* Europa2010: 69. Tag, Männedorf – Radolfzell

Freitag, 10.09.2010

Freitag, 10.09.2010, 22:37:58 :: Radolfzell, Hotel Seerose

In einem richtigen deutschen Hotel,…

…in Radolfzell am Bodensee, 100 Jahre alt, aber natürlich modernisiert: Fühlt man sich darin wohler als im Bibel- und Erholungsheim in Männdorf/Schweiz?

Ich muss gestehen, ja. Und das zum gleichen Preis oder günstiger. Es ist schon sehr gewöhnungsbedürftig, einen frohen Bibelspruch auf dem Kopfkissen, über dem Kopfende der Betten und an der Türe vorzufinden, man kommt sich irgendwie beobachtet vor…

Da waren uns beiden barbusige Liegende über dem Kopfende oder am Fussende doch eher geheuer. Indiz: Lis bat mich gestern Abend, den Spruch abzuhängen und auf den Schrank zu legen; die Damen durften jeweils hängen bleiben, ja Lis hat sie sogar fotografiert!

Und: Nichts für ungut, liebe Gläubige, die Ihr auch unser Frühstücksbrot genommen habt und hinterher im Tempel…

…so hehr gesungen habt, dass wir es beim Frühstück bei PAZ geniessen konnten: Jeder soll nach seiner eigenen Façon selig werden – sagt schon der Alte Fritz. Wir haben Euren Gesang daher mit richtig guter Musik übertüncht und währenddessen die frischen Brötchen vom Bäcker und den Tee resp. Kaffe von PAZ genossen; selbst der Hund war von unserer Salami mehr begeistert.

Dann mussten wir fahren…

…und schlängelten den Berg hinter Männedorf hinauf, um noch ein paar Seeblicke zu erhaschen.

Die Autobahn konnten und wollten wir zwecks Landschaft nicht so recht nutzen, die Vignettengebühr von 32 € war also echt zum Fenster raus geworfen. Dafür aber hatten wir Sonne und schönste Wolken und uns kaum verfahren, trotz irrer Beschilderung, auf der die Orte ständig wechseln. Ob die Schweizer das von den Osteuropäern oder Italienern übernommen haben? Die können das auch perfekt. Ohne GPS würde man sich 100%ig und ständig verfahren.

Auch Stein am Rhein ist so ausgeschildert, dass man die schöne Fahrt über die alte Brücke nur dann findet, wenn man weiss, wo sie sein muss.

Und von dort dann (eine Parkplatz zwecks Einkehr zu einem Cappuccino fanden wir nicht) um die Höri nach Radolfzell, eine Strecke, die ich vor 20 Jahren oft mit dem Fahrrad abgestrampelt bin.

Es ist fremdartig, nur noch Deutsch zu hören

Das Otto-Dix-Haus in Hemmenhofen hätte uns schon mal wieder gereizt. Aber irgendwie blieb es dann doch bei Bananasplit und Cappuccino in Gaienhofen – freilich unter junger Deutscher Eiche und Kunst an der Strasse.

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