15. Tag: Wieder in der EU…

… und zwar in Zamosc, wo wir vor ziemlich genau 11 Monaten auch durchkamen und genaechtigt haben – allerdings in der Richtung von Nord nach Sued.

Der Tag gestern (14. Tag) war nach dem Abstecher nach Koenigsfeld und Deutsch Mokra (13. Tag) ein echter Kracher.

Also der Reihe nach: Am Sonntag ging’s von Chmelnytskyi nach nach Ivano Frankivsk. Von dort am Montag nach Sueden, vorbei an einer Stelle, deren sich die Ukrainer ruehmen: Es sei der Mittelpunkt Europas.

Eine Stelle nahe Rachiw in der Ukraine mit den Koordinaten 47° 56′ 3″ N, 24° 11′ 30″ O wurde 1887, als die Region ein Teil der k.u.k.-Monarchie war, als geographisches Zentrum Europas berechnet. Wegen des Baues der Eisenbahnlinie Rachiw–Sighetu Marmaţiei (ungarisch: Máramarossziget) wurden damals Vermessungsarbeiten durchgeführt. Im Verlauf dieser Arbeiten stellten die Ingenieure fest, den geografischen Mittelpunkt Europas eingemessen zu haben. Nach gründlicher Überprüfung bestätigten Wiener Wissenschaftler diese These. 1887 wurde ein 2 m hohes geodätisches Denkmal aus Beton errichtet, welches im Original bis heute erhalten ist.

Wikipedia

Genau dasselbe sagen die Litauer von einer Stelle, ca. 30 km noerdlich von Vilnius auch. Da wir ganz in der Naehe davon wohnen, stimmt wohl eher letzteres :-))

Unser abendliches Ziel war unfreiwilligerweise Deutsch Mokra, eines der ehemals deutschen Doerfer in einem Seitental der Karpaten, in dem die Theiss ihr Unwesen treibt. Ausserdem die Holztransporter. Dementsprechend ist das, was man gemeinhin eine Strasse nennt, eher ein bandfoermiges Geroellfeld. Das drosselt auf ca. 30 km die Geschwindigkeit auf ca 4-8 km/h. Eigentlich wollten wir weiter oder geloest zurueck fahren. Aber das war wohl nix. Kein Reisefuehrer warnte.

In Deutsch Mokra haben wir dann im Wohnzimmer einer sehr armen Familie uebernachtet, mittlerweile war’s 20.00 Uhr. Die Armut in diesen Taelern ist fuer uns unvorstellbar. Mehr beim Karpatenwilli. Dort erfährt man auch die Ursache für die verheerenden Strassenverhältnisse…

Am naechsten Morgen stand nach einem Versuch, weiter nach Norden zu fahren, fest, dass wir umkehren mussten – die „Strasse“ verlor sich an einer „Bruecke“ endgueltig; mit Pferden und zu Fuss waer’s gegangen.

Also wieder ganz runter (armer Twingo, arme Nerven, arme Wirbelsaeule…), nach Westen, dann wieder nach Norden nach Lviv (Lemberg).

Schon nach kurzer Durchfahrt und kurzem Aussteigen stand fest, diese Stadt ist eine Wucht, was Bausubstanz und Erhaltungs/Renovierungszustand angeht. Groesstenteils mit Kopfsteinpflaster in verheerendem Zustand – Czernowitz lasst gruessen. Da es mittlerweile Bindfaeden regnete (die angekuendigte Front von Westen war jetzt da…), die Hotelpreise deutlich mehr als unverschaemt und das Personal sehr unfreundlich waren, fuhren wir weiter Richtung Grenze und machten in N????, heute Zh???? in einem perfekten neuen Hotel halt; Villa Baci der Ukraine…

Nach kurzer Besichtigung heute Morgen (Kloster, Synagoge – beide total demoliert), 5 gewaltige Kirchen (1 komplette Holzkirche) zur Grenze. Nach einer Wartezeit von 3 Stunden und 20 Minuten waren wir wieder in der EU, die Polen sind die Langweiler!

Jetzt in Zamosc, geht’s weiter nach Norden.

 

 

Über reinard

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ans Herz gelegt. Dort gibt’s alles Un-/Wesentlich zu mir und über mich.

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