelgezwitscher, eine Kuckuck und die sehr zurückhaltend kreischenden Möwen. Und die Wirtsleute haben in allem hier ein Händchen, dass man nur staunen kann.

Da wir uns entschlossen haben, in Sininen Helmi ein Tag Pause zu machen, hätten wir uns in der Umgebung an einem »Feuerabend« beteiligen können. Nach den Erfahrungen 2012 in Muonio sind wir darauf aber nicht wirklich erpicht. Dass uns die Wirtsleute hingegen am Abend zum Essen einladen, empfinden wir nicht nur als Ehre sondern auch als die weitaus bessere Alternative. Wir sind die einzigen Gäste im Hotel, weitere kommen erst nach zehn Uhr abends. Da sind wir längst mit Essen und Sauna fertig.

Der Chef kocht und brät im Freien in einem gasbeheizten Wok nach Bratkartoffeln, Schweinesteak und savonischen Roten Würsten als Dessert auch noch locker-leckere Pfannkuchen, die mit Erdbeer-Sauce nochmals verfeinert werden, und wir unterhalten uns übers Reisen, über Politik und über die Frage, ob man sich als Finne vor Russland fürchten muss (was sie verneinen).

Nach einer angemessenen Pause darf ein ausgiebiger Saunagang und die Plantscherei im See nicht fehlen. Es ist ein wirklich entspannender Genuss, die beiden Saunen direkt am See nutzen zu können. Der Chef feuert in beiden Häuser jeden Nachmittag an, so dass man dann am Abend – normalerweise nach erfolgter Koordination zwischen den Gästen – genüsslich schwitzen und schwimmen kann. Da wir die Einzigen sind, können wir auf Absprachen verzichten.

Beim Gang zur Finnischen Sauna stolpere ich fast über einen riesigen toten Fisch, halb angefressen und von Fliegen umschwirrt, der auf dem Weg im Gras liegt. Erst später erfahren wir, dass ein Adler, der schon den ganzen Tag über den See strich, sich dort den Tisch gedeckt hatte – und wir ihn beim Mahl gestört haben. Nachdem wir gegangen sind ist er wohl zurückgekehrt an seinen Tisch im Gras, hier an diesem See der Lerchen, unter immer noch blauem Himmel…

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* Rund Europa 2016 (2), 23. Tag: Äthäri – Kiuruvesi

Donnerstag, 23.06.2016, 20:12:36 :: Kiuruvesi, Hotel Sininen Helmi

Heute BREXIT?

Heute stimmen die Briten oder das Vereinte Königreich darüber ab, ob die Insel ein Teil der EU bleibt oder sich von der Europäischen Gemeinschaft trennt; was immer dann passiert, es wäre tragisch und keine Stütze für das weitere Zusammenwachsen der Europäischen Staaten.

Wir starten derweil nach Nord-Savo

Die Ostsee haben wir gestern für ein paar Tage verlassen. Unsere kleine Hütte in Mittelfinnland an einem der vielen Seen bei Ähtäri verlassen wir am frühen Morgen nach einem Morgenspaziergang zur Dusche, wo die Putzkolonne noch am Arbeiten ist und mich so dem vollen Zugriff der Mücken beim Warten überlässt, einem nicht einmal spartanisch zu nennenden Frühstück in der Hütte…

…und nach dem morgendlichen Aufräumen der »Infrastruktur«, noch immer bestens gegen Mücken geschützt bei offener Türe; unser Moskitonetz diente uns seit gestern aber als Vorhang in der Türe, die so auch über Nacht offen bleiben konnte.

War das nicht ein toller Satz?

Unsere Ziele in Nord-Savo liegen heute genau nordöstlich in der alten Landschaft Savonien (lohnt sich zu lesen!), dem großen finnischen Seengebiet. Jeder denkt da sofort an Mücken, Jucken an den unmöglichsten Körperstellen, aber bisher ging es ganz gut, nur einmal hatten wir einen hektischen Einsatz von NOBITE Hautspray; übrigens trotz gleichem Wirkstoff wie dem in Autan unbedingt das Mittel der Wahl.

Wir denken weniger an Mücken, wir denken darüber nach, dass hier das Gebiet ist, in dem sich »westliche« und russische Welt begegneten, nicht zuletzt die orthodoxen Ikonen in unserem Hotel am Abend erinnern daran.

