* Rund Europa 2012, 37. Tag: Riga – Gulbene (2)

Samstag, 07.07.2012 :: Wochenende mit Agrita
Samstag, 14.07.2012, 21:55:23 :: Raudondvaris

<–– Teil (1)

Das Anwesen, das Schloss, sie waren mit Sicherheit ein Schmuckstück, das sieht man heute noch, obwohl das Gebäude im Detail in erbärmlichem Zustand ist. De alte Würde hat es sich aber erhalten.

An der Seite irgendwo, halb im Gebüsch das Gedenkstein für einen Revolutionär, der hier 1905 erschossen wurde, vergessen und unbeachtet… Ein bisschen Recherche offenbart, dass es hier im Dezember 1905 heiss hergegangen sein muss.

Davor und drumherum: Buden mit Essen und Trinken, lange Schlangen davor, Infostände der Gemeinden, die deren Aktivitäten vorstellen, Kinderspiel- und Aktivitätsstätten, ein Stimmengewirr, aus dem man nicht nur Letten heraushört: Deutsch, Litauisch, Russisch freilich. Alt und Jung. Wofür und für wen die Bühne aufgebaut ist, lässt sich kaum ahnen, die Letten gelten als sangesfreudig, wird es also ein dumpfer Volksmusikabend bis zum Entzünden der Feuerskulptur, die draussen auf dem See still vor sich hinschwimmt? Vierzehn Großskulpturen, begleiten von je vierzehn kleinen, sieben zu jeder Seite.

Iirgendwann wird es unruhig: Die Bänke vor der Bühne beginnen sich zu füllen, Menschen strömen, es schein nicht aufzuhören. Zuvor war unten vor der Kirche eine grosser Traktorumzug: Jede Gemeinde ist mit einem Festwagen dabei.

Der Menschenstau ist wirklich unfassbar. Und am Himmel kreisen die Schirmflieger des Gulbener Klubs mit einem Riesenpropeller am Hintern.

Die Wiese ist brechend voll und die Schau beginnt mit Begrüssungsreden und einer Darbietung von – na wem wohl? Der Repräsentantin Lettlands beim ESC 2012 in Baku. Sie steht auf der Bühne und schmettert, elektronisch bestens unterstützt, ein aserbaidschanisches Volkslied und danach ihren Bakubeitrag. Live. In the countryside. Irgendwo weit draussen in Lettland, nahe der russischen Grenze. Wen’s beeindruckt… Die Letten jedenfalls spenden heftigen Beifall.

Dnach wird es anspruchsvoller, vielleicht zu anspruchsvoll. Eine Balettgruppe tanzt zur Orff’schen Carmina Burana.

Sschwierig zu beobachten, da die Bühne leider zu nieder ist und die Leute deshalb allen stehen, weil die Bühne zu nieder ist… Wir machen uns auf den Weg zu unserer »Beobachtungsposition«, vor der aus wir dreizehn der vierzehn Skulpturen sehen können. Und ich noch ein kühlendes Bad nehmen kann…

und wo dann nach halb Elf von den vierzehn Ruderbooten aus die jeweils ersten sieben kleinen Feuer entzündet werden, nach einer Weile die linken sieben und dann nach einer spannenden Pause und unter grossem Hallo die Hauptskulpturen: Der See steht in Flammen.

Der Nachhauseweg…

…gestaltet sich zunächst kompliziert: Zurück zum Auto passieren wir Polizeikontrollen, die die randalierenden Alkes versuchen aus dem Verkehr zu ziehen, während auf der Bühne wummernder Volksrock die tanzenden Paare und Einzelkämpfer auf Trapp hält, auf der Strasse dann Chaos, Stillstand. Alle, oder fast alle wollen los. Das geht nicht. Nach einer halben Stund wagen wir uns in die Schlange und kommen heil in unsere Hütte.

<–– Teil (1)

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