Gjirokaster: Albanien – Räuberland?

Samstag, 27.05.2006
Dienstag, 02.04.2019, 22:40:14 :: Galanado, Ãœberarbeitung (in Arbeit)

Albanien. Alles vergessen, was einem unkundige Zungen je versucht haben, einzureden. Woher das kommt? Keine Ahnung. Fest steht für uns seit gestern:

Ein Highlight jagt das nächste

Noch nie haben wir bei einem Grenzübertritt so freundliche, hilfsbereite, lächelnde Grenzbeamte erlebt wie die am albanischen Zoll. Und das an einer Stelle, die es auf keiner Karte gibt. Wir wissen seit gestern: Von Igoumenitsa nach Norden, das geht. Keine Umwege durch’s Gebirge…

Gut, die Strasse endet ca. 5 Meter nach dem Grenzbalken, den uns ein freundliche ältere Herr in Uniform lüpfte. Ab da nur Stein- und Sandpiste der übelsten Sorte.

ABER: Eine Landschaft!

Beschreiben geht jetzt nicht. Nur: Berge, grün, glatt, riesig, Täler breit und weit und grün und … Nur eigentlich keine Häuser. Und wenn dann Ruinen der 1. oder 2. Art (wirklich alt oder alter/neür Rohbau). So viel Unvollendetes haben wir noch nie gesehen. Selbst in Städten wie Saranda, die erst,m die wir zu Gesicht bekamen.

Und dann: Butrint

Märchen pur. Landschaft, Seen, Farben, Ruinen (1. Art), Weltkulturerbe, Griechen, Römer, Venezianer, Amphitheater, Festung, Fähre (aus der prähistorisch-technischen Zeit; aber: funktioniert!).

Jedenfalls: Unbeschreibliche Erlebnisse hier und dort und jetzt und davor …

Ein Land ohne Schilder, Markierungen…

… dachten wir die ersten Stunden. Ohne GPS: verloren, da die Karten uns nicht helfen konnten. Keine Hinweise, ausser Himmelsrichtung und ab und zu ein Blick zum Meer. Irgandwann das erste Schild: Gjirokaster, 43 km. Luftlinie waren es noch 18 km …

Gjirokaster

In Gjirokaster nahmen wir dann Quartier. Die Menschen: Hier und unterwegs stets freundlich, liebenswürdig, hilfsbereit; italienisch hätten wir brauchen können… Jedenfall fragt und ein älterer Herr: woher? – Deutschland! „Herzlich willkommen in unsererrr schönen Stadt!“

Was danach geschah: Er ist Lehrer an der Schule. Will wissen, was ich arbeite. Stets wird danach gefragt. Und nach den Kindern, sortiert nach Söhnen und Töchtern. Hat man welche, wird das mit Befriedigung zur Kenntnis genommen und man kommt eine Riege höher …

Er zeigt uns den Bankomaten, erzählt uns über die Stadt … Und beim Essen treffen wir dann einen seiner Schüler: 15 Jahre, bedient im Restaurant seiner Eltern, perfekt in Tat und Englisch. Und immer freundlich lächelnd.

Also: Alles dufte, wir fahren jetzt ans Meer nach Vlora (das alte Avalon!) und weiter zu den Trümmern nach Apollonia… Bis dann.

Ach ja: Auf der Festung waren wir natürlich auch, heute morgen, mit Stadtrundgang und Fotomanie …

1985 starb Enver Hoxha, zum Nachfolger wurde Ramiz Alia ernannt. 1990 wurde das kommunistische Regime gestürzt und eine Massenauswanderung von Albanern begann.
Der anschließende Transformationsprozess verlief zunächst nur schleppend und ohne große Erfolge.

1991 wurden die ersten freien Wahlen abgehalten, Sieger waren die Kommunisten. Das Land wurde in die Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE) und Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) aufgenommen. Die Demokraten unter Sali Berisha übernahmen die Regierung

1992 und leiteten Reformen ein.

1995 wurde Albanien in den Europarat aufgenommen.
Mit dem so genannten Lotterieaufstand

1997 ging der Zusammenbruch der staatlichen Strukturen einher. Es schloss sich eine Friedens- und Aufbaumission der OSZE an.

1998 wurde eine neue Verfassung durch Volksabstimmung angenommen. Durch den Kosovokrieg nahm das Land

1999 zehntausende Flüchtlinge auf. Albanien unterzeichnete am

12.6.2006 das Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen (SAA) mit der Europäischen Union.

Am 1. April 2009 trat das Land der NATO bei. Ende des Jahres

2010 lockerte die Europäische Union die Visa-Bestimmungen für albanische Bürger, die fortan nur einen biometrischen Pass vorweisen müssen, um in den Schengen-Raum einreisen zu dürfen.

Seit dem 24. Juni 2014 ist Albanien offizieller Beitrittskandidat der Europäischen Union.

Am 26. Juni 2018 stimmte die EU dem Beginn von Beitrittsverhandlungen zu.

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