Man soll den Tag nicht …

… vor dem nächsten Morgen loben. Heute regnet es seit dem sehr frühen Morgen Bindfäden. Der sandige Boden nimmt nichts mehr auf – das Wasser steht, die Socken sind nass weil Sandalen…

Beim Frpühstück hat Lis sich noch mit Gästen aus Augsburg am Nebentisch unterhalten über »woher, wohin, warum…«. Kommentar der Dame: »Ja, wo muss man denn hinfahren, um keine Augsburger zu treffen!«. War aber ein nettes Gespräch. In der Tat: Die baltischen Länder sind ein begehrtes Reiseland. Auch wenn’s weit weg ist. Es is hier einfach einmalig. So einfach ist das. Und wer’s nicht glaubt, der komme gefälligst hier her…

Sonntag, 27. August 2006, 12:21 :: Wir sitzen im »Pilsbergu krogs« in Jūrkalne (das heisst wohl »Meersburg«). Kennt kein Schwein, ich weiss. Nein, halt! Nicht Bodensee. Ostsee! Das ist in Kurland, am Meer. Und wir hören – nein, keine lettischen Volksweisen. Wir hören griechische Musik! (Despina Vandi, http://www.despinavandi.de). Eine der Betreiberinnen hier war letztes Jahr in – Griechenland… Kopiert!!!

Wir sind heute Morgen von Kuldiga über Edole und Alsunga »an’s Meer« gefahren; also mitten durch Kurland. Entsprechend gibt’s hier Burgen und Schlösser in jedem Kaff. Man muss sie nur finden… Ausgeschildert ist nix. Schon seltsam, wenn man dann mit Deutsch konfrontiert wird: Erklärende Texte, Geschichte, Namen… Teilweise x-mal abgebrannt von Schweden, Russen, Deutschen(?), wiederaufgebaut, geflickt. Interessant: Die Basis ist Naturstein, nach oben mehr, ganz oben nur noch Backstein, nach oben immer kleiner… Die wesentlichen Dinge in den Räumen fehlen, geraubt, von den Erben in Sicherheit gebracht? Jedenfalls gibt’s noch einiges, was erahnen lässt, wie’s mal war: Schlossherr, Bedienstete, Landwirtschaft, Kirche im Dorf, ermordetes Vater (angeblich der andere Bruder und -nein nicht der Gärtner- aber ein Diener)…

Dienstag, 29. August 2006, 13:46 :: Nachtrag: Wie es zuende ging mit der Rundreise.

Offenbar muss man nur lange genug in einer Kneipe sitzen, dann wird das Wetter gut… Jedenfalls, als wir wieder zum Auto gingen schien die Sonne, sodass wir bei nächster Gelegenheit an den Strand gingen – und dort auch ins Wasser gingen. War verdammt kalt, selbst für uns – aber immerhin…

Und da war’s dann auch schon wieder vorbei mit der Sonne: Regenwand im Landesinneren, Gedonner. Und als wir fuhren auch wieder Regen… April im August. Unser nächstes Ziel, Pāvilosta, ist offenbar auch begehrt bein einheimischen Touristen. Sie kommen mit Bussen, PKW, mit Kind und Kegel. Nur: Der Gewitterregen, dem wir durch Abbigen zum Meer entkommen schienen, kam uns hinterher. Alle flüchteten in die Kneipen, wir ins Auto und weiter.

Libau…

… bzw. heute Liepāja, drittgrösste Stadt Lettlands nach Riega und Ventspils, war einst kurländischer Haupthafen, bedeutend. Heue ein kleines Provinzstädtchen, schön renoviert, noch mit vielen Holzhäusern, die – renoviert – ein flair verbreiten, das einen kurländisch stimmt. Überhaupt die Holzhäuser: Kuldinga, wo wir übernachtet haben, ist ja voll davon, die vollständigste Ansammlung. Nur, da hatte es ja morgens so geregnet, dass uns nach unnötigen Schritten draussen ganz und gar nicht zumute war. Hier also auch eine grössere Zahl und schmuck gestrichen.

Bis zur Grenze…

…nach Litauen war’s dann nicht mehr weit. flache bis fliessend-wellige Landschaft, mal mit Blick auf die Ostsee, mach unterbrochen durch Waldstrecken, hier Kiefern (die richt man!) und Birken (die beugen sich häufig gefährlich über die Strasse, weil zu schwach…). Einnen Tip hatten wir nur bekommen –

Pāpe,

ein Abstecher – der letzte – Richtung Meer. Dort, nur auf einer hoprigen Sand-/Schotterstrasse erreichbar, liegt in seen- und sumpfreiches Vogelparadies, etwas überschaubar von einem über einen langen Steg erreichbaren Beobachtungsturm. Die Herrschaften waren aber grösstenteils wohl schon ausgeflogen. Jedenfall sahen wir nur ganz in der Ferne »grosse weisse Vögel«, wohl Schwäne (laut Schautafeln) oder Reiher (mein Tip).

Danach ging es ohne Komplikationen wieder zurück nach Litauen und über Palanga & Kleipeda (weiträumig umfahren) und ab da auf der Autobahn nach Kaunas und Vilnius. Langweilig aber nicht ungefährlich. Einige Wagenlenker schienen Unsichbares geladen zu haben, erkannbar an Zickzack, unsinnigem Linksfahren, Überholmanövern und der Flasche am Hals. Und ob da immer Wasser drin war…

Nach den vielen Schwankenden am Strassenrand in den letzten Tagen zu urteilen istg das Saufen eben ein echtes Problem. Wen man’s anspricht nicken alle mit zusammengepressten Lippen…

Lettische Autofahrer…

…sollen doch auch noch bedacht werden, wenn auch nicht positiv. Unsere Begleiterin in Riga hatte das, was wir bis dahin erlebt hatten, ohne unsere Nachfrage bereits so zusammengefasst: Sie fahren schlecht, nicht weil sie wollen, sondern weil sie dumm sind.

So weit gehe ich nicht. Aber sie stehen den Rumänen in vielem nicht nach. Es ist schlicht gefährlich bis lebensmüde, sich darau zu verlassen, dass sie zur Kenntnis nehmen, dass ausser ihnen noch jemand auf der Strasse ist. Jedenfalls gilt das für einen erheblichen Teil. Und in Riga hat das entsetzliche Folgen: Angebblich führen die Letten, was Unfälle & Folgen angeht in der EU. Da hätten sie die Griechen verdrängt. Na, ich weiss es nicht, gebe es nur so wieder.

Über reinard

Allen Neugierigen sei meine Webseite http://www.hr-schmitz.de ans Herz gelegt. Dort gibt's alles Un-/Wesentlich zu mir und über mich.
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