Bald werden wir auch savonische Kirchen und Klöster (2012) erleben; allerdings nicht dieses.

Es ist eine stille Welt, so um die 120 – 140 m hoch, wellig, zuweilen hügelig, grosse Wiesen, die jetzt gemäht sind und deren Heu als »Wickelkühe« überall auf den grossen Flächen stehen.

Und Wälder. Wälder! Fichten, Birken zumeist, Weiden und Erlen an den zahlreichen Ufern.

Eine Fülle von Lupinen an den Strassenrändern, regelrechte Alleen, Kilometer um Kilometer. Ebenso massenhaft hohe Wilde Möhre, Hahnenfuss, Storchschnabel identifizieren wir. Gräser, natürlich…

Holzwirtschaft

Finnland lebt zu einem Grossteil von der Holzwirtschaft. Deshalb fährt man auch an geschundener Natur vorbei, an blindwütig wirkenden Kahlschlägen, Bergen von Wurzelballen, leer gefegten Flächen, aufgerissenem Boden, nur einzelne vertrocknete Kiefernstämme stehen zuweilen völlig verloren in solcher Einöde. Und dann die Stangenholzlager und die entgegen kommenden Lastwagen mit ihren Fuhren.

Wie gesagt, Finnland lebt davon.

Und natürlich immer wieder diese Seen, oft versteckt hinter den Bäumen, nur vielleicht fünfzig oder hundert Meter entfernt, oft aber dicht nebenan. Das verlockt dann zum Abbiegen, Stehenbleiben Aussteigen, zum am Ufer stehen, der spiegelglatten Oberfläche zuzusehen, wie sie den erst zarten Schilfbewuchs, die fernen Waldränder und die rostroten Häuser am Ufer gegenüber widerspiegeln. Immer gleich, immer anders, immer wieder neu und immer wieder faszinieren. Wasser eben.

Und da sind wir dann doch wieder bei den Mücken. Solange wir fahren passiert ja nichts. Nur wenn wir dann doch wegen eines Ufers oder einer Kirche auch nur anhalten oder gar aussteigen – dann sind sie da, innerhalb von Sekunden sitzen sie am Handgelenk, an den Fesseln – und nach kurzer Zeit juckt’s überall.

Finnlands Strassen hingegen sind sehr gut und nicht übermässig, ja meist sogar schwach befahren. Aus dem Material des ersten und bisher einzigen Steinbruchs werden sie wohl gemacht.

Die Finnen fahren etwas »zügiger« als Dänen und Schweden, aber gegenüber Deutschland ist das Fahrverhalten dennoch langmütig-gemütlich. Ich weiss nicht, ob finnische Autos überhaupt eine Hupe haben…

Und immer wieder: Kirchen

Die meisten Kirchen, die wir finden, sind aus dem 13. Jahrhundert stammende Stein- oder aus dem 19. Jahrhundert stammende Holzkirchen. Hier die Holzkirche mit der Jahreszahl 1861 in Karstula.

Lachs, geräuchert und gesotten

In Karstula treffen wir vor einem Supermarkt, wo wir uns u.a. mit griechischen (!) Kirschen verpflegen, auf den ersten Stand mit Räucherlachs. Aber wir halten an uns. Denn wir haben anderes vor.

Gemeinhin haben wir ja keine konkreten Tagesziele. Heute schon. Unser erstes Ziel ist der Kiosk an der Sininen tie (Strasse 77) bei Huopanankoski. Dort haben wir uns 2012 zum ersten Mal im Leben den Bauch mit Lachs vollgeschlagen, so richtig, übermässig.

Und das soll heute wieder so sein. Der Kiosk liegt direkt am schnell fliessenden Übergang zwischen zwei Seen, einige Angler stehen bis zu den Hüften im Fluss und halten eine lange Stange schräg in die Luft ;-).

Sie räuchern und garen die selbst gefangenen Lachse auch vor Ort; dass sie gut sind merkt man schon vor dem Essen am Publikum.

Der Fisch, der da relativ zügig in unseren Mägen verschwindet schlägt gerade mal mit 13 € zu Buche. Den ersten hatten wir 2012 nicht mal ganz geschafft sondern den Rest erst am Abend als weitere Mahlzeit verspeist.

