* Europa2010: 23. Tag, Kärdla – Haapsalu

Montag, 26.07.2010, 20:59:07 :: Haapsalu, Hotel Kongo, bei Schwüle und mittlerweile Regen

Vorbemerkung: Mir sind zwei unfertige Beiträge entflogen, bitte nicht verwirren lassen; sie werden noch gefüllt!

Wir sind in Haapsalu

Wir sind also wieder auf dem Festland, wenn man Europa so bezeichnen darf. Die Überfahrt mit der Fähre von Heltermaa auf Hiiumaa nach Rohuküla dauert ca. 1,5 Stunden, das ganze bei dunstigem und schwülen Wetter und in offenbar sehr enger Fahrrinne. Die Baken zur Markierung der Durchfahrt stecken so nah beieinander,…

…dass auch ein erfahrener Kapitän sehr genau zielen muss. Die Geschwindigkeit sinkt dabei von ca. 20 km/h auf 12.

Frühbucher…

…dürfen als erste drauf

Neben obligatorischem Heringsbrot mit Ei wird auf länferen Überfahrten auch schon mal ein Salat fällig.

Und aus lauter Langeweile (kein Internet!) wird mit der Canon rumgespielt. So was kommt dann dabei heraus.

Aber auf der Fahrt zum Hafen machten wir zunächst noch ein paar Umwege; wir hatten Zeit, das Boot ging erst um 14:30 Uhr.

Die estnische orthodoxe Gemeine scheint im Gegensatz zum Festland nicht sehr gross oder wenigstens pekuniär potent zu sein. Sonst dürfte die Kirche bei Kuri so nicht in der Landschaft stehen.

Gewiss, die lutherischen Kirchlein könnten hier und da auch eine renovierende Hand gut vertragen, aber sie leben, sie werden genutzt.

Verfolgungswahn

Dazu kam es dankswerter Weise denn doch nicht. Aber das Geschlecht der Ungern-Sternberg verfolgte uns ständig auf Hiiumaa und (bisher) einmal gleich nach der Weiterfahrt von Rohuküla nach Haapsalu. Zunächst aber bestaunten wir das Gut Suuremõisa bzw. seine Reste. Eine Sternberg-Witwe liess es für sich und ihre Söhne 1760 errichten. Es gilt als das schönste Barock-Herrenhaus Estlands. Das mag man gerne glauben.

So sah es da wohl aus, als man schon fotografieren konnte:

Die früheren Stallungen haben eine moderne neue Nutzung erfahren:

Kirche von Pühelepa

Gleich in der Nachbarschaft steht die Kirche von Pühalepa aus dem 13. Jahrhundert. Die Erklärungstafel weist sie als das älteste Gebäude Hiiumaas aus. Das hinwiederum scheint eine Verkürzung zu sein. Steingebäude vielleicht…

Und gleich auf dem Festland…

…dann das hier:

Eine veritable Superruine schönster Bauart und Gestaltung. Gehörte auch den Sternbergs.

Ebenso begegnen wir wieder den Hinterlassenschaften der Bischöfe von Wiek-Ösel, denen wir ja bereits in Kuressaare auf Saaremaa in der Gestalt einer wunderbar erhaltenen/restaurierten Bischofsfeste begegnet waren. Hier in Haapsalu liessen sie die erste Festung bauen, ehe sie sich auf die Insel verzogen. Wie gering doch die Überzeugungskraft einer Kirche ist, die solche Mauern braucht um sich vor ihren Schäflein zu verkriechen…

Hier in Haapsalu wirk alles etwas brüchig, verfallen, unwirklich und leer. Die Häuser sind meist aus Holz und bilden z.T. schöne Ensembles; dennoch wirkt alles etwas morbid rund um die Bischofsfestung, die selbst in erbärmlichem Zustand ist.

Nostalgie im Digitaldruckkleid

Unser Hotel liegt in dieser Gegend und ist wohl ein erdenschlecht renovierter Altbau. Aber sei’s drum: Es ist ok. Das Abendessen vor einer kleiner Gaststätte im Freien war lecker, wir sind soweit schon zufrieden. Nur: Wo ist das Leben? Das Zentrum, das Kurhaus, der Strand?

Das steht dann morgen früh auf dem Program wenn’s nicht zu schlecht ist, das Wetter…

21./22. Tag |

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