Macht ohne Kontrolle Die Troika

Donnerstag, 26.02.2015, 23:15:43 :: Naxos

Bildschirmfoto arte

Diese Dokumentation ist Schulstoff

Der Film wurde bei ARTE am 24.2.2015 gesendet. Wer ihn gesehen hat, wird wohl in gleicher Weise erschüttert sein wie wir. Und es wird nicht mehr über Griechenland, Spanien, Portugal oder Irland zu diskutieren sein. Sondern über diesen Machtapparat Troika, der mit dem Wort »Korruption« sicher nur sehr unzureichend beschrieben wäre. Selbst »mafiös« scheint mir eher eine Schmeichelei zu sein.

Und das betrifft natürlich nicht nur die agierenden Beamten sondern in weit höherem Masse ihre Auftraggeber.

Jedenfalls diskutiere ich über Griechenland etc. mit niemandem mehr, der/die diese Dokumentation nicht gesehen hat. Es wäre Zeitverschwendung.

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Bildersammelsurium Europa

Samstag, 21.02.2015, 20:06:15 :: Naxos

Hier ist Fasching, eine Woche länger als in Deutschland. Das ist auch nötig in diesen nervenaufreibenden Zeiten. Wir hoffen, das Zipras und seine Truppe endlich Ruhe finden, um das zu organisieren, was sie vorhaben. Ich habe ein gutes Gefühl mit ihm und Varoufakis. Dass sie versuchen, den Brüssler Haufen aufzuscheuchen finde ich erfrischend.

Ja, Europa

Es bekommt noch mal eine Chance, denn ein bankrottes Griechenland hätte dem Euro und der Idee eine harten Stoss versetzt. Ich freue mich auf die Wahlen in Spanien im Herbst. So. Um die Gemüter etwas friedlicher stimmen hier eine Sammlung von Eindrücken aus Europa. Es ist so vielfältig, wir müssen zusammenhalten und dürfen es nicht schwächen.

Diese Sammlung wächst fast täglich. Es gibt eine Kartendarstellung (rechte Seitenleiste), dort kann man gezielt in die Regionen zoomen. Viel Spass. Wer mir in Facebook folgt, kennt sie alle schon…

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Ökonomie verstehen – Von Kühen und U-Booten

Dienstag, 17.02.2015, 17:19:59 :: Naxos

Es wird viel gestritten derzeit über Schulden und deren Verschulden, wer wem wie viel gegeben hat und wer wem was schuldet und vor allem: Wer also gefälligst zu seiner Schuld zu stehen hat. Da ist Herr Schäuble die erste Referenz.

Aber lassen wir das. Es gibt Wichtigeres. Zum Bespiel zu verstehen, wie Schulden zustande kommen und wie Reichtum. Es gibt Ökonomen, die behaupten, das seien Seiten ein und derselben Medaille.

Da hab ich mir überlegt – eingedenk der Kommentare im derzeitig wieder feurig geführten Griechenbashing – wie man auch dem allerkleinsten Kleingeist und Stammtischbruder die Zusammenhänge erklären könnte. Nun, ich bin kein Ökonom, ein sehr kleines Licht in dieser Disziplin, aber ich glaube, ich habe da was verstanden:

Fangen wir ganz klein an

Ein Dorf. Einer hat viele Kühe, er hat den Bogen raus, die zu züchten und immer mehr werden zu lassen. Und er wäre nun gerne welche los; Kuhschwemme sozusagen. Sein Nachbar hat nichts, was er gegen eine Kuh tauschend geben könnte. Ausser Gras. Das aber hat der andere auch. Da kommt der Kuhzüchter auf eine Idee: »Ich leihe dir drei Kühe, dann kannst du dir eine Kuh kaufen.« – »Was soll die denn kosten« fragt der andere. »Gib mir zwei Kühe und die neue Kuh ist dein.« antwortet der andere.

Der Tausch geht über die Wiese – sozusagen – und der neue Kuhbauer hat nun zwei Kühe auf seinem Hof stehen. Die grasen, geben Milch. Nur wie lange? Da kommt er auf eine Idee: mit den beiden Kühen kann er ja eine weitere Kuh kaufen. Was er auch tut. Nun hat er also eine neue Kuh. Sein Problem ist nur, dass die nächste Kuh wieder zwei Kühe kosten wird. Also leiht er sich irgendwann eine weitere Kuh um mit den zweien eine neue zu kaufen.

Und? Wo liegt der Fehler?

Ganz einfach. Er hat eine Kuh. Und schuldet dem anderen deren vier. Der hat aber sowieso zu viele, wäre im Grund auch froh, noch mehr los zu werden. Nur wie, ohne sie zu »verschenken«?

Genau!

Die Kuh muss kalben, dann hat er »Geld«. Also fragt es den Nachbarn, was er denn dafür will, die Kuh decken zu lassen. Zwei Kälber will der dafür haben. Gesagt getan. Die Kuh wird trächtig und bringt ein Kalb zur Welt… Zu deutsch: So wird das nichts.

Und jetzt könnt ihr diskutieren!

Ok., da kommen natürlich zunächst Fragen auf. Das verstehe ich. Zum Beispiel: Was haben hier Kühen zu suchen? Gegenfrage: Was haben U-Boote in Griechenland zu suchen? Dazu hin aufgedrängte? Denn es war doch immer klar, dass die Griechen…

Wie gesagt, ich bin ein kleines Licht. Vielleicht helfen Euch die folgenden Links weiter. Mir haben sie jedenfalls sehr geholfen. Und mich auf die Idee mit den Kühen gebracht…

Links:

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Wer mag kein Olivenöl?


