Den 6. Tag…

… haben wir unversehrt erreicht. Aufgewacht ohne Biss… Gefruehstueckt und dann in Rosenau die 2. Burg besucht und durchstreift. Es handelt sich um eine der beruehmten Saechsischen Kirchenburgen (Siebenbuergen!). Protzig auf dem Berg, gut renoviert. zuletzt eine richtige Zitadelle mit Wohnhaeusern, Schule – der gesamten Infrastruktur des Dorfes eben, weil die Osmanen und wer noch alles permanent vor den Toren standen. 

Danach ging’s zur „richtigen“ Draculaburg nach Bran. Der Andrang der Touristen war da so maechtig, dass wir nie dran  gekommen waeren, gebissen zu werden. Deshalb: 2, 3 Fotos und weiter nach

Kronstadt

heute eher Brasov. Gilt als die bestrenovierteste Stadt in Siebenbuergen. Ausserdem beherbergt sie die oestlichste gotische Kirche Europas. Schoen war’s – aber wieder drueckend heiss.

Das „Neuschwanstein Rumaeniens“ (Schloss Peles) haben wir nicht gesehen. Montags geschlossen. Ist wohl versteckt im Wald, denn auch aus der Ferne war’s nicht auszumachen. Maechtig durch die Berge ging’s, der Schwarzwald ist wohl vergleichbar, aber mehr Mischwald. Ja, und dann

Bukarest

Was soll man sagen? Die Aehnlichkeit mit Sofia teilweise, jedoch zeigt sich der Diktatorengroessenwahn im Parlamentsgebaeude wesentlich deutlicher – Gigantomanie in Reinkultur… Aber es ist noch viel zu tun, ehe man von einer schoenen Stadt sprechen kann: Ueberall die halben Strassen aufgerissen, Kanalisation, Leitungen, Strassenbelaege; Fassaden sowieso – vieles im Argen. Nur die Hotels, die protzen rum, das passt noch nicht so richtig. Eher zu Ceaucescu…

Wir siind dann gefluechtet, weiter Richtung Donaudelta und Schwarzes Meer.

Und dann wieder die Doerfer. Die Alten auf ihrem Hockerchen, viele Strassenmaerkte, Korbmoebel, Holzwaren, Tand aus China. Menschen mit ihren Wassermelonen, Gurken, Tomaten, teilweise auch Honig und Kaese am Strassenrand. Ein Land mit extremen Gegensaetzen. Zuweilen deucht uns selbst Albanien besser gestellt.

Gestoppt haben wir heute Abend in Urziceni, nordoestlich von Bukarest. Ein „Hotel Royal“ hat um uns geworben. Und wir haben zugeschlagen – eine andere Wahl gab’s eh‘ nicht. Und da sitzen wir jetzt in der Rezeption am Computer. Ein Haus, dass wie eine Trauminsel inmitten des Elends schwebt? schwimmt? steht?

Morgen geht’s weiter nach Tulcea, mitten im Donaudelta. Mal schaun…

Und noch ein Wort…

…zum Thema Autofahrer in Europa: Was gleich auffiel bei der Einreise nach Rumaenien, hat sich extrem bewahrheitet, ohne mich um Vorurteile zu graemen: Der statistisch-normale rumaenische Autofahrer ist ein einer Weise ungehobelt, wie wir das in noch keinem Land bisher erlebt haben. Grundloses Hupen ist zwar aergerlich, aber noch hinnehmbar nach einer Eingewoehnungsphase. Aber wie er zu schnell faehrt, ueberholt, draengelt, reindrueckt, abdraegnt – das ist wirklich der Hammer.

Ein Bargast gestern abend in Rasnov, Dresdner, jetzt in Bayern fuer eine Firma taetig, ist schon mehrfach in Rumaenien. Er bewertet die hiesige Fahrweise noch weit schaerfer, auch aus Erfahrung. Er ging so weit, uns zu raten, nicht nach Bukarest zu fahren. Es sei die Hoelle. Ok., das war’s noch nicht, aber ein Vorgeschmack auf die Vorhoelle schon. Selbst Neapel letzes Jahr verblasste dagegen etwas. Der Grund? Vielleicht ist die „neue Freiheit“ der PS etwas zu ploetzlich gekommen? Die Wirtin, Stefi, selbst Rumaenin, widerspricht da nicht…

 

 

Über reinard

Allen Neugierigen sei meine Webseite http://www.hr-schmitz.de ans Herz gelegt. Dort gibt's alles Un-/Wesentlich zu mir und über mich.
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