* Rund Europa 2012, 53. Tag: Wo die wilden Kerle bunkern lassen

Montag, 23.07.2012, 11:36:28 :: Raudondvaris

Wir sind hier zwar recht ab von der Welt – countryside – aber am Infotropf hängen wir dennoch. Von dort kommen so diverse Meldungen.

Die einen erfreuen uns: Es soll Sommer werden. In Litauen. Also heiss. Wir rüsten uns für eine Fahrt nach Nidda auf der Kurischen Nehrung. Mal sehen, wann wir los kommen. Jetzt müssen wir erst mal die Geburtstagsparty nachholen und daher vorbereiten für Freitag – bis zu zwanzig Leute zählen wir an den Fingern ab.

Be anderen Meldungen schwanke ich zwischen Gähnen und Wut, Kopfschütteln war gestern. Weltweit werden Vermögen in Höhe von 16,7 Billionen Euro in Steueroasen gebunkert. Das lässt doch das Herz gefrieren, oder? Andererseits Gähnen: Allenfalls die offizielle Höhe war nicht bekannt. Aber verglichen mit den Staatsschulden unserer »faulen Nachbarn« ? Wer, wenn nicht die Politik soll den die wahren Kriminellen zur Kasse zwingen? Und warum nicht? Dreimal raten, dann aber handeln! Es gibt noch Wahlen, es gibt Attac, es gibt Occupy – es gibt noch Möglichkeiten, sie gegen die grossen Supergangster aufzulehnen. Ich weiss nicht genau, wie gut die staatlichen Pläne bereits gediehen sind, gegen solches Aufbegehren vorzugehen, massiv, meine ich. Aber ich fürchte, dass es ohne Blutvergiessen gar nicht mehr gehen wird.

Übertrieben?

Ich war positive erschrocken, als ich im Wochenblatt der etablierten Bürgerlichkeit folgendes las, das hier die entscheidende Aussage noch in eine Frage kleidet:

Und das ist in gewisser Hinsicht nur die normale Ungerechtigkeit, die zur Begleitmusik einer Finanzwirtschaft gehört, der höchstens eine Revolution ein Ende bereiten könnte.

DIE ZEIT 29/2012

Sollte das besser situierte Bürgertum (Jens Jesses ist beileibe kein Linker) konkreter denken als die Leser der brillenfrei zu lesenden Mob-Zeitung? Ich frage mal ganz direkt. Denn für Geschwurbel scheint mir kein Platz mehr.

Aher ich bin mir resignierend gewiss: Es wird nichts passieren, was den permanenten Geldraub behindern wird. Er ist das System, nicht das, was wir noch Demokratie nennen und mit dem wir unsere Richter sich beschäftigen lassen…

Schöne Woche. Es wird Sommer.

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