Wer hat sie nicht schon erhalten, die herzzerreissenden Emails schwerstkranker Witwen ehemaliger Manager in Nigeria oder anderswo, die, auf dem Sterbebett liegend, händeringend jemanden suchen, der wie ich ein so ausnehmend herzensguter Christ ist um die 4,2 Mio Dollar ihres unter tragischen Umständen ums Leben gekommenen Gatten zu übernehmen und einem guten Zweck zuzuführen. Uff!
Oder die frohe Botschaft, man habe eben 2,5 Mio Dollar in Microsoft-Benefiz-Super-Worldwide-Lotterie gewonnen und solle sich umgehende mit persönlichen und Bankdaten melden, damit das Geld zügig auf das eigene Konto überwiesen werden könne.
Millionen, ach was Abermillionen von glücklichen Menschen mit eigener Emailadresse hat Fortuna so wöchentlich beschenkt. Oder eben nicht, denn mittlerweile weiss jeder: Wirf weg, Spam…
Nicht alle!
Manch(r) wagt sich einen Schritt weiter und wenn der freundliche Rechtsanwalt gegenüber nun nur noch darum bittet, ihm für seine Auslagen betreffend Papierkram, Einrichtung des Transferkontos, Bankgebühren etc. den Betrag von lächerlichen 2.000 Dollar zu überweisen – dann zuckt man doch. Und wenn’s nun eine Finte ist? Aber immerhin, ein paar Millionen Dollar dagegen gerechnet… Oh, schwierige Entscheidung. Und weil der doch so freundlich geschrieben hat, teilt man ihm schweren aber doch irgendwie auch erleichterten Herzens mit, man möchte doch das Geld lieber nicht anweisen. Vielen Dank.
Nun ist die Gegenseite aber sauer…
…denn sie wollte ja die »Gebühren« schon gerne kassieren, das ist ein Geschäftszweck. Ausserderdem hätten sie natürlich doch noch gerne die persönlichen Daten abgegriffen, vielleicht am Ende auch noch die Kontonummer. Und als Leckerli die PIN. Lässt sich ja alles verhökern.
Also, wie jetzt weiter? Genial: Man schickt eine Verzichtserklärung, schön aufgemotzt
in der der Betroffene, also ich, erklären soll, dass er auf all das viele Geld aus Afrika verzichtet, auf immer und ewig, unwiderruflich. Futsch. Weg. – Man, da kommen einem doch wieder Bedenken: Was verschenk’ ich da? Die geben das ganze Geld zurück oder jemand anderem. Mist! Was also tun?
Es gibt drei Möglichkeiten…
…jetzt weiter zu machen:
- Man überweist eben doch die 2.000 Dollar und freut sich auf das viele Geld
- Man verzichtet schweren Herzens, füllt das »Dokument« aus und träumt noch eine Weile
- Lässt die Finger weg, löscht die Mails und vergisst das Ganze. Alptraumfrei
Ok., und wer etwas derartig Originelles hat, der mache einen Blog-Beitrag drum rum
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