* Rund Europa 2008, 2. Etappe – 7. Tag: Sibiu – Vraca (2008-08-31)

Montag, 1. September 2008, 0:11 :: in Vraca/Bulgarien
Donnerstag, 4. September 2008, 23:30 :: in Gotse Delchev, letzter Abend.
Dienstag, 9. September 2008, 12:34 :: Naxos

Ich weiss nicht, ob das noch was wird mit diesem letzten ausstehenden Bericht über unsere Fahrt durch’s mehr als 60 km lange Tal des Olt (oder deutsch Alt) runter zur Donau und rüber nach Bulgarien.

Gut. Beginnen wir mit dem Motel. Trotz Strassennähne recht ruhig, stank es gegen Morgen erheblich nach – na, sagen wir mal nach Abwasser. Weswegen wir früh aufwachten, -standen und frühstückten.

Motel

Frühstück Motel

Gleich nebenan konnten wir tanken und – nicht mit der VISA bezahlen. Jedenfalls nicht ohne PIN. Die brauche ich sonst nie. »That’s Bulgaria« meint das Mädel an der Kasse. Und sie hat recht. Bei unserer Einfahrt nach Rumänien vor zwei Jahren war das schlicht eine Katastrophe. Jedenfalls: Ich fand die PIN und wir konnten fahren.



Kapelle am Wegesrand

Das Tal des Olt windet sich mit vielen Staustufen nach Süden zur Donau und damit zur Grenze nach Bulgarien. der Rotenturmpass als höchster Punkt des Durchbruchs ist nur ca. 350 m hoch. Das führt zu einer komischen Art, ein Tal hinab zu fahren: Nur ca. 20 m Gefälle auf 10 km Schlängelstrecke.







Curiosa…

…im Olt-Tal: Ein 30-km/h-Schild wegen starker Bodenwellen wir gefolgt von einem 10-km/h-Schild, das nach ca 50 m auf 70 und nach weiteren 20 m auf 50 km/h abgemildert wird. Ob hier die Porsche-Lobby…?

Irgenwo mal wieder eine Hochzeit. Der Zug geht vom Haus der Braut zu dem des Bräutigams, mit Musik, Leckereien und guter Laune.



Video, 20 MB

Dorfleben

Die Fahrten durch diese Dörfer – alleine deshalb lohnt die Reise: Neben Obst, mit dem wir uns eindecken für ein Spottgeld, gibt’s Gartenzwerge, obligatorische Pferdefuhrwerke, verlassene Brunnen, ebenso verlassene Pumpstationen nahe der Donau, kilomterlange Industriebrachen, …















Panorama (12,6 MB)

…alte und neue »Herrenhäuser«; bei den neuen beschleicht einen immer gleich das K-Wort der Ostländer, »Korruption«. Wobei gestern Abend beim Erzählen im Galini auf Naxos, unsere griechische Freundin darauf bestand, dass Bulgarien und Rumänien sie von den Griechen übernommen hätten, nicht umgekehrt. Ein paar Fälle in der griechischen Regierung waren der Aufhänger.

Montag, 15. September 2008, 14:17 (Reinard) :: Nachtrag: Hier die »Aufhänger«.





Und ein rühriger Schilder- oder Litfassäulenbauer…

…stattet ein übergrosse Zahl von äusserlich unbedeutenden Dörfern mit touristischem Schilder-Schnick-Schnack aus. Bunt, ob’s aber den Menschen hilft?

Herzlich Willkommen!Gute Reise!

Schafe und Ziegen auf allen Seiten,…

…links, rechts, vor und hinter uns – selbst in vielen Autos. Die Rumänen (soweit man das auch immer verallgemeinern darf) fahren sehr aggressiv, drängeln und vor allem schneiden; immer wieder ein Unfall, wo einer durch Abdrängen sich in den Graben manövriert hat; viele Kreuzlein mit Blümlein am Wege. Und als ich einen nicht reinlasse mit seiner VIP-Schaukel, weil ich sonst ein Vollbremsung hinlegen müsste, hupt und flucht er wie verrückt, überholt kurz darauf halsbrecherisch und treibt ein hochgefährliches Stop-and-Go-Spielchen mit mir.

