In Litauen gelandet.

Zugegeben: Es war eine Art Gewalttour, diese Fahrt von Hochdorf nach Vilnius. Aber es hat sich einfach so ergeben. Und es ist eine Erfahrung, dass man in Polen eigentlich nur dort fahren darf, wo sonst keiner fährt. Jedenfalls sind wir seit gestern Nachmittag in Raudondvaris, wir sind wohlbehalten und ohne Schäden angekommen.

Aber der Reihe nach. Letzten Sonntag, also am 22.7. fuhren wir über Nürnberg und durch Böhmen nach Kroměříž in Mähren. Kaum jemand wird wissen wo das ist, obwohl (in Teilen) seit 1998 Weltkulturerbe und schönste historischen Stadt Tschechiens. Aber gemach.

Die Route:

  • Hochdorf – Nürnberg – Waldmünchen – (Grenze) – Klatovy – Pisek – Tabor – Jihlava – Blasko – Kroměříž (Kremsier)
  • der Track für GoogleEarth

Wir hatten bei Couchsurfing einen Kontakt in Mähren gefunden und Lis hatte per E-Mail ausgemacht, dass wir dort vorbei kommen würden. Dazu später mehr.

Das Wetter war durchwachsen, die Fahrt auf der Autobahn bis hinter Nürnberg ätzend, Touristen – zumal in Bussen – en masse, die Landschaft nach Verlassen der grossen Strassen wunderschön. So fuhren wir durch eine Landschaft, die jeder dem Namen nach kennt, aber zumeist nie gesehen hat: Böhmen.

Mal wieder: Erhellung

Und wieder trat wie so oft schon der Fall ein, dass wir uns während der Bewegung durch die Hügel, die Wälder, die Dörfer, bei den Ausblicken über weites Land, festgestellt haben, dass wir eigentlich so wenig wissen von unserer europäischen Geschichte, den »alten Zeiten«, von dem, von dem Heimatverbände reden, was Ewiggestrige beschwören und was wir durch die EU-Integration alles gewonnen haben: Einfaches Reisen, Grenzkontrollen gleich Null, andere Sprachen, mal wieder Schilder, die wir nicht lesen können…


Aber plötzlich eine Stadt, ein Marktplatz, Häuser, prächtig renoviert. Und unvermittelt sieht alles »so deutsch« aus. Und es wird uns wieder bewusst, was »europäisch« bedeutet, wie relativ »deutsch« ist: Diese Vielfalt, die doch immer wieder heimisch wirkt. Die wir kennen, die aber dennoch fremd ist. Und die Erkennhtnis kommt hie und da, warum hier eine Burg, dort ein Schloss und nun schon wieder ein so prächtiger Markplatz vor einem liegt. Und dass es eine wirklich unendlich grossartige Leistung war und ist, dass Europa in 60 Jahren so zusammen wachsen konnte, dass wir zu fremden Menschen reisen können und dort herzlich aufgenommen werden.

Couchsurfing

Denn wie soll man’s erklären? Da sucht man auf der Website von Couchsurfing nach Menschen auf der Strecke, finden jemanden, schreibt zwei Mails hin und her – und wird freundlich, ja herzlich aufgenommen – wildfremd, wie man ist? Wir kamen sehr spät an, hatten dann ein interessantes abendliches Gespräch in deutsch und englisch, wurden zu einer sehr hübschen Pension »Excellent« miten in der Altstadt begleitet und dort zum morgendlichen Stadtrundgang abgeholt. Eva und ihre Schwester, gerade zu Besuch aus der Slowakei, konnten uns in der kurzen zur Verfügung stehenden Zeit viel vermitteln.

(Fortsetzung folgt)

Über reinard

Allen Neugierigen sei meine Webseite http://www.hr-schmitz.de ans Herz gelegt. Dort gibt's alles Un-/Wesentlich zu mir und über mich.
Dieser Beitrag wurde unter CZ, D, LT, Norden2007, PL, Reisen veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.