Eisbergspitzen

11. März 2010

Eisberge haben ja die Eigenschaft weniger zu zeigen als was wirklich dran ist; nur ca. 10% der wahren Grösse sind über Wasser zu sehen. Das wurde z.B. der Titanic und den Menschen darauf zu Verdruss und Schicksal.

Wir haben derzeit einige politische Eisberge rumschwimmen die Freiherrenspitze, den Westerwellenrock. Zum Beispiel (Erinnert sich noch jemand an Zensursula, die mitterweile als Arbeiterführerinministerin Unruhe stiftet; auch so eine irrlichernde Erhebung. Oder Dirk Neiebel, der auf dem Stuhl sitzt, den er zu Oppositionszeiten abschaffen wollte, oder – ok., ich hör auf).

Nur die seichte Merkelhöhe,…

…die erhebt sich nicht mal über den märkischen Sand. Sie ist – wie viele anderen – völlig unsichtbar oder zumindest bedeutungslos. Meine Vermutung: Die offensichtlichen Skandale sind ca. 10% dessen, was an Mist unter uns nicht sichtbar ist; und es ist unser Schicksal. Wie der Titanic ihr Eisberg – falls jemand nicht von Anfang an mitgelesen hat.

Geisterbahn

Was hier angetreten ist nach Schwarz-Rot ist wirklich mit nichts zu vergleichen, was zu meinen bewussten Lebzeiten je in der Verantwortung stand. Dass dies mittlerweile auch die bürgerlich Presse alarmiert aufnimmt, muss einem zu denken geben. Sollte zumindest.

Zumindest die Wähler in NRW sollten mal hier nachlesen. Vieleicht lässt sich ja was biegen. Auch fragwürdige Alternativen können vielleicht ein Auffahren auf den MistEisberg verhindern oder mildern.

Links:

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Was schon bei privaten Emails…

08. März 2010

…mehr als peinlich ist, das wird bei unbeholfenen Politikern zum Skandal: Das durch anhaltende Renitenz und microsoftschem Unvermögen provozierte Verteilen von Email-Adressen per »Carbon Copy«, auch »cc:« genannt.

Da erreicht einen eine Email, deren Umfang im Wesentlichen durch eben diesen »cc:«-Verteiler bestimmt ist. Und der ist natürlich dann auch meist der interessanteste Teil der Email: Wen alles kennt denn der Absender? Wem glaubte er denn, diese Mitteilung zukommen lassen zu müssen? Warum ist man selbst in diesem erlauchten Kreise? Warum fehlt denn da der oder die? Und wer ist anna2763467@gmx.xx ? Oder auch die natürlich nicht beantwortbare Antwort, wieso der Absender denn diesen oder jene kennt.

Kleiner Hinweis und dann ist’s gut: »Blindkopie« oder »Bcc« heisst das Feld für Massenmails…

Aber das ist natürlich noch nicht alles

Die Dusseligkeit und Ignoranz von Politikern (z.B. Was ist noch mal ein Browser?. Wen’s interessiert: 79.000 Referenzen bei GOOGLE) treibt ja an noch ganz anderen und weitaus komplexeren Stellen irrwitzige Blüten; was nicht verwundert, wenn das mit der Email schon nicht hinhaut.

Die nun sicher keiner linken Verschwörung verdächtigen ZEIT schildert in einem Artikel ein Schauspiel der Ohnmacht, das man sich auf gar keinen Fall entgehen lassen sollte und ruft wahrlich – ein Novum – zum Aufstand auf:

Dieses Versagen der Politik zeigt an, dass weit mehr auf dem Spiel steht als Konjunktur und Staatsfinanzen. Je länger die Finanzoligarchen die Regierungen derart vorführen, umso mehr verkommt die Demokratie zu einem Schauspiel der Ohnmacht, das die Bürger gefährlichen Populisten in die Arme treibt. Schuld daran ist jedoch auch die Trägheit der Vielen, die sich zwar ärgern, aber ihre demokratische Teilhabe allenfalls auf die nächste Wahl beschränken. “Die wichtigste Lehre der Krise sollte sein, dass wir Banken keinen politischen Einfluss mehr geben dürfen, wie müssen die Macht der Wall Street brechen”, fordert Krisenexperte Johnson. Damit sind die Regierungen allein offenkundig überfordert. Es wird Zeit sich einzumischen. Wer das versäumt, bekommt vermutlich schon bald die Krise, die er verdient.

ebenda, letzter Absatz

Wenn die Regierungen »allein offenkundig überfordert«, also dazu unfähig sind: Wer soll’s dann richten? Am Ende »das Volk« selbst? Die Bundeswehr im Inneneinsatz? Am Ende der Heilige Geist?

