* Rund Europa 2016 (3), 1. Tag: Raudondvaris – Augustów

Montag, 22.08.2016, 21:57:06 :: Augustow, Hotel Karmel
Sonntag, 28.08.2016, 16:02:07 :: Khmelnitskyi

Iirgendwann muss man ja wieder packen und losziehen. Das hat reisen so an sich. Und Mitte September wieder auf Naxos zu sein und den Sommer ohne Touristen zu geniessen hat ja auch was.

Dass ich nun nicht falsch verstanden werde: Nichts gegen Touristen. Ein Land, das vom Tourismus lebt, soll so viele davon abbekommen, wie möglich. Keine Frage. Aber zuweilen sollte man sie sich eben aussuchen können. Wäre schön. Dass gerade wir Deutschen immer wieder auffallen müssen. Jedes Volk hat ja seine Eigenarten, das will ich gelten lassen und das erleben wir ja auch wieder auf unserer Rundreise durch über zwanzig Länder beziehungsweise autonome Regionen wieder, seit über 10 Jahren, und das macht das Reisen ja eben so interessant und abwechslungsreich.

Aber das nur am Rande.

Wir waren ja beim Packen und Losfahren. Dass in das Senfle mehr rein muss, als bei der Anfahrt drin war, daran habe ich mich gewöhnt. Das Auto schluck auch die letzte Tüte und Tasche widerstandslos. Nebenbei: Das Senfle hat neue Schuhe bekommen, sprich eine vollständig neue Bereifung.

Also ein letztes Mal getankt (der Liter mal gerade ein Euro) und Vilnius den Rücken gekehrt.

Ich habe es nun nicht durchgezählt, zum wievielten Mal wir Lebewohl sagen und dieselbe Strecke nach Südwesten nehmen – es ist einfach der schönste Weg, ohne LKW, ohne viel Verkehrsaufkommen, aber mit viel Wald und Seen – und Regen. Der ist sozusagen das polnische Begrüssungsgeschenk.

Zeppelinai

Vorher aber geniesst Lis ihre letzten , während ich mir damit irgendwie den Magen verderbe…

Durch Wald und Feld

Ich würde mich zu sehr wiederholen, würde ich diese Tagesetappe en détail beschreiben. Es ändert sich zu wenig; fast auf den Tag von 2 Jahren war die letzte Fahrt. Nur die Strassen werden schon wieder schlechter…

»Unser« See bei Varena

Augustow

Das zuvor heraus gesuchte Hotel erweist sich – zumindest an der Stelle, wo es am See liegen soll – als nicht existent. Dafür finden wir schnell das Hotel Karmel, wohl eher ein ehemaliges Jugendferienheim, aber tiptop.

Bis 22 Uhr kreischt und krakeelt die ausgelassene Jugend im zur Disco umfunktionierten Teil des Speisesaals. Ab da ist Ruhe im Karton.

Man muss betonen, dass Augustow für Polen ein ausgesprochener Ferienort ist: Augustow liegt am Wasser zwischen Seen und den sie verbindenden Kanälen, mit Ausflugsschiffchen, Ruder- und Tretbooten und einer Innenstadt voller Büdchen, Lokalen und vielen bunten Hüpfburgen und Luftballons. Erinnert mich an Międzyzdroje 2010 an der polnischen Ostsee.

Nur bei Regen sieht alles etwas trister aus, als es das tendenziell eh‘ schon ist. Ostpolen ist düster…

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* Rund Europa 2016 (3), 5. Tag: Ternopil (Ruhetag)

Freitag, 26.08.2016, 10:14:26 :: Ternopil, Ukraine :: Hotel Ternopil

Wir haben bereits zum zweiten mal den Reiseplan geändert und gestern Abend bei Apfelsaft und sanftem Cappuccino beschlossen, einen weiteren Tag in Ternopil zu bleiben.

Es ist mittlerweile heiss, das Internet ist recht ordentlich und die Preise im Keller – natürlich nur für unsere Verhältnisse.

Die Stadt Ternopil hat viele Namen, man ist verwirrt: Aus »Terno«, »Tarno«, »pil« und »pol« kann man sich basteln, wozu man Lust hat, es passt (fast) alles – nur »Tarnopil« geht nicht. Das Gewurschtel wird verständlich, wenn man die Geschichte Ternopils betrachtet: Galizien war schon immer ein Gebiet ständig Herrschaft.

Ternopil (ukrainisch Тернопіль; polnisch und deutsch Tarnopol, russisch Тернополь/Ternopol) ist eine Stadt im Westen der Ukraine und Hauptstadt der Oblast Ternopil, früher in der gleichnamigen polnischen Woiwodschaft, die bis zum 17. September 1939 existierte.

Ternopil ist eine der drei wichtigsten Städte Ostgaliziens, liegt 132 km östlich von Lemberg und hat rund 250.000 Einwohner. Bis Mitte des 20. Jahrhunderts lebten sehr viele Juden, Polen und Deutsche in der Stadt. Ternopil ist ein Wallfahrtsort.

