Hier irrte Herr Schütt…

…wenn er in einem Artikel in der WELTWOCHE (*) (Ausgabe 41/03; Originallink nicht mehr verfügbar) über Grass und »Spätsünden« schrieb: »[…] Die Ernte (der Nobelpreis) ist eingefahren, die Scheune kann ohne Torschlusspanik geschlossen werden. Was noch kommt, sind Zugaben, Ehrenrunden, Aufbrauchen der Qualiflyer-Punkte. […]«

Es kam noch ganz dicke. Aber nur kurz. Das deutsche Kurzzeitgedächtnis hat wieder gute Dienste geleistet. Das Sommerloch wurde mit anderen Dingen weiter vertieft oder gefüllt. Wie’s beliebt eben…

Ist doch ganz putzig, wenn man mal wieder in Altem blättert.

Im freitag

…finden sich mehrere Artikel zum »Fall Grass«, die sehr lesens- und bedenkenswert sind, will man eine umfassende Meinung sich bilden.

Allerdings ist man auch nach der Lektüre nicht weiter mit dem Beantworten der Frage, warum einer so lange Zeit benötigt und sich quält, wenn er angeblich kein schlechtes Gewissen hat oder haben braucht – nach Meinung derer, die ihn gegen seine moralinsauren Kritiker in Schutz nehmen. Und das bleibt eben auch offen: Wer so zu Ehren und Würden kommt und weiss, dass er eigentlich nicht schweigen darf, der ist ihrer nicht würdig; unabhängig von der Güte der Literatur, die einer unter der Bürde ausgeschwitzt hat. Sie wird im einen wie im anderen Fall nicht entwertet. Ob sie in jedem Fall zustande gekommen wäre, das ist eine andere Überlegung. Aber Falschheit als Basis für »quälende Literatur« – ich weiss nicht, was dann alles statthaft sein darf.

Über reinard

Allen Neugierigen sei meine Webseite
http://www.hr-schmitz.de
ans Herz gelegt. Dort gibt’s alles Un-/Wesentlich zu mir und über mich.

Dieser Beitrag wurde unter Bücher, Lesen, Kultur + Gesellschaft veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar