»Geil!«

…das ist wohl, auf den Punkt gebracht, was ich als Kulturthema bei Pickings gefunden habe. Dort wird auf den Originalartikel (*) in der taz verwiesen.

Worum geht’s?

Kurz gesagt, darum, dass Kultur in Pornoisierung alles Kulturellen ersäuft – und warum das so ist und warum wir da mit drin stecken, ob wir wollen oder nicht. So zumindest die These.

Nun bin ich nicht prüde und kein Kostverächter. Aber dass ich Pornokonsument wider Willen sei, da kann nich nicht mit. Also lesen.

Und wem bei »Kultur« noch was anderes einfällt, der kann ja mal darüber nachdenken, dass in knapp einem Jahr

documenta XII

in Kassel ist. Und darüber, dass die Macher dort ganz andere Fragen stellen, zum Beispiel

  • Ist die Moderne unsere Antike?,
  • Was ist das bloße Leben? oder
  • Was tun?


Na also, es gibt noch was anderes an Kultur – vor und nach dem Porno. Und das lässt hoffen… Auch nicht so Ihr Ding? Na, wenigstens die 2. Frage hat dann doch schon was mit dem Eingangsthema zu tun:

»Was ist das bloße Leben?

Diese zweite Frage gilt der absoluten Verletzlichkeit und Ausgesetztheit menschlichen Lebens. Sie richtet sich auf den Teil unserer Existenz, den keine wie auch immer geartete Sicherheitsmaßnahme je schützen wird. Doch wie in der Sexualität können absolute Verletzlichkeit und unendliche Lust unbehaglich dicht beieinander wohnen. Das bloße Leben kennt eine apokalyptische und unmissverständlich politische Dimension, an deren Ende die Folter und das Konzentrationslager stehen. Es lässt sich auf diesen apokalyptischen Aspekt aber nicht reduzieren, denn es kennt auch eine lyrische oder sogar ekstatische Seite – eine Freiheit für neue und unerwartete Möglichkeiten (in zwischenmenschlichen Beziehungen ebenso wie in unserem Verhältnis zur Natur oder, noch allgemeiner, zur Welt, in der wir leben). Mitunter gelingt es der Kunst, die Trennung zwischen schmerzvoller Unterwerfung und jauchzender Befreiung vergessen zu machen. Doch was bedeutet das für ihr Publikum und dessen moralische Standards?«

Eben, sagichdoch… Und vielleicht interessiert Sie jetzt doch auch die dritte Frage.

Nachtrag, Montag, 16. Oktober 2006, 0:11 :: SPIEGEL-Artikel zum Thema Porno & Gesellschaft.

Über reinard

Allen Neugierigen sei meine Webseite http://www.hr-schmitz.de ans Herz gelegt. Dort gibt's alles Un-/Wesentlich zu mir und über mich.
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2 Antworten auf »Geil!«

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