Quelle: Wikipedia, Ternopil

Was uns schon mal gefällt: Stadt und Hotel liegen am Ternopiler See, der sich durch Aufstau des Seret bildet; selbst das Ternopiler Schloss befindet sich in unmittelbarer Nachbarschaft. Zwischen Hotel und Schloss geht eine stattliche aber stark renovierungsbedürftige Freitreppe hinab zum See und zu einer langen und breiten Promenade, auf der sich die Bevölkerung tummelt: Mütter mit Kindern, Jugendliche und ältere (alte) Herrschaften. Gut, an die Freitreppe von Odessa – das war fast auf den Tag vor sechs Jahren – kommt sie nicht heran, aber trotzdem.

Ternopil, 2016-08-25 nach Sonnenuntergang

2016-08-26 Ternopil bei Sonnenuntergang

Odessa, 2010-08-27

Am 24. August war Nationalfeiertag, daher gibt es überall und eben auch auf der Promenade, vielerlei Aktivitäten. Wobei »vielerlei« eben ukrainisch interpretiert werden muss – mit einem durchkommerzialisierte deutschen Weinfest können die Aktivitäten hier nicht konkurrieren. Müssen sie auch nicht, denn der Jugend reicht eine gemeinsame Pizza und eine Decke, um sich auf dem völlig vertrocknenden Resten eines ehemaligen Rasens zu vergnügen.

Jedenfalls ist Ternopil noch gerade überschaubar genug, um nicht zu fliehen. Lis hat sich zu einem Morgenspaziergang hinaus gewagt in die mittägliche Hitze, während ich hier sitze und schreibe.

Ich denke dabei wieder an die unentwegte Ballerei auf dem Schiesstand in den Wälder westlich Raudondvaris – wesentlich mehr als alle Jahre zuvor – und an die vielen Lastwagen ohne Kennzeichen und Aufschriften unterwegs in Skandinavien und den Baltischen Ländern, an die Panzer auf der Fähre von Helsinki nach Tallinn – Kriegsvorbereitungen an allen Ecken in Europa.

Auf das Bild klicken für Video

Und wer in diesen Tagen durch die Westukraine fährt, dem bleibt auch die dickbackige Demonstration der Nationalisten in der Ukraine nicht verborgen.

Eben, kurz vor 12 Uhr fuhr ein langer Autokorso mit Fahnen und Hupen am Hotel vorbei, eskortiert durch Polizeifahrzeuge…

Wenn wir doch eine aufgeklärte Öffentlichkeit hätten. »Putin böse, Amerika gut« höre ich noch Freunde in Litauen sagen. Ich könnte den Satz umkehren und er wäre dann genauso falsch.

Apple in Ternopil

Lis kommt gut durchgewärmt von ihrem Stadtbummel zurück, den wir dann am Abend wiederholen. Sie hat zwei »Apple Shops« entdeckt, in denen es iPad-Hüllen gibt, die in Deutschland niemand mehr anbietet; zum halben Preis gibt es sie hier. Mehr über die Stadt irgendwann.

Seret und Dnister

Quelle: Wikipedia, Dnister

Der Dnister wird uns noch eine ganze Weile begegnen, bis wir uns unten in der Ukraine bei Bilhorod-Dnistrowskyj von ihm verabschieden werden. Da werden wir Moldawien bereits wieder verlassen haben.

Dabei stelle ich fest, dass die Beiträge von 2010 über Bilhorod-Dnistrowskyj noch gar nicht fertig sind, über die Riesenfestung, die wir übersehen hatten. Lediglich die Fahrt von Moldawien nach Odessa kann man nachvollziehen. An diesem Tag standen wir an deren Mauern und haben es nicht gemerkt… Stoff für noch viele Beiträge.

Morgen früh geht es dann weiter nach Chmelnyzkyj zu unseren Freunden. Wir sind gespannt, was sie uns zu berichten haben.

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Vorgeschmack

Donnerstag, 11.08.2016, 12:01:04 :: Raudondvaris

Es ist irgendwie witzig. Auf der zweiten Etappe dieses Jahr reiste Jörg Dauscher uns quasi hinterher, in Schweden und Finnland.

Jetzt hat er uns gewissermassen überholt und beschreibt wie immer sehr treffend den
Kleinen Grenzverkehr zwischen Polen und der Ukraine, der uns in genau zwei Wochen bevorsteht.

Allerdings haben uns die Grenzer in den vergangenen Jahren immer anstandslos und ohne Auspacken passieren lassen. Das Senfle ist eben kein Omnibus. Aber die Wartezeit in der Schlange, die werden wir trotzdem »geniessen«…

Links:

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Im Stacheldraht hängendes Denken…

Mittwoch, 10.08.2016, 13:39:16 :: Raudondvaris

überschreibt DIE-ZEIT-Kolumnistin MELY KIYAK ihre aktuelle Wochenkolumne. Und sie trifft wie immer den Nagel auf den Kopf.

Warum haben wir nicht mehr Journalisten/innen wie sie in den Redaktionen? Und mehr Leser???

„Seht ihr, wie sie sich wegen einer Handvoll Flüchtlinge zerfleischen?“, amüsierte sich der türkische Präsident während irgendeiner Ansprache. Und er hatte recht. Dieses Europa hat sich wegen einer Handvoll Flüchtlinge in eine Situation katapultiert, die so peinlich und entwürdigend, so armselig und beschämend ist, dass sie sich ihr Recht auf moralische Überlegenheit, egal welchem Regime gegenüber, verwirkt hat.

