* Europa2010: 19. Tag, Kargi – Käina (Hiiumaa)

Samstag, 24.07.2010, 10:43:43 :: Kärdla bei (Fast-)Regen

Die Herberge, auf die wir gestern Abend in Sääre aufmerksam wurden…

…entpuppte sich als wahre Perle:

Mitten im tiefen Wald auf einer Lichtung, keine Strasse weit und breit, Bremsen & Moskitos zuhauf; aber alle Fenster fein säuberlich mückendicht vergittert, so dass man Durchzug machen kann. Das freundlich Wirtspaar radebrecht Deutsch und Englisch, sie kocht und backt fantastisch, das Frühstück ist überreichlich.

Die Innenausstattung mutet nostalgisch an; es passt alles zu einander. Wir sind hier in einer anderen Welt.

Von dort also starteten wir bei bereits wieder Bruthitze,…

…umringt von Bremsenheeren zur letzten Saaremaa-Tour; dass wir abends in Hiiumaa sein würden, wussten wir da noch nicht.

Eine gesprächige Hamburgerin versorgte uns mit allerlei Insidertips zu den Inseln, zu Narva, Tartu und den Peipussee; sie bereist das Baltikum wohl intensiv seit Jahren. Sie prägt auch den Satz, dass nicht die Hitze sondern die Bremsen das Problem sind. Man kann nur bei geschlossenem Fenster im Auto verharren; ohne Klimaanlage umgehend ein Garvorgang.

Also fahren!

Das allerdings war an diesem Morgen bereits mit abenteuerlichen Ahnungen und Befürchtungen befrachtet: Benzin gibt es nur in Kuressaare, knapp 50 km bis dorthin. Also keine Experimente, erst tanken! Das grässliche rote Warnlicht der Reserveanzeige sagte es deutlich.

Und nachdem der Tiger wieder im Tank war konnten wir uns unbesorgt um Festung, Kurhaus, Villen und Innenstadt kümmern. Alle Bilder dann gelegentlich auf

[PICASA]

Lis habe ich zurück gelassen

Sie hat sich kurzerhand für ein Leben hinter Gittern entschieden.

  

Die bischöfliche Festung ist ein Universalmuseum zu Geschichte, Geololgie, Archäololgie und Geisterklamauk für die Kinder.

  

Die Bischöfe…

…waren sehr ängslich; das zeigt nicht nur der Festungsbau. Selbst innerhalb ihrere Gemächer schlossen sie sich nächtens freiwillig weg, aus Angst, ermordet zu werden. So viel an dieser Stelle zur Geschichte der Chrisianisierung Osteuropas. Dass uns in Deutschland Mixa weiter auf der Tasche liegt hat also hinreichend Tradition, um als unumstössliches Recht zu gelten.

So voll und ganz haben wir uns dem Museum dann doch nicht hingegeben; zu heiss. Daher war ein WI-FI-bewehrtes Café in der Stadt der richtige Auffangghafen nach dem Gestöber in Schwertbrüder- und Bischofsangelegenheiten;

Quelle: Wikipedia

dass die Klimaanlage als Quelle allen Lebens in diesen Tagen im anderen Gastraum angebracht war, habe ich leider erst am Ende unseres Aufenthalts festgestellt. Man sollte einfach früher zur Toilette gehen…

Stadtbesichtigung

Der Gang durch die Strassen geriet kurz; ich wiederhole mich ungern, aber zu heiss.

Fazit: Ein nettes Städtchen mit reizenden Strassen und Häusern, vor allem wenn aus Holz. Nach kurzer und erfolgloser Suche nach einer Unterkunft (Kammermusik- und Opernwochen!)

entschieden wir uns für den Abgang nach Hiiumaa, nicht ohne noch einige der schönen Stellen an der Nordküste abzuklappern; die gibt es zuhauf. Und uns für den Fall der wilden Übernachtung mit Proviant zu versorgen. Das ist das A&O. Wer erinnert sich?

Manche Marken sind unverwüstlich; wie der KONSUM später hier in Kärdla. Jedenfalls waren wir mit allem Notwendigen gerüstet und zu allem bereit als wir an die Nordküste fuhren. Würde das Wetter halten? War Zelten möglich? Würde noch eine Fähre gehen? Und dann?

Jedenfalls, hier die letzten Eindrücke

  

  

  

Und dann Panga Panks…

…die Kalkklippen, eine Korallenbank, die sich von Gotland her hier unter die Erdoberfläche schiebt, Reste eines vergangenen tropischen Meeres. An anderer Stelle kann man wohl in Petrefakten wühlen.

Ein Unwetter kündigte sich nur an; etwas Regen brachte keine Abkühlung nur noch mehr Geschmiere auf dem Auto, das mittlerweile von den Sandpisten eingepudert ist.

An der Fähre nach Hiiumaa…

…warteten wir dann eineinhalb Stunden auf die Fähre. Da wir nicht gebucht hatten, sahen wir uns zunächst schon zurück gelassen. Aber es ging alles glatt.

Und in der Abendsonne…

…erreichten wir unser Domizil; wieder durch Zufall 🙂

18. Tag | 20. Tag

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2 Antworten auf * Europa2010: 19. Tag, Kargi – Käina (Hiiumaa)

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  2. Günther Schäfer sagt:

    abenteuerlich !!!
    Hier ist es angenehm, fast zu kühl. Nachts 7 ° C. Tagsüber etwa 20 ° C.
    Das wär‘ doch jetzt etwas für euch ! oder ?
    Grüße Günther

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