Wo es keine Unterschicht gibt…

…da gibts es auch keine Rentenkürzungen, keine unsinnige Lebensarbeitszeitverlängerung – ja eingentlich so recht kein Arbeitslosen, keine Überalterung, keinen Pflegenotstand, keine unter dem Erhaltungslimit liegende Reproduktionsrate, keine Bildungskrise, keine Verrohung der Gesellschaft, kein Missverhältnis i.S. Emmisionshandel, kein historisches Kaufkrafttief der Löhne… Es ist eigentlich alles in Ordnung, die Grosse Koalition ist »auf einem guten Weg«. Und den sollten wir nun nicht mit Stolpersteinen volllegen…

Es gibt nur ein paar wirre Miesmacher. Das ist alles.

Aber es gibt auch Menschen, die mitdenken.

Und die merken, dass durch die Bank gelogen, betrogen, erschlichen, verschleiert, bezahlt/korumpiert, ausgegrenzt – ja was noch? – wird.

Ein Artikel in der letzten ZEIT (Nr. 48 vom 23. Nov. 2006, Seite 14: »Die verschämte Klassengesellschaft«) erhellt (mal wieder!), wie es sich wirklich verhält. Nicht dass wir da wirklich Neues lesen würden, die Zahlen haben sich seit 40 Jahren kaum geändert, ihre Aussage gar nicht: Die bundesrepublikanische Klassengesellschaft hat heute schärfere Grenzen als vor 40 Jahren, die Reichen werden immer reicher, die Armen immer… — Es ändert sich alles zum Schlechten. Das ist die Realität, die jeder, der offenen Auges durch die Welt geht, ohne mühe erkennen kann – wenn er will.

Sozialwissenschaftler sammeln Daten und veröffentlichen sie. Wen sie zu allererst betreffen und daher interessieren müssten, nimmt sie offensichtlich nicht zur Kenntnis: Die Mittel- und die Unterschicht. Der Oberschicht, d.i. gehobenes Bürgertum und Geldeliten, geht es deutlich besser. Der gesellschaftlich erwirtschaftete Mehrwert landet dort. Die Zahlen sprechen es deutlich aus – schlimmer geht’s nimmer.

Die SPD will ihre Wähler loswerden…

… und will die der CDU. Wie sonst ist zu erklären, dass ausgerechnet sie die Existenz einer ihrer Hauptwählerschichten leugnet? Mit den letzten 3 Parteivorsitzenden (zählen wir Plazek nicht mit) ist die SPD untergegangen, auch wenn sie noch da ist, als Geist ihrer selbst und auf der Fährte der CDU.

Nicht ohne Grund bilden sich links von ihr neue Strukturen derer, die nicht gewillt sind, alles schleifen zu lassen (auch wenn Wehler, Artikel s.o., sie mit dem Ausrutscherspruch »Steinzeitmarxisten« tituliert, obwohl er in seinem Artikel gerade deren und nur deren Ansatz beschreibt!) und nicht ohne Grund geraten die Orientierungslosen (wieder!) in die rechtnationale Gosse.

Über reinard

Allen Neugierigen sei meine Webseite http://www.hr-schmitz.de ans Herz gelegt. Dort gibt's alles Un-/Wesentlich zu mir und über mich.
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