Kommen die Tage der Selbstbezichtigung?

Staatspräsident Karolos Papoulias beschwor Papandreou angesichts der Lage im Land, endlich die Hauptverantwortlichen der Krise zur Rechenschaft zu ziehen. Nur so könne die Bevölkerung beruhigt werden. Der Premier versprach, dies unverzüglich zu tun, doch es scheint, dass er das Vertrauen der Bevölkerung zunehmend verliert.

Telepolis, Wer zahlt für politische Eigentore?

Papoulias‘ Aufforderung bleibt wohl eher ein frommer oder besser verlogener Wunsch. Denn wo und wann hätte sich die politische Prominenz, die tätig an einer Plünderung des von ihr regierten Staatswesens beteiligt war oder ist, sich dieses Delikts selbst bezichtigt?

Oder glaubt jemand im Ernst, Papandreou stellt sich hin und bekennt »ich war’s, mein Vater war’s, mein Grossvater und meine Vorgänger von der Nea Demokratia, Karamanlis und so weiter auch«? Dazu würde er dann noch die Nachkommen des Callasverehrers und Kennedygatten Onassis um ein parr Steuergroschen bitten. Naja, und dann eben Reih‘ um, die ganzen grossen Steuersünder eben. Und endlich vielleicht auch die daran verdienenden Banken und Spekulanten?

Lachhaft. Die einfachen griechischen Bürger sind zu Recht auf der Strasse und fragen zu Recht empört, warum sie zahlen sollen. Dass man mit Scheiben einwerfen und Brandanschlägen einer Antwort nicht näher kommt, das versteht sich von selbst. Aber der einfache griechische Bürger geht auch nicht vermummt auf die Strasse…

Oder kommen die Tage des Umsturzes?

Ein System kann nicht verändert, sondern nur gestürzt werden.

Viktor Orbán, künftiger ungarischer Ministerpräsident (DIE ZEIT Nr. 18, S. 2)

Nachtrag:

2010.05.07, 19:56 :: Links.

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