12. Tag: Sonntagsmarkt und…

… Weiterfahrt nach Stanislau (Ivano Frankivsk) standen heute an. Das Wetter hat abgekuehlt, dafuer regnet es hin und wieder und das TV & Internet zeigen, wo das herkommt: Aus dem Westen, klar dass wir hier im Osten „auf die“ nicht gut zu sprechen sind…

Heute Morgen waren wir auf dem Sonntagsmarkt in Khmelnitskyi. Ein Riesenareal voller Verkaufsstaende und -container, fast aussschliesslich bestueckt mit China-Schrott. Die Haendler beschaeftigen den Grossteil der arbeitsfaehigen Stadtbewohner. Oder, wie es unser Freund ausdrueckte: Die Menschen in der Stadt leben von diesem Markt. Wie das funktioniert, ist mir bis jetzt unklar, denn jeder bei sich selbst kauft… Aber es kommen wohl viele von den weit entfernten Doerfern hier her. Fazit: Gewusel, kaum lachende oder laechelnde Gesichter, Kreditkarten und alles Wertvolle zuhause lassen. In Vilnius haben wir Aehnliches schon gesehen, aber eine Nummer kleiner.

Vielleicht noch einmal kurz zum Hotel hier, in dem wir eine Suite bewohnten. Denn es war das erste Hotel, in dem wir ein Fruehstueck bekamen, das einem solchen nahe kam. Ukrainer, aehnlich wie die Rumaenen, scheinen nicht zu fruehstuecken. Jedenfalls haben wir das aus dem bisherigen Angebot geschlossen. Jedenfalls gab’s hier in Kmelnitskyi Spiegeleier mit Speck und einen Tee! Den erst als Nachtisch – aber immerhin.
Die Fahrt weiter „zu den Huzulen“ endete augrund des spaeten Starts in Ivano Frankivsk, einfacher Stanislau. Die Stadt erbluehte, wie soll’s anders sein, zu k.u.k.-Zeiten und glaenzt ganz klar mit vielen schoenen (renovierten) Haeusern, auch Jugendstil und einer gut besuchten Flaniermeile, sogar mit dem einen oder anderen Cafe oder Restaurant. In einem haben wir bestellt, eine Stunde gewartet und dann gut gegessen… Ganz was anderes als Czernowitz und Kmelnitskyi.

Was u.a. generell auffaellt: Keine Klamottenlaeden, kaum ein Schuhgeschaeft. Aber Schaufenster mit x % Rabatt auch schon hier. Was auch fehlt sind Metro, Aldi & Co., die die EU-Laender und -Kandidaten Bulgarien und Rumaenien bereits zumuellen oder bereits dieses haben. Eigenstaeniges verschwindet, alles wird gleichgeschaltet – Kapi-Sozialismus ahoi! — Das fehlt in der Ukraine (noch?)…

Die Landschaft unterwegs: Hinreissend, einsam, echte Ruhe (!), Gaensebanden und Huehner auf der Strasse, hie und da ein Pferdefuhrwerk, Marienschreine und -statuen, Brunnenhaeuschen alle paar hundert Meter, Baechlein mit Enten drauf & dran – Kinderbuchidylle pur. Die Doerfer zusehends mit mehr Blumenpracht (wir naehern uns Polen!).

Hier in Stanislau wohnt uebrigens Andruchowytsch, junger Gegenwartschriftsteller der Ukraine, den man kennen sollte… Bekamt dieses Jahr den ?-Preis auf der Leipziger Buchmesse. Seine Dankesrede an Europa (http://blog.hr-schmitz.de/?p=133) war ueberzeugend.

Über reinard

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ans Herz gelegt. Dort gibt’s alles Un-/Wesentlich zu mir und über mich.

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