Nun, den heute habe wir auf einmal geschafft. Nennt uns gefrässig. Jedenfalls war er köstlich.

Von hier sind es dann nur noch ca. 140 km bis zu unserem endgültigen Tagesziel: Nach Sininen Helmi, der Blauen Perle am »Lerchensee« (das bedeutet der Name Kiuruvesi).

Tagesziel: Die Blaue Perle

Der zweite Ort heute, auf den wir uns seit unsere grossen RundEuropa-Tour 2012 gefreut, ja nach dem wir uns gesehnt haben: Sininen Helmi, wo wir uns schon zweimal, zuletzt am
28. Juni 2012 so wohl gefühlt haben, dass wir dort unbedingt wieder verweilen möchten. Es »einkehren« oder »übernachten« zu nennen, wäre zu trivial,ja fast niederträchtig.

Besucher in der alten Heimat

Das Hotel teilen wir uns mit sechs Amerikanerinnen aus drei Generationen: Mit vier Jahren verschlug es die Mutter in die USA, nun kehrte sie mit Töchtern und Enkelinnen zum ersten Mal in ihrem Leben zurück in ihre ursprüngliche Heimat.

Ausserdem schwimmen wir im flachen, tiefbraunen aber klaren Lerchensee und saunieren nach den Amerikanerinnen ausgiebig – wir haben die Wahl zwischen zwei Saunatypen und wechseln nach dem kalten Schwall des Lerchensees – auch wieder in der kleinen finnischen Sauna, die wir 2012 eingeweiht haben. Welch erhabenes Gefühl, die ersten Saunagäste gewesen zu sein!

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* Rund Europa 2016 (2), 22. Tag: Pori – Äthäri (Kurzbericht)

Mittwoch, 22.06.2016, 19:51:09 :: Äthäri, Campingplatz

Wir sind mittlerweile in Mittelfinnland, genauer bei Äthäri auf einem Campingplatz am See, mit vielen aggressiven Moskitos – aber mit Internet in der Hütte! Eine Kombination mit Internet am Abend findet man selten; es gibt entweder trotz Zusicherung keines beziehungsweise keins das funktioniert, es funktioniert nur vor der Rezeption und dann nur bis 22 Uhr etc. Abgesehen davon: Es ist zu kalt um draussen zu sitzen!

Jedenfalls tut es heute endlich mal wieder.

Unterkünfte

Wein das so weiter geht, fallen zukünftige Reise flach.

Hotels kommen auf unserer Strecke bisher nicht infrage, die Preise liegen zwischen 120 und 180 € für eine Nacht, selbst für ziemlich herunter gekommene Häuser. Wir als Endkunden der Firmen, die Ihren Reisenden solche Unterkünfte bezahlen (müssen) sollten in Erinnerung behalten, dass wir das letztendlich bezahlen müssen.

B&B-Unterkünfte liegen aber auch schon zwischen 60 – 85 €, ebenso leere Holzhütten auf Campingplätzen, teils mit einer Tageswanderung zu fliessendem Wasser, Toilette und Dusche. Irgendwas stimmt nicht, generell, nicht im Einzelnen. Jedenfalls darf ich dran erinnern, dass gemütliche Hotelunterkünfte auf Naxos ausserhalb der Hochsaison (und in der befinden wir uns, denn Unterkünfte und besonders Campingplätze sind so gut wie leer) für 25-35 € zu bekommen sind – mit Leintuch, Zudecke und Handtüchern…

Soweit zur reisetechnischen Situation.

Kultur und Natur gut

Ansonsten geniessen wir unsere nahezu regenfreie Fahrt mit teils wunderschöner und ständig wechselnder Bewölkung durch Wälder, vorbei an unendlich vielen Seen und Flüssen. Das alles bei meist sehr geringem Verkehr; oft sind wir über 30 Minuten und länger alleine.

Wir hatten am 20. Juni die kürzeste Nacht. Auf den »Erdbeermond« warteten wir aber vergebens; es war wohl zu diesig am Horizont. Die hellen Nächte irritieren immer noch, aber schlafen geht trotzdem irgendwie.