Donnerstag, 22.01.2015, 15:02:05 :: Naxos

Jedes Land, jede Gegend in Südeuropa, wo ein paar Olivenbäume stehen, hat das beste, das gesündeste Olivenöl. Ich stolperte gerade über den Artikel in Radio Korfu, wo über die Qualität von Olivenöl berichtet wird.

Und da wir in den letzten Wochen überall die erntenden Menschen hier erlebt haben – schlagend, sammelnd, schleppend – und wieder beim Pressen waren, denke ich, ich werde auch ein paar Gedanken los. Zunächst: Wo wir hin kamen in Griechenland und es gab Olivenbäume, die örtlichen Oliven waren immer die besten. Das ist verständlich, wer macht sich selbst schlecht. Und die italienischen und spanischen Produzenten von Massenölen wissen das auch. Deshalb kaufen sie Unmengen griechischen Olivenöls auf, panschen es – streng nach EU-Normen, versteht sich – und verkaufen es unter Fantasienamen in – zum Beispiel – deutschen Supermärkten. Gleich vorweg, dann ist das auch gesagt: Es hat nichts mit dem zu tun, was man vor Ort aus der Presse beziehungsweise mittlerweile der Zentrifuge laufen sieht, in dem man sogleich sein Weissbrot intensiv badet um es schlürfend und genussvoll zu verzehren, einen Schluck Landwein hinterher kippt und ein paar Brocken Käse… Und wer noch nie frische Kartoffelschnitze in einer Riesenpfanne im Olivenöl schwimmen und braun werden gesehen hat, der darf nicht mitreden. Tut mir leid.

Ob nun, wie wir es auf der Mani erlebt haben, lupenreines Bioöl produziert wird (das man in Deutschland bestellen kann, die Firma ist in Ulm und im Internet), ob man die Olivenhaine bei Freunde in Etoliko durchschreitet und die eingelegten Früchte dieser Bäume geniesst, durch die endlosen Olivenhaine von Itea am Fusse der Berge vor Delfi fährt, oder in denen hier bei Halki auf Naxos spazieren geht – egal: Man muss das versucht und genossen haben, was am Ende von der Rinne, aus der Leitung fliesst, das frische Öl.

Zentrifuge statt Presse

Wir haben das auch erst vorletzten Winter gelernt: Überwiegend wird das Öl heute nicht mehr in der Presse gewonnen sondern durch Zentrifugieren der Maische. Das ist schonender und ökonomischer. Der Trester wird übrigens zu Pellets gepresst – Schweinefutter und/oder Heizmaterial. Und wichtig ist, dass die Oliven an dem Tag verarbeitet werden an dem sie geerntet wurden. Darauf verweisen sie alle, die ihre Säcke anfahren, auskippen und sich dann an den Tisch setzen und ölgetränktes Brot verzehren – wenn sie vor lauter Erzählen und diskutieren dazu kommen. Deshalb stehen die vielen »Ölmühlen« hier auf den Dörfern auch nahe der Ernteplätze, die Anfahrtswege sind dann kurz. Denn »gepresst« wird am »Nachmittag«; also abends, nach Sonnenuntergang. Nachts sozusagen… Und nach dem reichlichen Schnabulieren lässt man sich dann an der »Tankstelle« frisches Öl abfüllen, 5 € für eine Liter dieses Jahr. Direkt vom Erzeuger, daher günstig aber nicht billig. Und ungefähr 20 Liter brauchen wir pro Jahr. Mindestens…

Um also die Eingangsfrage zu beantworten: Wer kein Olivenöl mag, hat sein Öl beim Billigheimer erworben, hat nicht das Etikett studiert, hat nicht tief genug in die Tasche gegriffen. Denn seinen Preis ist es eben wert. Und der ist hoch, das gebe ich zu.

YouTube

Links:

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Vor der Wahl: Tsipras wendet sich an die Deutschen

Donnerstag, 22.01.2015, 13:45:30 :: Quelle: Radio Korfu

In einem offenen Brief an das “Handelsblatt” wendet sich A. Tsipras an die Deutschen… Lesenswert!

Tsipras: Fiskalisches Waterboarding

Liebe Leser des Handelsblatts,

die Mehrheit von Ihnen wird sich bereits jetzt eine Meinung darüber gebildet haben, was sie in diesem Artikel lesen wird. Das ist mir bewusst. Ich wage es dennoch, sie darum zu bitten, sich den folgenden Zeilen möglichst vorurteilsfrei zu widmen. Denn Vorurteile sind, vor allem in Zeiten der Wirtschaftskrise, keine guten Berater, sie schüren Intoleranz, Nationalismus, Rückwärtsgewandheit, ja sogar Gewalt.

Ich wende mich mit einem offenen Brief an Sie, um Ihnen eine andere Sicht auf das zu geben, was sich vom Jahr 2010 bis zum heutigen Tage an abgespielt hat. In erster Linie jedoch möchte ich Ihnen in aller Aufrichtigkeit die Vorschläge und Zielsetzungen meiner Partei SYRIZA erläutern, welche am 26. Januar die dann neu gewählte griechische Regierung stellen könnte.

Der griechische Staat ist seit 2010 nicht mehr dazu in der Lage, seine Schulden zurückzuzahlen. Unglücklicherweise beschloss man auf offizieller europäischer Seite, so zu tun, als könne man diesem Problem mittels des größten in der Menschheitsgeschichte je gewährten Kredites und der strikten Durchsetzung eines finanz- und strukturpolitischen Anpassungsprogramms Herr werden. Und das, obwohl dies mit mathematischer Gewissheit das Zusammenschrumpfen des Inlandseinkommens zur Folge haben musste, aus welchem die Abzahlung neuer wie alter Kredite finanziert wird.

