* Rund Europa 2015 (1), 6. Tag: München – Nürnberg

Mittwoch, 08.04.2015 :: Nürnberg
Freitag, 17.04.2015, 20:40:38 :: Hochdorf

Fahrt durch

Das ist heute eine eher leichte Übung: Autobahn meiden und auf kleinen Strassen von Ort zu Ort nach Nürnberg. Ich bekomme noch ein paar Tipps mit auf den Weg, wo ich vorbeischauen könnte. Erst geht es durch die Isarauen bis Freising.

Freising

Dann quer durch die Hallertau, das grösste Hopfenanbaugebiet der Welt, bis Neustadt a.d.D., wo ich die Donau überquere; erst in Beilngries mache ich halt und genehmige mir gegenüber der Kirche von Beilngries ein Eis.

Der Brunnen ist noch österlich geschmückt. Lichhungrige Touristen durchziehen die Stadt, die noch kräftig baut und renoviert.

Brunnen

Brunnenfigur

Baukran

Ich mache mehrere Erfahrungen auf dieser Strecke. Augen und Gedanken können ja jetzt wieder wandern beim gemächlichen Zuckeln durch die Landschaft. Es ist sonnig, die Luft warm genug zum Öffnen der Fenster.

  1. gibt es nicht nur in fremden Ländern schöne Gegenden ;-)
  2. ist es mir doch zu geschleckt, wo Tourismus betrieben wird; die Renoviererei zerstört, es entsteht viel Unechtes
  3. ich müsste mehr Zeit haben
  4. niemand fotografiert für mich; die Strassen sind zu befahren, um einfach aussteigen und fotografieren zu können

Schliesslich geht’s gegen Ende durch’s Altmühltal entlang des Main-Donau-Kanals, wo Kanal und ein Teil der Altmühl friedlich nebeneinander her fliessen, der schmale Altmühlzweig meist höher als die Strasse.

Wer erinnert sich noch an die heissen Auseinandersetzungen in den 1970er und 1980er Jahren?

In den 1970er und 1980er Jahren war der Main-Donau-Kanal in zunehmendem Maße politisch umstritten. Neben Zweifeln an der Sicherheit und völkerrechtlichen Fragen war der Kanalbau nunmehr vor allem ein umweltpolitisches Streitthema. Vor allem der Ausbau eines 34 km langen Abschnitts der Altmühl und dessen negative Auswirkungen auf die Pflanzen- und Tierwelt waren Thema kontroverser Diskussionen. Insgesamt verlor das Projekt zunehmend an Akzeptanz. Hinzu kamen Kürzungen der Baumittel sowie ein Kurswechsel des damaligen Bundesministers für Verkehr Volker Hauff. Um die jeweiligen Lager zu stützen, wurden unterschiedliche Gütertransportmengen prognostiziert, aus denen Nutzen-Kosten-Relationen hergeleitet wurden.

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Am späten Nachmittag erreiche ich dann Sohn und Enkel in Nürnberg.

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* Rund Europa 2015 (1), 5. Tag: Šibenik – München

Dienstag, 07.04.2015 :: München
Donnerstag, 16.04.2015, 21:36:51 :: Hochdorf

Strecke Šibenik – München

Schlafen ging ganz gut in diesem Hotel. Es lag aber eher daran, dass ich recht leer gepumpt und müde war. Ich ärgere mich nach dem Aufstehen über die Dusche, die morgens um 7 Uhr und im dritten Stock partout kein warmes Wasser liefern will. So nehme ich eben eine erfrischende Dusche und bin wenigstens wach für das Frühstück, das es immerhin gibt.

Kurz vor acht schleppe ich dann meinen Kram zum Auto und sehe schon: Vorne am Wasser, auf der Bank, da sitzen die Mädels und kauen auf ihren belegten quadratischen Broten, feste eingemummt und mit Pudelmütze. Sie hätten oben an der Festungsmauer im Zelt geschlafen, meinen sie als sie herüber kommen und ihre Rucksäcke wieder verstauen.

Es kommt jetzt darauf an, dass das Wetter regenfrei bleibt heute, dann besteht die Chance, dass ich München erreiche und damit meine Termine halten kann. Vorher freilich werde ich die die beiden Damen in Ljubljana abliefern. Gegen starke innere Widerstände entscheide ich mich lange vor Zadar für die Autobahn; nur, um dann festzustellen, dass wir bald wieder runter müssen: Baustelle. So fahren wir eben auf der Küstenstrasse die endlose Bucht entlang, Starigrad bis Senj. Diese landschaftlich wunderschöne Strecke, immer links die Adria mit den nicht endenden Inseln, rechts das schroffe Gebirge und zu dieser Jahreszeit den Nestern der kroatischen Wappenblume, der Schwertlilie – so kenne ich das, so mag ich das. Gemächlich fährt man die unendlich vielen Baranquos aus, kommt durch diese seelenlosen Touristensiedlungen, hingeklebt an die Felsen, erblickt in malerischen Buchten Hotelklötze, die einem den Zorn in die Schläfen treiben. So kenne ich das und mag es auch.

Nichts da.

Heute nicht. Schon vor Starigrad sehe ich den meterhohen Nebel über dem aufgepeitschten Wasser in der Bucht. Und dann beginnt der Tanz: Die Bora rammt uns von rechts, fällt vom Gebirge herunter, knallt mit Regen gegen das arme Senfle und versucht ihn immer wieder aus der Bahn zu bringen. Wer sie nicht erlebt hat, diese typischen Fallwinde, hat was versäumt, bis zu 250 km/h sollen die Böen erreichen. Nur, warum ausgerechnet heute? Die zwei Mal in den Jahren zuvor, eine sogar mit Schnee in Baška Voda, waren eigentlich genug.

