* Rund Europa 2017, 1. Tag: Naxos – Methana

Donnerstag, 11.05.2017, 21:43:21 :: Methana, Pension Vienna
Dienstag, 16.05.2017, 16:15:10 :: Tyros

Vorbemerkung: Erst heute, am 5. Tag haben wir eine Bleibe gefunden, wo das Internet so gut ist, dass ich Bilder hochladen kann, daher die Verspätung.

Fahrt von Naxos via Piräus nach Methana

Eins Reise von Naxos aus beginnt stets mit einer Fahrt mit der Fähre, in aller Regel nach Piräus.

Das ist der ermüdenste Teil, jedenfalls für jemanden, der diese Passage schon öfter gemacht hat: 8:20 – 14:30, also ca. 6 Stunden.

Was macht man in der Zeit ausser lesen, schauen…?

Aber weit mehr nervend ist die anschliessende Strecke aus Piräus heraus, über Schnellstrasse und nunmehr fertige Autobahn bis zur Ausfahrt Loutraki, kurz vor Korinth. Das ist etwa so wie Ruhrgebietsautobahn zur rush hour mit fast durchgehend Linksfahrern. Und Maut.

Den Kanal von Korinthen passiert man auf der Autobahn ohne es zu merken; die Ausfahrt nicht verpassen benötigt alle Aufmerksamkeit.

Aber wenn man dann unter der Autobahn durch und auf dem Weg nach Süden ist, dan n tritt Erleichterung ein, es wird plötzlich grün, bergig: Ab jetzt ist es »reisen«, nicht mehr »fahren«.

Reisen, geniessen

Uunser heutiges Ziel ist Methana, eine durch und durch vulkanische Halbinsel am 1. Finger (dem Daumen) der Peloponnes. Aber bis dahin gibt es ein paar Klöster zu sehen. Epidauros, das riesige Amphitheater, dürfen wir übergehen, wir haben es vor exakt 10 Jahren besucht.

Epidauros, 2007-05-12

Wenn ich derart zurückblicke, dann erblasse ich ob der Bilderfolge und -pracht, die da im Archiv schlummert und senke beschämt den Blick ob der ungeschriebenen Reiseberichte – da liegt noch Arbeit herum… Aber jetzt sind wir ja erst mal unterwegs.

Das erste Kreuzkuppelkirchlein

Die erste Kirche liegt unvermittelt hinter Büschen direkt an der Strasse; Lis sieht das Schild gerade noch aus dem Augenwinkel.

Und schon bald sehen wir auch schon unser Ziel in der Ferne: die Halbinsel Methana.

Ein Gefühl, wie in Griechenland, blühender Oleander entlang den Strassen, kilometerweise, bergauf, bergab, berauschende Ausblicke, Buchten mit Fischfarmen…

»Wegkirchlein«

Und da sind sie wieder, die Proskinitaria: Die xxx, sobald man die Peloponnes erreicht hat, treten sie wieder in Mengen auf, jede Kurve, jede Passhöhe… – aber von dann extra.

Kloster Agnoundos

Nich nur viele Kirchen beherbergt die Peloponnes. Klöster finden sich ebenfalls in grosser Zahl an Tälern, an Hängen und – wie dieses – direkt an der Hauptverkehrsstrasse.

Es ist frei zugänglich, auch die Kirche; Frauen jedoch nicht in Hosen. Auch, wie sehr häufig, darf im Kirchenraum nicht fotografiert werden. Wie viele sich daran bei den heutigen Geräten halten, das sei nachdrücklich dahin gestellt…

Jedenfalls sind die Wände und Kuppeln vollständig ausgemalt, der Hof der festungsartigen Anlage ist eher touristisch geschmückt.

Ich tippe darauf, das das Kloster nicht mir als solches genutzt wird. Dennoch beeindruckt es mit seiner Kirche.

Kloster Taxiarchon

Kurz vor Nea Epidavros zweigt die Strasse ab, hinauf zum zweiten und letzten Kloster für heute. Es ist leider eher eine Enttäuschung was wir dort vorfinden: Ein moderner klösterlicher Landwirtschaftsbetrieb, so will es uns scheinen.

Methana…

…erreichen wir kurz nach 20 Uhr. Methana war ein Kurort und Heilbad.

Ich fürchte, man muss wirklich sagen »war«. Die Krise springt einen hier an. Diese fast anmutige Kuranlage ist stillgelegt, zwei Drittel der Geschäfte sind aufgegeben, die Hotels alle geschlossen, teils schon verfallen. Woher sollten auch Kur- oder Reha-Gäste kommen? Es liegt ja alles danieder, nicht nur die Wirtschaft sondern auch das Gesundheitswesen. Und hier auch der sonstige Tourismus. Es gibt Thermalquellen, mindestens zwei an der Zahl. Denn Methana ist stark vulkanisch geprägt. Dazu morgen mehr.

All das bestätigt uns auch die Besitzerin der Pension Vienna, wo wir absteigen. Zufall: Vom Betreiber der Internetseite Methana.comempfohlen, stellt sich heraus, dass sie als Österreicherin im Stuttgarter Westen ihren griechischen Mann kennen gelernt hat; wir haben also in Nachbarschaft gelebt. Sie bauten hier die Pension um nun zu erleben, wie alles den Bach hinunter geht. Man muss es leider so formulieren.

Unser Abendessen am Hafen wird sogar vom Mond beschienen. Allzu gross ist die Auswahl an Lokalen nicht. Die Besitzer beziehungsweise Kellner aber sind klasse: Gute Entertainer und galant.

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