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La Palma
Naxos
Das Ende des Internet…
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* Der Letzte Tag
Montag, 08.04.2013, 16:50:54 :: La Palma
Nein, keine Angst. Weltuntergang steht nicht an. Die Sonne scheint, der Wind lässt sich nicht blicken. Es ist alles ganz friedlich. Also auch nicht der längste Tag.
Nur: Heute waren wir noch mal in Los Llanos, ein letztes Mal und morgen früh geht der Flieger nach München – Ein paar Abschiedsbilder. Insbesondere für jene, die immer noch auf den Frühling warten.
Picasa
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* Ganz schön viel los hier
Freitag, 29.03.2013, 20:06:02 :: Finca Gabriela
Seit ein paar Tagen haben wir »unsere« Casita verlassen. Der Spediteur hat die 41 Kisten bzw. Umzugsstücke aufgeladen. Es regnete glücklicherweise immer nur zwischen meinen Schlepptouren von der Casita vor zur Garage an der Strasse. Dort haben wir das Zwischenlager eingerichtet zum zügigen Verladen. Ich möchte mir nicht ausmalen, wir hätten die Kartons bei aus Kübeln niedergehendem Regen aus der Casita zum LKW tragen müssen…
Der restliche Müll ist ordentlich abgeliefert, für Kleinkram stehen die Container an vielen Ecken und den Punto Limpio haben wir mit Kartonagen, Massen von Papier und Elekronikschrott beehrt. Beim Papier war der Herrscher über den Müll unerbittlich, dennoch immer freundlich und hilfsbereit: Papier, das persönliche Daten enthält, muss säuberlich zerrissen werden. Ob ich das datenschutztauglich hinbekommen habe – sei’s drum…
Die Baustelle…
…direkt unterhalb der Terrasse kommt voran. Der Baulärm hat uns schon sähr genärvt in den Wochen seit Anfang März – Geschichte. Dennoch interessant, wie nach über 30 Jahren Frieden sich schlagartig alles verändern kann. Ähnlich mag es auch den Bewohnern ergangen sein, als die Bananenzelte weiter unten im Aridanetal Einzug hielten; für uns waren sie eben einfach da, zwar nicht direkt Schmuckstücke in der Landschaft, aber ihre Funktion nachvollziehbar. So veränderte sich alles in drei Wochen:
Den Krach,…
…den erspare ich Euch.
Neue Heimat
Bis zu unserem Abflug am 9. April haben wir Quartier bei Freunden genommen. Es handelt sich also nicht um eine Gewerkschafteigene Hütte (Ja, die gab’s mal…) sondern um ein lauschiges Festungsplätzchen 300 Meter höher. Wir betreiben die Webseiten der hiesigen Bürgerinitiative gegen die Asphaltwerke, die gleich unterhalb im Gewerbegebiet stehen aber wegen der erfolgreichen Arbeit der Plataforma nicht rauchen dürfen.
Es ist deutlich kühler hier oben (300 m = 3°C besagt die Faustregel); Bananen würden hier nicht mehr gedeihen. Mir ist das recht – nicht wegen der Bananen sondern der Temperatur wegen.
Die Erde grollt…
Oder besser der Meeresgrund. Seit Tagen bebt die Erdkruste unter und westlich von El Hierro, 70 – 100 km südlich von La Palma. Die Insel wölbt sich, driftet leicht nach Norden und die Ursache ist mal wieder das Magma – kein Wunder, die Kanaren bestehen fast ausschliesslich daraus. Das flüssige Erdinnere will wohl irgendwo durch die Erdrinde, 2011 bildete sich südlich von El Hierro fast eine neue Insel auf diese Weise. Die Beben nehmen an Häufigkeit und Stärke zu, kein Beben ist unter 4 und immer wieder ruckelt es auch hier auf La Palma sekundenlang, die Gläser im Schrank klirren und in Kopf und Magen entsteht ein unbekanntes Gefühl. Hört’s wieder auf? Wird’s stärker?
Die Vulkanologen geraten noch nicht in Panik, aber die Behörden fangen an, auf El Hiero die eine oder andere Strasse zu sperren, zu gross sind die Brocken, die zuweilen herunterstürzen.