Nun ist das alles nicht neu, trotzdem hoffe ich auf nur verhaltenes Gähnen. Denn ich denke nicht, dass es nur Ohnmacht ist, was die Politiker weltweit daran hindert, die Banken zu entmachten, zu verstaatlichen oder was auch immer, um diese kalte Übernahme durch die Bankermafia rückgängig zu machen. Sie sind Teil des Systems, das diese Ungeheuerlichkeit ermöglicht hat; ob nun wegen schamhaft hinter »nicht-populistischem Sachverstand« versteckter Dummheit oder wegen aktiver Raff- oder Geltungssucht.

Von daher vermute ich mal, dass uns von überirdischen Kräften eher keine Hilfe zuteilwerden wird. »Wir« müssten da selber ran. Und das verhindern mit Sicherheit – die Politiker. Genau die, deren Ohnmacht im ZEIT-Artikel beklagt wird.

Also wie denn nun? Richtig wählen in NRW wäre immerhin ein Anfang…

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Wie oft schon wollte ich…

07. März 2010

…einen Offenen Brief an den einen oder anderen Politikerdarsteller schreiben, mit der Bitte um Spielzeitverkürzung zum Beispiel.

Jetzt hat das Chris vom Weblog F!XMBR getan. An den Exponenten der derzeitigen Regierungsinkontinenzinkompetenz, an Dr. Guido Westerwelle.

Dem ist nichts hinzu zu fügen. Leider… ;-)

Selten (falsch: nie) eine umfassendere und offenere Beschreibung des status quo gelesen.

Nachtrag:

2010.03.07, 11:03 :: Richard David Precht zum Thema ALG-II, vulgo HartzIV.

Und klar: Precht lohnt sich sowieso. Falls jemand ihn nicht kennt…

Links:

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Ich möchte gerne…

05. März 2010

…einen positiven Artikel schreiben. Jetzt gerade, zum Wochenende.

Deshalb teile ich mit echter und ungeteilter Freude mit, dass das Thai-Restaurant in La Bombilla wieder offen hat und man wieder das leckere Reisgericht für 4,50€ geniessen kann. Allerdings, und da gleite ich schon wieder ins Negative ab, ohne gemütlichen Platz direkt am Ufer. Der ist bekanntlich weg. Aber ich kann das sofort aufwiegen.

Wir haben nämlich gestern Nachmittag eine »Weltreise« gemacht. Mit dem Bus von Todoque nach Santa Cruz de la Palma. Zur Vernissage.

Zwei Stunden Bus. Aber bei dieser Gelegenheit habe ich mir mal die Strecke genauer angesehen, die immer selbst chauffiere. Und die Ausstellung natürlich auch. Den Fotoapparat habe ich zuhause gelassen…

Aber hier ein paar Links:

  • Ann Keller :: Edles und Lustiges aus Lava und Keramik
  • Pedro Fausto :: Sehr schöne und interessante Maltechnik
  • Marina Lorst :: Sehr vielseitig. Sie stellt auch die Räume zur Verfügung
  • Jeanette Göhner :: Sie war leider nicht anwesend, Ausstellungsstücke musste man fast suchen…
  • Graciela Janet :: Extravagante high heels, aber nicht zum Tragen…

Auch das Haus Álvarez de Abreu, 53 ist schon für sich alleine ein Schmuckstück. Die Reise hat sich also gelohnt. Allerdings nicht wegen des Cortados, mit dem wir bis zur Rückfahrt die Zei vertrieben haben – palmerische Bars haben einfach das Ambiente ich halbwegs wohl zu fühlen, während man drin sitzt.

Aber das war’s dann schon…


…mit den positiven Dingen. Ok., vielleicht noch, dass es mit der Asphalt-Geschichte weitergeht und dass der Alkalde von Los Llanos was abbekommen hat. Aber das kommt mir spanisch vor…

Alles andere, was so im Internetz hängen bleibt ist eher bä! Auch das Wetter. Wollt’ Ihr’s trotzdem? Na dann eine kleine Linkliste über die »unverschämten und oberfaulen« Griechen, die noch fauleren und dekadenten Hartz-IV-Schnorrer. Dann nimmt das mit der Kunduz-Affaire kein Ende; im Gegentum. nd auch die Katholische Kurie kommt nicht zur Ruhe, Italien samt Vatikan haben einen neuen Sexskandal, die Deutsche Bahn verschleudert Millionen und gefährdet Menschenleben

Ok., ich merk’ schon,…

das wird wieder nichts mit einem runden, schmusigen und vor allem positiven Eiapopeia-Artikel. Ich finde einfach keinen Link, der – HALT! Doch: den.