Kreditvereinbarung entschieden abgelehnt

Man ging das Problem an, als handle es sich beim drohenden Staatsbankrott um einen Liquiditätsengpass. Anders ausgedrückt: Man machte sich die Logik eines Bankers zu eigen, der, statt sich einzugestehen, dass sein an eine bankrotte Firma ausgezahlter Kredit „geplatzt“ ist, dieser einfach weitere Geldsummen verleiht und sich vormacht, die Kredite würden abbezahlt, wenn man die unabwendbare Pleite nur immer weiter hinauszögere.

Es hätte nicht mehr als gesunden Menschenverstand gebraucht, um zu erkennen, dass das konsequente Festhalten am „Extend and Pretend“-Dogma für mein Land in einer Tragödie enden würde. Es hätte nicht mehr als gesunden Menschenverstand gebraucht, um zu verstehen, dass man, statt Griechenland zu stabilisieren, nur Öl ins Feuer einer sich immer wieder aufs Neue selbst entfachenden Krise goss, die Europa bis in seine Grundfesten bedroht. Die im Mai 2010 verabschiedete Kreditvereinbarung wurde von meiner Partei und mir entschieden abgelehnt. Nicht weil wir glaubten, Deutschland und unsere anderen Partner hätten uns nicht genügend Geld zur Verfügung gestellt, sondern weil wir der Auffassung waren, dass sie uns weit größere Summen haben zukommen lassen als angemessen, weit mehr als anzunehmen wir berechtigt gewesen wären. Geldsummen, die weder der griechischen Bevölkerung zugute kommen würden, da sie nur dazu bestimmt waren, in ein Schuldenfass ohne Boden geworfen zu werden, noch das Anwachsen der Staatschulden, deren Last unsere Partner unweigerlich immer wieder auf Ihre Bürger abwälzen würden, würden verhindern können.

Diese unleugbare Tatsache war auch der Bundesregierung bekannt und wurde dennoch verschwiegen.

Tausende Unternehmen in den Ruin getrieben

Weniger als ein Jahr darauf hatte sich unsere Einschätzung als richtig erwiesen. Die Kombination aus Neuaufnahme enormer Kreditsummen und massiven Kürzungen hatte es nicht nur nicht vermocht, die Schuldenproblematik zu zähmen, sondern darüber hinaus auch die Schwächsten unserer Gesellschaft hart getroffen. Gewissenhafte Arbeitnehmer waren arbeits- und obdachlos geworden und fühlten sich vor allem ihrer Würde beraubt. Die massiven Einkommensverluste trieben Tausende Unternehmen in den Ruin und verhalfen den verbliebenen dazu, sich als Oligopole zu etablieren und an Stärke zu gewinnen.

In Zeiten, in denen das Defizit an Hoffnung und Perspektive größer ist als alle anderen Defizite, brauchte es nicht lang, bis das „Schlangenei“ des Faschismus ausgebrütet war und Neonazis in den Nachbarschaften unseres Landes zu patrouillieren begannen, um Hass und Gewalt zu säen.

Trotz des fulminanten Scheiterns dieser Strategie hält man bis zum heutigen Tag an der erwähnten Logik der Verlängerung und Täuschung fest. Mit der im Jahr 2012 getroffenen Kreditvereinbarung lud man eine noch größere Schuldenlast auf die ohnehin schon schwachen Schultern Griechenlands und löste eine neue Rezession aus, während die Gelder unserer Partner in die Finanzierung eines Systems persönlicher Bereicherung und Vorteilsnahme verwendet wurden und der damals vorgenommene Haircut vornehmlich die Einlagen der Sozialversicherungs- und Rentenkassen beschnitt.

Leugnen mathematischer Tatsachen

In der letzten Zeit hört man Beobachter von einer Stabilisierung Griechenlands sprechen, sogar von Wachstum ist die Rede und davon, dass die verfolgte Politik nun Früchte trage. Dabei handelt es sich um eine willkürliche Verzerrung der Tatsachen, welche einer genaueren Analyse nicht standhalten kann. So markiert der jüngste Anstieg des realen Nationaleinkommens um 0,7% nicht etwa das Ende der Rezession, sondern deren Fortsetzung, da im selben Zeitraum die Inflation bei minus 1,8% lag.

Die Wahrheit ist, dass die Staatsschulden Griechenlands nicht zurückgezahlt werden können, solange die griechische Volkswirtschaft ständigen fiskalischen Ertränkungsversuchen ausgesetzt ist (fiscal waterboarding). Das Beharren auf diese ausweglose und menschenverachtende Politik und das Leugnen mathematischer Tatsachen kostet den deutschen Steuerzahler Unmengen an Geld und das griechische Volk seine Würde. Und führt, noch viel schlimmer, dazu, dass sich Griechen gegen Deutsche und Deutsche gegen Griechen wenden und so dem Gedanken eines demokratischen und geeinten Europa tiefe Schäden zufügen.

Deutschland, und vor allem die hart arbeitenden deutschen Steuerzahler haben von einer SYRIZA-Regierung nicht das geringste zu befürchten. Ganz im Gegenteil.

Kleptokratischem System den Kampf angesagt

Unser Ziel ist es nicht auf Konfrontation mit unseren Partnern zu gehen, noch mehr Kredite oder einen Freibrief für neue Defizite zu erhalten. Unsere Ziele sind die Stabilisierung des Landes, das Erreichen eines ausgeglichenen Primärhaushaltes und die Beendigung dieses Aderlasses, den deutsche und griechische Steuerzahler dank dieser absolut unangemessenen Kreditvereinbarung über sich haben ergehen lassen müssen. Wir fordern ein Ende des „Extend and Pretend“–Dogmas, und zwar nicht zu Lasten der Bürger Deutschlands, sondern zu unser aller Vorteil.