Für die Seefahrt war die Bora schon immer gefährlich. Der Seegang bei Bora ist zwar kurz, aber er erreicht eine beachtliche Höhe, die Wellenkämme werden dann zu Schaum gepeitscht, zerstäubt und in Dunstwolken (fumarea) fortgerissen. Die Höhe des Seegangs bei Borastürmen, wie am 14. November 2004 mit Spitzenböen von 60 m/s, nimmt mit der Entfernung von der Ostküste bedeutend zu. Vor den ersten Anzeichen einer Bora bleiben Seeleuten nur etwa 30 Minuten, um einen sicheren Ankerplatz anzulaufen.

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Ok., das Senfle kämpft sich wacker durch, geschüttelt zuweilen aber es bleibt brav auf der Strasse (Es sollen schon Busse den Weg ins Wasser gegangen sein). Irgendwann ist dann auch Schluss nach ein, zwei Stunden. Es ist dann nur noch windig und recht kalt. Und Senj erreichen wir sogar bei schüchternem Sonnenschein, die Mädels holen den offensichtlich nicht gehabten Schlaf von der Nacht zuvor nach. Unterhaltung ist heute nicht angesagt. Und auch die Uskokenburg Nehaj von Senj und vieles andere bleibt unbeachtet am Strassenrand liegen. Na, vielleicht auf der Rückfahrt wieder…

Senj, Blick zur Altstadt

Der Hafen von Senj

Jedenfalls ist jetzt ein – richtig: Cappuccino fällig. Sie wachen auf, die zwei, als ich auf dem Parkplatz halte. Es ist 12 Uhr. Die Mädels fangen an, ihren morgigen Tag zu planen. Denn erst jetzt rücken sie damit heraus, dass ja morgen die Kurse wieder beginnen, sie also präsent sein müssen! Und ich schätze, dass es wohl reichen müsste: Vor Rijeka und vor der Bucht von Bakar auf die Autobahn und durchbrausen bis Ljubljana. Und dann Salzburg, München. Müsste klappen. Aber sicher bin ich nicht…

Dort, wo es links hinüber zur Insel Krk geht, gehen wir nach rechts auf die Autobahn. Ab jetzt wird wirklich gerast. Und bezahlt, Maut ist angesagt. Das wird in Slowenien noch schlimmer: 15€ kostet die billigste Vignette für 7 Tage. Aber wer fährt schon 7 Tage auf slowenischen Autobahnen? Dazu ist das Land viel zu schön.

Das fällt auf: Auf einen Schlag, nördlich von Rijeka, verschwindet der Hauch der Adria schlagartig und weicht fast schwäbischer Agrarlandschaft. Nur die Bauweise der Häuser erinnern daran, dass Triest und damit Italien nicht weit ist.

Gegen 3 Uhr erreichen wir Ljubljana, ich setzte die Zwei fast vor der Haustüre ihres Domizils ab und fahre dann an den Rand: Jetzt schnell planen, wie es weiter gehen soll, das GPS-Programm rechnen lassen: Bis 21 Uhr müsste ich in München sein. Ich sende die Nachricht nach München und gehe zurück auf die Autobahn um diese blöde Vignette zu erstehen. Der Kiosk, den ich finde ist geschlossen, Tankstellen sind keine zu finden. Also fahre ich zunächst ohne. Nahe der Grenze nach Österreich kaufe ich dann doch noch eine – wieder 15 € weniger.

In Österreich werden es dann nochmal 7 € für die Vignette und zweimal Tunnelmaut: Es sind ca. 50 – 60 €, die man von Rijeka bis Salzburg an die Frontscheibe klebt oder als Kassenzettel in den Geldbeutel versenkt, wenn man’s eilig hat. Reisen hingegen geht maut- und vignettenfrei.

Die Berge sind hoch, noch vollständig mit Schnee bedeckt, schmutziger Schnee in größeren Höhen auch noch an den Rändern der Autobahn, meterhoch. Der Verkehr nimmt zu, die Lastwagenkolonnen werden länger, die typische Raserei geht so ununterbrochen bis München, am Chiemsee fahre ich dann in den Sonnenuntergang.

Autobahnromantik

Es waren über 800 km, als ich in München den Motor abschalte. Alles in allem 2.380 km in 5 Tagen. Geplant hatte ich 10-14 Tage

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* Rund Europa 2015 (1), 4. Tag: Lezha – Šibenik

Dienstag, 06.04.2015 :: Šibenik, Hotel Jadran
Dienstag, 14.04.2015, 14:41:48 :: Hochdorf

Strecke Lezhe - Sibenik

Blick aus dem Hotelzimmer am Morgen

Als ich morgens den Vorhang zurück ziehe und den Himmel über dem grünen Hinterland betrachte, kommt etwas Freude auf: Es regnet nicht, die Bewölkung öffnet sich. Als ich jedoch wenig später aus dem ersten Stock hinunter gehe um zu bezahlen, sehe und spüre ich: Es regnet, der Blick aus dem Fenster vorhin war ein Trug, das Wetter hängt in den Bergen im Norden.

