* Rund Europa 2011, 5. Tag: Macerata – Trani

Donnerstag, 26.05.2011, 23:26:43 :: Trani, Hotel Trani

Vorbemerkung: Bilder gibt’s dazu, wenn ich mehr Zeit habe…

Nun ja – bis in den Absatz hat’s dann doch nicht gereicht, da wir im Sporn »Altlasten« von Lis abhandeln mussten. Soll heissen: Lis war vor Jahrzehnten im Sporn im Urlaub und hatte Monte San‘ Angelo nicht besichtigt. Das haben wir heute nachgeholt und ich muss sagen, dass es sich gelohnt hat, dass ich dabei war 🙂

Heute Morgen haben wir aber zunächst prächtig gefrühstückt; das scheint in Italien gut zu klappen – solange es Joghurt und Früchte gibt… Danach haben wir uns Macerata angesehen…

Bilder

…um so gegen Mittag den Weg zurück in die Hölle anzutreten: Wir haben uns auf die Autostrade eingeschleift und die Marken in Richtung Apulien verlassen. Das war zunächst wirklich nervig, nicht nur der vielen LKWs wegen. Die Betreibergesellschaft (ach was! Wohl alle italienischen Strassenbauer – aber dazu später) stellt Schilder auf, die entweder was mit der Vergangenheit zu tun haben müssen oder weit in die Zukunft weisen. Jedenfalls warnen sie dauernd vor etwas, was nicht existiert. Und die italienische Fahrweise mit Schneiden, Drängeln, Hupen etc. entspannt einen auch nicht sonderlich beim Fahren. Aber je weiter man in den Süden kommt, umso spärlicher der Verkehr. Ja, zuweilen beschleicht einen das Gefühl, man fahre auf einer gesperrten Spur… Tunnel sind hier keine Seltenheit, im Gegenteil. Der dauernde Lichtwechsel strengt an, vor allem auch, weil in jedem Tunnel die Lichtverhältnisse anders sind: mal wenig, mal viel, mal weiss, mal gelb.

Monte San‘ Angelo…

…erreichen wir glücklicherweise am Nachmittag, als die Touristenbusse i.W. schon wieder weg sind. Der Ort ist aus mindestens drei Gründen sehenswert: Zum einen die Bauweise der Häuser im historischen Stadtkern. Sie erinnern stark an moderne Reihenhäuser, ein Stil, der tatsächlich auch heute dort immer noch gepflegt wird. Weiter thront auf dem Bergkamm eine wuchtige Normannenburg. Und dann die Kirchen, speziell San Michele, die Hauptkirche von Monte Sant’Angelo, eine Grottenkirche.

Mancher Winkel kommt uns sehr kykladisch vor und erinnert uns an die Chora von Naxos.

Die anschliessende Fahrt hinunter nach Manfredonia, Margherita di Savoia und Barletta führt durch das rein landwirtschaftlich (und zur Salzgewinnung) genutzte Gebiet südlich von Foggia, berüchtigt wegen der unmenschlichen Ausbeutung der Wanderarbeiter. Eine klägliche Gegend, auch hier »zieren« viele verfallene ehemalige Bauernhäuser den Weg; heute teilweise zurecht gemacht für eben die Wanderarbeiter.

Unerwartet weist uns ein Schild darauf hin, dass in ca. 20 km Entfernung die Strasse für den den Verkehr gesperrt ist; warum, uns das zu erklären, erlauben unsere Italienischkenntnisse nicht. Da einige andere Wagen weiter fahren, tun wir’s ihnen gleich, immer in der Erwartung, dass wir wohl irgendwann umkehren müssen. Auch die immer wiederkehrenden Warnhinweise und Sperrschilder ermuntern uns nicht, erhöhen aber unsere Verbissenheit.

Frechheit siegt

Am Ende fahren wir aus dem Sperrgebiet heraus, wohl behalten und wie geplant. Es war nichts, niente, nada, Τίποτα. Der Sperrhinweis gehört wohl ebenso in die Rubrik »Italienischer Schilderwahn« wie die zuvor auf der Autostrade. Aber man kann das auch lobend ausdrücken: Es gibt mehr unnütze Warnhinweise als tatsächliche Baustellen, übermässige Bodenwellen, unbeleuchtete Tunnel oder gar Schlaglöcher – think positive…

Nur einen Campingplatz…

…oder ersatzweise ein Hotel, das fanden wir nicht. Alles dicht. Die ersten Hotels (ausnahmslos 4 Sterne) kurz vor und in Barletta nehmen’s von den Lebendigen: Über 80 €. Getoppt hat das heute nur noch das Palace Hotel San Michele in Monte San‘ Angelo: 150€/Nacht…

So sitzen wir jetzt im Hotel Trani, nahe dem Hafen mit der Normannenfestung und der Kathedrale, die wir morgen früh besuchen werden.

Tagesleistung & Track:

  • 2011-05-26;446;6:15;0:49;135;71.3;63.1;Macerata-Trani
  • Track
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