…aber nur die Sonne geht unter
Für uns wohl zum letzten mal, unten in El Remo, wo der Atlantik gegen den Basalt, das ehemalige Magma, brandet und eine der wenigen Stellen (um ehrlich zu sein: die letzte), wo man so richtig dicht am Wasser zu Abend essen kann auf La Palma.
Picasa
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* Bis nach Florida…
Montag, 11.03.2013, 15:33:46 :: La Palma, Casita
…konnten wir ja nie sehen. Dazu ist die Erde einfach zu rund. Aber wir sassen wie in der ersten Reihe: Im Osten die Cumbre…
…im Norden der Rand der Cumbre mit dem Roque,
…nach Westen im Vordergrund Wildnis, ein paar Bananenzelten, dahinter das weite Meer mit – gedanklich – eben Florida hinterm Horizont… Und den Sonnenauf- und Untergängen, kitschig bis zum Abwinken.
Und während »die Sonne im Meer versinkt« (oder derzeit eher hinter den letzten Unwetterwolken) sass man auf der Veranda.
Das ist jetzt vorbei.
Während wir hier packen und wegwerfen (ja, auch hier sammelt sich doch in fünf Jahren allerhand an!) wurde ausgerechnet jetzt vor wenigen Tagen das wahr, von dem wir wussten, dass es kommen würde: Das Grundstück direkt unterhalb unserer Terrasse wird jetzt bebaut.
Die Planierraupen rückten an und machten zunächst einmal tabula rasa, der Bewuchs wurde radikal rasiert, die Erde durchgewühlt und aufgeschüttet, der schwere Basalt hier und da mit schwerem Gerät zertrümmert, die Bäume mit der Kettensäge in transportable Stücke zerteilt – alles bis zur Strasse ist Bauwüste, zerlärmt, zerwühlt zerfledert.
Es nervt.
Einziger Trost: wir hatten ja zuvor reichlich Regen, daher blieb uns eine Abschiedsstaublunge erspart. Aber der Dauerkrach der schweren Motoren, das dauernde Gefiepe beim Zurücksetzten der unermüdlichen Raupen-Bagger-Bohrer, das Jaulen der Motorsäge – und das Ganze ab ca. 7.30 Uhr am Morgen; Sondersendungen auch am Samstag und Sonntag. Was bleibt? Dauermusik aus meiner ja praktisch unerschöpflichen iTunes-Konserve, möglichst geschlossene Türen und Fenster. Vielen Dank, Herr Händel, liebe Beatles und Beach Boys, Mikis – halt euch allen, die ihr so viel und gute Musik geschrieben habt…
Es komme jetzt keiner…
…und sage, wir wären das doch mittlerweile gewohnt, einen Steinbruch vor dem Haus hätten wir doch bereits lebend überstanden. Ja es stimmt, an den Steinbruch, der von dem kleine Krater übrig geblieben ist, nachdem man den grössten Teil von ihm bei Puerto de Tazacorte ins Meer geschüttet hat, an den hatten wir uns soweit gewöhnt – weil doch etwas weiter weg. Es hätte nicht sein müssen, dass wir die letzten Tage – aber was soll’s: Am 18. März kommt der Spediteur, ab 9. April bauen sie da unten ohne uns. Manchmal passen Entscheidungen und Ereignisse doch irgendwie zusammen, auch wenn’s derzeit nervt. Die Katzen allerdings auch – zu viel ändert sich.
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Schmuddelwetter
Montag, 04.03.2013, 12:07:35 :: La Palma
Nachdem der Winter bisher…
…mild und »lieb« war, i.W. ohne Regen zwar, benimmt er sich derzeit ungehörig. Seit gestern tobt der Sturm, es schüttet, der Strom fällt immer wieder aus (und damit natürlich auch das Internet und unkontrolliert externe Festplatten, weil die USV den Geist aufgegeben hat) – Ein Überblick:
Ansonsten beginnen wir, zu packen
Mitte März kommt der Spediteur, also wird’s schon langsam Zeit. Und damit wird es ungemütlich, die Unordnung steigt, die Leere an vielen Stellen auch, die Hüllen fallen…
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Hinterteil von der Couch lösen –
– es ist Zeit!