Lezhe Richtung Shkodra

Ein Frühstück gibt es nicht, ich bin der einzige Gast, das Abendessen gestern Abend war vom Preis und vom Geschmack fast ein albanisches Gastgeschenk. Und das zusätzliche Cola von gestern Abend will der Chef jetzt nicht bezahlt haben. Ach was! Und so sitze ich im Auto, und los geht’s. Der Scheibenwischer wischt, aber ich weiss: In zehn Minuten spätestens… Genau. Nach kurzer Wegstrecke fahre ich wieder mit Schlieren vor den Augen. Wenn ich nicht wüsste, wo und wie – ich hätte sofort wieder kehrt gemacht.

So aber fahre ich an all den Stellen vorbei, wo man gemütlich einen Kaffee trinken, die Buna vorbeifliessen lassen, zur Festung hinauf blicken und spielenden Kinder mit den Augen folgen kann… Normalerweise. All das geht mir durch den Kopf wie ich mich so über die Buna, den Abfluss des Skutarisees bewege. Ich weiss, dass es dann nach links geht, vorne links dann eine weitere ehemalige Festung auftaucht, heute wohl Hotel oder so was, dann rechts drum rum… Ich weiss das, erahne den Weg zwischen den Wasserbahnen hindurch und fahre eben.

Ich habe das seinerzeit 2012 in den schwedisch/finnischen Beiträgen wohl schon mal beschrieben: Beim Langsamfahren sieht man wenig, muss ständig den Blick, ja besser den Kopf bewegen, um zwischen den Tropfen und Tränen neue Darstellungen von der Welt da vorn zu erahnen. Erst so ab 80 km/h beginnt der Fahrtwind, die Wasserschicht zur Seite zu treiben um so einen klareren Blick zu schaffen. Aber 80 km/h auf Albaniens oder Montenegro Strassen?

Bis zur Grenze hinüber nach Montenegro geht das so. Alles geht wie gewohnt glatt beim Zoll, kein Öffnen des Kofferraums mehr, kein Desinfizieren. Albanien ist integriert, Montenegro ebenso – keine »Eintrittsgelder« mehr, keine Vignette. Als ich am montenegrinischen Schalter durch bin sehe ich durch die Seitenscheibe – mehr aus dem Augenwinkel – zwei nasse Gestalten mit grossen Rucksäcken an der Strasse und noch unter dem Dach der Zollstation stehen. Ich schlage einen Haken und fahre rechts ran, entriegle die Tür. Zwei Mädchengesichter erscheinen in der offenen Beifahrertüre, fragende Augen. Ich frage auch. Nach Norden eben, so weit wie möglich. Nach näherem Nachfragen: Ljubljana ist das Ziel. Es ist ein Witz und riskant zugleich: Zwei Fahrgäste für einen Grossteil der restlichen Strecke, Regen, Eile, aber kein Scheibenwischer? Ich erwähne das kurz, das ganze geht auf Englisch.

Letztlich steigen sie ein, wir verstauen die beiden Rucksäcke irgendwie, eine klemmt sich hinten rein, die andere neben mich. Wir fahren los – und der Regen hört auf. Schon nach wenigen Kilometern bekommen die Wolken Formen und lassen Blau durch. So »brettere« ich gen Norden, vorbei an Ulcinj, Bar, Budva.

Kurz vor Tivat

In Tivat beziehungsweise Lepetane am Eingang zur Bucht von Kotor ist dann erster Halt: Aber da kommt die Fähre auch schon, schnell raus, Ticket lösen und drauf auf die Fähre. Und wieder was gelernt: Die Zahl der Passagiere zählt nicht, nur das Auto.

Fähre Lepetane

Nur nebenher registriere ich: Das kenne ich alles, heute betrachte ich alles aber nur etwas gehetzt so en passant

Während der Fahrt wird viel erzählt, alles auf Englisch, klar. Das heisst, ich erzähle und meine Nebensitzerin unterhält mich auf weiten Strecken. Sie beide studieren in Ljubljana, ein Erasmus-Jahr. Ich berichte von Erasmus-Gästen auf La Palma in den Jahren 2007-2012. Sie seien Couchsurfer, ob ich Couchsurfing kennen würde? Ich verweise auf meine beiden Scheibenaufkleber an der Heckscheibe… Grosses Hallo! – Junge Leute sind einfach impulsiver und noch begeistert, selbst bei solchen Kleinigkeiten.

Meine Nebensitzerin Danisa selbst kommt aus Tschechien, nahe der Grenze zu Österreich. Telč kennt sie gut (da waren wir ja letztes Jahr). Wir unterhalten uns über Tschechien, Brünn; ich höre zum ersten mal die tschechische Form »Brno« und verstehe erst im dritten Anlauf. Sie studiert Chemie, was natürlich gleich ein neues Thema eröffnet.

Während dessen schläft Maria, die andere junge Dame, irgendwie zusammengefaltet auf dem Rücksitz. Sie ist erkältet, krank, übernächtigt und durchnässt. Eigentlich gehört sie unter eine heisse Dusche und dann in ein anständiges Bett. Sie kommt aus Polen, Warschau, um genau zu sein. Ihr Studium dreht sich um Städtebau.

Irgendwann trinken wir dann doch einen Cappuccino beziehungsweise einen heissen Tee. Das scheint gerade noch drin zu sein im Budget… Die nächste Runde zahle ich dann, es sind ja wirklich nur geringe Beträge, eigentlich wollen sie das nicht. Aber was Heisses braucht Maria dringend.

Kaffee & Tee mit Maria und Danisa

Weiter geht’s nach Herceg Novi, Neum, diesem skurrilen kurzen Stück Meer von Bosnien-Herzegowina, Dubrovnik. In Opuzen, diesem Riesendelta der Neretva, kaufen wir Orangen und Mandarinen; sie halten bis Deutschland.

