* Rund Europa 2008 – 3. Etappe, 12. Tag: St. Tropez – Cassis

Donnerstag, 9. Oktober 2008, 22:16 in Cassis, Hotel »Grand Jardin«


So langsam…

…schliesst sich der Kreis:


Wir wurden schon des öfteren gefragt, wie wir immer eine Bleibe finden. Das Beispiel von heute Nachmittag ist mal wieder so ein typischer Treffer und ein voller darüber hinaus.

Ich hatte keine Lust mehr zu fahren, fand dass wir vor Marseille was finden müssten. Wir fahren nach Cassis hinein, landen in einer Gasser der Altstadt, aus der nicht leicht wieder raus zu kommen ist. Da sieht Lis den Hinweis »Hôtel« mit »Garage«, wir biegen ab, fahren halb in die Garage, Lis fragt: Frei und Preis im Rahmen, Internet… Und wie sich später herausstellte einen schönen Blick aus dem Zimmerfenster


und einen kleinen Garten zum draussen sitzen und morgen früh frühstücken – wenn’s nicht regnet…

Ja, man weiss nie wie’s kommt, auf was man trifft, aber das ist eben das Spannende an dieser Art Reisen…

Der Morgen in St. Tropez…

…zeigte sich sonnig. In der Nacht hatte es noch mal gekübelt, was das Zeug hielt, aber als z.B. Ludwisburg oder eben: Der Morgen sonnig und zunächst ohne Frühstück. Das genehmigten wir uns dann nach kräftigem Suchen in einem Café im alten Teil von St. Tropez. Die Läden waren grösstenteils noch zu, die ersten Menschen kamen auf einen Kaffee »zu uns« 🙂

Lis meinte, da liefen lauter models rum,…


…aber »Brischitt« ist vorbei.


Dennoch: St. Tropez scheint immer noch ein bissl mondäner zu sein, als Ludwigsburg oder Stuttgart, aber nicht jedes flotte Mädel ist da gleich weltberühmt…


Und wenn man dann die Schiffe im Hafen ansieht…





…und die Preise für einen Capuccino und ein lächerliches Croissant – dann wird die Vermutung zur Gewissheit: Es ist mondän und unverschämt teuer.

Der Bummel durch die Gassen und entlang der Anlege durch den Hafen macht aber Spass, viel gibt’s zu sehen, Verrücktes, Schnucklig-Verträumtes, Altehrwürdiges und eine Kleidermode, die man wohl sonst nicht so schnell in dieser Massierung findet – St. Tropez eben.







Dass aber doch nicht alles so dufte ist, beweisen die Immobilienangebote. Nicht nur in einem oder 2 Büros – nein, sie reihen sich auf wie »Perlen« auf der Schnur, die Büros. Offenbar haben die betuchteren freaks der ersten Stunde keine Nachkommen, die St. Tropez zum ständigen Wohnsitz wollen.





Die Weiterfahrt…

…Richtung Marseille mussten wir uns zunächst ein wenig abringen, St. Tropez gefiel uns.


Aber wir wurden belohnt für unseren Entschluss, weiter zu fahren: Mit einer Fahrt durch Pinienwälder, mit Ausblicken auf Buchten, umbrandete rote Felsen, Mit eleganten Vorbei- und quälenden Durchfahrten an/von Städten wie z.B. Toulon


…und an festungsgleichen Anwesen, vor denen nur noch muskelbepackte, sonnenbrillentragende und glatzköpfige Wachmänner fehlten – James Bond lässt grüssen.


Als Oberbelohnung…

…empfinden wir Cassis, Örtchen mit Altstadt, schmuckem Hafen, viel Sand, Burg auf der Höh‘, kleinen Hotels – auf Gutdeutsch: Ein Touristenort, der keiner ist, dem man das nicht anmerkt, in dem man sich sofort wohlfühlt.



Panorama, 16,1 MB

Und der Boule-Spieler beherbergt, wahre und verblüffend zielgenaue Künstler.






Und damit nicht genug: Auf der Mohle drehen sie Szenen zu irgend einem Krimi, nehmen wir an: Hektisches Treiben, gelangweilt wartende Schauspieler, u.a. in funkelnagelneuer Polizistenmontur, ein behäbiger Regiseuer wie aus dem Kino, wuselnde roadies, Scriptgirl, Beleuchter, die der Sonnen hinter den Wolken nachhelfen, Kameramänner, Schienverleger – alles da, was einen (guten?) Film so ausmacht 🙂


Reisestatistik

Tagesleistung: 161km 04:08h 04:30h 93km/h 39,0km/h 18,7km/h ()

GPS Track Logs 2008-10-09 StTropez – Cassis.kml

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4 Antworten zu * Rund Europa 2008 – 3. Etappe, 12. Tag: St. Tropez – Cassis

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  3. reinard sagt:

    @ Günther Schäfer: Nein, weder einen Weisswein, noch den Likör. Wir wollten von ersterem eine Flasche kaufen, aber die gab’s nur im Karton.

  4. Günther Schäfer sagt:

    Hoffentlich habt ihr in Cassis auch einen Cassis getrunken.

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