* Ach ja, der Herbst…

…meldet sich auch hier auf La Palma bereits: Die Winde kühler, die Morgenstunden frischer, unser Sonnensegel verliert peu à peu seine Funktion weil die Sonne wieder Richtung Äquator wandert und ihre nachmittäglichen Schatten so wirft wie wir das nicht geplant hatten.

Und die letzten Fiestas werden gefeiert, die Restaurants an der Ruta del Gallo haben die kleinen Tapas mit einem Gläschen Rotwein für zwei Euro von der Karte gestrichen, die Urlaubszeit der Festlandspanier scheint also auch zu Ende zu gehen. Und der klägliche Tourismus kann in die Winterrunde starten. Viele Flüge scheint es nicht zu geben aus Deutschland. Das bedeutet nichts Gutes für die Inseln, auf denen die Arbeitslosigkeit ggü. dem Festland zwar marginal gesunken ist, aber einen überbordenden Tourismus signalisiert das noch nicht.

Die Natur zeigt sich auch verändert: Man bekommt Trauben von den Nachbarn, die jetzt anfangen zu keltern, so manche Pflanze, die sich in der Sommerhitze hütete, auch nur ein neues Blatt zu schieben, versucht das nun schon mal, auch die Geranien blühen schon wieder freudiger.

Und die Granatäpfel, welche die Calima überlebt haben, werden rot.

Und nicht zuletzt führt die wild lebende Nachbarskatze ihre beiden nun wohl überlebenden Kinder vor. Sie haben schnell begriffen, dass man hier warten muss und wenn Mutter vorgekostet hat, sich über die Katzenkekse hermachen darf, die Lis ihnen, zusammen mit Wasser oder Milch, zweimal am Tag bringt.

Irgendwie fühlt man sich eben schon verantwortlich, wo doch Adolf, unser mittlerweile domestizierter Hauskater mit hoher Wahrscheinlichkeit Urheber des Kindersegens ist.

Herbst eben. Wir haben etwas wehmütig an Litauen gedacht, wo am 1. Septemberdie Schule wieder begonnen hat und wir nicht dabei waren. Hingegen rüsten wir uns mental für den Flug nach Deutschland und weiter nach Athen. Naxos im Herbst ist mal wieder angesagt…

Fiesta in La Bombilla…

Zu diesem kleine Fest waren wir per Zufall gestossen, weil wir dort unten Essen waren und danach – natürlich wieder ohne Kamera! – eine der schönsten weil ursprünglichen und einfachen Feste erlebt haben: Folklore ohne den Gehörnerv in Minutenschnelle tötende Beschallungsanlage, hopsende und spielende Kinder.

Ich wollte dann am nächsten Abend nochmals zum Knipsen runter, aber es war zu spät: Wir fuhren, schon fast im Dunklen, direkt einer kleinen Prozession entgegen, die wir unter »Rapido, rapido!«-Rufen passierten und dann gefangen waren, der Rückweg war erstmal verbaut, von Fiesta keine Spur. So blieb uns nur ein besinnlichers Stündchen in der Kneipe am Meer, mit Gischt, Rauschen und Rum-Cola.

…und in Tijarafe…

…an diesem Wochenende mit einem bis lange nach Mitternacht sich dehnendem Folkloreabend: Viel Musik und am Ende auch Tanz. Gruppen von den Inseln hier und aus Bolivien boten ihr Bestes. Nebenbei: Diese Feste feiern die Menschen hier für sich, Touristenfolklore ist woanders. Und dass ohne Blitz (ich hasse das bei solchen Veranstaltungen!) die kleine Canon hierbei die Grätsche macht, das sei ihr verziehen. Einen Eindruck können die Bilfer dennoch vermitteln.

 

 

 

 

 

 

Links:

  • Mathias Siebold berichtet für alle, die das Leben auf La Palma verfolgen möchten, tagesaktuell. Zumindest kann man beim Überfliegen seiner Beiträge erahnen, dass auch auf einer kleine Insel, weit draussen im Atlantik, das Menschliche nicht abhanden kommt…

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