Links:

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Über die Zukunft einer Gesellschaft…

03. März 2010

…die sich ausschliesslich über »sinnvolle Arbeit« definiert, kann man sich schon Gedanken machen, insbesondere wenn über Grundeinkommen, Kopfpauschalen etc. mittlerweile ja immerhin diskutiert wird. Sylvia Debusmann hat das auf Telepolis getan. Denn dass uns die Arbeit ausgeht, das bestreiten ja nur noch die Politiker, die sich berufen fühlen, den Karren so am laufen zu halten, dass es möglichst lange dauert, bis er an die Wand fährt. Falls er da noch nicht ist.

Ist ja eine berechtigte Frage. Und in diesem Zusammenhang kann ich ja mal wieder auf Das Recht auf Faulheit, Widerlegung des »Rechts auf Arbeit« von 1848 von Paul Lafargue von 1883 hinweise. Lafargue war der Schwiegersohn von Karl Marx. Und auch der soll dem Vernehmen nach ja wieder mehr beachtet werden

Laßt uns faul in allen Sachen,
Nur nicht faul zu Lieb’ und Wein,
Nur nicht faul zur Faulheit sein.

Das ist nicht Marx. Das ist Lessing. Von noch früher.

Links:

  • Telepolis: Lohndumping im Auftrag des Staates :: Jeder zehnte Hartz-IV-Aufstocker arbeitet im öffentlichen Dienst. Nicht Lidl und Co., sondern der Staat ist der größte Lohndrücker im Lande

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Über die Zukunft einer Gesellschaft…

03. März 2010

–> Bitte hier

Der mühsame Weg zur offenen Moral…

28. Februar 2010

…ist nicht nur ein langer. Er scheint auch offensichtlich für die Katholische Kirche, gebeutelt durch Kindermissbrauch weltweit, ein zu steiniger. Ein nicht gangbarer. Ein verbiestert ungewollter.

Sexueller Missbrauch von Kindern ist kein spezifisches Problem der katholischen Kirche. Es hat weder etwas mit dem Zölibat zu tun, noch mit Homosexualität, noch mit der katholischen Sexuallehre. Deshalb brauchen wir auch keinen Runden Tisch speziell für die katholische Kirche.

Erzbischof Zollitsch

Dererlei Banalitäten, vorgetragen in diesem leicht weinerlichen, liturgischen, eigentlich nur katholischen Priestern eigenen Tonfall helfen wahrlich nicht weiter. Darüber hinaus: Müssen wir also befürchten, dass demnächst Missbrauch in vergleichbarem Umfang an evangelischen Priesterseminaren und Koranschulen aufgedeckt werden?

“Diese Fälle liegen in der Regel 25, 30 Jahre zurück. Damals hat man geglaubt, dass wenn die Täter ihr Unrecht einsehen, das nicht mehr vorkommt. Es war naiv, das zu glauben.”

Erzbischof Zollitsch

Der Bischof mit der Tralala-Stimme will uns also weismachen, dass sich eine Jahrhunderte, ja fast ein Jahrtausend alte Praxis in den letzen 2, 3 Dekaden durch reines und geduldiges Nachdenken der Amtsträger erledigt hat? Für wie verwirrt – im besten Falle – müssen wir diese angeblich so ehrwürdigen alten Herren denn halten? Die, unfähig zur Selbstkritik und öffentlich erkennbaren Buse und Aufarbeitung, immer nur auf andere zeigen? Auf ihre eigenen Schäfchen da draussen, die angeblich mindestens so versaut sind wie eine erhebliche Zahl von Schäfern innerhalb der kirchlichen Organisation?

Wie ist es denn zu erklären, dass entsprechendes Volksliedgut seit Jahrhunderten die durch Zölibat und verklemmte katholische Moralanweisungen verkorksten und sich verbiegenden Geistlichen mit Spott begleitet?

Es wollt’ ein Bauer früh aufstehn

Es wollt ein Bauer früh aufstehn
Wollt ´naus in seinen Acker gehn
Falterieta rallala, falterietara.

