* Rund Europa 2012 – St. Petersburg

Ein bisschen Geschichte…

…sei dienlich, wenn man aktuelle Geschehnisse beurteilen wolle, meint Astrid Scharlau in ihrem Beitrag, in dem sie daran erinnert, in welcher Situation Deutschland war, nachdem seine Armeen u.a. auch in Griechenland mehr als verbrannte Erde hinterlassen hatten. Denkanstöße sind also nicht nur erlaubt sondern vonnöten, besonders seit in Europa wieder Deutsch gesprochen wird – eine Spruch dieses unsäglichen Krachmachers der CDU, Volker Kauder.

Wir wollen nach St. Petersburg…

…in diesem Sommer, Leningrad 1923–1991. Wenn alles klappt, Visa und so. Bis dahin liegen dann mehr als 5.000 km hin uns, u.a. auch durch Norwegen, in dem Deutsche vielfach auch heute noch zumindest kritisch gesehen werden; auch dort haben wir uns ja bekanntlich »daneben benommen«. Das konnten wir im Herbst 2004 auf Naxos erfahren; ein norwegisches Ehepaar teil die Dachterrasse im Hotel Elizabeth mit uns. Hätte ich sie nicht angesprochen, hätten wir nie erfahren, dass sie aus Norwegen waren und sie nicht, dass man sich mit (manchen, ich mache die Einschränkung auch für mich,) Deutschen ganz gut unterhalten kann. Sie kamen aus Bergen und hatten noch nie Kontakt zu Deutschen gehabt…

Also Russland, St. Petersburg:

Während des Zweiten Weltkrieges wurde die Stadt 871 Tage lang von deutschen Truppen unter Generalfeldmarschall Wilhelm Ritter von Leeb (Oberbefehl bis 16. Januar 1942) belagert. In der Zeit der Belagerung vom 8. September 1941 bis zum 27. Januar 1944, in der die Wehrmacht auf Befehl Hitlers keine Eroberung Leningrads versuchte, sondern stattdessen die Stadt systematisch von jeglicher Versorgung abschnitt, starben über eine Million Zivilisten. Eine geheime Weisung des Oberkommandos der Wehrmacht vom 23. September 1941 lautete: „Der Führer ist entschlossen, die Stadt Petersburg vom Erdboden verschwinden zu lassen. Es besteht nach der Niederwerfung Sowjetrusslands keinerlei Interesse am Fortbestand dieser Großsiedlung.“ Ab Frühjahr 1942 wurde das historische Ingermanland, zu dem ein Großteil des Gebietes von Leningrad gehörte, dann als „deutsches Siedlungsgebiet“ in die Annexionspläne des Generalplans Ost mit einbezogen. Das implizierte den Genozid an den etwa drei Millionen Einwohnern Leningrads, die bei dieser „Neuordnung des Ostraums“ keinen Platz mehr gehabt hätten.

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Leningrad#Leningrad

Wir suchen dort nun nach Kontakten

Und das machte zunächst betreten. Nicht anders als in Griechenland, wenn man nicht nur als deutscher Trampel durch Hotelhallen meint zu schreiten: In Dörfern, in denen deutsche Truppen die Bevölkerung (und sei es auch »nur« der männliche Teil) ausgerottet wurde, kann man schon auf eine gewisse Zurückhaltung treffen…

Das ist alles noch gar nicht so lange her, wie Billy Joel erzählt:

Leningrad

by Billy Joel

Victor was born the spring of ’44
And never saw his father anymore
A child of sacrifice, a child of war
Another son who never had a father after Leningrad.

Went off to school and learned to serve the state
Followed the rules and drank his vodka straights
The only way to live was drown the hate
A Russian life was very sad and such was life in Leningrad.

I was born in ’49
A cold war kid in McCarthy time
Stop ‚em at the 38th Parallel
Blast those yellow reds to hell.

Cold war kids were hard to kill
Under their desk in an air raid drill
Haven’t they heard we won the war
What do they keep on fighting for?

Victor was sent to some red army town
Served out his time became a circus clown
The greatest happiness he’d ever found
Was making Russian children glad and children lived in Leningrad.

The children lived in Levittown
And hid in the shelters underground
Till the Soviets turned their ships around
Tore the Cuban missiles down.

And in that bright October sun
We knew our childhood days were done
And I watched my friends go off to war
What do they keep on fighting for?

So my child and I came to this place
To meet him eye to eye and face to face
He made my daughter laugh, then we embraced
We never knew what friends we had until we came to Leningrad.

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