Kürzen wir es ab. Die Flüchtlingssituation wurde zu keinem Zeitpunkt gelöst. Weder mit noch ohne Deal. Menschen, die fliehen, festzuhalten, ist keine zeitgemäße Antwort auf Krieg und Vertreibung. Die EU könnte ihre derzeitige Energie, die sie darauf verwendet, mit einem uneinsichtigen Präsidenten der Türkei zu verhandeln, darauf verwenden, mit ihren uneinsichtigen Antidemokraten innerhalb der eigenen Union zu streiten. Die haben dafür gesorgt, dass mit der Türkei dieser Deal angestrengt wurde. Das ist nicht Erdoğans Werk. Sondern das Europas. Ein Europa, das auf ein paar Flüchtlinge mit Nato-Draht, Brexit, Internierungslagern, Hass und Rassismus reagiert. Ein Kontinent, der sich panisch einzäunt. Nicht nur physisch, entlang der Ländergrenzen, sondern politisch. Der EU-Türkei-Deal ist steckengebliebenes Denken im Stacheldraht.

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* Rund Europa 2016 (3): Vilnius – Naxos. Der Plan

Montag, 08.08.2016, 14:49:30 :: Raudondvaris

Die dritte Etappe

Jedenfalls ist das der Plan

Der erste Plan. Abweichungen sich ganz sicher möglich, unvermeidlich und zuweilen auch geplant:

– 1 Raudondvaris-Augustow 230 km
– 2 Augustow-Meszki 240 km
– 3 Meszki-Zamość 220 km
– 4 Zamość-Lwiw 140 km
– 5 Lwiw-Ternopil 128 km
– 6 Ternopil – Khmelnitskyi 120 km
– 7 Khmelnitskyi (2 Stuvepunkte)
– 8 Khmelnitskyi – Soroca/Rudi 300 km
– 9 Soroca – Chisinau 200 km
– 10 Chisinau – Purcari 130 km
– 11 Purcari – Wylkowe 200 km
– 12 Wylkowe – Struwe 100 km
– 13 Struwe – Reni 75 km
– 14 Reni – Silistra 200 km
– 15 Silistra – Weliki Tarnowo 240 km
– 16 Weliko Tarnowo – Plovdiv 220 km
– 17 Plovdiv – Goce Delchev 180 km
– 18 Goce Delchev – Katerini 250 km
– 19 Katerini – Kamena Vourla 280 km
– 20 Kamena Vourla – Piräus 180 km

Das sind rund 3.700 km oder im Schnitt 185 km/d. Wir rechnen mit gut drei Wochen. Dann wären wir Mitte September wieder auf Naxos und hätte noch was vom Sommer. Denn der war hier von der Temperatur her für mich ok., aber es regnete dann doch etwas zu viel – Lithuania, Regenland eben sagen unsere Freunde und lachen.

Ein paar Besonderheiten gibt es auf dieser Etappe, etwa eine ganze Reihe von Messpunkten des sog. Struvebogens.Über den gibt es an anderer Stelle noch einiges zu sagen. Vor allem der letzte Messpunkt, unten in der Südukraine an der Donau, den finden wir irgendwie spannend.

Vom Nordkap bis zum Schwarzen Meer verteilen sich geodätische Messstationen, von denen 34 in die Welterbeliste aufgenommen wurden. Zu verdanken ist dieses Netz von Messpunkten zur Bestimmung der Größe und Form unseres Planeten dem russisch-deutschen Astronomen Friedrich Georg Wilhelm Struve, der in Altona (Hamburg) geboren wurde und einer der Begründer der Doppelsternastronomie ist. Errichtet wurden die geodätischen Vermessungspunkte im Zeitraum von 1816 bis 1852. Struve führte neben Carl F. Tenner (1783–1859) die Aufsicht über dieses Projekt. Der Struve-Bogen verläuft mit den einzelnen Messpunkten von Norden nach Süden über das Gebiet von Norwegen, Schweden, Finnland, Russland, Estland, Lettland, Litauen, Weißrussland, Moldawien und Ukraine.

Klar, es gibt auch wieder eine ganze Reihe von Schlössern und Kirchen, monumentaler Festungen (zum Beispiel Medschybisch) oder Bilhorod-Dnistroskyj im historischen Bessarabien, die Schwerpunktsiedlungsgebiete der Roma im Norden Moldawiens, die Prunkkelteranlage in Purcari, das Donaudelta – also genug, um der Reise gespannt entgegen zu sehen.

Wir werden wieder in Plowdiw (und hier im Blog) in Bulgarien Station machen, diesmal auch in Weliko Tarnowo, der ehemaligen Hauptstadt Bulgariens – und so weiter und so weiter.

Übersicht Etappen 1 bis 3

Es bleibt also unser grösster Wunsch, dass das Senfle uns heil zurück bringt und sich so der Kreis schließt, den wir Ende März begonnen haben.

Links:

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* Rund Europa 2016 (2): Wie wohnt »man« hier eigentlich? (1)

Montag, 25.07.2016, 20:48:09 :: Raudondvaris

Zwischen und hinter diesen Bäumen liegt Raudondvaris (Panorama, 180°)

Ich war Ende März 1995, als ich Litauen zum ersten mal besuchte, verwundert, entsetzt, unsicher – was auch alles noch. Es war eine andere Welt, als ich sie kannte, in die ich da versetzt worden war. Ich kannte Naxos, ja. Aber das war Griechenland, Sonne, Sand, Meer – und kleine Familienhotels. Die waren eben einfach.

