* Rund Europa 2016 (2), 31. Tag: Tukums (2) – Schlossbesichtigung

Freitag, 01.07.2016, 10:42:04 :: Tukums, Schloss Jaunmoku pils
Samstag, 13.08.2016, 16:56:08 :: Raudondvaris

An Schlössern, Burgen, Festungen – ob uralt oder relativ neu – mangelt es in Lettland wahrlich nicht. Dabei sind die Herrenhäuser noch gar nicht berücksichtigt.

Nur damit ihr mir glaubt, hier ein paar Beispiele:

Ordensburg in Cēsis

Burg Turaida bei Sigulda

Kreuzritterburg bei Sigulda

Schloss Jelgava

Bauska

Dies und folgende: Rūndale

Schloss Jaunmoku pils…

…zählt da zu den jüngeren. Und damit sich niemand die Zunge bricht: Zu Deutsch »Schloss Neu-Mocken«. Der damalige Bürgermeister von Riga, George Armitstead, liess sich dieses Jagdschloss 1901 bauen. Riga war damals Teil des russischen Kaiserreichs.

Was ist sehenswert, was aussergewöhnlich?

Das ganze ist eine Mischung auch Art Nouveau, englischem Country Look und Neogotik – im Grunde bizarr, aber eben gekonnt. Betritt man den Museumsteil, dann wird es allerdings »gut bürgerlich«, ein Versuch in barocken Möbelstücken, von der Decke hängt Jugendstil, bajuwarische Jagdtrophäen an den Wänden.

Ja, und dann eben die drei Kachelöfen, von denen man sich nicht vorstellen kann , dass sie irgendjemanden im Zweifelsfall am Erfrieren hindern würden. Besonders der mit den Motivkacheln – er ist seit Ende des letzten Jahrhunderts Nationales Kulturerbe.

Die Geschichte bis heute lässt sich nachlesen. Sie beginnt Mitte des 15. Jahrhunderts. Neben dem als Museum gestalteten Schloss im erhabenen Erdgeschoss gibt es einen privat betriebenen Hotelteil (wie so of in diesen ehemals herrschaftlichen Gebäuden), aber eben für uns zu sehr moderaten Preisen. Gleiches gilt für das Restaurant, das Spitze ist – nicht jedoch, was die Preise angeht.

Was mich erstaunt hat: Der Architekt Wilhelm Bockslaff ist deutschstämmiger Rigenser und deshalb sind wohl die Bildunterschriften der 130 Motivkacheln des wunderschönen Kachelofens alle in Deutsch; Armitstead war hingegen Engländer… Es hat ihn also nicht gestört, dass der damals sehr erfolgreiche Architekt sich in seiner Muttersprache verewigt hat.

Hier also nun eine Bildergalerie, um einen Eindruck zu bekommen (von aussen hatte ich soweit schon alles geschildert):

Im Obergeschoss des Kutschenhauses…

…schläft es sich gut.

Im Schloss selbst: gediegene Bürgerlichkeit

Geweihter Jugendstil…

…und diese wunderschönen Kachelöfen…

…mit deutscher Beschriftung: Venedig in Riga, Jubiläums-Ausstellung 1901

Die Geschichte des Anwesens

Links:

Blogbeiträge hierzu auf MirNix & DirNix

Wer »Schlösser Burgen Lettland« googlt, wird erschlagen von Ergebnissen, zum Beispiel:

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