* Rund Europa 2017 (Oktober), 7. Tag: Gialova – Nestor – Pylos (2)

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Vorbemerkung: Ich bin verschiedentlich wieder darauf angesprochen worden, dass die Fotos so lange brauchen, bis sie geladen sind. Das ist normal. Ich stelle die Bilder in einer Qualität zur Verfügung, die auf allen Geräten bestmögliche Qualität liefert, auch zum Beispiel auf iPads mit Retinadisplay. Das hat seinen Preis. Und der heisst Zeit. Bei der Gelegenheit auch wieder der Hinweis, dass ein Klick auf ein Bild es vergrössert anzeigt. Auch eine automatische Diaschau ist dann möglich.

Viel Spass!

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Im Hintergrund die Bucht von Pylos

Bei diesem Blick über die friedliche Bucht von Pylos denkt man nicht an Krieg. Aber es ist auch die Bucht von Navarino


Ein seltenes Exemplar: Dreifache Wegkirche (Ikonostase, Proskinitaria)

Als wir uns am Nachmittag aufmachen nach Pylos und zur Festung, dann sind sie da: Die Gedanken, die um die Schlacht kreisen: In dieser Bucht drängten sich die Segler, voller Kanonen, Kugel und Schiesspulver, um sich gegenseitig auf dem Grund der Bucht zu versenken.


Quelle für beide Bilder: Wikipedia

In drei Tagen feiert man das Ereignis zum 190. mal: Die Seeschlacht fand am 20. Oktober 1827 in dieser Bucht statt. Grossbritanien, Frankreich und Russland besiegten die Osmanisch-ägyptische Flotte und entsprechend geschmückt ist die Stadt bereits, als wir durchfahren zur Festung, der unser Interesse gilt.

Die Wimpel und Fahnen sind natürlich die der Beteiligten – Griechenland hat sich da etwas dazwischen geschmuggelt – aber welche ist welche? Hier eine kleine Hilfe. Na?

Russland ist die untere. Wer hat’s gewusst?

Wir überlegen, ob wir noch drei Tage hier bleiben sollen, um die Feier zu erleben, lassen es aber sein. Griechenland selbst ist gar nicht erpicht darauf, diesen Tag zu feiern, obwohl wahrscheinlich der griechische Freiheitskampf (1821-1837) durch diese Schlacht erst erfolgreich war.

Deshalb hier ein paar Links:

Und was von YouTube:

 

 

Die Schlacht von Navarino war die letzte große Seeschlacht ausschließlich mit Segelschiffen. Sie brachte für Griechenland die endgültige Freiheit vom Osmanischen Reich – und einen Bayrischen König. Und das Bier, nicht zu vergessen.

Neben Gefallenen und Wracks lagen eine Menge Kanonen am Grund, der griechische König liess sie zum Teil heben:

Mit der ägyptisch-türkischen Flotte war eine große Anzahl bronzener Kanonen untergegangen. Ein Großteil davon wurde unter dem griechischen König Otto gehoben und als Recyclingmaterial in Europa verkauft, wobei etliche davon nach Bayern gelangten und für den Guss des Obelisken am Karolinenplatz in München, der Bavaria und der Tilly-Statue in der Feldherrnhalle verwendet wurden.

Wikipedia

Das Neo Kastro

Neo Kastro, erbaut von den Osmanen 1573 auf dem südliche Hügel vor der Stadt mit einer herrlichen Aussicht auf den Ausgang der Bucht …

…wirkt verlassen, als wir vor dem Eingang parken. Und so ist es auch – wir sind die Einzigen, ausser dem Wachpersonal im Museum. Das finden wir ja selten bei derartigen Stätten und können daraus eigentlich nur schliessen, dass es nicht sonderlich interessant oder gar wichtig ist.

Im weiten Gelände steht nach einigem verrostetem Kriegsgeschirr die Moschee, die nach der Vertreibung der Osmanen in eine orthodoxe Kirche verwandelt wurde. Man trifft das ja sehr häufig und es erinnert mich an die hochgotische Moschee im türkischen Teil von Nikosia auf Zypern: Dieses Hin und Her der Religionsfanatiker. Egoman, wie ich den derzeitigen türkischen Alleinherrscher nur nenne, möchte ja wohl auch die Hagia Sophia in Konstantinopel (so nennen die Griechen diese Stadt, die derzeit ja Istanbul heisst) als Moschee reaktivieren; es lohnt, den Wikipediaartikel zu lesen, um den Wahn des Hin und Hers zu begreifen.

Weiter oben am Berg dann die eigentliche Zitadelle.

Im Archäologischen Museum, das sehr neu, modern und auch sachlich pädagogisch – für uns zunächst erstaunlich – auf dem neuesten Stand ist, finden wir Schönes und Wunderschönes.

Ein weiteres Museum auf dem Gelände und die Freilichtaustellung beschäftigt sich ausschliesslich mit »Unter-Wasser-Archäologie« und widmet sich den Schiffswracks, Amphoren etc.

Bei Sonnenuntergang verlassen wir die Festung und denken an die letzten Bilder im Museum und darauf dass wir das morgen früh in natura sehen werden.

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