Einschub: Nach Litauen kam ich, weil wir dort ein Medizinisches Zentrum mit einer Labor- und Kommunikationslösung ausstatten.

Es war ein Montagmorgen. Es war dunkel am Flughafen. Nicht gerade viel Licht. Es war kalt. Es war nass, mit Eis und Schnee auf dem Boden. Überall standen Soldaten und Polizisten mit irgendwelchen Gewehren herum. Es war eine seltsame Situation für mich, irgendwie zum Fürchten. Und wenn ich an einen der Rückflüge denke erst recht: Da war selbst der Gang in der Tupelew vereist, die Stewardessen hüllten mich in warme Decken und servierten scharfe Getränke…

Heute haben wir 2016 und vieles hat sich verändert und ändert sich noch; man kann aber nicht sagen: normalisiert. Litauen ist zwar ein normaler Teil der Europäischen Gemeinschaft und für mich kein dunkles unbekanntes Land im östlichen Unbekannten mehr.

In den vergangenen Jahren hatten wir Gelegenheit, die meisten osteuropäischen Länder wiederholt zu besuchen. Um sie zu sehen. Zu vergleichen. Zu lernen. Es ist sehr beeindruckend, wie unterschiedlich sie sich entwickeln und verändern. Seit dieser Zeit kommen wir mindesten jedes zweite Jahr nach Litauen. Und ich glaube, ich werde dieses Land und seiner Menschen so lange besuchen wie ich kann. Viele wurden sehr gute Freunde. Sie kamen damals auf mich zu, sie halfen mir, sie zeigten mir ihr Land, erzählten mir von ihm. Einzelne sind heute in Deutschland, Italien, ja selbst auf Naxos hat sich eine Litauerin niedergelassen.

Soweit, so gut. Wie aber war ich damals untergebracht, wie wohnten beziehungsweise wohnen wir danach ab 2001 bis heute, wenn wir Wochen im Sommer hier verbringen?

Anlässlich der geschäftlichen Besuche verfrachtete man mich damals in vier oder fünf verschiede Hotels, die stets überheizt aber sonst ok. waren.

Als ich von einer der Laborantinnen nach Hause eingeladen wurde, was ich damals als grosse Ehre empfand, tauchte ich ein in die litauische Realität: So wohnte eine Familie, deren Mutter Rektorin einer ausgewiesen grossen und bedeutenden Modellschule war, der Vater einer der bedeutendsten litauischen Pferde- und Reittrainer und die Tochter eben MTA. Das wollte verdaut sein.

Auf dem Land waren und sind zu einem grossen Teil die Häuser aus Holzbalken, die Zwischenräume zwischen den Balken traditionell mit Lehm, Moos und Stroh gestopft. Nachdem Litauen 1991 seine Souveränität wiedergewonnen hatte, haben viele Hausbesitzer ihren kleinen Häusern eine neue Haut aus Beton- oder Ziegelsteinen verpasst. Das waren die ersten Versuche der Wärmedämmung. So verbirgt sich in vielen heutigen Steinhäusern im Kern ein Holzhaus, was man spätestens sieht, wenn man es betritt.

Die Verhältnisse änderten sich nicht wesentlich, als ich in Vilnius in einem der Wohnsilos unterkam und erfuhr, dass neben mir eine Ministerin wohnte, unter denselben Bedingen: Stinkendes Treppenhaus ohne Licht, der Lift stundenlang ausser Betrieb, alle Plastikknöpfe für die Stockwerke mit dem Feuerzeug verkokelt, die Türen doppelt gepolstert und mit zwei oder gar drei Schlössern gesichert – ich lernte, dass das alles normal war. Und hinter der Wohnungstüre öffnete sich zumeist eine völlig andere Welt: Da war einfaches aber gemütliches Zuhause. Und dennoch – ein Hotel und eine litauische Wohnung, das war etwas vollständig verschiedenes.

Und so war klar: Wenn wir hier längere Zeit leben wollen, dann werden wir unter denselben Bedingungen wohnen, wie die meisten – allerdings eher besser, da wir stets Gerätschaften und Mobiliar hinzu kauften, weil wir es einfach brauchten: Stühle, ein Tischchen, einen Trockenständer, einen Besen…

Wir wohnten für zwei Wochen in einem Wohnblock in der Nähe des Uniklinikums mit all den w.o. geschilderten »Annehmlichkeiten«,…

danach dann in einem engen Raum beziehungsweise einem fest installierten alten Campinganhänger und im Zelt im Reitstallgebäude beziehungsweise in dessen Innenhof…

…wo auch diese herrlichen Feste stattfinden: Geburts- und Namenstage, Feiern nach einem Reitwettbewerb, denn die Reiter bringen fast immer 1. oder 2. Preise nach hause.

Später, als der »Bokštas«, diese Preziose ländlicher Holzbaukunst, renoviert und beziehbar war, in einem der Räume dort – ab da fing der Komfort an, der aus immerhin einer funktionierenden Dusche und Toilette bestand.

Der »Pferdestall« wuchs in all den Jahren. Eine grosse Reit- und Lagerhalle entstand, ein Turniergelände war schon davor im Entstehen.

