Frust & Freude: Der 9. Tag

Tja, das mit den Thrakischen Wurzeln war nix. Das Grabmal, Weltkulturerbe und in den Reisefuehrern beschrieben, war nicht zu finden… Keine Wegbeschreibung, kein Schild, kein Hinweis.

Das war der Frust. Es gab aber auch

Horror

Wir wussten nicht, dass das Thema „Bulgarische Schlagloecher“ nach der gestrigen Erfahrung in der Altstadt von Plovdiv noch zu toppen war. Aber es war! Auf der Fahrt nach Kazanlak und weiter nach Nessebar gab es Exemplare, die eine eigene Story rechtfertigen.

Schlagloecher sind nicht immer hinterhaeltig. Sie sind zum Teil richtig fair. Sie kuendigen sich durch kleine Kinder, lose verstreut auf der Strasse, an… Meistens. Eben. D.h. nicht immer. Und dann sind sie richtig fies: riesig, unvermittelt, z.T. sauber rechteckig aufgefraest, zur Beseitigung gewissermassen vorbereitet, noch schoen mit Teer umrandet, garniert, mit Schleifchen – kuenstlerisch fast. Nur: Alles ohne Vorwarnung. Was bedeutet, der Stossdaempfer bekommt was ab. Wir hoffen, die halten noch bis Griechenland…

Enttaeuschung

War das Thrakergrab bei Kazanlak nicht zu finden schon schlimm: Nessebar, in meiner Vorstellung eine kleine Halbinsel mit alten Mauern, Freilichtmuseum sozusagen, war’s dann auch nicht: Touristisch voll erschlossen, aber noch im Winterschlaf. Die durchgehenden Souvenirbuden und die Fressmeile verharren noch im Winterschlaf. Das ganze vor der Skyline von New Nessebar und der Hotelschlange von „Sunny Beach“ im Hintergrund.

Ok., dazwischen gab’s ein paar Mauern und Wiedergeburtshaeuser. Ok., ok., o.k

Das Schoene…

…zuletzt. Waere ja wirklich der Hammer, wenn alles nur mies gewesen waere heute. Wir hatten wieder ein gutes Fruehstueck in der Fussgaengerzone von Plovdiv (Capuccino mit Baniza…), der 2. Bankomat zeigte sich geneigt, Geld auszuspucken, der Motor vom Twingo sprang an, er war nicht aufgebrochen…

….Und die Landschaft, durch die wir bei teilweise strahlender Sonne fuhren, war abwechslungsreich: Leichte Bergruecken, breeeeeiiiiiiiiiiiiiiiiiite Taeler (Lis schaetzt nach Karte ca. 40 km). Weinfelder ohne Ende, viele neu angelegt; wer den trinken soll – schleierhaft. Obstbaeume jeder Generation ueber Kilometer…

Schock…

… zum Schluss: Das erste Zigeunerdorf am Wegrand. Lehmziegelhaeuschen/-huetten ohne Scheiben, mitten auf dem abgewetzten nackten Boden; der Gedanke an Regen verwandelt alles in unendlichen Matsch… Unglaublich, wenn man’s nicht gesehen hat.

Versoehnliches…

…ganz zum Schluss: Nette Bleibe direkt am Hafen. Mit Restaurant und gutem Wein & Essen. Dass der Fisch mir zu sehr stank gehoert nicht hierher. Satt wurde ich trotzdem. Und bezahlen musste ich ihn auch nicht.

Und Lis fand ihn hervorragend. Na, wenn das kein Supertag war.

Nachtrag 27.04.2006: Was ıch gestern vergessen hatte: Wır hatten gestern auch Gelegenheıt, das erste Mal das Schwarze Meer zu sehen: Es lag dırekt vor uns, unter unserem Hotelfenster… Aber vor Lauter Frust – ok. vergessen, aber erwaehnen wollte ich es schon.

Über reinard

Allen Neugierigen sei meine Webseite
http://www.hr-schmitz.de
ans Herz gelegt. Dort gibt’s alles Un-/Wesentlich zu mir und über mich.

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