* Rund Europa 2011, 16. Tag: Pisa/Olympia – Kalamata

Montag, 06.06.2011, 22:53:53 :: Kalamata, Hotel Alexander

Schliesslich haben wir uns also doch getrennt. Heute Morgen. Nach dem Frühstück. Wir haben es verlassen, mit Sack und Pack, unser Hotel da oben im Antiken Pisa.

Die Mani ruft

Und wir haben den Ruf gehört und uns also in Bewegung gesetzt. Auf den kleinen gewundenen Strassen haben wir uns durch das gebirtgige Innere der Peloponnes nach Süden vorgetastet. Das ist zuweilen schwierig, Schilder verwirren ob ihrer Aussagekraft, weil Orte aufgeführt sind, die die Karte nicht kennt. Sie fehlen ganz einfach, sind unleserlich oder fein säuberlich im Gebüsch versteckt. So bleibt gelegentliche Umkehr nicht aus, weil der Bubi ständig nach Norden weist wo wir doch nach Süden müssen. Und Wenden kann schwierig werden, wenn der Weg allzu schmal ist.

Was ist anders…

…als im Epirus zum Beispiel? Zunächst fällt uns auf dem gesamten Weg auf, dass die Spuren der verheerenden Brände im August 2007 noch überall ins Auge fallen – fast die gesammte Peloponnes brannte ja damals. Unsere Hotelwirtin berichtete, dass das Hotel nur gerettet werden konnte, weil genügend Löschwasser aus dem swimming pool zur Verfügung stand; vielen Häusern sieht man an, dass sie gebrannt haben, viele haben neue Dächer… Die Landschaft wirkt dann kahl, unwirklich, trotz der heftig betriebenen Aufforstung.

Vertrocknete und verkohlte Baumskelette recken sich noch immer zum Himmel, ganze Hänge und Bergkämme sind voll davon. Aufgeforstet wurde heftig, sehr viel mit Oliven. Das Unterholz hat sich gut erholt, vor allem der Ginster blüht mit solcher Pracht und Fülle – und er duftet! – dass man nur staunen kann. Ein Duftsensor sollte nicht erfunden werden für’s Internet – Hinfahren ist ein unerreichtes Erlebnis.

Man merkt auch, dass der Epirus mehr Wasser abbekommt, auf der Peloponnes bleiben Bäume meist gedrungener. Die Pflanzenpracht und Vielfalt ist aber fast noch grösser.

An Grösse, Erhabenheit der Berge, der Schluchten, Flüsse, der dünnen Besiedlung geben sich die beiden Welten nichts. Und es hat auch wenig Sinn, dauernd zu beschreiben: Es geht nicht.

Ein Apollon-Tempel,…

…Weltkulturerbe und zur Restauration mit einem Riesenzelt umhüllt, steht oben in den Bergen, Blick zum Meer, wie mir Lis auf der kurvenreichen Fahrt dort hinauf vorschwärmt; sie war dort schon mal vor vielen Jahren. Ja Pustekuchen! Es ist diesig und das Meer mit vielem gutem Willen und guter Kartenkenntnis zu erahnen.

Quelle: Schautafel am Tempel

Ein paar wundervolle Blümlein…

…finden wir auch dort oben und prächtige Wiesen, die einen Duft verbreiten – aber ich sagte es ja schon…

Wegkirchlein…

…begegnen einem in unzähligen Varianten: Alte, zerfallene aber mit Öllämchen versorgte ebenso wie lieblos-kitschige »Neubauten«.

 

Unter Männern…

…ist man dann, wenn man in den Dörfern in eine der Tavernen einkehrt: An allen Tischen Karten spielende Rentner, neugierig, wer da in ihre Welt einsteigt. Weiblich ist nur die Bedienung – und Lis. Nach kurzer Befragung und Austausch über die derzeitig heisseste deutsche Quelle des aktuellen norddeutschen EHEC-Erregers (gefälliges und wissendes Nicken der bestens informierten Griechen am Nebentisch)…

…ist alles geklärt. Ein freundliches »Kalo Taxidi« beim Weggang gibt uns den nötigen Schub, das backofenwarme Auto wieder zu besteigen.

Am Nachmittag dann…

…finden wir auf Anhieb das Hotel in Kalamata, in dem wir im Mai 2005 schon einmal das müde Haupt gebettet hatten. Das Meer auf der anderen Strassenseite, viel Lärm und Gesumse – aber ein kühles Bad und Eischreme vor dem Abendessen!

Und Internet im Zimmer – sonst gäbe es ja wieder keinen Bericht!

Und morgen…

…dann die Halbinsel Mani, den Finger südöstlich von Kalamata.

Links:

  • 2011-06-06;157;03:48;02:23;88.4;41.2;25.3;Olympia-Kalamata
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3 Antworten auf * Rund Europa 2011, 16. Tag: Pisa/Olympia – Kalamata

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  2. Fr. Stiller sagt:

    Halli hallo Herr Schmitz und Fr. Böger,
    ich freue mich immer, wenn ich wieder was Neues von der Reisefront lesen kann. Irgendwie fährt man ein bischen mit Ihnen mit!! Weiterhin gute Fahrt, und liebe Grüße von allen!!

  3. brigitte sagt:

    Hallo Ihr zwei,
    das ist ja wunderbar, was Ihr uns berichtet. das beste Bio-Olivenöl ist Mani-Bläuel u. die besten schwarzen Oliven natürlich Kalamata. Die Preise stiegen nach 2007 erheblich an, da wirklich tausende von Olivenbäumen abgebrannt sind.
    Danke für Eure Berichte!!!
    Liebe Grüße Brigitte

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