Und als der Bauer nach Hause kam
Da wollt’ er was zu fressen ha’m.
Falterieta rallala, falterietara.

“Ach, Lischen, koch mir Hirsebrei
mit Bratkartoff, ein Spiegelei.”
Falterieta rallala, falterietara.

Und als der Bauer saß und fraß
Da rumpelt in der Kammer was.
Falterieta rallala, falterietara.

“Ach, liebe Frau, was ist denn das?
Da rumpelt in der Kammer was.”
Falterieta rallala, falterietara.

“Ach, lieber Mann, das ist der Wind
Der raschelt da am Küchenspind.”
Falterieta rallala, falterietara.

Der Bauer sprach: “Will selber sehn
Will selber ‘naus in d’Kammer gehn.”
Falterieta rallala, falterietara.

Und als der Bauer in d’Kammer kam
Stand der Pfaff da, zog sein Hosen an.
Falterieta rallala, falterietara.

“Ei Pfaff, was machst in meinem Haus?
Ich werf dich ja sogleich hinaus.”
Falterieta rallala, falterietara.

Der Pfaff, der sprach: »Was ich verricht?
Dein’ Frau, die kann die Beicht’ noch nicht.”
Falterieta rallala, falterietara.

Da nahm der Bauer ein’n Ofenscheit
Und schlug den Pfaffen, daß er schreit.
Falterieta rallala, falterietara.

Der Pfaffe schrie: “O Schreck, o Graus!”
und hielt den Arsch zum Fenster raus.
Falterieta rallala, falterietara.

Da kamen die Leut’ von nah und fern
Und dachten, es sei der Morgenstern.
Falterieta rallala, falterietara.

Der Morgenstern, der war es nicht
Es war des Pfaffen Arschgesicht.
Falterieta rallala, falterietara.

So soll es allen Pfaffen gehn
Die nachts zu fremden Weibern gehn.
Falterieta rallala, falterietara.

Und die Moral von der Geschicht:
Trau nicht des Pfaffen Arschgesicht!
Falterieta rallala, falterietara.

Text und Musik: anonym – 16. Jahrhundert

Ich spare mir die anderen, oft weitaus derberen Beispiele, z.B. von »auf dem Balken« geschaukelter kleiner Mädchen und so. Das Volk hatte schon immer Augen und Ohren für die priesterlichen Nöte, Herr Zollitsch. Dass Sie nicht weiter als 20, 30 Jahre zurück blicken wollen oder können, lässt tief blicken und damit verbietet es sich, dass sie sich persönlich um das Thema weiter kümmern; Befangenheit ist die mildeste Last, die Sie da tragen.

Die Volksliedforschung bietet in der Tat ein weites Feld um zu begreifen: »Das Problem der Pfaffen« ist im so christlichen Abendland mindestens so alt wie die von dieser Kirche gepredigte Moral. Es war wohl ein Papst (was sonst?), Gregor VII. (1073-1085), der diesen semi-genialen Einfall mit der Geschlechtslosigkeit von Priestern hatte.

Der gewaltsam unterdrückte Geschlechtstrieb macht Tiere toll und Menschen zu Narren. Weder Tonsur noch Weihen vermögen es, den Geistlichen die menschlichen Schwächen, wie man dummerweise die Regungen des Naturtriebes häufig nennt, abzustreifen. Die Natur respektiert einen geweihten Pfaffenleib ebensowenig wie den irgendeines anderen tierischen Organismus und kämpft mit ihm um ihr Recht. Diese Kämpfe endeten bei gewissenhaften Geistlichen, denen es mit ihrem Keuschheitsgelübde ernst war, gar häufig mit Selbstmord oder Wahnsinn oder mit unnatürlicher Befriedigung des Geschlechtstriebes oder mit freiwilliger Verstümmelung.

[…]

Ratherius von Verona, der zu Anfang des 10. Jhds lebte, klagt: Oh! wie verworfen ist nicht die ganze Schar der Kopfgeschorenen, da unter ihnen keiner ist, der nicht ein Ehebrecher ist oder ein Sodomit.

http://www.volksliederarchiv.de/volksliedforschung-389-4.html

Ohne jetzt werten zu wollen – es ist einfach Fakt. Nachdenken kann jeder selbst. Und, der Gerechtigkeit halber: Ja, es hat sich manches gebessert. Nur um eins bitte ich:

Ihr hohen Herrn, hört endlich auf zu salbadern, zu leugnen, vertreibt den hässlichen und bösen Geist Eurer Bigotterie, werdet normale Menschen, redet wie normale Menschen und lebt wie normale Menschen. Mehr braucht’s wahrscheinlich nicht. Das Weltwissen wird dann der Volksmund schrittweise korrigieren.