Nahe der Stadt befinden sich die Ruinen der antiken Stadt Narona, deren damalige Bedeutung von der Lage am Fluss und in Meeresnähe abhing. Auf den letzten 25 km ab Metković ist der Fluss seit der Regulierung im Jahre 1895 für kleine Schiffe befahrbar. Das Delta der Neretva spielt eine große Rolle für die Landwirtschaft im südlichen Teil des Landes, da es zu den wenigen bewässerten und sehr fruchtbaren Ebenen der Region gehört. Seit 1881 und in größerem Maß nach 1945 wurden große Teile der Sumpflandschaft trockengelegt und so für die Landwirtschaft nutzbar gemacht. Im Zuge der Arbeiten blieben von den ehemals 12 Flussarmen nur noch drei übrig.

Bei Ploče in Kroatien mündet der Fluss ins Adriatische Meer.

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Wir passieren Split, Trogir – alles streifen wir in grosser Eile und landen schliesslich tatsächlich in Šibenik am Hafen und lassen uns in die Sessel des erstbesten Cafés fallen: Cappuccino! Geschafft!

Café in Šibenik

Dann geht für die zwei die Suche nach einer Unterkunft los. Das Hostel verschmähen sie des Preises wegen. Sie schultern ihre Rucksäcke und verziehen sich anderweitig. Treffpunkt morgen früh um 8 Uhr vor dem Hotel, das ich ausgeguckt habe: fast direkt neben dem Café mit bewachtem Parkplatz.

Das Hotel Jadran ist eine teure Bruchbude, aber ROTARY-Stützpunkt, wie sich herausstellt, was mich aber weder ehrfürchtig werden lässt noch schockt. Der Laden ist mit 58€ deutlich zu teuer, das Personal spröde, (wohl typisch) kroatisch-dünnlippig, um nicht zu sagen regelrecht unfreundlich. Das ärgert mich. Aber es bestätigt die Erfahrungen der Vorjahre: Kroatien hat preislich den Norden Europas erreicht, bei weitem aber nicht dessen Standards; auch nicht die Freundlichkeit von Bosniaken, Montenegrinern oder gar Albanern; weiter nach Süden wollen wir jetzt mal nicht gehen mit den Vergleichen. Da hapert es nach wie vor. Kroaten und Serben sind und bleiben wohl die Völker, in deren Mitte wir uns über Jahre nie wohl gefühlt haben. Schade, aber wohl nicht zu ändern. Und ich würde mein Urteil gerne widerlegt sehen!

Morgen früh um Acht geht’s weiter.

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* Rund Europa 2015 (1), 3. Tag: Saranda – Lezha

Ostersonntag, 05.04.2015, 20:03:23 :: Hotel Eldorado, noch vor Lezha

Ich weiss gar nicht, wie ich am Besten schimpfen soll. Denn es ist Ostersonntag, es regnet in Strömen, ein Gewitter jagt ununterbrochen das vorige seit heute Morgen, ich fahre durch Regen, Nebel, Wolken und schon zu Anfang fällt der Frontscheibenwischer aus, ein Gruss vom Murmeltier. Da weiter zu fahren, war eigentlich ein total unvernünftiger Teufelsritt, ja, unvernünftig – und langsamer als geplant, bis nach Montenegro hat es nicht gereicht, nicht einmal bis Shkodra. Jedenfalls habe ich im jetzigen Ausfall einen begründeten Verdacht: Wenn’s zu doll und andauernd regnet, dringt wohl Wasser an der Gummimanschette ein, durch die die Motorwelle nach aussen ragt. Dann stoppt der Motor. Relativ kurze Zeit nach einem starken Regen tut er wieder, also gewissermaßen immer dann, wenn man ihn eigentlich nicht mehr braucht. Aber wen interessiert das?

Saranda habe ich also sehr früh verlassen, nach spartanischem aber inklusivem Frühstück mit viel Saft und kaltem Spiegelei. Der Regen drückt allen auf’s Gemüt, nicht nur mir. Ein paar Männer, wortkarger als gewöhnlich, stapfen mit Regenschirm umher. Die traumhaften Täler unterwegs nehme ich nur wahr, weil ich weiss, was ich eigentlich erwarte.

In einem Dorf steht ein Herr mit Regenschirm und möchte mitgenommen werden. Ich räume frei und habe meine gute Tat für heute erledigt. Er möchte nach Himara, das trifft sich gut, denn auch dazu gibt es schöne Erinnerungen – allerdings bei Sonne. Wir wechseln nur wenige Worte. Von ihm kommt am Anfang »Merkel«, als ich ihm antworte, ich sei aus Deutschland. Und zum Abschied »thank you«. Das geht immer und überall.

Ja, und kurz darauf setzt der Scheibenwischer aus. Ich überlege natürlich, welche Alternative es zur Weiterfahrt gibt. Da das Stichwort kurz zuvor ja schon gefallen war, halte ich es mit der Troika: »Weiter so!« Ich gebe zu, es gab ein paar kritische Situationen.

Der Weg durch die Berge, immerhin über 1000 Meter und sonst ein grandioses Naturerlebnis ersäuft in den Wolken noch verfeinert durch eine regentriefende Windschutzscheibe. Mensch, wo hast du deine Vernunft verstaut!

