Mai im Dezember

Freitag, 05.12.2014, 12:57:45 :: Galanado; ein Fragment
Freitag, 06.02.2015, 12:37:34 :: Naxos, veröffentlicht

Ja, der Klee blüht jetzt seit ein paar Tagen. Und ja, es ist schön hier, auch wenn es in den vergangenen Tagen je nach Windrichtung kalt oder wärmer aber nass und feucht war. Gestern waren wir am Strand spazieren, danach auch schwimmen; selbst einen Cappuccino konnte Lis am einzigen offene Strandcafé in der Sonne geniessen.

180°-Panorama

Lis im Bade; bewacht durch ein Kriegsschiff

Dieser Kahn übt hier schon seit Tagen rum; was Putin im Ärmelkanal kann, das kann »der Grieche« auch vor Naxos…

So. Langsam wird es wieder. Mit mir. Die Lunge ist immer noch nicht so richtig, Geschmacks- und Geruchssinn sind leidlich, zuweilen absonderlich. Aber es lässt sich damit leben; andere haben’s da schwerer. Nicht so auf der politischen Bühne, da wird täglich alles eher schlimmer und verworrener, auch wenn Bodo Ramelow heute doch übers Stöckchen springen konnte. Dass da schon vor einiger Zeit ein anderer sog. Aussenseiter das auch schon geschafft hat, den trägen Politikerstadel versuchsweise auszumisten, das ist schon fast vergessen; aktive Politik korrumpiert eben eher als dass sie das moralische Niveau hebt.

So ist das. Und zwar schon lange.

Wenn auf Erden die Liebe herrschte, wären alle Gesetze entbehrlich.

Aristoteles

Wollen wir also hoffen, dass bald wieder Ruhe einkehrt in der Politikersuhle, dass dort akzeptiert wird, dass andere auch regieren können; was ich ebenfalls hoffe.

Namenstag

der deutsche Kalender…

StayFriends behauptet, ich hätte heute Namenstag. Und Namenstage sind ja hier im orthodoxen Griechenland viel wichtiger als Geburtstage. Grund, mich mal endlich um meinen Namen zu kümmern. Dabei darf man wegen des fehlenden »h« nicht pingelig sein. Der orthodoxe griechische Kalender verliert natürlich kein Wort über mich. Das hat seinen Grund, doch dazu gleich mehr.

… und der Orthodoxer Namenstagskalender

Ich muss gestehen, dass es mich noch nie so richtig interessiert hat, was es mit meinem Namen so auf sich hat. Ich weiss nur, dass ich als kleines Kind immer sagen musste »Reinard ohne Haar«, wenn ich gefragt wurde »Wie heisst du denn?« oder »Wie heisst denn der kleine Mann?« oder wie man eben gefragt wird von Erwachsenen, die ja sehr wohl wissen, wie man heisst. Aber sie wollen es eben von »dem kleinen Mann« hören. Und der wusste überhaupt nicht weshalb »ohne Haar«, wo er doch den ganzen Kopf voll davon hatte; freilich seitlich sauber rasiert und gescheitelt, wie man das so hatte in den späten Vierzigerjahren. Heute aber wird sie enthüllt, die

Bedeutung des Namens Reinard

Der Name Reinhard ist ein Kompositum, gebildet aus Ableitungen der altgermanischen Wörter ‚ragina‘ („Rat“), ‚rain‘ („rein“, „wahr“) und ‚harti‘ („Herz“, „hart“ bzw. „stark“). Er bedeutet etwa der Reinherzige = „der Ehrliche“, „der Treue“ und der im Rat Starke, also „der Kundige“.

Da werd‘ ich aber rot… Dann schauen wir doch besser mal nach dem

Namenspatron von Reinard

Reginhard († 5. Dezember 1037) war Stiftsprobst in St. Kassius in Bonn und wurde 1025 Bischof von Lüttich (Liège). Er war wohltätig gegen die Armen und mild gegen Irrlehrer. Sein Grab ging vermutlich bei der Zerstörung der Lütticher Kathedrale während der französischen Revolutionskriege unter.