Aus dieser verfallenen ehemaligen Schreinerei wurde im letzten Jahr das noch nicht bezugsfertige Wohnhaus der Reitstallfamilie.

Und auch neben dem Bokštas steht ein Neubau: Altersitz oder Tochter und Enkel? Das scheint noch nicht geklärt.

Aber es ist wie in Griechenland: Wenn wieder Geld vorhanden ist, wird weiter gebaut…

Unser Appartement

In den letzten Jahren haben wir nun sogar unser eigenes »Appartement«, eine kleine Ein-Zimmer-Wohnung mit Wohnküche in einem alten hier üblichen Holzhaus, links und rechts Nachbarn, Holzwand an Holzwand. Der Zustand ist hier üblich, in Deutschland aber eher unüblich. Ich sage bewusst »unüblich«, da mir eine Wertung nicht zusteht. Wir sind hier freiwillig, sehr gerne und fühlen uns wohl.

Wir haben eine kleine Terrasse direkt ins Grüne. Man muss dazu sagen: Raudondvaris ist keine Haufen- oder Strassendorf.

Die Häuser liegen mehr oder weniger verstreut, »im Wald versteckt, wo keine Kuckuck sie entdeckt«, wie Heidi Brühl in den frühen Sechzigern im Musical Annie Get Your Gun im Theater des Westens in Berlin krakeelte. Jeder versucht hier, zu überleben, Holz für den Winter zu stapeln, ein paar Blumen zu pflanzen, Hühner und Hund zu halten, auch Katzen fehlen nicht. Wir bekommen von der Nachbarin Pilze, Eier und Tomaten, wir füttern ihre Katze und schauen den Kindern beim Spielen und Erwachsenwerden zu.

Es ist ruhig und beschaulich, bis auf die grossen Hundekonzerte hier und da – und die völlig übersteuerten Autoradios, wenn die jungen Leute für eine Weile Dorfdisko direkt vor dem Haus brauchen.

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* Rund Europa 2016 (2): Liubavas

Sonntag, 24.07.2016, 22:56:01 :: Raudondvaris

Nachdem das Wetter doch noch signalisiert, dass Sommer ist, haben wir den obligaten Ausflug nach Liubavas absolviert. Von diesem immer noch geheimnisvollen Ort habe ich ja schon mehrfach berichtet:

Daher muss man, will man alles verstehen (besonders natürlich das, was ich hier nicht wiederhole…) dort eher vor- als nachlesen.

Uns hat natürlich vor allem interessiert, ob und gegebenenfalls was sich in den letzten zwei Jahren dort getan hat, denn die meisten Gebäude ausser der Wassermühle sind ja in einem erbärmlichen Zustand – was einerseits ja Ursache der Verwunschenheit des Anwesens ausmacht, anderseits man aber den Gebäuderesten schon die Wiederauferstehung wünscht, nach allem, was an alten Bildern existiert.

Es ist ja schon aussergewöhnlich, dass dieser Gutshof über so viele Jahrhunderte genutzt wurde – von der Mitte des 15. bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts – zuletzt armselig als russisches Gefängnis und Unterkunft Deportierter.

Wir wählen diesmal nicht die Haupt- sondern die Strasse durch die Wiesen und Wälder, wohl wissend, dass uns da unwegsame Sand- und Schottenpiste droht und wir, von Schlaglöchern erzwungen, umkehren müssen. Aber es klappt soweit ganz gut.

Und dann die Überraschung!

Ich stelle die Bilder vom August 2014 und von heute einfach mal so hintereinander.

Gesindehaus & Apotheke

2014

2016

Die Orangerie

2014

2016

Modell der Orangerie (Webseite)

Sie wirken wiederum wie ein Wunder, aber nun ganz anderer Art, diese beiden barocken Gebäude, die nur noch innen und hinsichtlich der Verbindungswege den letzten Schliff bekommen müssen, hier draussen in der Einöde, zwischen immer noch sehr fragilen Wohnhäuschen, Schuppen und Ställen und dem Museum in der Wassermühle, die nur über eine gewagte Brückenkonstruktion überhaupt erreichbar ist.

Wir stapfen also zu den Gebäuden über die Wiese und bestaunen im Einzelnen, was da in den zwei Jahren praktisch neu entstanden ist. Ich kann es immer noch nicht glauben, man muss wirklich die Bilder im Abstand von zwei Jahren immer wieder betrachten; was natürlich erst zuhause möglich ist, aber ich hab’s ja noch im Kopf, das Alte…

Riesenpilze

Zusätzlich finden wir um einen Zwillingsbaum ein Pilzring, ca. 10 Meter Durchmesser mit prächtigen Exemplaren; wenn man die essen könnte…

Touristen? Wie immer eigentlich keine, immerhin ist Sonntagnachmittag. Wir begegnen nur einem Ehepaar mit Tochter, die ganz versessen darauf ist, uns mit meiner Kamera abzulichten. Sei’s drum, hier das Ergebnis.

Und trotzdem sitzt die junge Dame geduldig und freundlich im Museumsshop und wartet auf Besucher und den Feierabend.

Das wirklich sehr gelungene Buch Liubavas von Gintaras Karosas, dem Initiator und Motor des Projektes und des Europos parkas gibt es jetzt reduziert für 14 statt bisher 35 € und ein Exemplar wechselt damit endlich den Besitzer; war mir zuvor zu kostspielig.