Links:

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Wer sich davon überzeugen will…

27. Februar 2010

…dass auch auf einer Bananeninsel Bananenpolitik gemacht wird, der möge hier klicken. Er oder sie wird sich hiernach fragen, worin qualitativ der Unterschied zwischen bundesdeutschem Lahmenkabinett und hiesiger Lokalpolitik besteht.

Ich kann da helfen, indem ich auf einen Beitrag von Mathias Siebold vom Freitag 26.02.2010 18:00 verweise, mit der Bitte verbunden, nach »Politposse in Tazacorte« zu suchen (ggf. im Februar-Archiv). Jedenfalls kann man dort lernen, dass tatsächliche oder vorgetäuschte körperlich Züchtigung unter Polikern den Blutdruck und die Herzfrequenz so auf ungesunde Höhen treiben kann, dass der eine oder andere ausfällt. Aber stimmt: Das würde ja im team Merkel eher nicht auffallen.

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Visionen?

27. Februar 2010

Bitte sehr!

Auch wer Helmut Schmidt an sich schätzt, verzeiht ihm den Ausrutscher mit Sicherheit nicht.

Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen.

Helmut Schmidt, Kettenraucher und ehem. Bundeskanzler

Die »Links-Libertären« um Robert Zion jedenfalls behaupten, dass sie schon beim Arzt waren. Es hat wohl nichts genutzt, sie haben immer noch Visionen. Und die sind gar nicht soooo falsch. Oder – ich will doch vorzugsweise optimistisch sein – zumindest bedenkenswert…

Davon gibt’s offenbar noch mehr…

…und die finden sich u.a. in der Solidarischen Moderne wieder, deren Gründungsaufruf zumindest den Verdacht nährt, dass Westerwelles letzte Worte nicht wirklich die letzten waren zum Thema Sozialstaat und so.

Eh’ ich’s vergesse…

…Westerwesslle: Hat Haider es wirklich verdient, dass man Westerwelle nun mit ihm vergleicht?

In der Hartz IV-Debatte outet sich Guido Westerwelle als Jörg Haider der deutschen Politik.

Ralf Stegner, SPD

So weit rechts und hetzerisch war der doch nicht, oder? Und ausserdem Österreicher. Da würde mir dann doch sogleich ein anderer Vergleich einfallen. Auch Westerwelles Demagogisch lite mit einem Appell an’s

früher sogenannte ‘gesundes Volksempfinden’

ebenda

in Verbindung zu bringen – ich weiss nicht, oder?

BILD

Nachtrag:

2010.03.02, 00:39 :: »Mit wem oder was kann man Westerwelle vergleichen, ohne den Vergleichsobjekten Urecht zu tun?« Kommentar von streifzug auf freitag community.

Links:

  • Gründungsaufruf ‘Institut Solidarische Moderne’Download, PDF

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* Jetzt dreh’ ich dann durch…

25. Februar 2010

und zieh’ in ein abgeschiedenes Tal im Allgäu. Oder im Erzgebirge. Normalerweise haben wir ja himmlische Ruhe hier. Allenfalls rumpelt mal ein Bananenlastwägelchen den Hang hoch. Jetzt haben wir aber seit zwei Tagen wieder diesen Bagger, der seit letztem Jahr versucht, diesen kleinen Vulkankegel unterhalb unseres Grundstücks zu schleifen. Diese Arbeit hat er nun also seit gestern wieder aufgenommen. Auf der Terrasse versteht man wieder weder sein eigenes Wort noch die Musik aus dem Zimmer. Und der Diesel in der Nase hat auch nichts Frühlingshaftes. Denn die Sonne tut ja jetzt wieder was sie soll. Scheinen. Wärmen.

Also umziehen?

Schauen wir uns mal dieses Protokoll an, das im Internet in dieversen Versionen herumschwirrt:


12. August

Heute haben wir unser neues Haus bezogen, im sonnenverwöhnten Allgäu. Es ist herrlich hier. Die Berge sind majestätisch anzuschauen. Ich kann es kaum erwarten, sie schneebedeckt zu sehen.

Ich liebe diesen Ort.