Wir besichtigen viele schöne, teils originelle und sehr alte Kirchen, für mich noch immer eine Beurteilungslatte für die Bevölkerung und ihre Lage.

Gestern besichtigten wir Rauma, Weltkulturerbe-Stadt an der Westküste, ein Augenschmaus an Holzarchitektur.

Auch sind wir immer noch berauscht von unserer zweite Åland-Durchquerung (die erste war 2008), diese Inselwelt ist wirklich ein Traum.

Ausführlicher wird es hoffentlich, wenn wir in ca. zehn Tagen in Vilnius landen werden. Dann ist erstmal für ein paar Wochen Pause und Zeit, wieder Ordnung in Kopf und Auto zu bringen.

Nachtrag:

  • 2016.06.23, 00:10 :: Und draussen ist es immer noch hell zum Zeitunglesen…
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* Rund Europa 2016 (2), 18. Tag: Mariehamn (Fasta Åland) – Böle (Eckerö)

Samstag, 18.06.2016, 15:33:53 :: Böle, Gästgård Christiansund

So viele Inseln…

Flucht vor dem Regen

Die letzte Nacht haben wir in einem Wanderheim verbracht: Doppelzimmer (was eher privilegiert ist in diesem Haus), Bad und Toilette auf dem Stockwerk, immerhin. Einfach, praktisch gut. Soweit. Bis auf das Internet, das funktionierte einfach nich nicht. Das Ganze für 68€, was ein Schnäppchen ist, weil: Die skandinavischen Ferien haben gestern begonnen, alles ist auf der Flucht in die Ferien. Und – ok., nicht alle – jeder will offenbar auf die Ålandinseln. Das hatten wir 2005 schon einmal erlebt, als wir keinen Platz auf der Fähre bekamen.

Die entsprechende Berichte standen im Wiki, das Hacker in einem Reisesommer vernichtet haben.

Deshalb hatten wir auf der Reise 2008 von Grisslehamn nach Vårdö und eben diesmal wieder im Internet vorgebucht – für sagenhafte 24€, Auto und zwei Menschen. Das war ein last-minute-schnäppchen, echt. Kostet normal so um die 140€.

Nun, es regnete bereits gestern bei der Überfahrt. Trotzdem gab’s ein tolles Naturschauspiel: Einen Regenbogen bei/nach Sonnenuntergang – wie soll man das nennen, wenn die Sonne nachts um halb elf immer noch weit oberhalb des Horizonts hängt?

Aber heute morgen…

…regnet es dafür erst recht, wie angekündigt. Wir entschliessen uns, einen Tag abzuwarten, denn für Sonntag ist – dem Wochentag entsprechend – wieder Sonne angekündigt. Das Wanderheim, hat unseren Raum schon anderweitig vermietet, so bleibt uns nach dem Frühstück nur die Suche nach einer neuen Unterkunft. Lis gelingt das schnell: Sie findet Gästgård Christiansund, oben in Eckerö, der westlichen Nchbarinsel.

Mariehamn im Schnelldurchgang

Wir packen und ziehen los, parken mit Scheibe in der Innenstadt und wagen uns trotz Regen raus in die Fussgängerzone. Was soll ich sagen? Selbst wenn man den Regen komplett ausrechnet: Enttäuschen, karg, ungemütlich. Hier scheint es überall nur Pizza- oder Tai-Küchen zu geben. Ich hätte aber gerne irgendwas mit Heringen oder wenigstens endlich wieder einen Cappuccino, ein gemütliches Café – gibt’s hier alles nicht. Niente. Nada. Oder ingenting, wie der Schwede sagt. Nebenbei: Auf den finnischen, aber autonomen Åland-Inseln wird Schwedisch gesprochen. Überhaupt sind ist diese Schärenlandschaft es absolut wert, besucht zu werden. Gemocht sowieso. Nur eben nicht bei Regen und nicht, wenn man griechische Verhältnisse gewohnt ist. Die nordischen Länder glänzen, wenn es um Natur geht: Wälder, Seen, die Granitfelsen, die bemoosten Geröllfelder, wo die Trolle wohnen, die Lupinen-Alleen. Aber die Städte? Sie haben Eigenarten, gewiss. Aber das reicht nicht, um sie interessant zu finden oder gar zu mögen.