Liebe Leser, ich weiß, dass hinter der Forderung nach genauester Durchsetzung dessen, was vereinbart wurde, die Befürchtung steht, die Griechen könnten, wenn man es ihnen erlaube, einfach weitermachen wie bisher. Ich habe großes Verständnis für diese Sorge und möchte klarstellen, dass es nicht meine Partei, dass es nicht SYRIZA war, die dieses System aus Korruption, persönlicher Bereicherung und Vorteilsnahme geschaffen hat, sondern eben jene, die heute allzu sehr auf die Einhaltung des Vereinbarten und die Fortführung des Reformprogramms pochen. Selbstverständlich nur, wenn dabei ihre eigenen Privilegien, wie dies in den vergangenen vier Jahren und unter der Regierung Samaras der Fall war, gänzlich unangetastet bleiben. Wir haben diesem kleptokratischen System den Kampf angesagt und werden eine weitreichende Reform des Staates und der öffentlichen Verwaltung vornehmen sowie Transparenz, leistungsorientierte Einstellungs- und Beförderungssysteme und Steuergerechtigkeit schaffen, darüber hinaus hart gegen Geldwäscher vorgehen.

Das ist unsere Reformagenda. Die Reformagenda, die wir dem griechischen Volk bei den kommenden Wahlen zur Abstimmung vorlegen.

Mehr Solidarität und mehr Demokratie

Ziel ist es, im Rahmen der Eurozone zu einer neuen Übereinkunft zu kommen, die es der griechischen Bevölkerung möglich macht zu atmen, ihre Produktivität freizusetzen und in Würde zu leben. Mit Wiederherstellung der Schuldentragfähigkeit und einem Ausweg aus der Rezession. Mittels Wachstumsfinanzierung statt zum Scheitern verurteilter Austeritätspolitik, welche immer wieder in die Rezession führt. Mit Förderung des sozialen Zusammenhaltes. Mit mehr Solidarität und mehr Demokratie.

Am 25. Januar wird in Griechenland eine neue Chance für ganz Europa geboren. Mögen wir sie nicht ungenutzt lassen.

Das Nationaleinkommen sank also weiter, nur eben weniger stark als die Durchschnittspreise. Der Schuldenberg wächst beständig weiter. Wir haben es mit einer beschämenden Schönung der Statistik zu tun, mit welcher man die Effektivität der von der Troika in Griechenland verfolgten Politik zu belegen – und die Europäer, die das Recht haben, endlich die Wahrheit zu erfahren, ein weiteres mal hinters Licht zu führen versucht.

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Worte aus der Abseite

Ich kann mir nicht vorstellen, dass irgendeine Weltanschauung mir eine Meinung verbieten kann, weder ernste noch spöttische. Und auch nicht satirische.

Ich denke auch, wer in seiner Anschauung oder seinem Glauben gefestigt ist, der schaut gelangweilt darüber hinweg.

Drum prüfet Euch…

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Wie kommt man nach Naxos?

Sonntag, 04.01.2015, 13:11:00 :: Naxos. Stand: Mittwoch, 07.01.2015, 00:53:08

Ich hoffe, möglichst viele stellen sich mittlerweile diese Frage:

Wie kommt man nach Naxos?

Für alle, die sich mit dem Gedanken tragen, uns auf Naxos zu besuchen, gibt es hier ein paar Hilfestellungen.

Naxos ist die grösste Insel in der Ägäis, also zwischen Griechenland und der Türkei. Das bedeutet, dass man mit dem Auto oder gar zu Fuss da nicht direkt hin kommt. Es bedarf einer Fahrt mit der Fähre von Piräus aus oder eines Fluges vom Flughafen Athen aus. Naxos hat einen kleinen Flughafen, auf dem Hüpfer starten und landen können.

Mit dem Auto

Es ist natürlich die schönste und erlebnisreichste Art der Annäherung, allerdings auch die zeitaufwändigste und teuerste; aber es ist dann eine Reise, keine Anreise.

  1. Über Schweiz/Österreich und Italien fährt entweder die Autostrada oder kleine Straßen durch den Apennin bis Ancona oder Brindisi und setzt mit der Fähre nach Durres oder Vlore in Albanien oder nach Igoumenitsa in Griechenland über: ferries.gr oder AFerry. Im Sommer ist das Vorbuchen der Fähren sinnvoll. Von dort fährt man dann entlang des Ionischen Meeres über Delfi nach Piräus.

  2. Landschaftlich und kulturell gibt die Fahrt durch Österreich, Slovenien, Kroatien, Montenegro und Albanien noch mehr her. Albanien jedenfalls ist es wert, entdeckt zu werden.

Die Strecken machen Spass, wenn man sich mindestens 7-10 Tage Zeit nimmt. Durchrasen geht auch, aber der Schnuckelfaktor ist dann Null.

Fliegen

Grossraum Athen: Piräus links, Flughafen rechts, Masstab unten links.

  1. Der normale Weg führt von einem deutschen Flughafen nach Athen. Dort steigt man direkt am Ausgang in den Schnellbus nach Piräus. Im Regelfall wird man die Fähre nicht am selben Tag erreichen. Das macht aber gar nichts, im Gegenteil: Es verhilft allen Neugierigen zu einem Nachmittag und Abend in Athen – Altstadt, Akropolis, Museen…

  2. Es gibt im Sommer auch Direktflüge aus Deutschland nach Mykonos und Santorin (GermanWings, Condor, AirBerlin), von wo aus man mit der Fähre Naxos erreichen kann. Das lohnt, wenn der Preis stimmt, insbesondere im Falle von Santorin, diesem grandiosen Kraterrand mitten im blauen Wasser; aber auch da sollte man sich 1–2 Tage Zeit nehmen, Akrotiri und Oia besuchen und – wer mag – den gehobenen Tourismus geniessen.

