* Rund Europa 2013, 2. Tag: Konstanz – Murg

Montag, 10.06.2013 :: Murg/Walensee
Dienstag, 11.06.2013, 23:39:54 :: Valmedera / Lecco

Ich bin mir sehr unsicher, ob das noch jemanden interessiert: Es regnet in Strömen, als wir heute Morgen in Konstanz los fahren. Für uns ist es in mehrfacher Hinsicht höchst wichtig.

Zum ersten hätte unser Frühstück (frische Brezeln, Butter und so…) im Regen vor der Terrasse sich als ungeniessbar erwiesen, wenn nicht – ja wenn nicht! Lis‘ Schwester uns alles vor die Apartmenttüre gestellt hätte, der Engel. Das war zwar gegen die Absprache vom Vorabend, aber fein durchdacht und ausgeführt. So konnten wir dem Montag nach diesem Frühstück entschieden gegenübertreten, die Regen-Depression blieb aus.

Zweitens kommen wir nicht aus der Übung. Denn letztes Jahr war Regen herrschendes Thema, den ganzen diesjährigen Frühling über ebenfalls. Weshalb also sollten wir uns an etwas anderes gewöhnen? Und der Scheibenwischer funktioniert bisher, was sich gegenüber letztem Jahr als unschätzbarer Vorteil darstellt.

Wir fahren in die Schweiz…

…um einen Freund in Murg zu besuchen. Eine weitere Herausforderung heute ist neben der drohenden Regen-Depression die Vermeidung der Autobahnmaut; also nur Strassen ohne »A« am Namensanfang. Das geht recht gut, wenn auch die wunderbaren GPS-Systeme, die wir einsetzen das eine und andere Mal versagen: Der Punkt auf der Bildschirmkarte fährt plötzlich nicht mehr mit, die Software hängt sich auf (oder friert ein, bei dem Wetter…), die Batterien sind zu schnell leer – jedenfalls bekommen wir, zunächst sehr verhalten aber immerhin, blaue Flecken am Himmel zu sehen.

Noch keine Sonne, bewahre! Aber blau, während wir im Zickzack nach Rapperswil zuckeln. Das wollen wir uns anschauen, nachdem wir vor drei Jahren einfach nur durchgefahren sind. Und das lohnt sich. Aber auch die Fahrt dorthin durch das sehr stark landwirtschaftlich geprägte Hügelland ist nicht ohne; wir stellen es uns im blitzblanken Sonnenschein vor…

Hatte ich schon erwähnt,…

…dass man hier stressfrei, nahezu ohne störenden Autoverkehr durch die Gegend schwebt, so von Grün zu Grün?

Irgendwann dann die Berge,…

…fast alle schneebedeckt und dick in Wolken verpackt, die in Fetzen fast bis in die Täler reichen.

Rapperswil

Ein paar Bilder sollen einen Eindruck geben. Die Burg ist beeindruckend und dominierend, die Gassen und viele Häuser Schmuckstücke. Der touristische Auftrieb hält sich noch sehr in Grenzen. Das wird einem bewusst beim Schlendern in den Gassen, vorbei an den Souvenir-schwangeren Geschäften.

Nicht zu vergessen…

…auch den Rosengarten! Man gerät in Verzückung oder ins Taumeln, je nachdem, ob man dem Auge oder der Nase den Vortritt lässt. Der Biene geht es nicht anders.

Gedächtnisfahrt

Kurz nach Rapperswil, am Südufer des Zürichsees, beginnt dann eine fast historisch zu nennende Strecke: Vor 52 Jahren, im August 1961, bin ich die Reststrecke bis zum Walensee schon einmal gefahren. Und zwar auf dem Fahrrad, zusammen mit meinem Jugend- und Schulfreund Wolfgang. Unsere »Rund Bodensee«-Fahrt führt uns damals von Stuttgart nach Ulm, weiter nach Tunau am Bodensee, Friedrichshafen, Meersburg, Konstanz, Zürich, Näfels, Filzbach am Walensee (sic!) und von dort über Vaduz, Feldkirch, Bregenz, Lindau irgendwie wieder über die Schwäbische Alb zurück nach Stuttgart.

Fotoalbum, August 1961

Man erkennt leicht,…

…dass es damals war wie heute: Regenverhangen. Das mit Schwarz-Weiss und Farbe vergessen wir dabei mal. Eine Agfa 6×6 ist einfach keine moderne Digitalkamera gewesen und jede Aufnahme habe ich mit vom Taschengeld abgerungen. Heute dagegen wische ich langsam mit den iPhone über den Horizont.

Es ist also eine mit mancherlei Erinnerungen verbunden Fahrt nach Murg, wo wir bei unserem Freund Peter im Gästeapartment nächtigen nachdem wir zunächst im örtlichen Café…

…einen selbigen zu uns genommen (ich reichere ihn mit einem Banana Split an) und im Atelier von Peter gevespert und bei einem guten Roten geplauscht haben. Die Krönung gelingt uns dann mit einem atemberaubenden Eintrag ins Gästebuch, art brut nennt Peter das, was uns ehrt, immerhin »art«…

Man muss dazu zweierlei wissen: Erstens liegen die »Kurfürsten« genau vor unserer Nase, am Nordufer des Walensees (derzeit hinter Wolken, ich bin mir sicher, dahinter sind sie) und zweitens hat Peter mit einem Gemäldeprojekt »Die Churfirsten im Wandel der Jahreszeiten« (oder so ähnlich?) begonnen, zehn bespannte Rahmen mit 140 x 100 cm stehen bereit, ein Anfang ist gemacht…

Tagesleistung, Tracks & Links:

  • 2013-06-10;Konstanz-Murg;160;04:13;02:00;85.1;37.9;25.6
  • Track
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