Das betrifft eigentlich alle grösseren Städte in Europa, jedes Jahr mehr und überall: Der kaufrauschgetriebene Kapitalismus oder der kapitalismusgetriebene Kaufrausch, sie ebnen alles ein.

Quelle: Facebook

Jebenfalls, im Gästgård Christiansund finden wir eine sehr gemütliche Bleibe, alles da was man braucht, auch ein funktionierendes – und jetzt alle: I-n-t-e-r-n-e-t. Genau.

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* Rund Europa 2016 (2), 16. Tag: Stockholm (Pause)

Donnerstag, 16.06.2016, 12:43:55 :: Stockholm

Stand per 2016-06-16

Schon mehr als zwei Wochen sind wir jetzt unterwegs und heute, nach rund 2.800 km, wo wir uns hier in Stockholm mal wieder auf eine Großstadt einlassen wollten, da regnet es. Alle Tage zuvor waren sonnig und immer wieder voller faszinierender Wolkenbilder gewesen, es war fast durchweg ein genussvolles Fahren. Aber das wird noch im Einzelnen zu berichten sein. Vielleicht sogar etwas über eine kurze Stadtbesichtigung mit portugiesischem Führer. Ja, wir sind hier international aufgestellt: zu vier Nationalitäten sassen wir gestern abend in der Innenstadt zusammen und haben Wiedersehen mit unserer Freundin aus Litauen gefeiert, flankiert von schwedischen und einen einem portugiesischen Freund.

Bargeld oder Kreditkarte?

Zu berichten ist von einigem Ärger mit der VISA-Karte unterwegs: Ein Lokal in Kopenhagen hatte unsere Rechnung gleich zwei mal belastet und ein Tankautomat in Schweden hat vermutlich neben der regulären Benzinrechnung 1.000 Kronen extra abgebucht. Ob das so ist oder ob es sich um eine für uns schadlos Fehlbuchung handelt, konnte uns selbst die freundliche Dame der Bank in Deutschland nach elend langem Mobiltelefonat nicht sagen; morgen vielleicht. D.h., wir wissen nicht, ob wir noch mit der Polizei Kontakt aufnehmen müssen. So viel zum bargeldlosen Paradies Schweden. Das Land dient den Bargeldgegnern bei Banken und Regierungen als Musterbeispiel dafür, dass bargeldlos die Zukunft ist – niemand bezahlt hier mit Bargeld, selbst kleinste Beträge wechseln über den Kartenleser am Mobiltelefon den Besitzer. Und wehe, es geht was schief – siehe oben. Im Extremfall wird die VISA-Karte morgen gesperrt und wir gehen barfuss nach Hause.

Wie gesagt: Morgen wissen wir mehr. Bis dahin warten wir auf freundlichen Wetter und freuen uns auf einen Stadtrundgang heute Nachmittag.

Ein kleiner, nasser Rundgang

Heute Nachmittag und am späten Abend haben wir uns dann doch noch zu einem Rundgang durch die Altstadt entschlossen, trotz Nieselregens.

Der Königspalast

Links:

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* Rund Europa 2016 (2), 11. Tag: Kopenhagen

Samstag, 11.06.2016, 22:23:52 :: Kopenhagen

Status

Wir sind seit gestern in Kopenhagen und können einen Tag bei sehr geschätzten Freunden in einem Paradies verschnaufen ehe es weiter nach Schweden, hinauf zum Vetter und weiter nach Stockholm geht. An beiden Orten erwarten uns Freunde…

Die ersten Tage waren angefüllt mit Wiedersehen und Konversation, der Wiederbeschaffung einer Kamera, so dass an Schreiben kaum zu denken war.

Aber darüber demnächst mehr – hoffe ich jedenfalls, denn das Internet ist meist – – ihr wisst schon…

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* Rund Europa 2016 (2), 1. Tag: Hochdorf – München

Mittwoch, 01.06.2016, 23:11:35 :: München
Samstag, 11.06.2016, 14:27:52 :: Kopenhagen

Zunächst einmal können wir berichten, dass wir am Morgen bei trockenem Wetter packen konnten und dass das Senfle sich so dehnte, dass alles Platz fand, auch der grosse Koffer, das Zelt, die Matten; jedenfalls waren die Lagerplätze bei Abfahrt leer…

Über eine Fahrt von Stuttgart nach München verliert man ja normalerweise keine Worte. Eventuell schimpft man über die Baustellen und Staus, insbesondere auch über die umgegrabene Schwäbische Alb. Dort entsteht ja der Teil von Stuttgart 21, der das Dorf Stuttgart näher an Weltmetropole Ulm heranrücken soll. Das führt eben dazu, dass da oben auf der Alb alles aufgerissen ist, sich Sand- und Kiesberge türmen usw.