Besonders bei der Fluglinie AegeanAir sollte man sich schlau machen, sie bietet bei guten Preisen auch Flüge bis Naxos – freilich mit Umsteigen in Athen. Zuweilen klappt das sogar innerhalb eines Tages pro Richtung. Von Stuttgart aus fliegt AegeanAir täglich.

Piräus – Naxos

Hafenbereich Piräus, Übersicht

Der Bus vom Flughafen Athen hält direkt im Fährhafen, zum Schiff sind es also nur ein paar Schritte. Wenn die Fähre nicht am selben Tag fährt? Man besorgt sich dann sein Ticket, das ca 35€ kostet und geht über die grosse Strasse. Dort gibt es in einer Seitenstrasse das kleine, einfache und sehr preisgünstige Hotel Delfini, das man sogar per Booking.com vorab buchen kann.

Dort macht man sich frisch und geht dann ca. 100 m bis zur Schnellbahn, die einen direkt in die Athener Altstadt zum Monastiraki-Platz bringt. Von dort aus erreicht man alles Sehenswerte zu Fuss.

Pier, Hotel und Schnellbahn nach Athen: Nah dran

Wer für das Hotel etwas mehr ausgeben will, kann auch ca. 200 m vom Monastiraki entfernt das Hotel Attalos Booking.com in der Athinas-Strasse wählen (vorab buchen ist hier erforderlich). Die haben einen Dachgarten, von dem aus sich abends die Akropolis im Lichterspiel geniessen lässt. Nachteil: Man muss morgens früher raus, die Fähre geht so gegen 7 Uhr morgens bzw. 17 Uhr nachmittags.

Die Fähre

Sie braucht für die ca. 150 km ungefähr 5 – 6 Stunden. In der Zeit schwimmt man durch die Inselwelt der Ägäis, immer eine Insel vor oder neben sich. Nach einem Zwischenhalt in Paros, der Nachbarinsel, ist man dann gegen Mittag oder kurz vor Mitternacht in Naxos.

Naxos

Also hier werdet Ihr abgeholt, keine Frage. Wegen der Untrerkünfte können wir uns kümmern, wenn wir früh genug wissen, wann Ihr ankommt, aber wer Lust hat: Hotels gibt es viele, nur sind sie im Sommer (hoffentlich) alle belegt. Wir schlagen vor ihr fragt im Hotel Elizabeth nach.

In jedem Fall gilt, selbst wenn Ihr plötzlich vor der Tür steht: Wir finden was. – Also…!

Links:

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Zum Jahresende

Samstag, 20.12.2014, 13:08:10 :: Galanado

Unser Elektrogeschäft an der Strasse nach Galanado

Liebe Freunde und Verwandte,

Lis hat sich wieder hin gesetzt und hat versucht, dem ablaufenden Jahr irgendwie eine Form zu geben. Das ist ihr, wie ich finde, gelungen. Auch wenn nicht alles erwähnt wird, erhaltet Ihr einen guten Überblick, selbstverständlich mit vielen Bildern.

Der Brief ist ein 23-seitiges PDF, bilderlastig und daher sehr gross (208 MB).

Viel Spass beim Lesen und eine gute und schöne Weihnachtszeit.

Herzliche Grüsse,
Reinard & Lis.

Links für Jahresbrief 2014:

(»Qualität« bezieht sich auf die Bilder)

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“Wieder Krieg in Europa? Nicht in unserem Namen!”

Montag, 08.12.2014, 14:47:44 :: Naxos

Vorbemerkung: Eine derartige öffentliche Äusserung war mehr als überfällig. Warum ein solcher Aufruf nicht zur freien Unterschrift ins Netz gestellt wir, ist für mich unerfindlich. Zur Kenntnis genommen gehört er jedenfalls. Veröffentlicht wurde der Aufruf in der ZEIT.

Der Aufruf im Wortlaut:

Wieder Krieg in Europa? Nicht in unserem Namen!

Niemand will Krieg. Aber Nordamerika, die Europäische Union und Russland treiben unausweichlich auf ihn zu, wenn sie der unheilvollen Spirale aus Drohung und Gegendrohung nicht endlich Einhalt gebieten. Alle Europäer, Russland eingeschlossen, tragen gemeinsam die Verantwortung für Frieden und Sicherheit. Nur wer dieses Ziel nicht aus den Augen verliert, vermeidet Irrwege.

Der Ukraine-Konflikt zeigt: Die Sucht nach Macht und Vorherrschaft ist nicht überwunden. 1990, am Ende des Kalten Krieges, durften wir alle darauf hoffen. Aber die Erfolge der Entspannungspolitik und der friedlichen Revolutionen haben schläfrig und unvorsichtig gemacht. In Ost und West gleichermaßen. Bei Amerikanern, Europäern und Russen ist der Leitgedanke, Krieg aus ihrem Verhältnis dauerhaft zu verbannen, verloren gegangen. Anders ist die für Russland bedrohlich wirkende Ausdehnung des Westens nach Osten ohne gleichzeitige Vertiefung der Zusammenarbeit mit Moskau, wie auch die völkerrechtswidrige Annexion der Krim durch Putin, nicht zu erklären.

In diesem Moment großer Gefahr für den Kontinent trägt Deutschland besondere Verantwortung für die Bewahrung des Friedens. Ohne die Versöhnungsbereitschaft der Menschen Russlands, ohne die Weitsicht von Michael Gorbatschow, ohne die Unterstützung unserer westlichen Verbündeten und ohne das umsichtige Handeln der damaligen Bundesregierung wäre die Spaltung Europas nicht überwunden worden. Die deutsche Einheit friedlich zu ermöglichen, war eine große, von Vernunft geprägte Geste der Siegermächte. Eine Entscheidung von historischer Dimension. Aus der überwundenen Teilung sollte eine tragfähige europäische Friedens- und Sicherheitsordnung von Vancouver bis Wladiwostok erwachsen, wie sie von allen 35 Staats- und Regierungschefs der KSZE-Mitgliedsstaaten im November 1990 in der “Pariser Charta für ein neues Europa” vereinbart worden war. Auf der Grundlage gemeinsam festgelegter Prinzipien und erster konkreter Maßnahmen sollte ein “Gemeinsames Europäisches Haus” errichtet werden, in dem alle beteiligten Staaten gleiche Sicherheit erfahren sollten. Dieses Ziel der Nachkriegspolitik ist bis heute nicht eingelöst. Die Menschen in Europa müssen wieder Angst haben.

