05. Tag: In Foča (BIH)

Wir kommen gerade von einem Stadtrundgang zurueck zum Hotel. Etwas bedrueckt von dem, was wir gesehen haben: Ein Stadtteil, zerstoert, mit der Ruine einer ehemals bedeutenden Moschee. Ein muslimischer Stadtteil, ehemals oder wieder? Man kann es schwer einschaetzten, trotz der vielen „tuerkischen Gesichter“.

Ja, es ist traurig. Wir sind hier in Foča gewissermassen im serbischen Teil des „bosnischen Kindergartens“. Bosnien-Herzegowina, ein Land mit einem „EU-Vater“ und serbischen und mulimischen „Kindern“, die alles selbst regeln duerften, wenn sie denn nicht dauernd streiten wuerden…

Unsere Fahrt gestern…

von Sl. Bod hierher fuehrte uns unversehens sichtbar in ein anderes Land: Wir fuhren in Sl. Brod ueber die einzige Bruecke weit und breit nach Bosnien-Herzegowina hinueber. „Serbische Teilrepublik“. War Sl. Brod schon nicht gesegnet mit westlichem Konsumprunk und „deutscher Ordnung“ – der Nordteil von BIH ist zum Heulen: Kaputt, kaputt, kaputt. Neubauten teilweise, teils angefangen, unbewohnt – trostlos. Alle Schilder in kyrillischer Schrift, klar.

Erst nahe Sarajewo wieder lebendigere Orte, weitgehend im urspruenglichen Zustand. Sarajewo selbst haben wir im Freitagabendstau weitraeumigst umfahren, was in einem Tal bedeutet: Hart entlang der Innenstadt… Sarajewo haben wir ja letztes Jahr besucht und so fuhren wir weiter nach Suedosten, nach Foča, letzte grosse Stadt vor der Grenze nach Montenegro, das ja seit letztem Jahr eigenstaendiger Staat ist. Die Landschaft, i.W. ein Flusstal, wild, felsig, tiefe Schluchten, viele Tunnel und alles immer vollstaendig bewaldet, fast ausschliesslich „Blaetterwald“. Ich denke, die „Schluchten des Balkan“ haben ihren Namen zu Recht. Und in der Ferne schon dike schneebedeckten Gipfel. Die ganze Fahrt uebrigens bei volstaendig bedecktem Himmel und groessten Teils bei Regen…

Im Hotel die Heizung auf Holchtouren – es war wohl noch kalt hier die letzte Zeit. Denn auch der Wirt des Cafes meinte, heute sei es schoen warm…

Nochmals zu Foča:

Auf unserem Stadtrundgang hatten wir auch Glueck. Es ist Samstag und daher Markt. Ein buntes und geschaeftiges Treiben am Hang vor der muslimischen Altstadt – dem, was noch uebrig ist und wieder entsteht. Heimisches Gemuese, Geraeuscherte Wuerste, Speck, Schinken, Kaese. Quark und andere Milchprodukte auf vielen Tischen. Offener Tabak, Trockenfruechte – und auch ein paar Bananen…

Ach ja…

…und wir fahren jetzt weiter nach Podgorica, Skoder, Puke. Jedenfalls melden wir uns dann aus Albanien, denke ich…

Über reinard

Allen Neugierigen sei meine Webseite
http://www.hr-schmitz.de
ans Herz gelegt. Dort gibt’s alles Un-/Wesentlich zu mir und über mich.

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