* Rund Europa 2011

Ja, wir sind so weit

Wir sind fit; auch die Ärzte haben nicht widersprochen. Und Senfle hoffentlich auch. Nachdem wir den neuen Motor 14 Tage und fast 1.000 km getestet haben, darf man das annehmen.

Am kommenden Sonntag, 22. Mai, wollen wir los. Wir haben diesmal auch Motoröl an Bord, Kühlflüssigkeit ebenso, ein funkelnagelneues Warndreieck, naja, eben alles, was uns vielleicht vor dem Schlimmsten bewahrt. Offenbar ist eben ein gebrauchtes Auto kein 2-Jahre-Leasing-Teil, das man nach 2 Jahren und 60.000 km einfach wieder abgibt.

Ich werde selbstverständlich wieder versuchen, jeden Abend zu berichten und ein paar Bilder dazu stellen; ich habe nach einigen Rückmeldungen das Gefühl, dass das so erwartet wird… Und in Italien sollte das auch möglich sein, in Albanien wird es dann wahrscheinlich schwieriger.

1. Abschnitt: Deutschland – Italien

  1. 22.5. Hochdorf – Radolfzell
  2. 23.5. Radolfzell – Lecco 290 km. Hier erwartet uns ein Couchsurfer
  3. 24.5. Lecco – Bolognia – Rimini 360 km
  4. 25.5. Rimini – Termoli 360 km
  5. 26.5. Termoli – Lecce 360 km (Otranto, Bari, Tarent)
  6. 27.5. Brindisi/Otranto – Vlore (Fähre)

Das wird sicher länger dauern, aber ohne Planung kann man das ja hinterher nicht feststellen.

2. Abschnitt: Albanien – Griechenland

  1. 28.5. Vlore – Sarande – Konitsa 220 km (Lia, Filiates, Zitsa sind dort unser Ziel)
  2. 29.5. Konitsa/Zitsa-Etoliko 240 km
  3. 30.5. Etoliko-Finikounta 290 km
  4. 31.5. Pause
  5. 01.6. Finikounta-Mani/Gerolimenas 160 km
  6. 02.6. Monemvassia/Laokien 120 km
  7. 03.6. Mystras 92 km (und endlich: Akrokorinth)
  8. 04.6. Piräus – Kap Sounion 65 km
  9. 05.6. Piräus – Naxos

Planung eben, wie Namen: Schall und Rauch. Wo es uns besonders gefällt, bleiben wir erst mal. In Finikounta z.B. gibt’s ein grosses Familientreffen, treue Internetmitreisende kennen das schon. Dort machen wir also ganz sicher Pause.

Aber schon in Epirus, kurz nach dem Verlassen Albaniens wollen wir in die Bergdörfer, speziell nach Lia, dem Ort dramatischer und unmenschlicher Begebenheiten während des griechischen Bürgerkriegs in den 40-iger-Jahren des 20. Jahrhunderts. Nicholas Gage schildert diese Zeit in seinem Buch Eleni, eine Hommage an seine Mutter, die von den kommunistischen Partisanen gefoltert und ermordet wurde; die Geschehnisse wurden auch verfilmt. Wir wollen sehen und verstehen, wo und wie das geschehen konnte.

Auf unserer Fahrt 2007 waren wir in Kalavrita auf der Peloponnes, wo die deutsche Wehrmacht sich im 2. Weltkrieg mehr als versündigte.

Wir finden, dass das unangenehme, ja unmenschliche Geschehen in Europa zum festen Bestandteil unseres Europabildes gehören muss – insbesondere, wenn »wir«, insbesondere natürlich die Presse, über Terroristen in anderen Ländern richtet. Das nicht nur am Rande, wir machen eben nicht (nur) Urlaub… Die generell und so oft gestellte Frage »Warum reisen wir?« soll aber an dieser Stelle nicht beantwortet werden. Aber aus aktuellem Anlass doch der Hinweis auf Max Frisch, der diese Frage so beantwortet hat:

Warum reisen wir? Auch dies, damit wir Menschen begegnen, die nicht meinen, dass sie uns kennen ein für allemal; damit wir noch einmal erfahren, was uns in diesem Leben möglich sei – Es ist ohnehin schon wenig genug.

Max Frisch, Tagebuch 1946-1949

Er wäre am 15. Mai einhundert Jahre alt geworden. Und er ist einer der faszinierendsten Schriftsteller. Aber auch dazu ein andermal mehr. Vielleicht ein paar Worte von ihm?

Nahe Lia werden wir von einem Couchsurfer erwartet, dem Bäcker eines kleinen Bergdorfes. Wir sind natürlich sehr gespannt auf diese neue Bekanntschaft.

Und nicht zuletzt werden wir in Etoliko, einem unserer Lieblingsorte (hier wäre z.B. noch einer), bei unseren Freunden Halt machen.

Und – ok., das dann alles der Reihe nach, wenn’s soweit ist. Denn wie gesagt: Planung ist das eine…

Wir freuen uns…

…jedenfalls auf alle virtuellen Mitreisenden und natürlich über jeden Kommentar.

Und wer auf die seitherigen Reisen noch mal einen Blick werfen möchte…

…der möge im Blog blättern. Es ist alles zu finden – bis auf die Beiträge, die ich immer noch nicht geschrieben habe… 😉

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