»…und außerdem war plötzlich mal was los.«

Das find‘ ich auch. Mit den Kumpels Inder jagen, einfach so, ohne rechtsradikalen Hintergrund, das ist was. Dazu krakelen wir und nehmen einen kräftigen Schluck aus der Dose. Und weiter geht’s. Wenn den Kanacken unsere Broiler nicht schmecken, dann soll’n sie in die Pizza flüchten. Hoffentlich kommt die Polente nicht gleich, damit wir für’s Fenstereintreten noch ordentlich Aplaus kriegen. Schluck. Und weiter. Die Bullen wissen zwar, dass wir hier was aufreissen. Aber unser Bürgermeister, der Penner, der weiss nicht, wie gut wir organisiert sind. Was heisst organisiert? Wir, der »nationale Widerstand«, wir regeln das hier.

Und wieder sind alle platt.

Hier in Lettland hat uns neulich erst unsere Freundin gefragt, ob es wahr sei, dass es wieder Nazis gebe in Deutschland. Ich habe versucht, das zu relativieren, aber zustimmen musste ich letztendlich schon, um bei der Wahrheit zu bleiben. Das Ausland sorgt sich, Ausländer haben Angst. Die Zuschauer klatschen am Ende. Und der Michel blickt betreten, allenfalls kopfschüttelnd.

Und die Politik?

Bürgermeister schauen bestenfalls weg, das kannten wir schon. Landtage beschäftigen sich (und auch das unzureichend) um Mafiakontakte der Regierungsmitglieder. Und die grosse Politik übt sich in scheindemokratischem Rätselraten darüber, was zu tun – oder besser zu lassen sei. Jugendlichen eine Perspektive geben? Na klar, wir werden Hartz IV anheben, 1-€-Jobs kreieren und auch sonst, irgendwie, irgendwann, vielleicht auch. Klar doch. Sowieso.

Vielleicht…

…sollte die Mehrheit dieser Gesellschaft endlich mal klarstellen, ob sie rechtsradikales und fremdenfeindliches Gedankengut dulden will. Wenn nicht, dann sollte sie es nicht nur scheinheilig verbieten sondern aktiv bekämpfen. Wenn doch – naja, dann ist es vielleicht doch wieder so weit…

Über reinard

Allen Neugierigen sei meine Webseite http://www.hr-schmitz.de ans Herz gelegt. Dort gibt's alles Un-/Wesentlich zu mir und über mich.
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