* Rund Europa 2008 – 3. Etappe, 7. Tag: Cassino – Todi

Samstag, 4. Oktober 2008, 17:42 in Todi (Umbrien), Hotel Tuder


Das Hotel Alba, das wir gestern Abend bei Dunkelheit und im Regen nach diversen Irrfahren in Cassino fanden, war mal wieder so ein glücklicher Zufall: Es ist zwar nicht billig (80€ m.F., damit im Rahmen dessen, was man im westl. Europa schlucken muss), dafür liegt es genau am Fusse des Monte Cassino, den wir am nächsten Morgen (also heute) »besteigen« wollten, das Stammkloster des Benedikt von Nursia. Ausserdem ein WLAN im Foyer und ein Restaurant mit geniessbarem Schmaus.

Ok., die Nacht war laut…

…aber heute Morgen war die Sonne wieder da und gab uns – trotz Minimalfrühstück mangels Nachschub an der Frühstückstheke – die Chance, das Benediktinerkloster bei trockenem Wetter und Sonnenschein zu besuchen.



Schon die Fahrt auf den Klosterberg ist erhebend. Die Klosteranlage selbst bringt einen natürlich auf so mancherlei Gedanken, der Prunk, die Gewalt, die die Mauern ausstrahlen: Das ist manifeste Macht, die uns schon gestern in Pompei aufgefallen ist, die Allgegenwart der Katholischen Kirche, ob nun in Form von Gebäuden, Statuen oder auch supermodernen Wandbehängen mit einem lächelnd-winkenden Benedict alias Ratzinger. Oder sich bekreuzigend umherirrenden Junkies oder alten Damen – die Gegenwart dieser Kirche ist beängstigend; für mich jedenfalls.

Im Kloster Montecassino, mehr Festung als Ort der demütigen Kontemplation, das ja nach dem Zweiten Weltkrieg vollständig neue aufgebaut werden musste, manifestiert sich diese Kirche auf brutale Art und Weise. Und doch – man muss das zugeben – auf imponierende und z.T. schöne Art und Weise. Jedenfalls: Kulturell ist dieserOrt von herausragender Bedeutung gewesen und zum Nachvollzug auch noch heute.







Und so strömen Massen von Menschen durch die Anlage. Wir waren glücklicher Weise (Gott-sei-Dank?) mit die ersten und konnten nach gründlicher Besichtigung fliehen, als sich die Busse erbrachen…

Bei der Abfahrt vom Berg fantasierte ich so vor mich hin: Ich möchte jetzt eine Bäckerei mit frischem Weissbrot und eine Metzgerei mit saftig-leckerer Salami, damit wir das Frühstück endlich nachholen können. Was wir dann fanden auf der Fahrt duch Cassino, die mehr Stop als Go war, nervig-chaotisch bis ätzend war eine »Bar« für einen etwas dünnen aber kostengünstigen Capuccino genau in dem Augenblick, als die erste Regenwand Cassino kurz mit reichlich Wasser überzog uind später einen Laden, in dem wir frisches Brot, köstliche Salami und leckeren Käse auf einen Satz fanden. Was will man man mehr, als das wenig später im Grünen genüsslich zu verspeisen…

Auf der Fahrt durch die Abruzzen…

…über Sora, Avezzo, Rieti und Terni nach Todi, wo wir nun nächtigen, imponierte die Landschaft zu Recht, samt ihrer menschlichen Tupfer – den Orten, die vorzugsweise auf, aber auch an den Bergen kleben.



Kaum ein Ort, der im Tal gelegen wäre. Indes: Der Regen gefiel sich darin, in sintflutartigen Ergüssen, in Nebelschwaden oder als profaner Dauerregen aus den Wolken zu fallen.





Wir entschieden uns daher, möglichst schnell eine Bleibe zu suchen, was uns trotz fehlender, versteckter, wechselnder, oder zu kleiner Hinweisschilder schliesslich auch gelang: In Todi fanden wir das Hotel Tuder mit vollständiger Ausstattung zum »Standardpreis« von 80 €. Billiger ist auf dieser dritten Etappe wohl nichts zu haben…

Eine erste Inspektion des Ortes…

…überzeugte uns: Sehr schön!

Todi

Todi in Umbrien ist vielleicht nicht, wie der Reiseführer kolportiert (und damit einem Gag aufsitzt) der Ort auf der Welt mit der höchsten Lebensqualität, aber es gesellt sich dennoch ohne weiteres ebenbürtig zu Siena, San Gimignano etc. Vorteil: Es ist weniger touristisch, wenn auch voller Autos…

Todi 2

Reisestatistik

Tagesleistung: 259km 04:10h 01:31h 119km/h 62,1km/h 45,4km/h

GPS Track Logs 2008-10-04 Cassino – Todi.kml

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