Vielleicht ist es ja auch ein Anzeichen für eine erweiterte Neuauflage, denn Rekonstruktion und spätere Verwendung der Orangerie und des Gesindehauses sind ja derzeit nur ansatzweise dokumentiert.

Und das Besucherbuch bekommt wieder einen neuen Eintrag. Ok., und Lis ersteht eine Satz dezent grauer Leinenservietten. Irgendwas muss immer mit, versteht sich.

Wie wohnt »man« hier eigentlich?

Das ist eine Frage, die sich viele stellen. Ich will sie gerne beantworten und illustrieren. Im nächsten Beitrag. Denn wir bleiben hier noch mindestens bis Mitte August.

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5 Reasons Why Trump Will Win

Samstag, 23.07.2016, 20:51:40 :: Raudondvaris

This is an email received today from Michael Moore (mmflint@michaelmoore.com)

Friends:

I am sorry to be the bearer of bad news, but I gave it to you straight last summer when I told you that Donald Trump would be the Republican nominee for president. And now I have even more awful, depressing news for you: Donald J. Trump is going to win in November. This wretched, ignorant, dangerous part-time clown and full time sociopath is going to be our next president. President Trump. Go ahead and say the words, ‘cause you’ll be saying them for the next four years: “PRESIDENT TRUMP.”

Never in my life have I wanted to be proven wrong more than I do right now.

I can see what you’re doing right now. You’re shaking your head wildly – “No, Mike, this won’t happen!” Unfortunately, you are living in a bubble that comes with an adjoining echo chamber where you and your friends are convinced the American people are not going to elect an idiot for president. You alternate between being appalled at him and laughing at him because of his latest crazy comment or his embarrassingly narcissistic stance on everything because everything is about him. And then you listen to Hillary and you behold our very first female president, someone the world respects, someone who is whip-smart and cares about kids, who will continue the Obama legacy because that is what the American people clearly want! Yes! Four more years of this!

You need to exit that bubble right now. You need to stop living in denial and face the truth which you know deep down is very, very real. Trying to soothe yourself with the facts – “77% of the electorate are women, people of color, young adults under 35 and Trump cant win a majority of any of them!” – or logic – “people aren’t going to vote for a buffoon or against their own best interests!” – is your brain’s way of trying to protect you from trauma. Like when you hear a loud noise on the street and you think, “oh, a tire just blew out,” or, “wow, who’s playing with firecrackers?” because you don’t want to think you just heard someone being shot with a gun. It’s the same reason why all the initial news and eyewitness reports on 9/11 said “a small plane accidentally flew into the World Trade Center.” We want to – we need to – hope for the best because, frankly, life is already a shit show and it’s hard enough struggling to get by from paycheck to paycheck. We can’t handle much more bad news. So our mental state goes to default when something scary is actually, truly happening. The first people plowed down by the truck in Nice spent their final moments on earth waving at the driver whom they thought had simply lost control of his truck, trying to tell him that he jumped the curb: “Watch out!,” they shouted. “There are people on the sidewalk!”

Well, folks, this isn’t an accident. It is happening. And if you believe Hillary Clinton is going to beat Trump with facts and smarts and logic, then you obviously missed the past year of 56 primaries and caucuses where 16 Republican candidates tried that and every kitchen sink they could throw at Trump and nothing could stop his juggernaut. As of today, as things stand now, I believe this is going to happen – and in order to deal with it, I need you first to acknowledge it, and then maybe, just maybe, we can find a way out of the mess we’re in.

Don’t get me wrong. I have great hope for the country I live in. Things are better. The left has won the cultural wars. Gays and lesbians can get married. A majority of Americans now take the liberal position on just about every polling question posed to them: Equal pay for women – check. Abortion should be legal – check. Stronger environmental laws – check. More gun control – check. Legalize marijuana – check. A huge shift has taken place – just ask the socialist who won 22 states this year. And there is no doubt in my mind that if people could vote from their couch at home on their X-box or PlayStation, Hillary would win in a landslide.

But that is not how it works in America. People have to leave the house and get in line to vote. And if they live in poor, Black or Hispanic neighborhoods, they not only have a longer line to wait in, everything is being done to literally stop them from casting a ballot. So in most elections it’s hard to get even 50% to turn out to vote. And therein lies the problem for November – who is going to have the most motivated, most inspired voters show up to vote? You know the answer to this question. Who’s the candidate with the most rabid supporters? Whose crazed fans are going to be up at 5 AM on Election Day, kicking ass all day long, all the way until the last polling place has closed, making sure every Tom, Dick and Harry (and Bob and Joe and Billy Bob and Billy Joe and Billy Bob Joe) has cast his ballot? That’s right. That’s the high level of danger we’re in. And don’t fool yourself — no amount of compelling Hillary TV ads, or outfacting him in the debates or Libertarians siphoning votes away from Trump is going to stop his mojo.