Wir, die Unterzeichner, appellieren an die Bundesregierung, ihrer Verantwortung für den Frieden in Europa gerecht zu werden. Wir brauchen eine neue Entspannungspolitik für Europa. Das geht nur auf der Grundlage gleicher Sicherheit für alle und mit gleichberechtigten, gegenseitig geachteten Partnern. Die deutsche Regierung geht keinen Sonderweg, wenn sie in dieser verfahrenen Situation auch weiterhin zur Besonnenheit und zum Dialog mit Russland aufruft. Das Sicherheitsbedürfnis der Russen ist so legitim und ausgeprägt wie das der Deutschen, der Polen, der Balten und der Ukrainer.

Wir dürfen Russland nicht aus Europa hinausdrängen. Das wäre unhistorisch, unvernünftig und gefährlich für den Frieden. Seit dem Wiener Kongress 1814 gehört Russland zu den anerkannten Gestaltungsmächten Europas. Alle, die versucht haben, das gewaltsam zu ändern, sind blutig gescheitert – zuletzt das größenwahnsinnige Hitler-Deutschland, das 1941 mordend auszog, auch Russland zu unterwerfen.

Wir appellieren an die Abgeordneten des Deutschen Bundestages, als vom Volk beauftragte Politiker, dem Ernst der Situation gerecht zu werden und aufmerksam auch über die Friedenspflicht der Bundesregierung zu wachen. Wer nur Feindbilder aufbaut und mit einseitigen Schuldzuweisungen hantiert, verschärft die Spannungen in einer Zeit, in der die Signale auf Entspannung stehen müssten. Einbinden statt ausschließen muss das Leitmotiv deutscher Politiker sein.

Wir appellieren an die Medien, ihrer Pflicht zur vorurteilsfreien Berichterstattung überzeugender nachzukommen als bisher. Leitartikler und Kommentatoren dämonisieren ganze Völker, ohne deren Geschichte ausreichend zu würdigen. Jeder außenpolitisch versierte Journalist wird die Furcht der Russen verstehen, seit NATO-Mitglieder 2008 Georgien und die Ukraine einluden, Mitglieder im Bündnis zu werden. Es geht nicht um Putin. Staatenlenker kommen und gehen. Es geht um Europa. Es geht darum, den Menschen wieder die Angst vor Krieg zu nehmen. Dazu kann eine verantwortungsvolle, auf soliden Recherchen basierende Berichterstattung eine Menge beitragen.

Am 3. Oktober 1990, am Tag der Deutschen Einheit, sagte Bundespräsident Richard von Weizsäcker: “Der Kalte Krieg ist überwunden. Freiheit und Demokratie haben sich bald in allen Staaten durchgesetzt. … Nun können sie ihre Beziehungen so verdichten und institutionell absichern, dass daraus erstmals eine gemeinsame Lebens- und Friedensordnung werden kann. Für die Völker Europas beginnt damit ein grundlegend neues Kapitel in ihrer Geschichte. Sein Ziel ist eine gesamteuropäische Einigung. Es ist ein gewaltiges Ziel. Wir können es erreichen, aber wir können es auch verfehlen. Wir stehen vor der klaren Alternative, Europa zu einigen oder gemäß leidvollen historischen Beispielen wieder in nationalistische Gegensätze zurückzufallen.”

Bis zum Ukraine-Konflikt wähnten wir uns in Europa auf dem richtigen Weg. Richard von Weizsäckers Mahnung ist heute, ein Vierteljahrhundert später, aktueller denn je.

