Mir platzt der Kopf

Mittwoch, 10.02.2016, 14:20:49 :: Galanado

Eine riesenlange Liste mit Links könnte ich hier jetzt aufstellen, hunderte. Und alle mit einem gescheiten Artikel dahinter, oft auch mit weiterführenden Kommentaren. Gut, ab und an wäre auch ein Artikel darunter, der eher zum Kopfschütteln animieren würde, aber immerhin zum Nachdenken. Manchmal auch nicht. Aber wir finden da auch Unflätiges, dummes Zeug, Hingerotztes in den Kommentaren. Wie soll ich’s sagen? Es hat keinen Zweck, all das steht im Internet bereit, man muss nur bereit sein, seine reflexhafte Abwehr abzulegen, sich Zeit zu nehmen, zu suchen und zu lesen, Einstiege gibt es genug. Mit Papier alleine ist man jedoch hoffnungslos verloren und in der Irre.

Vielleicht doch ein paar Links, nur drei:

Ich kenne Europa nicht wieder

Noch weniger das Land, in dem ich vor über siebzig Jahren geboren wurde, das ich mit Namen nennen müsste, würde ich offiziell danach gefragt. Von dem ich meine Rente beziehe, in dem ich über 30 Jahre – meist hart – gearbeitet habe, meine Steuern und Sozialabgaben ordentlich abgeführt habe. Das zur Ursache und zu den Gründungsmitgliedern dessen zählt, was gerade als Europäische Union auseinander fällt. Das – selbst von den offiziellen »Eliten« – andere Mitglieder beschimpft, belehrt, erpresst und das selbe zum Sumpf geworden oder es geblieben ist. Das Land, dessen Kanzlerin nach langen Jahren mal wieder etwas Sinnvolles (weil Notwendiges und Unumgängliches) beschlossen hat und nun dafür von den eigenen Parteimitglieder und dem leitenden Personal der EU-Mitgliedsländer demontiert und alleine gelassen wird.

Merkels humane Haltung gegenüber Flüchtlingen gilt als unklug und naiv. Ich halte dagegen alle für naiv, die sich weigern zu begreifen, dass wir einen Point of no Return erreicht haben. Es gibt kein Zurück mehr. Es ist ignorant, nicht wahrhaben zu wollen, dass die Flüchtlinge uns eine Lektion erteilen: Es war eine Lebenslüge zu glauben, ein kleiner Teil der Welt könne auf Dauer in Frieden und Wohlstand leben, während der Großteil in von den westlichen Eliten mitverschuldeten Kriegen, Chaos und Armut versinkt. Dass sich eine Völkerwanderung früher oder später in Bewegung setzen würde, haben wir geahnt. Eigensüchtig haben wir gehofft, es würde später losgehen.

„Wer vom Kapitalismus nicht reden will…“

Als ich mir vor sechzehn Jahren oder so überlegte, wie es wäre, das zusammenwachsende Europa kennen zu lernen und wir beschlossen, das unter dem Motto »Rund Europa« zu versuchen, da waren wir voller Hoffnung. Mit dem Vertrag von Maastricht entstand 1992 die EU.

Quelle: Wikipedia

»Schweden, Finnland und Österreich wurden 1995 mit der zweiten Norderweiterung in die kurz zuvor gegründete Europäische Union aufgenommen. In Norwegen stimmte am 28. November 1994 – trotz erneuter Regierungsbemühungen – bei einem Referendum wieder eine Mehrheit (52,2 %) der Abstimmenden (Wahlbeteiligung 88,8 %) gegen den Beitritt.

Mit der ersten Osterweiterung traten am 1. Mai 2004 zehn Staaten der Europäischen Union bei. Darunter waren acht ehemals kommunistisch regierte mittel- und osteuropäische Staaten (Estland, Lettland, Litauen, Polen, Tschechien, Slowenien, Slowakei und Ungarn) sowie der im Mittelmeer gelegene Inselstaat Malta und die geographisch zu Asien gehörende Insel Zypern, diese jedoch faktisch nur mit dem griechischen Südteil. Am 1. Januar 2007 wurden als 26. und 27. Mitgliedstaat Rumänien und Bulgarien in die Union aufgenommen. Durch diese Erweiterung ist die Bevölkerung in der Europäischen Union seit 2010 auf über eine halbe Milliarde Menschen angewachsen. Am 1. Juli 2013 wurde Kroatien der 28. Mitgliedsstaat.«

Quelle: Wikipedia

Quelle: Wikipedia

Mit dem versuchten Rausschmiss…

…Griechenlands 2015 aus dem Euro begann der Zerfall. Griechenland war schon seit 1981 – noch vor Portugal und Spanien (beide 1986) – Mitglied im davor bestehenden Verein; man wollte es fest angebunden wissen. Solidarität und geschichtsbelastete Vernunft sind jetzt nicht mehr zu finden. Das vorhersehbare Anschwellen der Flüchtlingsströme liess es dann schnell offenbar werden: Die so gute und zwingende Idee eines politisch-solidarischen Europas trägt nicht, hat wohl nie getragen. Nur wirtschaftliche, kapitalistische Balken tragen eben nicht.

Die Grenzen beginnen sich wieder zu schliessen, Drohungen und offene Erpressung, Unfähigkeit, Unwilligkeit, nationale Egoismen und eine nicht für möglich gehaltene Unfähigkeit unserer verantwortlichen Politiker, täglich ertrunkene Menschen – all das stellt die Europäische Union momentan dar. Und nichts spricht dagegen, dass es nicht noch schlimmer kommt. Die Krisenherde Naher Osten und Ukraine werden uns den Krieg bis in unsere Städte bringen. Wir wissen es und lassen plumpe, dumpfe Nationalisten und Rassisten marschieren und brandschatzen.

Genug

Trotz aller Enttäuschungen und möglicher Widrigkeiten: Wir werden ab 1. April versuchen, mit unserem Senfle von Griechenland nach Deutschland zu reisen. Wenn alles klappt (TÜV für Mensch und Maschine) wollen wir diese erste Etappe zu einer weiteren Rundreise zurück nach Griechenland ausbauen.

Wie und wo genau werden wir sehen was noch geht bis Herbst und berichten. Die Planung hat begonnen.

Nachtisch

  • Deutschland im Kreisverkehr :: Ein Land redet mit sich selbst: Unsere Kapazitäten, unsere Machbarkeit, unsere Ressourcen rücken ins Zentrum der Flüchtlingsdebatte.
    VON MELY KIYAK
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Eine Antwort auf Mir platzt der Kopf

  1. Kay Stolzenburg sagt:

    Hallöli,
    ein Beitrag zur Planungssicherheit: wir haben von Dienstag 12.04 bis Donnerstag 28.04.2016 noch nichts auf dem Zettel. Da wir ja alle Rentner sind, seid ihr unabhängig von Wochentagen jederzeit herzlich willkommen. Mal sehen, ob’s was wird. Wir würden uns freuen.
    Herzlichst
    die fröhlichen Wehrheimer
    Kay und Ursel

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