Here are the 5 reasons Trump is going to win:

Midwest Math, or Welcome to Our Rust Belt Brexit. I believe Trump is going to focus much of his attention on the four blue states in the rustbelt of the upper Great Lakes – Michigan, Ohio, Pennsylvania and Wisconsin. Four traditionally Democratic states – but each of them have elected a Republican governor since 2010 (only Pennsylvania has now finally elected a Democrat). In the Michigan primary in March, more Michiganders came out to vote for the Republicans (1.32 million) that the Democrats (1.19 million). Trump is ahead of Hillary in the latest polls in Pennsylvania and tied with her in Ohio. Tied? How can the race be this close after everything Trump has said and done? Well maybe it’s because he’s said (correctly) that the Clintons’ support of NAFTA helped to destroy the industrial states of the Upper Midwest. Trump is going to hammer Clinton on this and her support of TPP and other trade policies that have royally screwed the people of these four states. When Trump stood in the shadow of a Ford Motor factory during the Michigan primary, he threatened the corporation that if they did indeed go ahead with their planned closure of that factory and move it to Mexico, he would slap a 35% tariff on any Mexican-built cars shipped back to the United States. It was sweet, sweet music to the ears of the working class of Michigan, and when he tossed in his threat to Apple that he would force them to stop making their iPhones in China and build them here in America, well, hearts swooned and Trump walked away with a big victory that should have gone to the governor next-door, John Kasich.
From Green Bay to Pittsburgh, this, my friends, is the middle of England – broken, depressed, struggling, the smokestacks strewn across the countryside with the carcass of what we use to call the Middle Class. Angry, embittered working (and nonworking) people who were lied to by the trickle-down of Reagan and abandoned by Democrats who still try to talk a good line but are really just looking forward to rub one out with a lobbyist from Goldman Sachs who’ll write them nice big check before leaving the room. What happened in the UK with Brexit is going to happen here. Elmer Gantry shows up looking like Boris Johnson and just says whatever shit he can make up to convince the masses that this is their chance! To stick to ALL of them, all who wrecked their American Dream! And now The Outsider, Donald Trump, has arrived to clean house! You don’t have to agree with him! You don’t even have to like him! He is your personal Molotov cocktail to throw right into the center of the bastards who did this to you! SEND A MESSAGE! TRUMP IS YOUR MESSENGER!

And this is where the math comes in. In 2012, Mitt Romney lost by 64 electoral votes. Add up the electoral votes cast by Michigan, Ohio, Pennsylvania and Wisconsin. It’s 64. All Trump needs to do to win is to carry, as he’s expected to do, the swath of traditional red states from Idaho to Georgia (states that’ll never vote for Hillary Clinton), and then he just needs these four rust belt states. He doesn’t need Florida. He doesn’t need Colorado or Virginia. Just Michigan, Ohio, Pennsylvania and Wisconsin. And that will put him over the top. This is how it will happen in November.

The Last Stand of the Angry White Man. Our male-dominated, 240-year run of the USA is coming to an end. A woman is about to take over! How did this happen?! On our watch! There were warning signs, but we ignored them. Nixon, the gender traitor, imposing Title IX on us, the rule that said girls in school should get an equal chance at playing sports. Then they let them fly commercial jets. Before we knew it, Beyoncé stormed on the field at this year’s Super Bowl (our game!) with an army of Black Women, fists raised, declaring that our domination was hereby terminated! Oh, the humanity!
That’s a small peek into the mind of the Endangered White Male. There is a sense that the power has slipped out of their hands, that their way of doing things is no longer how things are done. This monster, the “Feminazi,”the thing that as Trump says, “bleeds through her eyes or wherever she bleeds,” has conquered us — and now, after having had to endure eight years of a black man telling us what to do, we’re supposed to just sit back and take eight years of a woman bossing us around? After that it’ll be eight years of the gays in the White House! Then the transgenders! You can see where this is going. By then animals will have been granted human rights and a fuckin’ hamster is going to be running the country. This has to stop!

The Hillary Problem. Can we speak honestly, just among ourselves? And before we do, let me state, I actually like Hillary – a lot – and I think she has been given a bad rap she doesn’t deserve. But her vote for the Iraq War made me promise her that I would never vote for her again. To date, I haven’t broken that promise. For the sake of preventing a proto-fascist from becoming our commander-in-chief, I’m breaking that promise. I sadly believe Clinton will find a way to get us in some kind of military action. She’s a hawk, to the right of Obama. But Trump’s psycho finger will be on The Button, and that is that. Done and done.
Let’s face it: Our biggest problem here isn’t Trump – it’s Hillary. She is hugely unpopular — nearly 70% of all voters think she is untrustworthy and dishonest. She represents the old way of politics, not really believing in anything other than what can get you elected. That’s why she fights against gays getting married one moment, and the next she’s officiating a gay marriage. Young women are among her biggest detractors, which has to hurt considering it’s the sacrifices and the battles that Hillary and other women of her generation endured so that this younger generation would never have to be told by the Barbara Bushes of the world that they should just shut up and go bake some cookies. But the kids don’t like her, and not a day goes by that a millennial doesn’t tell me they aren’t voting for her. No Democrat, and certainly no independent, is waking up on November 8th excited to run out and vote for Hillary the way they did the day Obama became president or when Bernie was on the primary ballot. The enthusiasm just isn’t there. And because this election is going to come down to just one thing — who drags the most people out of the house and gets them to the polls — Trump right now is in the catbird seat.

