9. Tag: Von Suceava zu den Moldaukloestern und in die Ukraine

Ich sitze hier an einer kyrillischen Tastatur, aber scheint’s funktioniert Gates Beetriebssystem hier auch fuer mich… Ja, mittlerweile sind wir in Czernowitz, im Suedwesten der Ukraine.

Gestern Abend sind wir bis Suceava gekommen. Auch eine Stadt ohne Charakter, jedenfall ohne historischen Charakter: Keine Altstadt. Kein angenehme Umgebung, sich aufzuhalten, 2 Restaurants, beide uebervoll. Dennoch: 2 Plaetze gab’s dann doch fuer uns, aber nichts landestypisches zu Essen. Zum x-ten Mal. Es ist zum Hunde floehen. Der Portier, der auch schon bessere Aufgaben gesehen hat, erklaerte uns unter Seufzen (als wollte er sagen, das habe ich doch schon 100 mal erklaehrt), das „in communist times“ alles abgerissen und neu erbaut worden sei. Nur: Das, was heute steht, ist ueberreif, um abgerissen zu werden. Trostloser geht’s nicht. Dachten wiur heute Morgen. Aber das spaeter.

Wie kann ein Volk existieren, dem man die Historie, die Kultur, die Bauwerke weggenommen hat? Ich denke, ein Teil der resignativen Stimmung der Menschen ruehrt mit daher. Welcher job hier ist wohl der wichtigste? Psychotherapeut?

Die Fahrt zu den Kloestern der Moldau war hingegen ein Erlebnis besonderer Art. Vier dieser Kirchen haben wir besucht. Sie zeichnen sich alle dadurch aus, dass jeder verfuegbaer Quadratzentimeter bemalt ist. Unterschiedlich erhalten, teilweise schon gut restauriert, innen und aussen! Weltkulturerbe, selbstverstaendlich…

Die Fahrt durch die Ostkarpaten ebenfalls erholsam und schoen. Eine harmonische Landschaft, mit deshalb, weil Ansiedlungen fast fehlen. Sonst teilweise wie Schwarzwald oder Alpenvorland. Fast…

Der Grenzuebertritt dauerte nur ca. 45 Minuten, alle Zettelchen ausgefuellt, abstempeln und wieder abnehmen lassen. Und Jetzt Czernowitz, eins eine schoene und bedeutende Stadt. Es macht Probleme, jetzt schon zu werten. Aber der erste Eindruck ist niederschmetternd, trotz Renovierungen die erkennbar sind. Und wiur haben ja schon einiges gesehen.

Das Hotel aehnelt einem Gefaengnis. Auf jedem Stock eine Schluesselwache, die konrolliert, wer ein- und ausgeht. Im Eingangsbereich 2, 3 Sicherheits-Macs. Einer sitzt direkt neben dem roten Alarmknopf und loest Kreuzwortratsel ohne Stift…

Wir haben Landgang und suchen was zu Essen. War wohl nix. Zurueck ins Hotel. Bis 10 Uhr gibt’s da vielleicht irgendwas.

Wahnsinn.

 

Über reinard

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2 Antworten auf 9. Tag: Von Suceava zu den Moldaukloestern und in die Ukraine

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