Wikipedia

LLüttich. Da haben Griechische Heilige eher nichts mit zu schaffen. Die »Milde gegen Irrlehrer«, die nehme ich aber gern für mich in Anspruch; ich würde verrückt, nähme ich die Auswürfe der überwiegenden Zahl der Politiker, Pressefritzen und Weltverbesserer – auch etablierter Religionen – stets so ernst, dass ich mich intensiv mit ihnen auseinander müsste. Aber aufregen, das schon. Denn, und jetzt zitiere ich schon wieder,…

Die grösste Strafe für alle, die sich nicht für Politik interessieren, ist, dass sie von Leuten regiert werden, die sich für Politik interessieren.

Arnold J. Toynbee: Der Gang der Weltgeschichte.

…man muss sich schon ein wenig kümmern und bemühen, denn

Wer sich nicht selbst helfen will, dem kann niemand helfen.

Johann Heinrich Pestalozzi

So könnte ich gerade weitermachen

Ich hätte da noch einige. Eine Menge gescheiter Leute formulieren eine Menge gescheiter Dinge. Sie kommen zu der Überzeugung, dass – ok., noch zwei, ja?

Die deutsche Sprache ist die tiefste,
die deutsche Rede die seichteste.

Karl Kraus

Der alte Ätzer hat wie immer Recht. So tiefgehende Erkenntnis könnte diese/n und jene/n gerade in der Adventszeit zur Besinnung bringen, wäre da nicht der Einwand, in dessen weiches und warmes Bett sich die Mehrzahl beruhigt zurück ziehen kann:

Kein Mensch hat weniger Ursache von dem Gedächtnisse zu reden, als ich: denn ich finde davon gleichsam nicht die geringste Spur bey mir.

Michel de Montaigne

Genug davon. Ich wollte ja nur darauf hinweisen, dass ich mit meinem Namenspatron einig darin gehe, Schwätzer, Besserwisser und vor allem Hohlkopfete nicht allzu ernst zu nehmen.

Im Ernst: Was da an Presse-Ergüssen auf uns nieder geht seit dem Beginn der Krise um die Ukraine, das ist nur mit Sarkasmus oder Amnesie zu verkraften. Wobei sich natürlich die Frage stellt, welcher Art die Ursachen für eine derart flächendeckende Krankheit sind. Was bei Wikipedia steht, kann jedenfalls nicht die Ursache sein. Bleibt also der Sarkasmus. Oder konstatieren wir mit Wolfgang J. Koschnick: Die entwickelten Demokratien der Welt stehen am Abgrund? Sind sie schon einen Schritt weiter? Riecht es nach Krieg in Europa? Das mit dem Gedächtnis lässt mir keine Ruhe: Da »feierten« wir im August »100 Jahre 1. Weltkrieg«, gewichtige Autoren wie Christopher Clark, dass wir wie Schlafwandler in den 1. Weltkrieg zogen, da wird verteufelt (»Putinversteher«) und gelogen, für die schärfsten Entgleisungen im Fernsehen kommen müde Entschuldigungen, aus den Redaktionsstuben stinkt die Selbstbeweihräucherung gen Himmel, die Verhöhnung des Publikums in unausrottbarer Selbstgefälligkeit will nicht enden. Freilich, Geopolitik war noch nie »gut«, hüben wie drüben nicht. Interessenssphären werden schon immer mit harten Bandagen verteidigt.

Politik wird gemacht, von Menschen. Sie fällt nicht vom Himmel.

Oh doch,……

…noch’n Gedicht:

Früher, da ich unerfahren
Und bescheidner war als heute,
Hatten meine höchste Achtung
Andre Leute.

Wilhelm Busch

Was war noch?

Seit dem 10. Oktober, unserer Rückkehr nach Naxos gab es natürlich Einiges: Besuche, endlich Regale, Wanderungen, den ΟΧΙ-Tag am 28. Oktober…

Picasa

Hhier noch ein paar Aufnahmen au den letzten 30 Jahren, die mir beim Gang durch die ca. 200.000 Fotos untergekommen sind; fleissige Facebook-Besucher haben sie schon gesehen. Ja, so viele sind es mittlerweile und ich bin mittlerweile – nach mehr als 10 Jahren! … in der Lage, sie sinnvoll verwenden zu können. Die Software ist mittlerweile dazu in der Lage, diese grossen Datenmengen fehlerfrei und ohne fortwährende Abstürze zu verwalten und mir dabei zu helfen zielgenau zu suchen und zu finden.

Picasa-Gallerie

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