Kurz vor Shkodra bei Lezha siegt dann diese Vernunft zwar spät aber doch, als ich ein kleines Hotel am Strassenrand sehe. »El Dorado« als Name ist sicher den Amerikanern geschuldet, denn Durrës ist nicht weit… Ich wende und miete mich da ein, esse zu Abend und sitze nun tippend unterm Fernseher, dem Familie und Bedienstete wenig Beachtung schenken; aber so ist das heutzutage – nicht nur in Albanien. Sich zu unterhalten ist doch wichtiger.

Lezha stand auf meinem ursprünglichen Plan, Burg und Mausoleum von Skanderbeg. Sie müssen wieder warten; vielleicht endlich dann auf der Rückfahrt?

Morgen wird es weiter regnen, ich weiss noch nicht, was ich tun werde, eine Werkstatt wäre kein schlechter Gedanke.

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Neuer Versuch * Rund Europa 2015 (1), 1. und 2. Tag: Naxos – Sarande

Samstag, 04.04.2015, 22:05:46 :: Saranda, Hotel Porto Eda

Kein Aprilscherz

Wohl damit ich es nicht als einen solchen auffassen würde, wurde mir der Anruf von der Werkstatt kurz vor Mitternacht am 2. April von Maria durchgereicht: Das Auto sei fertig. Schneller als geplant, kostengünstiger als im Kostenvoranschlag mitgeteilt. Da können sich doch glatt »die Deutschen« mal bei »den Griechen« ein Beispiel nehmen…

Bis 1 Uhr morgens packte ich also, machte soweit klar Schiff um dann nach 5 Stunden aufzustehen, wirklich alles fertig zu machen um den Acht-Uhr-Bus in Galanado zu bekommen. Was knapp klappte. Geld abheben, Ticket kaufen, Cappuccino und dann auf’s Schiff.

Kurz nach 15 Uhr drängelte ich mich nach vorne um als erster ein Taxi zu ergattern; es in Freitag Nachmittag, Kenner wissen, was das bedeutet. Es klappte und kurz danach stand ich vor einem Senfle, das gar nicht aussah wie das Senfle – viel strahlender und nicht nur sauberer. Sie haben ganze Arbeit geleistet, sogar das Getriebeöl gewechselt, er schaltete sich später wieder sanft wie Butter…

Ganze Arbeit hat auch die Polizei geleistet: Bei der Fahrt des Mechanikers zur Karosseriewerkstatt wurde dieser angehalten und das Auto komplett gefilzt, alles durchwühlt. Meine durchaus bemerkenswerten Packkünste waren nicht mehr wieder zu erkennen. DerChef und sein englisch sprechender Bürogehilfe erklärten mir, dass die Polizei den Mechaniker kurzzeitig festgenommen hatte, denn sie fanden zwei Messer im Wagen… Er kam erst frei, als mein Auftrag vorgelegt wurde. Ich vermisse nun allerdings eine Digitalkamera und meine »Totschlägertaschenlampe« – ob die noch beim Entwirren des Kofferrauminhalts zutage gefördert werden, das bleibt zu hoffen.

Nachtrag Montag, 20.04.2015, 20:43:35 :: Beides ist da, war nur völlig woanders untergewurstelt.

in neuer Frische

Im schönsten Freitagnachmittagverkehr…

…fuhr ich dann los – gehemmt und unsicher für längere Zeit, das muss ich eingestehen. Aber am Abend und im Dunkeln war ich dann wohlbehalten in Delfi, nach einem kurzen Abstecher nach Distomo, wo ich mir in der Abenddämmerung und bei Vollmond wenigsten einen ersten Eindruck verschaffen konnte.

Distomo – ein paar Bilder

Das Dorf, vom Mahnmal aus

Der Vollmond war da eben…

Die Tafel der Ermordeten

Detail

In Delfi sind die Gäste rar

Es seien vor allem Jüngere, die jetzt in den – nicht orthodoxen – Ostertagen gekommen seien; ältere würden irgendwie fehlen und ja, es seine weniger als im vergangenen Jahr, erzählt mir Andrea, ein junger Albaner, der hier seit 14 Jahren kellnert, weil es in Albanien eben nichts zu arbeiten gibt. Er kommt aus Korça und ist ist zuweilen den Tränen nah, weil er zuhause keine Arbeit findet. Er empfiehlt dringend, doch das Dorf Voskopoja zu besuchen, von wo seine Mutter stamme; nach dem Studium des Wikipediaartikels ist das sicher ein guter Tip, den wir schon im September 2011 im Plan hatten (samt Korça, Beitrag fehlt, Ankerpunkt wäre hier), aber aus Mangel an Zeit ausgelassen hatten. Wir waren da auf dem Weg an den Ohridsee – alles geht eben nicht.

Immerhin: Am Morgen beim Frühstück eine deutsche geführte Wandergruppe…

Da stellt sich ein weiteres mal die Frage, wie Europa eigentlich gedacht ist – als Proficenter für Konzerne oder – naja…

Die Kirche in Delfi

Parforceritt

Es gibt wenige Reisetage in den vergangenen Jahren, an denen wir Kilometer gejagt haben. Das war heute einer. Ungefähr 450 km mit Kurven und Baustellen und wenig Pausen. Und dazu eine Triefnase, die meine Bestand an Kleenextüchern etc. fast auf Null bringt. Ich sehe noch viel Schnee auf den hohen Gebirgszügen, aber auch gelbe Wiesen zwischen den Oliven in der Ebene zwischen Delfi und Itea. Man merkt überall, so auch hier: Das war ein Jahrhundertwinter, ekelhaft und lang.

