* La Palma, das Kleinod

Ich will hier jetzt nicht damit beginnen, romantische Lobeshymnen anzustimmen. Ist nicht meine Art und derzeit leider auch gar nicht angebracht.

Wir sitzen ja derzeit hier auf Naxos (derzeit im Regen!) und lassen immer wieder die vergangenen 25 Jahre Revue passieren, in denen wir hier – teilweise mehrfach im Jahr – unsere Urlaube verbracht haben. Immer wieder stellen wir uns die Frage: Was hat sich denn eigentlich geändert in dieser doch recht langen Zeit? Die Antworten fallen schwer, oft finden wir, es ist vieles noch »wie früher« und auf der anderen Seite treffen wir bei genauerem Hinsehen doch auf einiges, was sich sehr verändert hat. Meist, wie das so ist, zum Schlechten. Einiges hat mit dem Tourismus zu tun, der natürlich zugenommen hat. Ehemals ruhige, leere Strandgegenden, an denen z.B. Precht wild gezeltet hat, sind heute zugepflastert mit Immobilien. Dass sie in aller Regel klein und kykladisch-kubisch bleiben, ist ein positiver Aspekt. Aber darüber werde ich mich später mal verbreiten. Jetzt zurück nach La Palma.

La Palma…

…hingegen galt uns in der Zeit unserer ersten Besuche dieses westlichen Aussenpostens Europas als eine touristische Ausnahme, eine verträumte Insel, in die die Zivilisation ihre Krallen noch nicht nicht allzu tief gegraben hat. Ok., die Strassen – geschleckt, Markierungsstreifen vom Feinsten, EU-Normen, die anständigen Ziegenkäse und Wein verhindert… Das kann man zwar auch nicht hinnehmen, aber verglichen mit dem, weshalb ich diesen Beitrag schreibe, ist das gar nichts.

Denn das, was jetzt so nach und nach ans Licht kommt, zerstört Natur, Umwelt, Gesundheit. Dass kapitalistische Verwertungsprozesse, zumal wenn es um EU-Gelder geht, darauf keinerlei Rücksicht nehmen, ist bekannt. Dennoch:

Zwei Asphaltwerke…

…im Aridanetal, mitten im dicht bewohnten Westteil der Insel, dazu auch noch eine nutzlose, das Naturreservat zur Makulatur degradierende Autobahn (hier winken die EU-Gelder!), das ist zu viel.

Eine Bürgerinitiative versucht, diese mafiös-trickreich erwirkte Baugenehmigung noch zu Fall zu bringen. Eine Alegacion (Einspruch), schön langatmig (jeder Grieche würde vor Ehrfurcht erstarren) sollte von möglichst vielen Europäern (NICHT NUR INSULANERN!) unterschrieben und in doppelter Ausfertigung eingereicht werden. Der Text ist spanisch, hier aber in deutsch zu lesen.

Einsendeschluss (Poststempel) ist der 29. Oktober 2009.

Ich habe dazu parallel zur Webseite der Intitiative mit der auf der Stelle merkbaren Adresse http://lapalma-contra-plantas-asfalto.eu ein eigenes Weblog aufgezogen; nicht in Konkurrenz sondern zur Unterstützung:

No Asfalto !.

Ausserdem kann getwittert werden unter NoAsfalto! Mehr Details auf diesen beiden Seiten und bei Mathias Siebold, dem Inselchronisten.

Links:

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