* Rund Europa 2013, 6. – 9. Tag: Pesaro (Ruhetage)

Sonntag, 16.06.2013, 12:45:52 :: Pesaro, Via Flaminia
Mittwoch, 17.06.2013 Pesaro

Wir wohnen in der Via Flaminia…

…was vermutlich allenfalls Volllateinern etwas sagt. Sie wurde im Auftrag des Zensors Gaius Flaminius im Jahr 220 v. Chr. gebaut und diese Via Flaminia führte von Rom bis Rimini, durchquerte also auch Pesaro. Und dort irgendwo steht an dieser alten Strasse Robertos Haus, in dem wir uns die letzten Tage aufhalten. Mittlerweile ist sie asphaltiert, immer noch wichtig, da extrem stark frequentiert. Wir werden ihr in den nächsten Tagen ein Stück weit folgen, wenn wir weiter nach Süden wieder in die Berge vordringen.

Quelle: Wikipedia

Im Haus daneben eine Bar, die Internet anbietet. Allerdings von Alice, »Alietsche« mit Bridged PPPoE – das nur für Experten zitiert und mit dem Hinweis angereichert, dass die Verbindung lahmt, andauernd abbricht und für iOS-Geräte wie iPad, iPhone etc. gar nicht geht. Giulia, die uns als Tochter und Gastgeberin unterstützt, schüttelt auch nur den Kopf, aber so seinen sie eben, die Italiener; ich vermute, sie schwärmen einfach bei dem Namen Alice

…und greifen zu, ohne zu erkennen, was sie sich da antun. Sowas passiert Männern ja öfter… Aber was soll’s, auch das mit dem Telefon hat ja erst nach ein, zwei Generationen so richtig geklappt, was sind dagegen die 40 Jahre Internet – solange Fernsehen wie flüssig Wasser aus der Wand kommt. Ach ja: Alice kann auch anders, in der Schweiz reichte ein Ethernet-Kabel und die Dame tat was ihr Auftrag ist…

Sonntagmorgenausflug

Nachdem ich die letzten Tage eigentlich nur Bilder sortiert und geschrieben habe (daher keine bzw. wenige Links im Text…) und wir nur in der Nachbarschaft nach dem Nötigsten (u.a. Eis) gesucht und eben das nicht, dafür aber »salame«, »prosciutto« und nichtssagendes Weissbrot gefunden haben, verlangte es uns heute am Sonntagmorgen danach, das Meer zu sehen. Und natürlich diese angefressene Goldkugel oder pommodoro, wie Giulia das Monument wohl eher spöttisch nennt.

Aber ich greife vor. Zuerst die

Vorgeschichte

Es ist nämlich so, dass Lis vor genau vierzig Jahren mit Micha und Anverwandten in Pesaro Urlaub machte. Und damals hat sich der goldene Apfel bei ihr als Marmorkugel im Gehirn eingegraben, vor der Micha fürs Erinnerungsfoto postiert wurde. Insoweit ist die Fahrt zum Park am Meer mit der Kugel auch eine Urlaubsfahrt in memoriam.

Noch ist es relativ leer, die Menschen strömen erst. Wir waren gewarnt: Nie am Sonntag an den Strand!

Und während wir auf einem der wenigen Schattenplätze im Café am Strassenrund (auch -rand) bei Cappuccino, Eis und Sprudelwasser sitzen,…

…serviert von einer jungen Französin, trabt, radelt und schiebt es an uns vorüber: Stählerne Burschen auf Rennrädern, Mamas und Kinder auf gemeinen Fahrrädern, ältere Herrschaften zu Fuss, eher aber im geschobenen oder elektrogetriebenen Rollstuhl – alles fliesst Richtung Strand, an den lido, ganz so wie man es erwartet an italienischen Adriastränden.

Multikulti ist auch: Gegenüber lagert im Schatten der wenigen Bäume eine fröhliche Menge junger Leute aller Hautfarben.

Viele Jungs aus Schwarzafrika sehen wir hier, die noch nicht nach Deutschland geschickt wurden, was bei den berlusconesken Zuständen in Italien noch nicht einmal das Schlechteste zu sein scheint, werden Ausländer in Deutschland doch (derzeit noch?) weit weniger verfolgt, ge- und erschlagen bzw. erschossen als in Griechenland oder Italien; Google klärt auf…

Ein Thema, das Europa lösen muss. Ohne »Auffanglager« oder so. Ich will gar nicht weiterdenken.

Wir haben jedenfalls dort im Café auch eine ausreichend gute Internetverbindung, es sprudelt nur so. Für weniger netzaffine Mitbürger sei erklärt, dass wir mehrere Kilogramm Reiseliteratur zuhause gelassen haben, in der Annahme, dass es auf dem Weg nach Griechenland nur selten durch unbewohnte und technisch unerschlossene Gebiete geht. Das scheint jedoch nicht der Fall zu sein. Schon in bewohnten Gebieten gibt’s Probleme. Immer klemmt sich ein Kleinunternehmer zwischen die Internetwolke und unsere Geräten und will unsere E-Mailadresse um uns Werbung zu zusenden. Das Ganze läuft – wie auch in Deutschland – unter der Marke Störhaftung, ein weiteres, kleineres, Problem, das nur die ganz zivilisieren EU-Länder sehen. Jedenfalls wollen wir unsere Informationen aus dem Netz und nicht aus Büchern beziehen. Kompromisse machen wir ungern, aber dafür eben schlechte Erfahrungen. Heute Morgen hier jedoch gute.

Pesaro hat noch mehr Sehenswertes. Hier noch eine kleine Auswahl, die neben prächtigen Villen auch zeigt, dass es immer voller wurde. Und heisser, aber das sieht man nicht. Wir trollen uns…

Dienstag früh geht’s also weiter Richtung Süden, wieder hinein in den Apennin und die Abruzzen. Bis Brindisi dauert es also noch ein paar Tage. Also gegebenenfalls erst mal hier weiterlesen.

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