Plovdiv – der 7. Tag

Eigentlich sollte man ruhen am 7. Tag… Der Verkehr in Sofia ruhte jedenfalls. Ostermontag ist auch hier Feiertag und alle sind „auf’s Land gefahren“, wie unsere Hoteldame uns sagte. So war die Stadt leer unmd wir konnten in alle Ruhe den ganzen gigantomanischen Wahnsinn nochmals bei Tageslicht ansehen. Wir waren gestern Abend noch losgegangen und hatten uns von den Lichterspielen beeindrucken lassen. Alles angestrahlt: Praesidentenpalast, Theater, Parteigebaeude, Sheraton-Hotel, Protzbauten ohne Ende. Gemauert und mit Arkaden, Bogenhoehen – Gigantomanie eben. Wiederum die Hoteldame, darauf angesprochen, pflichtete heftig bei.

All das haben wir dann also heute morgen nochmals abgewandert & abgelichtet: Prunk, Kirchen, Kuppeln, Gold, Barock, Realsozialische Gigantomanie a la Bulgaria, den Wachwechsel vor dem Praesidentenpalast – dasselbe Kasperletheater wie vor dem Palast am Syntagma-Platz in Athen: Bunte Tracht (Uniform?) mit Feder vorn an der Muetze, Stechschritt, Sohlenaufknallen – Schauspiel eben…

Nicht verschweigen sollte man die handgreifliche Armut, die einem begegnet: Alte, teilweise Kinder, Muetter mit kleine Kindern im Arm, bettelnd, schlurfend, kauernd… Daran gewoehnen? Das geht nicht. Aendern aber auch nicht.

Die Fahrt nach Plovdiv verlief dann durch’s Gebirge, durch weite Taeler, wieder Schluchten. Und z.T. begleitet von mehr oder weniger viel Regen. Der erste richtige seither…

Ja, und ein eigener Abschnitt muss den Wegbegleitern gewidmet werden, die uns seit dem Eintritt ins Bulgarische stets und hefftig begleiten:

Schlagloecher

Wir haben mittlerweile kapiert, dass wir bisher nicht wussten, was Schlagloecher sind. Damit duerfte deutlich werden, dass es eine bedeutende Entdeckung war, mit der bulgarischen Variante der Schlagloecher in Kontakt zu kommen. Und teilweise in aeusserst harten…

Jedenfalls war’s heute wieder richtig hefftig. Vor allem, da sie alle mit Regenwasser gefuellt und damit weder in ihrer tatsaechlichen Flaeche noch bzgl. ihrer wahren Tiefe abzuschaetzen waren. Das Auto scheint jedoch noch heil zu sein, da ich nicht jedes Schlagloch getroffen habe. Slalom und nicht alle gerissen…

Gut. In Plovdiv dann ein kleines Hotelchen in der Altstadt gefunden. Top. Und erste Eindruecke in der Altstadt bis hoch in die „Thrakischen Steinwueste“. Danach hemmungslos im Dunkeln verlaufen, jetzt geschafft und morgen mehr 🙂

Über reinard

Allen Neugierigen sei meine Webseite
http://www.hr-schmitz.de
ans Herz gelegt. Dort gibt’s alles Un-/Wesentlich zu mir und über mich.

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