* Rund Europa 2012, 96. Tag: Methoni – Meganisi

Dienstag, 04.09.2012, 22:15:52 :: Meganisi, »Il Paradiso«
Donnerstag, 06.09.2012, 18:23:26 :: Il Paradiso bei weit über 30°C (draussen)…

Gutes tun,…

Überfahrt nach Meganisi

…vor allem sich selbst, das war heute unsere Devise. Zunächst vor dem Frühstück einige erfrischende Runden im Pool (Der junge Mann mit seinem Kärcher wartete geduldig, bis wir wieder raus waren), danach ein schmalbrüstiges griechisches Frühstück; erwartbar, geduldet. Wir waren hier jetzt immerhin zum vierten Mal. Aber ein hartgekochtes Ei, immerhin.

Dann haben wir uns heute ein grosses Stück Autobahn geschenkt, d.h. die Fahrt darauf von Thessaloniki bis Ioánnina, um zum einen zu erleben, wie es sich anfühlt, auf einer funkelnagelneuen, wirklich perfekten griechischen Autobahn quer durch Nordgriechenland zu rasen und zum andern, damit wir um 18 Uhr die Fähre nach Meganisi erhaschen. Im letzten Jahr haben wir uns diese Strecke grossenteils in umgekehrter Richtung auf den alten Strassen gen Albanien geschlängelt. Zu kompliziert? Dann also wieder der Reihe nach:

Griechenland alleine reicht ja nicht. Man braucht auch ein Punktziel. Das haben wir uns auf der Westseite auf einer Ionischen Insel ausgesucht. Dass es eine Insel sein muss ist klar. Für uns jedenfalls. Sie heisst Meganisi und ist, was der Name nicht direkt verrät, ganz klein. Gut, wie sich später herausstellt, sind da noch wesentlich kleinere. Aber das ist jetzt nicht so wichtig. Wichtiger ist da schon, dass uns da jemand erwartet. Letzten Winter meldete sich eine Frau von dort per Email. Sie war über einen Kommentar von mir beim Spiegelfechter auf dieses Weblog hier gestossen, festgestellt, dass da jemand irgendwie Griechenland-affin sein muss – ja, und jetzt wollten wir eben wissen, wer sich da gemeldet hat. In Griechenland hängengeblieben, betreibt sie nun mit ihrem Mann und dem neunjährigen pfiffigen Sohn Alex eine kleine Farm und ein Restaurant auf der Nordwestseite. Mit Hund, Katzen, Pferden, Ziegen, Hühnern – klar, die sagen einem schroff und nachhaltig, wann der Morgen beginnt.

Das Paradies im Winter

Aber da greife ich schon wieder vor. Zunächst zur Autobahntrasse Thessaloniki – Ioannina:

Sie zieht sich wie eine Wurmspur durch die Nordgriechischen Gebirge. Immer, wenn ein Bergrücken, ein Gebirgszug den schwachkurvigen Verlauf stört ist da ein Loch, ein Tunnel, oft nur ein-, zweihundert Meter, oft mehrere Kilometer lang. Von jeder Sorte eine Menge. Gebaut für die Zukunft, denn die Zahl der Gefährte hält sich sehr in Grenzen. Bulgarien und die Türkei müssen die 4 Spuren wohl irgendwann füllen. Denn Westeuropa lässt in China fertigen, da geht wenig in die Gegenrichtung. Man kann sagen, die Fahrt lässt sich fast geniessen. Ach ja: Maut ist auch fällig: Dreimal 2.50 € oder so.

Der Tunnel bei Prevesa unterm Meer durch…

…kostet nochmal drei Euro. Aber dann ist man auch schon fast dort. Unterwegs dann noch ein Happen in der Taverne, die Lis auch aus der Gegenrichtung wieder erkennt: Die Besitzerin hat lange Jahre bei Frankfurt gelebt, spricht leidlich deutsch, hat alle Kinder in Deutschlang geboren. Alle sind nach Griechenland zurück. So schön kann Deutschland nicht gewesen sein…

Und der Oleander,…

…er blüht eben unentwegt, woher er das Wasser nimmt, kann ich mir nicht vorstellen.

Man erreicht Meganisi von Lefkada aus, diese wiederum über einen Damm durch eine weite Lagune mit einer veritablen fränkischen Festung,…

…ähnlich denen von Rio und Andirio, welche die Hauptstadt der Insel seit dem Mittelalter gegen Piraten schützte.

Quelle: Google Earth

Man fährt über eine bewegliche Brücke und – der Touristenhorror beginnt. Auch wenn der Wikipediaautor über Lefkada zu berichten weiss, hier herrsche keine Massentourismus wie auf den Balearen: Entweder er war lange nicht mehr hier oder ich schon lange nicht mehr auf Mallorca (was stimmt) oder wir haben da unterschiedliche Vorstellungen. Aber wir verlassen diesen Ort der Freizeitsegler, Plastiktaschenträger etc. ja sogleich wieder. Wir fahren weiter…

Zuweilen kann man Angst bekommen, Europas Regionen würden immer ununterscheidbarer.

Anfahrt nach Meganisi

Um es also gleich zu Beginn zu sagen: Wäre hier auf Lefkada mein erster Griechenlandurlaub gewesen, die Liebe zu Griechenland wäre nie erblüht. Totgeburt sozusagen.

In Nidri legt sich meine bisher aufgebaute Phobie schon erheblich. Nachdem wir den Hafen gefunden, das Senfle neben der Auffahrt zur Fähre geparkt haben, erspäht Lis direkt schräg gegenüber eine Gelateria mit Sitzplätzen im Schatten, gutem Eis und kaltem Tonic – und Internet via WLAN. Die Zeit bis zur Abfahrt der Fähre ist damit komfortabel überbrückt.

Den Fährentyp kennen wir von unseren Fjordüberquerungen im Juni. Diese ist wohl ein spanisches Prachtstück.

Sie bringt uns und die paar Fahrzeuge für 17 € – vorbei an der Onassis-Insel Skorpios nach Meganisi. Man merkt: Ob Eis, Tonic oder Fähre – wir haben wieder westeuropäische Preise; über den Daumen x 3 oder x 4 gegenüber Bulgarien…

Nach ca. zwanzig Minuten geht’s vom Schiff, ein paar Serpentinen hoch, dann wieder hinab zum Meer und wir sind da. Ein wirkliches Paradies. Trocken jetzt alles im Garten, ein grosser Olivenhain mit den typisch knorrigen alten Bäumen, voller Früchte, noch grün, das Restaurant eigentlich so gut wie geschlossen – das Ende der Saison oder Herbst auf der Insel eben.

Mal ehrlich:…

…ist da jemand, der das nicht versteht? Aber darüber das nächste Mal.

Das Apartment überm Restaurant ist frei; aber nur, bis wir es bezogen haben, top mit italienischem Hauch…

Tagesleistung, Tracks & Links:

  • 2012-09-04;397;05:22;05:24;133;73.9;36.8;Methoni-Meganisi
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