* Rund Europa 2017, 2. Tag: Rund Methana

Freitag, 12.05.2017, 22:17:16 :: Methana, Pension Vienna
Dienstag, 16.05.2017, 20:08:06 :: Tyros
Samstag, 10.06.2017, 22:39:26 :: Galanado
Dienstag, 20.06.2017, 18:08:19 :: Galanado

Vorbemerkung: Es ist zuweilen wirklich trostlos mit der Internetqualität; die Hotelbesitzer klagen selbst, hoffen aber immer, dass ihre Gäste den Mangel nicht bemerken. Oft bringt ein Neustart des Routers ja kurze Besserung. Aber jedes Mal wieder die Diskussion und die Rechtfertigung, ich sei ja nun mal Profi und wisse dass das hilft. Oft danach zwar vDankesworte…

Aber für mich bedeutet es jeden Abend i.W. Schaffenspause, bis auf Bilder versorgen und Notizen machen ist meist nichts drin; Bilder zu verorten oder gar hochzuladen zusammen mit einem Beitrag – Fehlanzeige. Erst jetzt komme ich langsam dazu, nachdem auch hier in Galanado bis vor 2 Tagen nahezu Totalausfall herrschte. Sie sind wohl überall beim Aufrüsten, Kabellegen und Umrüsten auf VoIP – was ja selbst der Deutschen Telekom deutschlandweit zu schaffen macht. Nun denn…

Methana

Keine Sonne heute morgen, es wird wohl ein bedeckter Tag. Dass es also nicht so heiss wird, finde ich schön, den Fotos wird das fade Licht jedoch nicht so gut bekommen. Wir werden sehen. Auf jeden Fall haben wir Südwind und die Sahara in der Luft; das gibt zusätzlich »mildes Licht«.

Wir unterhalten uns nochmal lange mit der Vermieterin. Sie gibt uns auch noch den Tip mit der zweiten heissen Quelle mit auf den Weg. Davon dann später. Wir pflücken uns ein paar Mispeln, die einem hier fast in den Mund wachsen und freuen uns am Maikranz, wie er fast an jedem Haus hängt in Griechenland; bis zur Sommersonnwende, dann wird er ins Sonnwendfeuer geworfen…

Unser Frühstück nehmen wir im Café am Hafen zu uns. Die Strasse hinunter zum Ufer ist relativ steil und führt vorbei an maroden und toten Pensionen, aber auch vorbei an überaus prächtigen Oleanderbäumen. Ja, es sind richtige Bäume, mit dicken Stämmen, wie ich sie noch nie zuvor gesehen habe. Das in ganz Europa obligatorische violette Löwenmäulchen blüht aus allen Ritzen.

Im Hafen liegen die Fischerboote mit ihrem frischen Fang dicht bei, es riecht. Die Fischer selbst sitzen daneben und warten auf Kunden, die auch kommen. Lis inspiziert nur.

Wir verziehen uns so weit wie möglich, weg vom Boot. Einmal Spiegelei und Cappuccino, das reicht für beide. Die Rechnung bekommen wir vom allzeit fröhlichen Kellner mit einem gekonnten спасибо (danke) überreicht; er weiss nicht mehr, wer hier Russe und wer Deutscher ist. Es sind in der Tat mehrere Russen hier, die mit segelfreien Segelbooten und Katamaranen unterwegs sind.

Zu Methana…

…muss ich nun erst noch ein paar Worte verlieren, ehe es losgeht. Die Halbinsel ist weitgehend vulkanisch, von mehr als 30 Kratern und Kegeln übersät. Der Vergleich mit La Palma interessiert mich daher besonders. Die zuvor verlinkte Webseite von Tobias Schorr bringt alles Wissenswerte, ich würde mich nur wiederholen.

Nun geht es also los, nach Norden zur ersten Ausgrabungsstätte dieser Tour. Es ist das erst 1990 entdeckte mykenisches Heiligtum bei der Kapelle Agia Konstanti-Eleni.

Die Strassen sind durchweg gut, zwar oft sehr schmal. Bei dem »Nicht-Verkehr«, den wir den restlichen Tag erleben, aber kein Problem.

Die Rundreise

Trümmer

Die Halbinsel ist archäologisch interessant, was uns aber nun nicht nach jedem Trümmergrundstück suchen lässt. Das mykenische Heiligtum bei der Kapelle Agia Konstanti-Eleni interessiert uns aber schon. Es liegt gleich am Anfang der Tour, wir steigen vom kleinen Parkplatz kurz durch’s Gestrüpp nach oben. Und da steht ein Kirchlein mitten im Trümmerfeld.

Fast interessanter als die Trümmer ist das Kirchlein selbst. Es ist offen und schön geschmückt.

Nach einem letzten Blick in die Runde steigen wir hinunter zum Parkplatz, wo mich das dort parkende Monstrum interessiert: Es ist die Maschine, welche die kilometerlangen Rinnen an Griechenlands Strassenrändern frässt, das Bett für die Telefonkabel, hoch hinauf in kleine Bergdörfer, weit hinunter ans Meer, wo kleine Ansiedlungen und vielleicht sogar ein kleines Hotel steht.

Vulkane

Langsam wird es gebirgig, die erste Vulkankegel zeigen sich in der Ferne. Wir nehmen zunächst den Weg hinunter ans Meer, nach Ag. Georgios.

Es ist eine stille Landschaft, wild aber ruhig. Keine Touristen, keine Busse. Nur wir. Und unter und vor uns das Meer, auf dem immer die nächste Insel oder Küste schwimmt.

