* Rund Europa 2016: Reiseplanung (1)

Donnerstag, 03.03.2016, 23:34:12 :: Galanado

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Kann man in diesen Tagen eine Reise planen, Bildungs- oder Urlaubsreise, auf einer Balkanstrecke, über die man tagtäglich – und das seit Wochen – Entsetzliches liest? Kann man? Soll man? Darf man? Auf Strassen, die SPON die neuen Routen der Schleuser bezeichnet? Wo einem schon beim Titel schlecht wird? Denn nicht die Schleuser schleppen die Flüchtenden in Ketten nach Norden. Die Flüchtenden schleppen sich selbst – aber das ist ein schwieriges Thema, die Politik unserer Kanzlerin.

Ich gebe zu, dass es mir schwer fällt. Die »Diskussionen« und Demonstrationen in Deutschland, die Grenzschliessungen, die katastrophalen Zustände an der mazedonischen Grenze, in Piräus, in Athen… All das macht uns nicht nur traurig und lähmt, lässt uns fragen, was wohl bis zum 1. April sein wird. Es macht uns auch zornig, wenn wir erleben und lesen, mit welchem enormen Engagement die Griechen auf den Inseln und überall auf dem Festland wie selbstverständlich helfen während in Deutschland Notunterkünfte brennen; wer selbst nichts hat, hat wohl mehr zu geben als die Satten…

Quelle: http://www.pappaspost.com

Die Entwicklung lässt uns gelähmt und fragend da sitzen: Was wird mit dem Tourismus dieses Jahr? Auf Lesbos und den anderen Inseln vor der türkischen Küste werden bereits bis zu 90% der Buchung storniert. Wer will sich an Stränden in der Sonne aalen, an denen noch vor wenigen Monaten Kinderleichen angespült wurden? Wovon aber sollen die Menschen überleben, wie noch irgendwelche Hilfe leisten? Es ist fast alles zynisch, was man aufgreift und thematisiert und daher so unangenehm – ausser Wegsehen und Wegbleiben.

Dazu der unsinnige und erbarmungslose Druck auf die griechische Administration, »die Grenzen zu sichern«. Man muss es einmal klar aussprechen: Die flüchtenden Menschen werden weiter kommen, egal auf welchen Wegen. Und wir werden sie aufnehmen, versorgen, integrieren müssen. Und teilweise vielleicht irgendwann wieder in ihre Heimat bringen können. Oder aber wir töten sie auf die eine oder andere Weise. Jedenfalls sind das die Alternativen, solange wir nicht mit grossem Nachdruck die Ursachen der Fluchtbewegungen beseitigen. Das ist unsere vordringlichste Aufgabe – neben der jetzt notwendigen unmittelbaren Hilfe.

Wasser, ein weiteres Problem

Bisher hat es dieses Winterhalbjahr viel zu wenig geregnet. Selbst auf Naxos wird der Tourismus hierdurch gefährdet. Den wenigsten Urlaubern wird man »die schönsten Tage des Jahres« damit schmackhaft machen können, dass man sie mit rationiertem Wasser konfrontiert. Extensives Duschen ist man als Nordeuropäer eben gewohnt…

Das Aquädukt von Flerio

Aber wo wir jetzt gerade beim Wasser sind, vielleicht eine kleine Ablenkung, gewissermassen was Positives. Wir haben auf einer unserer letzten Fahrten über die Insel ein mehr als zweieinhalbtausend Jahre Wasserleitung an der Strasse nach Kinidaros entdeckt. Dort ist ein Teil des ursprünglich 11 km langen Aquädukts freigelegt und renaturiert worden. Diese Leitung aus Tonröhren brachte das Wasser von einer Quelle bei Flerio (Melanies) in die Chora.

So, ehe ich nun über die Altertümer und Schönheiten von Naxos im Winter erzähle, mit denen wir uns die winterliche Langeweile vertrieben haben…

…abschliessend dann doch noch der Plan

Das sind geplante 20 Reisetage. Aber dazu dann in Teil 2 mehr. Ich habe doch noch Strecken gefunden, die wir noch nicht gefahren sind und bin dabei auf interessante Orte gestossen.

Anmerkung: Ich möchte mal wieder darauf hinweisen, dass man durch Klicken auf die Bilder diese vergrössert anzeigen lassen kann beziehungsweise zu den entsprechenden Quellen geleitet wird.

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2 Antworten auf * Rund Europa 2016: Reiseplanung (1)

  1. Franz Nodes sagt:

    Danke Reinard, Dein Blick von außen auf die Dinge die brennen stimmt nachdenklich. Danke dafür. Wünsche Euch eine angenehme Reise. Liebe Grüsse, Franz

  2. Lena sagt:

    Ich bin sehr, sehr gespannt auf die Berichte!!

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