Eeinen längeren Aufenthalt gibt’s am Albanischen Zoll, völlig untypisch. Die EDV mag offenbar meinen neuen Reisepass nicht, x-mal scannt der 2-Sterne-Beamte und seufzt… Schliesslich haut es seine Stempel in den Pass und lässt mich fahren…

Sarande…

…ist gut besucht, englisch höre ich viel, deutsch eher nicht und das Speiserestaurant am Hafen ist überfüllt.

Sarande, im Hintergrund das Minarett

Blick aus meinem Hotelzimmer

Das war’s in Kürze.

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* Rund Europa 2015 (1), 1. Tag: Naxos – Piräus

Mittwoch, 25.03.2015 :: Piräus
Samstag, 28.03.2015, 18:31:57 :: Galanado

Eine Überfahrt wie jede andere

Oder – eigentlich doch nicht. Normalerweise toben da junge Leute, Touristen durch die Gänge, übers Deck. Aber es war leer, diesig und leer. Nur de Raucher, die sassen im Heck auf Deck. Nach Paros holte ein Matrose (nennt man de Mannschaftsmitglieder noch so?) sogar die schöne neue Griechenflagge ein und knuddelt sie in die Blechschatulle nen dem Mast.

Das war’s dann auch

Reinard kam nur bis Piräus, Ecke Psarron – Papastratou. 10 Minuten, war ich vom Schiff runter, da krachte es, das Senfle stand, zog ein grässliche Schnute, und ein wütender, kaum zu bremsender kräftiger Grieche tobte um das Auto herum und hämmerte an die Scheiben.

Ich wage nicht auszusteigen, fühlte mich bedroht. Wer Griechen nicht kennt, wäre vor Angst gestorben. Trotz Schock rief ich Maria, unsere Freundin in Naxos an, reichte ihm nach kurzer Schilderung das Telefon und sie hat ihn dann wieder flach gebürstet. Alles verlief danach in geordneten Bahnen und in griechischer Harmonie. Er brachte mir ein Flasche Wasser und besorgte mir irgendwo einen Prepaidbon – das Handy war mittlerweile leer.

Ich hatte ihm formal die Vorfahrt genommen, sah ihn aber nicht kommen, statt eines Stoppschildes stand auf der rechten Strassenseite ein weisses Schild, dass zwar die achteckige Form aber nichts drauf hatte, links drüben, ausserhalb des normalen Gesichtsfeldes, stand ein…

Nun ja, seine Frau hätte nach rechts ausweichen können – es war genügend Platz – und was der Konjunktive mehr einem so kommen, hinterher: Ich hätte nicht auf die Kreuzung fahren dürfen. Fertig.

Mal wieder in Piräus

  • Was uns 2008 kurz vor der Fähre passierte
  • passierte heute kurz nach der Fähre.
  • Fuhr uns damals an der Ampel stehend einer hinten drauf
  • fuhr ich diesmal einem in die Seite.
  • Wo wir damals länger als zwei Stunden – in der Gluthitze den Verkehr regelnd – auf die Polizei warteten
  • waren sie diesmal schon nach einer gefühlten Stunde da und er fing an zu regnen.
  • Und wo ich aus unerfindlichen Gründen und trotz völliger Unschuld trotzdem den Schaden nicht von der gegnerischen Versicherung erstattet bekam
  • kann ich auf so was nun gar nicht hoffen: Formal war ich Schuld. Vorfahrt nicht beachtet, weiss der Teufel, warum, wieso und überhaupt.

Ein Lob auf den ADAC

Das muss gesagt werde, deren Umsicht und Schnelligkeit, Abschleppdienst und am nächsten Tag Werkstatt zu organisieren, das hat mich beeindruckt, ja gefreut. Endlich mal was, was klappte; sie hätten mir sogar ein Hotel besorgt, bis 85€ und auf deren Kosten, wenn ich das in dem Durcheinander richtig verstanden habe. Dass ich da innerhalb einer Stunde oder so 25€ vertelefoniert hatte, ist eine andere Geschichte.

Lletztlich landete ich als Beifahrer, das Senile hinten auf der Ladefläche, wieder am Hafen und im HHotel Delfini, 30€ und wer sich nicht fürchtet, ist dort gut untergebracht; aber Fernseher oder Telefon funktioniert weiss ich nicht.

Totalschaden oder Reparatur?

Diese Frage war schnell geklärt, nachdem der ADAC mir die Adresse der Renault-Werstatt in der Nähe zuge-SIM-st hatte und ich, da Regen, dort für 8 € mit dem Taxi ankam und kurz darauf der Abschleppwagen das Senfle auf die Kreuzung rollen liess. Die Mechaniker machten sich mit Fäusel, Brechstange und rohen Muskelkräften an Werk, nach ein paar weiteren Griffen sprang der Motor an und Senfle wurde in ein sicheres Verliess gebracht – der ganze Reisekram ist da ja drin. Doch, klar, das kriegen sie hin, nur Blech, Glas und Plastik, ganz ruhig bleiben, zwinkerte der Chef.

Ich ging erst mal »frühstücken«, in einer ursprünglich wohl als Strasse vorgesehenen Grossbaustelle mit allem was Lärm macht, zum Beispiel dieser Grossmeisel, der alles erzittern lässt; und alles bei Nieselregen. In einem Eckcafé tauche ich dann ein in die arme piräische Welt der Rentner, der Hoffnungslosen, die hier vor Wasser oder einem Kaffeechen sitzend auf die Glitterwelt auf dem Fernseher starren. Manche unterhalten sich lähmend langsam in Bewegung und Ausdruck. Nichts von lärmenden Griechen mit grossen Bewegungen. Es passt nicht zur deutschen Zeitungswirklichkeit – ich weiss das, aber mittendrin ist nochmal anders.