The Depressed Sanders Vote. Stop fretting about Bernie’s supporters not voting for Clinton – we’re voting for Clinton! The polls already show that more Sanders voters will vote for Hillary this year than the number of Hillary primary voters in ’08 who then voted for Obama. This is not the problem. The fire alarm that should be going off is that while the average Bernie backer will drag him/herself to the polls that day to somewhat reluctantly vote for Hillary, it will be what’s called a “depressed vote” – meaning the voter doesn’t bring five people to vote with her. He doesn’t volunteer 10 hours in the month leading up to the election. She never talks in an excited voice when asked why she’s voting for Hillary. A depressed voter. Because, when you’re young, you have zero tolerance for phonies and BS. Returning to the Clinton/Bush era for them is like suddenly having to pay for music, or using MySpace or carrying around one of those big-ass portable phones. They’re not going to vote for Trump; some will vote third party, but many will just stay home. Hillary Clinton is going to have to do something to give them a reason to support her — and picking a moderate, bland-o, middle of the road old white guy as her running mate is not the kind of edgy move that tells millenials that their vote is important to Hillary. Having two women on the ticket – that was an exciting idea. But then Hillary got scared and has decided to play it safe. This is just one example of how she is killing the youth vote.
The Jesse Ventura Effect. Finally, do not discount the electorate’s ability to be mischievous or underestimate how any millions fancy themselves as closet anarchists once they draw the curtain and are all alone in the voting booth. It’s one of the few places left in society where there are no security cameras, no listening devices, no spouses, no kids, no boss, no cops, there’s not even a friggin’ time limit. You can take as long as you need in there and no one can make you do anything. You can push the button and vote a straight party line, or you can write in Mickey Mouse and Donald Duck. There are no rules. And because of that, and the anger that so many have toward a broken political system, millions are going to vote for Trump not because they agree with him, not because they like his bigotry or ego, but just because they can. Just because it will upset the apple cart and make mommy and daddy mad. And in the same way like when you’re standing on the edge of Niagara Falls and your mind wonders for a moment what would that feel like to go over that thing, a lot of people are going to love being in the position of puppetmaster and plunking down for Trump just to see what that might look like. Remember back in the ‘90s when the people of Minnesota elected a professional wrestler as their governor? They didn’t do this because they’re stupid or thought that Jesse Ventura was some sort of statesman or political intellectual. They did so just because they could. Minnesota is one of the smartest states in the country. It is also filled with people who have a dark sense of humor — and voting for Ventura was their version of a good practical joke on a sick political system. This is going to happen again with Trump.
Coming back to the hotel after appearing on Bill Maher’s Republican Convention special this week on HBO, a man stopped me. “Mike,” he said, “we have to vote for Trump. We HAVE to shake things up.” That was it. That was enough for him. To “shake things up.” President Trump would indeed do just that, and a good chunk of the electorate would like to sit in the bleachers and watch that reality show.

(Next week I will post my thoughts on Trump’s Achilles Heel and how I think he can be beat.)

ALSO: http://www.alternet.org/election-2016/michael-moores-5-reasons-why-trump-will-win

Yours,
Michael Moore

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* Rund Europa 2016 (2) – Finnland: Da wächst neues Öl heran

Samstag, 16.07.2016, 23:52:12 :: Raudondvaris

Ich habe da zwei Artikel gefunden, die sich aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln mit diesen riesigen finnischen Wäldern beschäftigen:

  • Das neue Erdöl? :: Die Finnen mussten viel mitmachen. Erst verlor die Papierindustrie dramatisch an Umsatz, dann stürzte Nokia in eine tiefe Krise. Jetzt besinnt sich das Land wieder auf seinen Wald. Doch auch der ist endlich.
  • Wälder und Seen: der Birgitan Polku :: Südfinnlands Wälder würden schon nicht so anders sein als die brandenburgischen, ich ging stillschweigend von der Annahme aus, die Waldseen seinen den mecklenburgischen ganz sicherlich vergleichbar. Dann ging ich in die Wälder: Oh, heilige Natur!

Ich kann vieles in beiden Artikeln nur bestätigen…

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* Rund Europa 2016 (2): Mehr Reisestatistk

Freitag, 15.07.2016, 15:26:10 :: Raudondvaris

Draussen regnet es, es stürmt zuweilen, es ist kühler als kühl. Zeit, aufzuarbeiten, was so angefallen ist seit Ende März.

Ich habe nun keine Ahnung, wen das ausser uns (und gegebenenfalls den amerikanischen Geheimdienst) interessiert. Es ist auch das erste mal, dass wir das so ausführlich und sauber darstellen.

Übersicht über die Etappen

1 (Naxos – Hochdorf) und 2 (Hochdorf – Vilnius)

Einzelaufstellung Etappe 1

Einzelaufstellung Etappe 2

Fazit

  1. Im Süden fährt man etwas langsamer (Gebirge, schlechtere Strassen)
  2. Im Süden macht man mehr Pausen beziehungsweise. gibt es häufiger etwas zum Anhalten (im Vergleich zu den großen Strecken in Schweden und Finnland)
  3. Mehr als 40 km/h Tagesschnitt ist nicht.
  4. Im Schnitt sind 200 km Tagesleistung bei vier bis fünf Stunden reiner Fahrzeit vernünftig; das ist jetzt Erfahrung, nicht aus den Daten abgeleitet.
  5. Auf deutschen Autobahnen fährt man am schnellsten…
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