Die Unterzeichner

Mario Adorf, Schauspieler
Robert Antretter (Bundestagsabgeordneter a. D.)
Prof. Dr. Wilfried Bergmann (Vize – Präsident der Alma Mater Europaea)
Luitpold Prinz von Bayern (Königliche Holding und Lizenz KG)
Achim von Borries (Regisseur und Drehbuchautor)
Klaus Maria Brandauer (Schauspieler, Regisseur)
Dr. Eckhard Cordes (Vorsitzender Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft)
Prof. Dr. Herta Däubler-Gmelin (Bundesministerin der Justiz a.D.)
Eberhard Diepgen (ehemaliger Regierender Bürgermeister von Berlin)
Dr. Klaus von Dohnanyi (Erster Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg)
Alexander van Dülmen (Vorstand A-Company Filmed Entertainment AG)
Stefan Dürr (Geschäftsführender Gesellschafter und CEO Ekosem-Agrar GmbH)
Dr. Erhard Eppler (Bundesminister für Entwicklung und Zusammenarbeit a.D.)
Prof. Dr. Dr. Heino Falcke (Propst i.R.)
Prof. Hans-Joachim Frey (Vorstandsvorsitzender Semper Opernball Dresden)
Pater Anselm Grün (Pater)
Sibylle Havemann (Berlin)
Dr. Roman Herzog (Bundespräsident a.D.)
Christoph Hein (Schriftsteller)
Dr. Dr. h.c. Burkhard Hirsch (Bundestagsvizepräsident a.D.)
Volker Hörner (Akademiedirektor i.R.)
Josef Jacobi (Biobauer)
Dr. Sigmund Jähn (ehemaliger Raumfahrer)
Uli Jörges (Journalist)
Prof. Dr. Dr. h.c. Margot Käßmann (ehemalige EKD Ratsvorsitzende und Bischöfin)
Dr. Andrea von Knoop (Moskau)
Prof. Dr. Gabriele Krone-Schmalz (ehemalige Korrespondentin der ARD in Moskau)
Friedrich Küppersbusch (Journalist)
Vera Gräfin von Lehndorff (Künstlerin)
Irina Liebmann (Schriftstellerin)
Dr. h.c. Lothar de Maizière (Ministerpräsident a.D.)
Stephan Märki (Intendant des Theaters Bern)
Prof. Dr. Klaus Mangold (Chairman Mangold Consulting GmbH)
Reinhard und Hella Mey (Liedermacher)
Ruth Misselwitz (evangelische Pfarrerin Pankow)
Klaus Prömpers (Journalist)
Prof. Dr. Konrad Raiser (eh. Generalsekretär des Ökumenischen Weltrates der Kirchen)
Jim Rakete (Fotograf)
Gerhard Rein (Journalist)
Michael Röskau (Ministerialdirigent a.D.)
Eugen Ruge (Schriftsteller)
Dr. h.c. Otto Schily (Bundesminister des Inneren a.D)
Dr. h.c. Friedrich Schorlemmer (ev. Theologe, Bürgerrechtler)
Georg Schramm (Kabarettist)
Gerhard Schröder (Bundeskanzler a.D.)
Philipp von Schulthess (Schauspieler)
Ingo Schulze (Schriftsteller)
Hanna Schygulla (Schauspielerin, Sängerin)
Dr. Dieter Spöri (Wirtschaftsminister a.D.)
Prof. Dr. Fulbert Steffensky (kath. Theologe)
Dr. Wolf-D. Stelzner (geschäftsführender Gesellschafter: WDS-Institut für Analysen in Kulturen mbH)
Dr. Manfred Stolpe (Ministerpräsident a.D.)
Dr. Ernst-Jörg von Studnitz (Botschafter a.D.)
Prof. Dr. Walther Stützle (Staatssekretär der Verteidigung a.D.)
Prof. Dr. Christian R. Supthut (Vorstandsmitglied a.D. )
Prof. Dr. h.c. Horst Teltschik (ehemaliger Berater im Bundeskanzleramt für Sicherheit und Außenpolitik)
Andres Veiel (Regisseur)
Dr. Hans-Jochen Vogel (Bundesminister der Justiz a.D.)
Dr. Antje Vollmer (Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages a.D.)
Bärbel Wartenberg-Potter (Bischöfin Lübeck a.D.)
Dr. Ernst Ulrich von Weizsäcker (Wissenschaftler)
Wim Wenders (Regisseur)
Hans-Eckardt Wenzel (Liedermacher)
Gerhard Wolf (Schriftsteller, Verleger)

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Mai im Dezember

Freitag, 05.12.2014, 12:57:45 :: Galanado; ein Fragment
Freitag, 06.02.2015, 12:37:34 :: Naxos, veröffentlicht

Ja, der Klee blüht jetzt seit ein paar Tagen. Und ja, es ist schön hier, auch wenn es in den vergangenen Tagen je nach Windrichtung kalt oder wärmer aber nass und feucht war. Gestern waren wir am Strand spazieren, danach auch schwimmen; selbst einen Cappuccino konnte Lis am einzigen offene Strandcafé in der Sonne geniessen.

180°-Panorama

Lis im Bade; bewacht durch ein Kriegsschiff

Dieser Kahn übt hier schon seit Tagen rum; was Putin im Ärmelkanal kann, das kann »der Grieche« auch vor Naxos…

So. Langsam wird es wieder. Mit mir. Die Lunge ist immer noch nicht so richtig, Geschmacks- und Geruchssinn sind leidlich, zuweilen absonderlich. Aber es lässt sich damit leben; andere haben’s da schwerer. Nicht so auf der politischen Bühne, da wird täglich alles eher schlimmer und verworrener, auch wenn Bodo Ramelow heute doch übers Stöckchen springen konnte. Dass da schon vor einiger Zeit ein anderer sog. Aussenseiter das auch schon geschafft hat, den trägen Politikerstadel versuchsweise auszumisten, das ist schon fast vergessen; aktive Politik korrumpiert eben eher als dass sie das moralische Niveau hebt.

So ist das. Und zwar schon lange.

Wenn auf Erden die Liebe herrschte, wären alle Gesetze entbehrlich.

Aristoteles

Wollen wir also hoffen, dass bald wieder Ruhe einkehrt in der Politikersuhle, dass dort akzeptiert wird, dass andere auch regieren können; was ich ebenfalls hoffe.

Namenstag

der deutsche Kalender…

StayFriends behauptet, ich hätte heute Namenstag. Und Namenstage sind ja hier im orthodoxen Griechenland viel wichtiger als Geburtstage. Grund, mich mal endlich um meinen Namen zu kümmern. Dabei darf man wegen des fehlenden »h« nicht pingelig sein. Der orthodoxe griechische Kalender verliert natürlich kein Wort über mich. Das hat seinen Grund, doch dazu gleich mehr.

