* Rund Europa 2008 – 3. Etappe, 9. Tag: Siena – Levanto

Montag, 6. Oktober 2008, 22:05 in Levanto (SP) im »B & B Zattera«


Wenn ich oben »Siena« schreibe, dann stimmt das nicht. Monteroni d’Arba liegt südlich von Siena, aber wer kennt es schon? So ist Siena schon hilfreicher. Das Hotel Borgo Antico war perfekt – bis auf das fehlende Frühstücksei, meinte Lis heute Morgen.

Nachdem wir die Burganlage des Ortes durchstreift und uns gewundert hatten, warum das Gut wohl zwei Tortürme brauchte (sie können eigentlich nur dem kindlichen Wunsch des Lokalfürsten entsprungen sein), ging’s los.






Wieder Toskana pur, mit leidlich schönem Wetter – zu Anfang jedenfalls.



Die Krokusse blühen überall, viel anderes Gelbes ebenfalls und die Oliven werden reif, auch in der Toskana.



Viel lag wieder auf dem Weg…

…z.B. Siena, das wir umfuhren; wir hatten es vor Jahren besucht und bei Regen »abgewandert«.


Der Alabasterstadt Volterra erging es ebenso und nicht besser erging es San Gimignano und Pisa. Mir kam während der Fahrt der Gedanke daran, wie viel es zu sehen gäbe, was am Wege liegt und nicht besucht wird. Aber schon das Wissen darum ist mehr wert als jeder Dokumentarfilm im Fernsehen. Zu sehen, wo und wie eine Stadt liegt, ihre Mauern, Häuser, Kirchen. Vielfach reicht es mir, das zu sehen, um Vorstellungen zu korrigieren, Einordnungen treffen zu können. Und im Ernst: Wer zwei, drei dieser toskanischen Trutzdörfer besucht hat, der kennt auch den Rest. Und dennoch: Wenn ich über die Jahre vergleiche, war Todi eine wirkliche Ausnahme. Das Städtchen hat sich vom Tourismus nicht zur Verkaufsbude herabwürdigen lassen. Man merkt, das die Menschen dort leben, ohne sich gross um Touristen zu kümmern. Und so bekommt der publicity-Gag »Ort mit der weltbesten Lebensqualität« eine gewisse Berechtigung.

Carrara aber war ein Ziel.

Wir schleppen ja seit Jahren den einen oder anderen Marmorbrocken oder Lionas-Kiesel mit nach Deutschland bzw. nach La Palma. Und Lis macht sich zaghaft daran, diese zu bearbeiten. Wenn man sieht, was unser Freund Ingbert Brunk in Naxos aus dem Naxischen Marmor macht, dann kann man auch Lust bekommen, das auch mal – im bescheidenen Rahmen, versteht sich – zu versuchen.

Eh‘ ich’s vergesse: Tankwillige, die in Massa-Carrara tanken wollen/müssen, müssen mit der menschenfreien Tankstelle vertraus sein (Bargeld in Scheinen, VISA…). Es gibt keine einzige Tanke mit Personal!

Nun wollten wir nicht Marmorblöcke aus Carrara wegschleppen…

Carrara-Marmor im Hafen

Carrara-Marmor im Hafen

Carrara-Marmor im Hafen

…sondern auf Anraten von Ingbert dort nur das nötige Schleif- und Poliermaterial besorgen; bei Luciano Baicchi gibt’s das und so zog Lis von dort mit einer Plastiktüte voller Polier- und Schleifschwämmer von dannen, nachdem wir uns während des Einkaufs schnell bei Ingbert noch mal telefonisch rückversichert hatten. »Carrara ruft Naxos« sozusagen…

Carrara selbst ist eher öde, auch sein Hafen dämmert etwas trostlos dahin; Marmorblöcke liegen da reglos rum, die meisten Restaurants und Pizzerien sind geschlossen. Ob’s nun nur am Regen lag, der sich nicht entschliessen konnte, einfach mal runter zu kommen und gut is‘ oder ob das immer so ist: Wir wissen’s nicht und nach einer kleinen Irrfahrt auf der Suche nach einem Café oder einem Restaurant landeten wir in einer Eckkneipe an der Strasse zum Mormorverladehafen…

Cafe am Hafen



…und nach einem Capuccino und einem Schinkenbrötchen ging’s weiter im Regen Richtung La Spezia, das wir mühsam und lähmend langsam passierten, danach die Abfahrt nach Portovenere verpassten und schliesslich im Regen Cinque Terre durchtauchten.




Und so landeten wir in Levanto, bei Bed & Breackfast Zattera am Ortsanfang. Das Ende der Saison war schon und so gibt’s nur Bett. Der Versuch, bei dauernd wieder einsetzendem Regen eine Pizzeria oder so was zu finden, endete in einem »Supermarkt« und dort mit dem Erwerb von Focaccia, Schinken, Wasser und Säften.

Reisestatistik

Tagesleistung: 287km 06:21h 02:12h 118km/h 45,1km/h 33,5km/h

GPS Track Logs 2008-10-07 Siena – Levanto.kml

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