Rundschlag

Anlässlich einer Rundschau über die Problem, die so in den Medien aufscheinen, sticht das besonders hervor, was man gemeinhin

Hilflosigkeit

nennt. Beispiele?

Eines der prekärsten ist die Hilflosigkeit der Politiker aber auch der breiten Bevölkerung bei der Bekämpfung der Finanzkrise. Ausgerecht in der WELT, der BILD-Zeitung für die höheren Stände, würde man das nicht vermuten, was der Autor in seinem Beitrag eine Endlosschleife wie in Und täglich grüßt das Murmeltier nennt.

Egal, was du studierst, es ist immer Betriebswirtschaft.

Diese Fehlprogrammierung ist richtig erkannt, wiewohl längst bekannt. Nur: Sie ist eben kein Fehler im Sinne der Herrschenden sondern Methode zur Herrschaftssicherung. Daher reicht Vernunft und ein neues Wirtschaftsmodell, wie es der Autor blauäugig vorschlägt, alleine nicht aus, diese beiden wirken zu lassen. Zunächst bedarf es der Entmächtigung der Programmier. Das ist das Problem Nummer eins. Punkt zwei wäre dann noch, der Bevölkerung das nicht nur schmackhaft sondern begreifbar zu machen. Und da habe ich Zweifel, ob das gelingen kann, solange das System so wenig weh tut…

Der neoliberale Marktfundamentalismus war immer eine politische Doktrin, die gewissen Interessen diente. Sie wurde nie von ökonomischer Theorie gestützt, ebenso wenig von historischen Erfahrungen.

Joseph Stiglitz, Nobelpreisträger und ehemals Chefökonom der Weltbank, Juli 2008

Aber den Tod des Neoliberalismus bedeutet das alles nicht. Wissen ist zwar Macht, aber man muss sie auch ausüben. Und das tun in aller Regel nicht die Flaschen sondern die Falschen.

Ein weitere Beispiel sind diese

Ausstiegsangebote

An Hilflosigkeit nicht mehr zu überbieten: Die Bundesregierung bietet den Terrorjunkies in Afghanistan ein Taliban-Aussteigerprogramm an. 50 Mio harter Euro, die wie bei jedem Junkie wo wohl landen werden???

Schön hat das CARTA persifliert.

Das System ist diversifizierbar: Banker, Neonazis, Taliban – kennt noch jemand einen, der was braucht? Wenn dann alle befriedigt sind, die die Hand aufhalten, dann senken wir die Steuern, die Krankenkassenbeiträgem, die Hartz-IV-Sätze, die… – es wird »uns« da sicher noch einges einfallen.

Und falls dann irgendwann der Pöbel doch mal den Kopf heben sollte: Was sieht er dann?

Video und Drohnen

Videokameras, wie sie in England fast das ganze Land überwachen, sind nicht nur dort nutzlos. Auch im Münchner Flughafen filmen sie ohne nennenswerten Nutzen. Also, Video war gestern. Nicht für die kommenden Fussballschlachten, nein, die spülen ja Millionen in die Kassen der Flachbildschirmproduzenten. Sondern für die Überwachung der Leute, die am wenigsten Schaden anrichten: An Schnellfahrer und Müllsünder soll erprobt werden, was in Afghanistan und Pakistan den Taliban schönste Bilder ihrer Heimat liefert. Dass die Dinger auch anders können, »das kriegen wir später«. Im Gegensatz zu den Drohnenfolgen sind die Fussballweltmeisterschaften in Afrika eher eine soziale Wohltat.

So, mehr verkneif‘ ich mir jetzt erst mal. Ach, vielleicht doch noch der Hinweis, dass ich diesem Sterben auch hilflos gegenüber stehe. Da hilft wahrscheinlich nur, Englisch als Weltsprache doch überall einzuführen. Trotz Oettinger; dem ist eh‘ nicht mehr zu helfen.

Allenfalls…

…könnte ihm dieses Projekt weiterhelfen, denn Deutsch ist out; siehe oben. Von dort sei als erste Hilfestellung zitiert:

…jeder muss im job permanently seine intangible assets mit high risk neu relaunchen und seine skills so posten, dass die benefits alle ratings sprengen, damit der cash-flow stimmt. Wichtig ist corporate-identity, die mit perfect customizing und eye catchern jedes Jahr geupgedatet wird!

(Hilmar Kopper)

Well becomes!

Nachtrag:

2010.01.26, 14:28 :: Ich habe mir Oettinger gerade nochmals genau angehört. Er hat schon recht:

Wie känn not alau sät ewerie bodie duhs äs hie pliesis.

Nur: Warum bezahlen wir ihn dann mit unseren Steuern? Wäre er unter den ersten 10.000 bei einer Begabtenprüfung?

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3 Antworten zu Rundschlag

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  3. Günther Schäfer sagt:

    Das hättest Du mir zum Café nun nicht unbedingt servieren zu brauchen.
    Man kann sich fragen, was unser Herr Ministerpräsident für eine Englischnote in der Schule hatte. Ich gehe einfach davon aus, dass er wohl das Abitur bestanden hat. Den Text hat er sich machen lassen. Die Aussprache hätte man vorher viele Male wiederholen können. Da gibt es keinerlei Entschuldigung. Wir sind damit in Europa einfach nur blamiert.
    Die Note für diesen Vorlesevortrag kann sich jeder selbst ausdenken.
    Soon it goes loose in Brüssel !

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