… und der Orthodoxer Namenstagskalender

Ich muss gestehen, dass es mich noch nie so richtig interessiert hat, was es mit meinem Namen so auf sich hat. Ich weiss nur, dass ich als kleines Kind immer sagen musste »Reinard ohne Haar«, wenn ich gefragt wurde »Wie heisst du denn?« oder »Wie heisst denn der kleine Mann?« oder wie man eben gefragt wird von Erwachsenen, die ja sehr wohl wissen, wie man heisst. Aber sie wollen es eben von »dem kleinen Mann« hören. Und der wusste überhaupt nicht weshalb »ohne Haar«, wo er doch den ganzen Kopf voll davon hatte; freilich seitlich sauber rasiert und gescheitelt, wie man das so hatte in den späten Vierzigerjahren. Heute aber wird sie enthüllt, die

Bedeutung des Namens Reinard

Der Name Reinhard ist ein Kompositum, gebildet aus Ableitungen der altgermanischen Wörter ‚ragina‘ („Rat“), ‚rain‘ („rein“, „wahr“) und ‚harti‘ („Herz“, „hart“ bzw. „stark“). Er bedeutet etwa der Reinherzige = „der Ehrliche“, „der Treue“ und der im Rat Starke, also „der Kundige“.

Da werd’ ich aber rot… Dann schauen wir doch besser mal nach dem

Namenspatron von Reinard

Reginhard († 5. Dezember 1037) war Stiftsprobst in St. Kassius in Bonn und wurde 1025 Bischof von Lüttich (Liège). Er war wohltätig gegen die Armen und mild gegen Irrlehrer. Sein Grab ging vermutlich bei der Zerstörung der Lütticher Kathedrale während der französischen Revolutionskriege unter.

Wikipedia

LLüttich. Da haben Griechische Heilige eher nichts mit zu schaffen. Die »Milde gegen Irrlehrer«, die nehme ich aber gern für mich in Anspruch; ich würde verrückt, nähme ich die Auswürfe der überwiegenden Zahl der Politiker, Pressefritzen und Weltverbesserer – auch etablierter Religionen – stets so ernst, dass ich mich intensiv mit ihnen auseinander müsste. Aber aufregen, das schon. Denn, und jetzt zitiere ich schon wieder,…

Die grösste Strafe für alle, die sich nicht für Politik interessieren, ist, dass sie von Leuten regiert werden, die sich für Politik interessieren.

Arnold J. Toynbee: Der Gang der Weltgeschichte.

…man muss sich schon ein wenig kümmern und bemühen, denn

Wer sich nicht selbst helfen will, dem kann niemand helfen.

Johann Heinrich Pestalozzi

So könnte ich gerade weitermachen

Ich hätte da noch einige. Eine Menge gescheiter Leute formulieren eine Menge gescheiter Dinge. Sie kommen zu der Überzeugung, dass – ok., noch zwei, ja?

Die deutsche Sprache ist die tiefste,
die deutsche Rede die seichteste.

Karl Kraus

Der alte Ätzer hat wie immer Recht. So tiefgehende Erkenntnis könnte diese/n und jene/n gerade in der Adventszeit zur Besinnung bringen, wäre da nicht der Einwand, in dessen weiches und warmes Bett sich die Mehrzahl beruhigt zurück ziehen kann:

Kein Mensch hat weniger Ursache von dem Gedächtnisse zu reden, als ich: denn ich finde davon gleichsam nicht die geringste Spur bey mir.

Michel de Montaigne

Genug davon. Ich wollte ja nur darauf hinweisen, dass ich mit meinem Namenspatron einig darin gehe, Schwätzer, Besserwisser und vor allem Hohlkopfete nicht allzu ernst zu nehmen.

Im Ernst: Was da an Presse-Ergüssen auf uns nieder geht seit dem Beginn der Krise um die Ukraine, das ist nur mit Sarkasmus oder Amnesie zu verkraften. Wobei sich natürlich die Frage stellt, welcher Art die Ursachen für eine derart flächendeckende Krankheit sind. Was bei Wikipedia steht, kann jedenfalls nicht die Ursache sein. Bleibt also der Sarkasmus. Oder konstatieren wir mit Wolfgang J. Koschnick: Die entwickelten Demokratien der Welt stehen am Abgrund? Sind sie schon einen Schritt weiter? Riecht es nach Krieg in Europa? Das mit dem Gedächtnis lässt mir keine Ruhe: Da »feierten« wir im August »100 Jahre 1. Weltkrieg«, gewichtige Autoren wie Christopher Clark, dass wir wie Schlafwandler in den 1. Weltkrieg zogen, da wird verteufelt (»Putinversteher«) und gelogen, für die schärfsten Entgleisungen im Fernsehen kommen müde Entschuldigungen, aus den Redaktionsstuben stinkt die Selbstbeweihräucherung gen Himmel, die Verhöhnung des Publikums in unausrottbarer Selbstgefälligkeit will nicht enden. Freilich, Geopolitik war noch nie »gut«, hüben wie drüben nicht. Interessenssphären werden schon immer mit harten Bandagen verteidigt.

Politik wird gemacht, von Menschen. Sie fällt nicht vom Himmel.

Oh doch,……

…noch’n Gedicht:

Früher, da ich unerfahren
Und bescheidner war als heute,
Hatten meine höchste Achtung
Andre Leute.

Wilhelm Busch

Was war noch?

Seit dem 10. Oktober, unserer Rückkehr nach Naxos gab es natürlich Einiges: Besuche, endlich Regale, Wanderungen, den ΟΧΙ-Tag am 28. Oktober…

Picasa

Hhier noch ein paar Aufnahmen au den letzten 30 Jahren, die mir beim Gang durch die ca. 200.000 Fotos untergekommen sind; fleissige Facebook-Besucher haben sie schon gesehen. Ja, so viele sind es mittlerweile und ich bin mittlerweile – nach mehr als 10 Jahren! … in der Lage, sie sinnvoll verwenden zu können. Die Software ist mittlerweile dazu in der Lage, diese grossen Datenmengen fehlerfrei und ohne fortwährende Abstürze zu verwalten und mir dabei zu helfen zielgenau zu suchen und zu finden.

Picasa-Gallerie

Veröffentlicht unter RundEuropa2014 | Verschlagwortet mit | Hinterlasse einen Kommentar