8. Tag: Immer noch Plovdiv…

…denn diese Stadt muss man sich laenger ansehen; das wussten oder ahnten wir schon vorher: Ihr Alter, ihre Geschichte, ihre Mischung aus Thrakern, Griechen, Roemern, Slawen, Tuerken – was weiss ich noch…

Und von allem gibt’s was zu sehen. Eine wirklich pitoreske Altstadt, auf dem Gipfel eines der Berge, unter und auf denen und um die herum Plovdiv liegt – auf dem Gipfel also die thraktischen Festungsreste, gemischt mit denen Phillips II aus Mazedonien und den anderen, darunter ein recht gut erhaltenes roemisches Amphitheater (die Reste des roemischen Stadions liegen in der heutigen Fussgaengerzone. Gladiatoren sollen einst dort gekaempft haben.), wunderschoene Hauser („Wiedergeburtshaeuser“ genannt, sie stammen aus der Zeit nach der Vertreibung der Tuerken Anfang des 19. Jahrhunderts, so ab 1830, der Zeit der Wiedergeburt des Bulgarischen Staates. Die Tuerken waren bis dahin ca. 500 Jahre praesent…).

Ach ja: Und die nochmalige Neudefinition von „Schlagloch“ – aber die ist nur durch ein Bild vermittelbar. Verraten sei nur, dass alle Strassen der Altstadt aus urspruenglich unwesentlich (wenn ueberhaupt!) behauenen Brocken bestehen, mittlerweile etwas abgewetzt und so aber „holprig“ waere zu schmeichelhaft fuer diese Strassen, die tatsaechlich von heutigen Autos befahren werden… Ok., und unter diesen Bedingungen gibt es dann noch Schlagloecher…

Man sieht das alles, was sich vermischt hat, was anders geblieben ist: Bulgarisch hat viele Worte aehnlich oder gleich wie im Griechischen, Serbischen, Tuerkischen; einiges kommt direkt aus dem Franzoesischen. Sie nicken beim Nein-Sagen und schuetteln den Kopf beim Ja-Sagen…

Die Fussgaengerzone ist ganztaegig voll. Viele junge Leute, adrette Maedels – anders als man denken wuerde nach Sofia. Diese Stadt scheint weltoffener, nicht mit dem Grossbauwahn beladen wie Sofia. Was sie wirklich tun, die jungen Leute (wenn sie nicht flanieren), um sich das leisten zu koennen, was sie (z.T. nicht) anhaben, darueber raetseln wir noch. Im Uebrigen: Ein Laden am andern – as usual, as everywhere: Klamotten, Klamotten, Klamotten. Fuer eine flaechendeckende Rabattrunde ist es noch zu frueh im Jahr. Aber in einzelnen Geschaeften geht’s schon los. Eine Buchhandlung haben wir auch gefunden, immerhin: Stadtplan und 2 Bildbaende gab’s da. Nein, fuer uns, zum mitnehmen. Nicht ueberhaupt 🙂

So, platte Fuesse, heute Mittag in einem herrlichen Garetenlokal in der Altstadt am Hang eine Kleinigkeit gegessen. Apropos: Die Preise fuer nahezu alles sind extrem niedrig. Capuccino oder eine Flasche Cola 70-80 Cent, ein volles Essen 3 Euro. Und das Hotel, Spitze in Schuss – 40 Euro fuer das Doppelzimmer…

Und morgen geht’s weiter Richtung Schwarzes Meer, mit Umweg zu den Thrakischen Wurzeln, etwas weiter nord-oestlich von Plovdiv. Mal sehen wo wir landen.

Über reinard

Allen Neugierigen sei meine Webseite
http://www.hr-schmitz.de
ans Herz gelegt. Dort gibt’s alles Un-/Wesentlich zu mir und über mich.

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Eine Antwort auf 8. Tag: Immer noch Plovdiv…

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