14. Oktober

Das Allgäu ist das herrlichste Plätzchen auf Erden. Das Herbstlaub leuchtet in allen Farben von gelb über orange bis feuerrot.

Ich habe einen Spaziergang in unserer herrlichen Bergwelt gemacht und dabei einen Hirsch gesehen. Die Tiere sind wunderbar anmutig. Es sind die schönsten Tiere auf Gottes weiter Flur, gar keine Frage.

Ich fühle mich wie im Paradies.

Ich liebe diese Gegend.

11. November

Bald geht die Hirschjagd los. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, das man so anbetungswürdige Geschöpfe einfach abknallen kann.

Hoffentlich schneit es bald.

Ich liebe das Allgäu.

2. Dezember

Letzte Nacht hat es geschneit. Beim Aufstehen war alles in weiße Watte gehüllt. Wie auf einer Ansichtskarte.

Wir sind raus gegangen, um den Schnee in der Einfahrt wegzuräumen und wir haben eine Schneeballschlacht gemacht. Ich habe gewonnen.

Als der Schneepflug vorbei kann, durften wir die Einfahrt noch einmal räumen.

Eine wunderbare Gegend, dieses Allgäu.

12. Dezember

Letzte Nacht wieder Schnee. Wunderbar.

Der Schneepflugfahrer hat allerlei Schabernack im Sinn und pflügt unsere Einfahrt randvoll.

Ich liebe diesen Ort.

19. Dezember

Letzte Nacht noch mehr Schnee.

Ich konnte nicht zur Arbeit. Der Weg war schulterhoch mit Schnee zugepackt.

Ich bin vom Schaufeln fix und fertig.

Scheiß Schneepflug.

22. Dezember

Die ganze Nacht fällt diese weiße Scheiße vom Himmel. An beiden Händen Wasserblasen von dem ewigen Geschaufel.

Ich weiß es hundertprozentig: Der Schneepflug versteckt sich gleich um die Ecke und lauert, bis ich den Weg freigeschaufelt habe.

Arschloch.

25. Dezember

Fröhliche Weihnachtsbescherung. Schneescheiße so weit das Auge reicht.

Wenn ich diese Missgeburt von Schneepflugfahrer erwische, haue ich ihm die Schnapsnase platt.

Warum streuen die eigentlich kein Salz. Auf der Rutschbahn bricht man sich ja alle Knochen.

27. Dezember

Letzte Nacht wieder Schneescheiße, was sonst.

Ich bin seit drei Tagen eingesperrt und gehe nur nach draußen, wenn der Schneepflug vorbei dröhnt. Einfahrt freischaufeln.

Ich kann nirgendwo hin. Das Auto liegt unter einem Schneegebirge.

Der Wetterfritze meint, diese Nacht kriegen wir noch einmal 25 cm von diesem Dreck. Weißt du wie viel Schaufelladungen das sind, 25 cm!!??

28. Dezember

Der Klippschüler von der Wettervorhersage hat sich vertan. Es waren 80 cm.

Wenn es so weiter geht, sind wir im Spätsommer einigermaßen schneefrei.

Der Schneepflug ist auf der Straße stecken geblieben. Der Granatendepp von Fahrer kommt an und will sich meine Schaufel ausleihen. Ich habe ihm höflich beigebracht, dass mir sechs davon kaputt gegangen sind, weil ich ständig den Schnee wegschippe, den er mir in die Einfahrt schmeißt. Anschließend habe ich meine letzte Schaufel auf seiner hübschen Pudelmütze zerschlagen.

4. Januar

Überraschung. Ich konnte heute mein Auto raus fahren. Ich bin in den Supermarkt, Vorräte kaufen.

Auf der Rückfahrt rennt mir doch ein Rindvieh von Hirsch über den Weg und voll ins Auto. 1000 € Schaden. Dieses herumhüpfende Viehzeug gehört abgeknallt. Ich
dachte, das hätten die Jäger im November schon erledigt.

3. Mai

War mit dem Auto in der Werkstatt. Ob du es glaubst oder nicht, die Karre ist total durchgerostet. Das kommt von der ewigen Salzerei hier.

10. Mai

Die Möbelpacker sind da.

Es gibt Menschen, die sich im Vollbesitz ihrer geistigen Kräfte befinden.

Und es gibt Menschen, die sich freiwillig im Allgäu befinden.

Wir ziehen zurück nach La Palma.

Herzliche Grüße aus dem Allgäu.


Ich denke…

…wir bleiben und warten, dass der aufhört mit seinem Bagger…

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