Grund genug, sich diese Strecke nicht öfter als nötig anzutun. Ausserdem wollten wir vorbeugen. Es könnte ja sein, dass jemand irgendwann auf die Idee kommt, uns vorzuwerfen, wir würden zwar Ostpolen sehr gut kennen, nicht aber Deutschland. Daher wählen wir die Route über die Ostalb mit Aalen, Bopfingen mit dem Ipf und Nördlingen, durch das Donauries mit Donauwörth und schliesslich nördlich von Augsburg über Aichach bis zur Autobahnauffahrt Adelshausen; München zu durchqueren wollten wir nun auch nicht.

Trotz gelegentlichem Regen ist das eine sehr schöne und genussvolle Fahrt. Man wird unter anderem daran erinnert, dass die Ostalb voller Burgen und Schlösser ist, vom Limes durchzogen ist. Alte Erinnerungen an eine Osterwanderung nach Nördlingen an Ostern 1986 werden wach, man fragt sich auch wieder, wie das war mit dem Meteor und und dem Ries, welche Flüsse die Donau füttern – kurz: Es ist nicht nur eine harmonische Landschaft, auch Kultur und Geschichte kommen nicht zu kurz.

Nördlingen

Diese kreisrunde Stadt mitten im Meteorkrater muss man gesehen haben, sie hatte mich schon Ostern 1986 schwer beeindruckt; damals im Regen, heute bei nur leichten Regendrohungen, sogar die Sonne lässt sich zuweilen kurz blicken.

Wir gehen umher und staunen über diese nahezu unversehrte mittelalterliche Stadt und stärken uns en passant mit örtlichem Backwerk und italienischem Eisbecher.

Die Renovierungs- und Modernisierungsarbeiten könnten m.E. etwas zurückhaltender ausfallen, die Geschichten über die Hexenverbrennungen lassen einen schaudern, insbesondere, wenn man deutlich sehen kann, dass die Bürgerschaft gegen geschnitzte Pornos offensichtlich nichts einzuwenden hatte.

Später in Donauwörth erfahren wir dann, dass ein Adliger seine Ehefrau köpfen liess, im Glauben, sie sei ihm untreu geworden – was sich obendrein als Irrtum erwies; aber ab ist ab…).

Auch und insbesondere die Geschichte derer von Öttingen muss man hinzuziehen, um eingelassen zu verstehen, woher die vielen Burgen und Schlösser kommen.

Donauwörth

Bein Erreichen von Donauwörth haben wir Sonne.

Die erste Berührung mit der Donau erfolgt über Umwege – wir verpassen die Ausfahrt und nähern uns dann von Süden, direkt am Zusammenfluss von Donau und Wörnitz (nebenbei: Der Artikel lohnt gelesen zu werden, alleine wegen seiner Poesie). So befinden wir uns direkt auf der »Prachtstrasse«.

Nach einem kurzen Stadtrundgang geht es weiter, hinunter nach Schwaben.

Hier ist alles Landschaft pur. Aber je näher man an München heran kommt umso mehr drängt es uns doch auf die Autobahn. Um den Moloch zu umfahren eignet sie sich letztlich doch…

Links:

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* Rund Europa 2016 (2), 0. Tag: Morgen geht’s los!

Dienstag, 31.05.2016, 13:36:37 :: Hochdorf

Wir versinken im Packen-Stress, kein Platz, um etwas Fertig Gepacktes abzustellen…

Das Unwetter ist an Hochdorf vorbei gezogen, man konnte sogar spazieren gehen, selbst einmal schwimmen (bei 17°C), ganz ohne Schnee, Hagel oder Überschwemmung.

Eberdingen, es blüht


Schloss Monrepos, Ludwigsburg

Aber morgen früh sind weg…

…auf dem Weg nach München.

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