Später reicht es dann im Art Café (hiess es so?) zu einem Sesamkringel, ehe ich zurück gehe zur Werkstatt. Dort hat man die Aufstellung von Neuteilen und Arbeitszeit fertig und erklärt mir alles haarklein. Ich schalte wieder Maria ein. Sir beruhigt mich: Alles in Ordnung. Auch die ca. 1.800 € findet sie nach dem griechisch-typischen, ausführlichen Gespräch nicht mehr zu hoch.

Ich gehe nochmal auf zwei Cappuccino ins Art Café. Und unterschreibe dann. Und zahle an, denn Liquidität ist auch hier nicht, wo neben dem Chef noch fünf, sechs emsige Mechaniker arbeiten… Mittlerweile ist es 16 Uhr, einer der Mitarbeiter bringt mich zum Schiff, denn das möchte ich erreichen, um wieder nach Naxos zu kommen.

Was wäre gewesen…

…wenn wenigstens das geklappt hätte heute? Denn mein Nervenkostüm war durchaus zerfledert und brauchte nicht noch einen Stoss. Doch als mich der Herr am Ticketschalter fragt, für wann ich das Ticket wünsche ist es passiert: Der nächste Tiefschlag – kein Schiff heute Abend, weil Sturm da draussen. Zwölf Beaufort, höre ich am nächsten Abend, seien es in Naxos gewesen. Und unsere Stühle, selbst dierschwerden Marmorkiesel darauf seinen durch die Gegend geflogen. Ja, also dann für den nächsten Morgen, vielleicht. Ich soll meine Mobilnummer hinterlassen, ich bekomme eine SMS, falls das Schiff doch nicht loslegt, am nächsten Morgen, 7.20 Uhr…

Also, »Sto Limani«, Cappuccino. Und dann eben wieder Delfini, Wecker auf 6 Uhr und versuchen zu schlafen. Was wieder nichts wird, denn die Kommunikation mit Lis läuft zusehends aus dem Ruder. Ich sollte heute Abend in Zitsa sein, Lis wurde heute früh an der Hüfte operiert und sie hätte weder am Vortag noch heute diese zusätzliche Aufregung gebraucht. Diese parallel laufende Lügengeschichte findet ihr Ende dann darin, dass eine gute Freundin es ihr dann am Abend doch noch beibringt, denn in Zitsa war ich eben nicht, wie behauptet…

Fertig machen zum Entern!

Keine SMS am Morgen, dafür iPad und iPhone, die mich um 6 Uhr aus so einem kaputten Dösen reissen. Blick zum Hafen, es regnet nicht, die Srrassen sinmd fast schon wieder trocken. Dusche, Abmarsch. Ich sehe die »Delos«, dass Menschen einsteigen, die Lkw rückwärts einrücken. Na endlich.

Um 7:30 dann die Nachricht, warum das Schiff noch nicht abgelegt hat: Noch immer Sturm, vielleicht nachmittags dann, 15 Uhr… Das hat dann auch geklappt, nach 14 Stunden auf der Fähre bin ich dann in Naxos, Maria fährt mich zum Einkaufen und nach Galanado. Alle, auch Popi, finden, alles sei gut, weil mir nichts passiert ist.

Na, dann…

Reiseberichte diesen Inhalts sollten nicht zur Gewohnheit werden. Vielleicht gelingt ein neuer Anlauf, wenn das Senfle noch vor Ostern fertig wird. Griechische Ostern sind dann eine Woche später.

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* Rund Europa 2015 (1), Planung

Montag, 16.03.2015, 23:05:19 :: Naxos; dieser Beitrag wird bis zur Abfahrt ständig aktualisiert

Naxos – München: Der Plan

Ja, in wenigen Tagen geht es wieder los. Allerdings – und das ist ein Novum – werde ich diesmal alleine fahren. Lis ist bereits in Deutschland und bereitet sich auf ihre Hüftoperation vor. Aber es wird keine Fahrt wie die durch Belarus werden, denn es gibt nur noch sehr wenige sicher befahrbare und dazuhin schöne Strecken auf dem Balkan, die wir nicht schon gefahren währen. Naja, was heisst schön, landschaftlich wird man immer wieder überrascht.

Also, der Plan sieht derzeit so aus, Stand Montag, 16.03.2015, 23 Uhr:

  1. Naxos – Piräus – Thiva – Distomo – Delfi, 170 km
  2. Delfi – Zitsa, 350 km
  3. Zitsa – Durres/Tirana, 270 km
  4. Durres – Herzeg Novi, 230 km
  5. Herzeg Novi – Sibenik, 340 km
  6. Sibenik – Senj, 210 km
  7. Senj – München (2 Etappen), 560 km

Da ist noch einiges an Luft drin, denn ich habe 14 Tage Zeit. Ein Muss ist diesmal Distomo, das auf dem Weg nach Delfi liegt. Es ist eines der Dörfer, in denen die Deutsche Wehrmacht im 2. WK am 10. Juni 1944 grundlos (wenn es denn Gründe geben könnte…) unbeteiligte Dorfbewohner grausam niedergemetzelt hat. Kalavrita auf der Peloponnes hatten wir im Mai 2007 besucht. Das Erlebnis der Zurückweisung durch eine alte Frau hat und damals schwer getroffen, wenngleich es nachvollziehbar war. Das Thema Wiedergutmachung ist ja wieder tagesaktuell. Ohne dass ich in diese Diskussion an dieser Stelle einsteigen will, möchte ich aber wissen, wie Distomo auf mich wirkt. Man muss sich das zumuten, ebenso wie die KZ-Gedenkstätten.