Aber getrost, wir brauchen die Spanier nicht, wir können das auch alleine:
Dieses Warten auf Erlaubnis erklärt Kurt Tucholsky damit, dass wir einfach „ein Bedientenvolk“ sind. Der kundigste unter den Deutschland-Verächtern schreibt: „Das deutsche Schicksal: vor einem Schalter zu stehen. Das deutsche Ideal: hinter einem Schalter zu sitzen.“ Eigenständige Autorenpersönlichkeiten empfinden ihre Landsleute durchweg als Charakterschwächlinge. Diese können, wie Oswald Spengler betont, auf „unser unbegrenztes Bedürfnis“ bauen, „zu dienen, zu folgen, irgend jemand oder irgend etwas zu verehren, treu wie ein Hund, blind daran zu glauben, allen Einwänden zum Trotz“. Es fehlt uns, mit Erich Kästner zu sprechen, schlicht an der Freiheit des Gedankens, ja an der bloßen Wahrnehmungsfähigkeit: „Die Deutschen glauben nicht an das, was sie sehen, sondern an den Fahrplan. Und sie gehorchen ihm noch, wenn sie nicht mehr an ihn glauben. Ihr Gehorsam ist schwachsinnig. Er ist verbrecherisch.“
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La Palma – Schweden – Taipei
Mittwoch, 06.02.2013, 15:59:45 :: La Palma
Es freut uns immer, wenn wir von Gästen, die wir hier auf La Palma empfangen haben, den einen oder anderen Gruss erhalten. Besonders, wenn der Gast aus Taiwan kam wie Yo Lo, der uns im Winter 2010 besuchte. Er studierte damals für ein Jahr in Schweden und von dort unternahm er Reisen bis auf die Kanaren, nach Italien (wo wir ihn auch verpassten).
Um ein Haar hätten wir ihn auf unserer RundEuropa-Tour 2012 in Schweden wieder getroffen, wo er eine 3.000-km-Fahrradtour bis fast ans Nordkap absolviert – wir waren nur ein Jahr zu spät dran…
Als Facebook-Aktivisten treffen wir ihn häufig dort und verfolgen seine fast unmässig vielen Aktivitäten in Taiwan.
Nun hat er ein Buch geschrieben, das in den letzten Tagen in Taipei vorgestellt wurde. So könnte Völkerverständigung aussehen, Couchsurfen sei Dank.
Aber dieses Jahr…
…könnte es klappen – wir sind in Kontakt…!
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Rückzug: Nicht alles muss raus…
Dienstag, 05.02.2013, 14:44:59 :: La Palma
…schon gar nicht zu jedem Preis.
Wir gehen weg von hier…
…wie gesagt und fragen uns, was wir hier lassen sollen/wollen. Daher überlegen wir, folgendes abzugeben:
Natürlich ohne Inhalt
. Also:
- 3,6 m BILLY-Regale, 3 Jahre alt :: 200,00 €
- 1 kleiner Schreibtisch, 1,20 x 55 m, Spanplatte, Buche furniert :: 60,00 €
- 1 grosser Schreib-/Konferenztisch, 2 x 1 m, Design Dieter Rams (das ist der Designer von BRAUN), Qualitäts- und Liebhaberstück :: 500,00 € (im Zweifelsfall geht der mit in den Container n. Deutschland)
- 1 Lattenrost und Matratze, 190 x 80 cm, sowie Zudecken 2 x 2 m und 1,20 x 2 m, 2 oder 3 Jahre alt :: 250,00 €
Wer Interesse hat, melde sich bitte per Email: reinard@hr-schmitz.de .
Und ich verabschiede mich…
…als Webmaster des NoAsfalto-Blogs, werde aber bei Bedarf selbstverständlich weiter aus der Ferne zur Verfügung stehen.
Anfang April sind wir dann endgültig weg.
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So. Die Kartons sind bestellt…
Samstag, 02.02.2013, 14:44:45 :: La Palma
…wir warten auf sie und auf einen Platz im Container.
Kartons? Wozu?? Es sind Umzugskarton, dreißig Stück. Verpackungseinheit, weniger gibt es nicht. Und da kommt alles Verpackbare hinein, die Bücher, Elektronikkram – was man eben so hat an Siebensachen, wenn man wohnt.
Ja. Wir verlassen La Palma
Für immer. Keine grossen Erklärungen. Wir mögen es einfach nicht länger, Rollen in einer drittklassigen family soap opera zu übernehmen. Die Welt ist gross, sie ist offen und es gibt viele Menschen, denen wir willkommen sind.
Wir kommen, Naxos…
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Fernweh auf La Palma…
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