Das Tal besteht aus einer Staustufe nach der andern, i.W. naturnah, seltener mit ausgesprochenem, direkt sichtbarem Betonkorsett.

Flach bis zur Donau…



Panorama, 9.6 MB

…geht es nach dem Gebirgsende weiter. Wir fahren nach zunächst nach Corabia an der Donau, weil wir hoffen, dass es dort eine Fähre gibt; Brücken gibt’s hier nirgends. Aber im Hafen gibt es ausser einem kleinen Hotel, in dem gedeckte Tische auf eine Festgemeinde warten, nichts. »Becket, six« meint der Wirt. Womit er meinte, dass es in Bechet eine Fähre gäbe. Bis dahin sind’s ca. 60 km… Das wussten wir schon.

Die Fähre über die Donau…

…hinüber nach Oryakhovo in Bulgarien finden wir leicht. Wir zahlen 6€ Strassengebühr für ca. 300 m Hafenstrasse zur Fähre und 36€ Fährgeld für Twingo und uns. Zusammen mit uns warten und fahren eine Unmenge an schweren 5-Achsern. Erstaunlich, was auf eine solche Donaufähre draufpasst.



Drüben in Bulgarien kurze Passkontrolle, die übliche Frage nach Schnaps und Zigaretten.



Dann Weiterfahrt durch die Felder im weiten Donautal bis nach Vratsa, wo wir nach einigen Irrfahrten einen jungen Mann nach dem Weg zu einem Hotel fragen können: »rechts, rechts, rechts… – das beste am Ort«.

Die Stadt ist wieder eine der Mischungen aus »Guter alter Zeit«, sozialistischem Elend und postsozialistischen Alleingelassensein. Jedefalls, das Hotel nimmt uns auf…





Reisestatistik

Tagesleistung: 384km 07:16h 02:08h 108km/h 52,8km/h 40,8km/h

GPS Track Logs 2008-08-31 Sibiu-Vraca.kml

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7 Kommentare zu * Rund Europa 2008, 2. Etappe – 7. Tag: Sibiu – Vraca (2008-08-31)

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  3. reinard sagt:

    Zur Korruption in Griechenland als Vorlage für BG etc (siehe Beitrag):

    http://www.heise.de/tp/r4/artikel/28/28713/1.html

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  6. Petra sagt:

    Hallo meine lieben Nachbarn,

    euer heutiges Reiseziel Sibiu – Vraca wollten Bernd und Axel diese Jahr in ihrem Wanderurlaub in Angriff nehmen. Leider mussten sie doch nun ihr Ziel um einiges nach Westen nehmen. (wegen zu wenig Zeit dafür) Nächste Woche geht es dafür in die Brenta zum Klettern.
    Also lasst uns so viel Infos wie möglich, über Sibiu und die Gegend erfahren.

    Gruß Petra

  7. Lieber Herr Schmintz & Frau,
    wann sind Sie denn in Georgien? Deutschland braucht einen Beobachter ohne Uniform. Die „unbewaffneten?“ Bundeswehrsoldaten, die unsere Regierung gerade schickt, dienen lediglich als Köder. Wenn sie angegriffen werden, hat man Grund und Rechtfertigung für weiteres, verstärktes militärisches Engagement von Deutschland und Nato. Wichtig wäre auch zu erfahren, ob die Militäreinsätze von Russland ausserhalb von Südossetien und Abchasien, der Zerstörung von Militärbasen der israelischen und US-Armee dienten. Im Internet gibt es Berichte, wonach von Georgien aus Iran angegriffen werden sollte. Hat Russland diese Pläne vorerst zunichte gemacht, haben die einen größeren neuen Weltbrand verhindert? Nach heutigen Informationen des Spiegel macht die Bundeswehr nicht nur Piff, Paff, Puff sondern sehr genau und dezidiert Horch und Guck vom Satteliten aus und der Bundesnachrichtendienst kümmert sich anscheinend nur noch um DIE LINKE.
    Viele Grüße
    Peter Heyckendorf

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