Anmerkung: Die dritte Gedenkstätte ist der Schießstand von Kesariani. Tsipras hatte dort nach dem Wahlsieg Blumen nieder gelegt.

Delfi werde ich gegebenenfalls hinter mir lassen, oder nur dort übernachten. Es kommt eben immer darauf an, ob und wie man in der Nacht zuvor auf dem Schiff nach Piräus geschlagen hat, ob man also hinreichend fahrtüchtig ist für eine längere Strecke. Aber mit einer Übernachtung in Delfi in der Nicht-Touristen-Zeit macht man auch nichts falsch.

Die nächste Station wird Zitsa im Epirus sein. Anna hat dort den »Bookgarden« eröffnet und ausgestattet, den möchte ich sehen und natürlich freue ich mich auf das hervorragende Gebäck, das Kostas mit ihrer Hilfe jeden Tag zurechtzaubert. Mitglieder auf Facebook sind natürlich wieder in Vorteil: Anna, der Büchergarten und natürlich die Bäckerei.

Albanien

Auf welchem Weg ich durch Albanien fahre, mache ich vom Wetter abhängig. Ende März kann es noch ungemütlich sein, dann lohnt es nicht unbedingt, in tiefhängenden Wolken Stimmungsbilder zu machen… Aber da die letztjährigen Berichte immer noch ausstehen, kommt dazu auf jeden Fall noch was :-)

Montenegro, Bosnien und Herzegovina

Mmittlerweile kommt man auch durch Montenegro ganz ohne Etikett auf der Scheibe. Es hat sich viel geändert in den letzten zehn Jahren. Auch nach Albanien passiert man die Grenze ohne Kosten und Mühen.

Kroatien…

…ist seit dem Sommer 2013 EU-Mitglied. Wie die Zeit vergeht.

Slovenien, Italien, Österreich?

Da warten wir mal wieder, wie das Wetter sich anstellt. Kann man Pässe fahren? Wo kommt einem schon der Osterverkehr entgegen? Denn ab 30. März sind Osterferien.

Und in Deutschland?

Besuche, Besuche: Schwager und Schulfreund in München, Sohn und Enkel in Nürnberg, Nachsorge meiner Zunge in Erlangen. Ja und selbstverständlich Lis, deren Hüft-OP am 25. März hoffentlich zur vollen Zufriedenheit über die Bühne gegangen ist! Mein Bruder, Freunde, besonders die bald wieder in See stechenden Wilts – ach, wer weiss, was alles passieren wird, Geplantes und vor allem Unvorhergesehenes.

Und Griechenland

Einer meiner grössten Sorgen – aber darüber ein andermal.

Links:

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Klassentreffen Juni 2010

Montag, 02.03.2015, 00:47:04 :: Naxos

Ich wollte nur nochmal darauf hinweisen, dass ich seinerzeit alle Mir zugänglichen Fotos zur Verfügung gestellt hatte. Hier sind sie nochmal – nur so, als Gedächtnisstütze…

Picasa

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eBook – nein danke?

Montag, 02.03.2015, 00:06:09 :: Naxos

Unsere Freundin Elke Heinemann hat sich sehr profund mit der Materie »eBook« auseinandergesetzt. Daraus ist ein Radiofeature für den WDR, NDR und den BR entstanden, das ich allen nur ans Herz legen kann:

Mein Feature Bye Bye Book. Dichtung im digitalen Zeitalter (WDR/NDR/BR) wird von WDR 3 am Samstag, 28. Februar 2015 um 12.05 Uhr und am Sonntag, 1. März um 15.05 Uhr urgesendet und steht zum download bereit.

Weitere Sendetermine: NDR Kultur, 10. März 2015, 20 Uhr und BR 2, 16. April 2015, 20.03 Uhr

Am 28. Februar 2015 erscheint Elke Heinemann: Nichts ist, wie es ist. Kriminalrondo als enhanced E-Book und E-Book mit einer Audio-Inszenierung gesprochen von Eva Blaschko und Linda Sixt sowie Fotogrammen von Manuela Höfer. Zur Leipziger Buchmesse ist die Druckfassung im Hardcover geplant.

Präsentation ist am Freitag, 13. März um 14 Uhr auf der Leipziger Buchmesse, Literaturcafé, Halle 4, Stand B 6

Weiterer Termin: Lesung Lettrétage, Berlin-Kreuzberg, 21. Mäi, 20 Uhr

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Macht ohne Kontrolle: Die Troika

Donnerstag, 26.02.2015, 23:15:43 :: Naxos

Bildschirmfoto arte

Diese Dokumentation ist Schulstoff

Der Film wurde bei ARTE am 24.2.2015 gesendet. Wer ihn gesehen hat, wird wohl in gleicher Weise erschüttert sein wie wir. Und es wird nicht mehr über Griechenland, Spanien, Portugal oder Irland zu diskutieren sein. Sondern über diesen Machtapparat Troika, der mit dem Wort »Korruption« sicher nur sehr unzureichend beschrieben wäre. Selbst »mafiös« scheint mir eher eine Schmeichelei zu sein.

Und das betrifft natürlich nicht nur die agierenden Beamten sondern in weit höherem Masse ihre Auftraggeber.

Jedenfalls diskutiere ich über Griechenland etc. mit niemandem mehr, der/die diese Dokumentation nicht gesehen hat. Es wäre Zeitverschwendung.

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