* Europa2010: 20. Tag, Käina – Kärdla (Hiiumaa)

Freitag, 23.07.2010, 22:14:38 :: Padu Hotell in Kärdla auf Hiiumaa

Montag, 26.07.2010, 00:13:35 :: unvollständig, aber schon lesenswert

Wer die Lautverdopplungen im Estnischen kapiert oder zumindest akzeptiert hat und sich dadurch Ortsnamen u. Ä. vielleicht merken kann, ist fein heraus.

Hiiumaa…

…ist die dritte der estnischen Inseln, die wir derzeit besuchen und seit heute kann ich mir ihren Namen merken und sie fast anstandslos richtig schreiben: zwei »i« und zwei »a«… Der deutsche Name Dagö ist jedenfalls einfacher.

Noch gestern Abend sind wir mit der Fähre von Saaremaa (auch richtig!) nach Hiiumaa übergesetzt; darüber dann vielleicht morgen, wir haben uns entschlossen, einen Austag zu nehmen in diesem einfachen aber wirklich herrlichen Hotell (im Estnischen eben zwei »l«).

Die letzte Nacht haben wir im Guesthouse Tondilossi Öömaja in Käina verbracht. Gemeinschaftstoilette und -dusche (fein zwischen Männlein und Weiblein getrennt, natürlich!), Heisswasserbereiter im Toilettenkabinett, daher heiss dort wie Sauna – aber wir lernen: Hiiumaa ist eine kleine Insel (Ausdehnung ähnlich wie Naxos), wir sind in Estland und Gast bei knapp 11.000 Einwohnern. Es gibt eine Stadt, Kärdla im Norden eben, alle anderen Orte qualifizieren sich allenfalls durch einen grossen Platz und einen Laden. Kirche scheint hier nicht Pflicht.

Ja, was tut man auf Hiiumaa…

…nach einem guten Frühstück und in Hinblick auf eine schon wieder stechende Sonne? Man lässt den Mut nicht sinken und bereitet seine Tagestour mit den bescheidenen Mitteln vor, die einem DuMont und das magere Kartenmaterial bieten. Mehr Infos gibt’s erst in Kärdla, ganz im Norden, wir aber sind im Süden. Hier liegt aber auch das Inselchen Kassari,

durch zwei Dämme mit Hiiumaa verbunden. Sie soll allerliebst sein, wie DuMont suggeriert:

Die Perle Kasssaris ist die Landzunge Sääretirp im Süden. Wie eine vorzeitliche Schlange windet sie sich immer schmaler werdend über 2 Kilometer zwischen den weissgekrönten Wellen, bis sie schliesslich im Meer verschwindet.

Dumont Richtig Reisen, Baltikum, S. 299

DuMont hat recht. Insbesondere die sich nach Süden schlangenartig ca. 3 km ins Meer windende Landzunge Kassari Sääre Tirp

lohnt den 6 km langen Spaziergang bis zu dem Punkt, wo man nun endgültig nasse Füsse bekommt, wenn man den nächsten Schritt tut: Die Schlang taucht hier ab.

Dass während dieser Zeit sich der Himmel zusehends mit Wolken behängt und der Wind auffrischt, das labt meine Seele, meinen Geist und meinen Körper. Die Bremsen hingegen werden lahmer.

Die Bremsen…

…das hier als Einschub, sind ja ein fast grösseres Problem als die Hitze die uns lahm, jene aber narrisch macht. Schon die Tage auf Saaremaa quälten sie uns sobald wir auch nur anhielten; es dauert nur Sekunden, dann sind sie im Auto, sitzen überall und stechen, wenn’s geht… Schwellungen unterschiedlicher Ausmasse und Dauer sind die Folgen, die matten Arme können die Hände gar nicht rasch genug dort aufklatschen lassen, wo gerade eine am Werk ist. Ehrlich: lieber Hitze ohne Bremsen als Bremsen mit Hitze…

Jedenfalls: Unser Spaziergang auf Sääre Tirp war diesbezüglich erträglich und erlebnismässig eine wunderschöne Angelegenheit: Pflanzen, Blüten, Beeren, Spinnen, Falter, goldene Libellen en masse…

Aauch viele kleine tote Fische, wie auf der Nachbarinsel: Im Uferbereich ist dass Wasser zu warm, die Tiere werden regelrecht gekocht.

Und in der Ferne grüsst immer Saaremaa.

Der Weg nach Kärdla…

…ist kurz, gerade mal 18 km. Die Strasse führt durch Wald und Heide. Ein verfallener Herrensitz…

…und (mal wieder) eine Windmühle liegen am Weg.

Dann empfangen uns die Schweden. Genauer: Die SEB mit protzigem Tempel auf dem Hauptplatz von Kärdla.

Die Schweden, das passt gerade, herrschten hier bis 1710, wurden dann vom Zaren deportiert oder zwangsweise verestnet. Jetzt sind sie wieder da: Mit Kies geht eben alles. Sie sorgen sich aber auch ein wenig um die Kultur.

Dort auf dem Platz steht auch – unübersehbar – die Touristeninformation, die uns all das Material beschert, das wir nun lesen dürfen.

Der Tip für’s Hotel stammt auch von dort und schon passt alles: Die Temperaturen, das Hotel, ein KONSUM-Markt vom Feinsten direkt daneben (s.u.) – wir bleiben zwei Tage und schauen uns den Rest von Kärdla aus an.

Ach ja:

Der KONSUM hat meinen Saft…

…aus La Palma. Wir überlegen uns, zu bleiben – Europa ist doch überall (gleich, ähnlich, anders)…

21./22. Tag | 20. Tag

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5 Antworten auf * Europa2010: 20. Tag, Käina – Kärdla (Hiiumaa)

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  3. Anke sagt:

    Nee, wie lustig! Da habt ihr ja, dank Don Simon, keine „Saftentzugsprobleme“ 😉

    Danke für den schönen Reisebericht.

    LG aus dem momentan total bedeckten Aridanetal!

  4. Reinard sagt:

    Nur: Wir sind hier, nicht dort!

  5. Günther Schäfer sagt:

    Aber bei euch gibt’s sicher weniger oder gar keine Bremsen. Da ist Europa doch nicht gleich !!!

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