Wenn BWL und VWL so einfach sind…

…(und ich denke, sie sind es), dann fragt man sich natürlich, ob Obamas Denkfehler tatsächlich einer ist. Denn es wäre ja derselbe Denkfehler all derer, die derzeit auch hierzulande angeblich Wesentliches zur Sanierung des Kapitalismus meinen betragen zu müssen.

Da aber vorzugsweise die Verursacher selbst den Bock im Garten geben, sprich sich ihre eigenen vorsätzlichen Sünden vergeben und sie heilen wollen, kann ein Denkfehler eigentlich ausgeschlossen werden. Und wenn man den Agierenden zusieht, wie sie unverhohlen die Seiten wechseln, so ist schnell klar, dass Kontrolle zwar sehr wohl aber nur denen gegenüber ausgeübt wird, die dieses schweinische Treiben übelnehmen und dagegen aufbegehren müssten.

Der derzeit zu besichtigende und in Kürze wohl endgültig zu spürende Absturz des Kapitalismus soll als lässlicher Betriebsunfall behandelt, weder der Kapitalismus selbst noch sein grundsätzliches Manko beseitigt werden: Schreiende und weiter wachsende Ungerechtigkeit in der Vermögensverteilung, Diebstahl des Volksvermögens durch die Oberschicht (etwa 300.000 Amerikaner haben zusammen etwa soviel Einkommen wie 150 Millionen Amerikaner aus der unteren Einkommensschicht) und der Politiker durch dass Verteilen Goldener Rettungsschirme an jeden Zocker, der nur genug Chuzpe oder connections hat, Ausbeutung der Arbeitskraft bis zum Umfallen, Abschieben ins 80%-Prekariat – all das soll selbstverständlich so bleiben. Ein Umdenken im Sinne der grundgesetzlich geforderten Sozialverpflichtung des Kapitals oder wenigstens der Erhardt’schen Ermahnung zur »Sozialen Marktwirtschaft« wird es nicht geben. Auch die Oberschicht hat ihr »Geiz-ist-geil«-Credo. Insoweit ist die tragende Unterschicht im Geiste eins mit denen, die auf ihr stehen. Und die darauf mit stehende und unterwürfig tragende Politikerclique sowieso.

Was sich also ändern soll ist, dass die Fortführung des Systems zukünftig weniger holprig vonstatten geht, eleganter sozusagen, die Verlustzuweisung an die Massen weniger offensichtlich und kontinuierlicher erfolgen, die Leidensfähigkeit erhalten bleibt bzw. so erhöht wird, damit eben alles so weiter gehen kann.

Alles, was uns derzeit vorgeführt wird…

…als »Massnahmen zur Behebung der Krise« ist derart unverfrorener Hohn, dass der einzige denkbare Denkfehler der Herrschenden allenfalls der sein könnte, das tumbe Volk merke es nicht und würde sich nicht wehren.

Aber mit hoher Wahrscheinlichkeit ist nicht mal das ein Denkfehler, obwohl es Zeiten gab, in denen Menschen wegen weniger auf die Strasse gingen – auch in Deutschland.

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