Das Meer, Boote und eine Taverne

Agios Georgios ist der erste Ort, den wir erreichen. Wobei – Ort: Es ist ein Schuppen, die Kirche und eine Taverne; der Rest der Häuser liegt weit verstreut.

Aber eben Taverne, das ist in Griechenland immer wieder der Ort, auf den man sich verlassen kann – es gibt Tzatziki, ein Stück Brot, Oliven und einen Kaffee. Und Fischer die da diskutierend sitzen, nebenher Tabli spielen – und das Meer mit Fischerbooten.

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Mehr braucht es eben nicht, wirklich nicht.

Proskinitaria und Kirchen

Auch an Kirchen, Kirchlein und Proskinitaria, den kleinen Wegkapellen, herrscht kein Mangel; ich denke, nirgends sonst wie auf der Peloponnes gibt es mehr davon. Grob gezählt habe ich mittlerweile wohl mehrere hundert im Archiv, die meisten hier auf der Peloponnes.

Wanderwege…

…gibt es natürlich in Hülle und Fülle, wir gehen aber keinen, obwohl es natürlich schon spannend wäre, den »Volkano« zu besteigen, dessen Zunge weit ins Meer ragt.

Wir würden sicher vieles entdecken, nicht nur ganze Hänge bedeckenden Ginster und Bruthöhlen von Insekten. Die Sonne fehlt, der Ginster flammt nicht, er ist »nur« gelb… Aber wir haben Glück, denn es regnet den ganzen Tag nicht.

Vathy, letzte Station

Nach dem Passieren von Kameni Chora gelangen wir wieder »in die Zivilisation«, erkennbar am Kabelbau, der sich auch auf dieser Inselseite die Strasse entlang frisst.

Wir machen in Vathy nochmals halt und genehmigen uns ein Eis ehe es zurück geht nach Methana City. Dort wartet ein Abendspaziergang und ein Abendessen auf uns. Also: Fortsetzung folgt.

Fotogallerie


Google Photos

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* Rund Europa 2017, 1. Tag: Naxos – Methana

Donnerstag, 11.05.2017, 21:43:21 :: Methana, Pension Vienna
Dienstag, 16.05.2017, 16:15:10 :: Tyros

Vorbemerkung: Erst heute, am 5. Tag haben wir eine Bleibe gefunden, wo das Internet so gut ist, dass ich Bilder hochladen kann, daher die Verspätung.

Fahrt von Naxos via Piräus nach Methana

Eins Reise von Naxos aus beginnt stets mit einer Fahrt mit der Fähre, in aller Regel nach Piräus.

Das ist der ermüdenste Teil, jedenfalls für jemanden, der diese Passage schon öfter gemacht hat: 8:20 – 14:30, also ca. 6 Stunden.

Was macht man in der Zeit ausser lesen, schauen…?

Aber weit mehr nervend ist die anschliessende Strecke aus Piräus heraus, über Schnellstrasse und nunmehr fertige Autobahn bis zur Ausfahrt Loutraki, kurz vor Korinth. Das ist etwa so wie Ruhrgebietsautobahn zur rush hour mit fast durchgehend Linksfahrern. Und Maut.

Den Kanal von Korinthen passiert man auf der Autobahn ohne es zu merken; die Ausfahrt nicht verpassen benötigt alle Aufmerksamkeit.

Aber wenn man dann unter der Autobahn durch und auf dem Weg nach Süden ist, dan n tritt Erleichterung ein, es wird plötzlich grün, bergig: Ab jetzt ist es »reisen«, nicht mehr »fahren«.

Reisen, geniessen

Uunser heutiges Ziel ist Methana, eine durch und durch vulkanische Halbinsel am 1. Finger (dem Daumen) der Peloponnes. Aber bis dahin gibt es ein paar Klöster zu sehen. Epidauros, das riesige Amphitheater, dürfen wir übergehen, wir haben es vor exakt 10 Jahren besucht.

Epidauros, 2007-05-12

Wenn ich derart zurückblicke, dann erblasse ich ob der Bilderfolge und -pracht, die da im Archiv schlummert und senke beschämt den Blick ob der ungeschriebenen Reiseberichte – da liegt noch Arbeit herum… Aber jetzt sind wir ja erst mal unterwegs.

Das erste Kreuzkuppelkirchlein

Die erste Kirche liegt unvermittelt hinter Büschen direkt an der Strasse; Lis sieht das Schild gerade noch aus dem Augenwinkel.

Und schon bald sehen wir auch schon unser Ziel in der Ferne: die Halbinsel Methana.

Ein Gefühl, wie in Griechenland, blühender Oleander entlang den Strassen, kilometerweise, bergauf, bergab, berauschende Ausblicke, Buchten mit Fischfarmen…

»Wegkirchlein«

Und da sind sie wieder, die Proskinitaria: Die xxx, sobald man die Peloponnes erreicht hat, treten sie wieder in Mengen auf, jede Kurve, jede Passhöhe… – aber von dann extra.

Kloster Agnoundos

Nich nur viele Kirchen beherbergt die Peloponnes. Klöster finden sich ebenfalls in grosser Zahl an Tälern, an Hängen und – wie dieses – direkt an der Hauptverkehrsstrasse.

Es ist frei zugänglich, auch die Kirche; Frauen jedoch nicht in Hosen. Auch, wie sehr häufig, darf im Kirchenraum nicht fotografiert werden. Wie viele sich daran bei den heutigen Geräten halten, das sei nachdrücklich dahin gestellt…

Jedenfalls sind die Wände und Kuppeln vollständig ausgemalt, der Hof der festungsartigen Anlage ist eher touristisch geschmückt.

Ich tippe darauf, das das Kloster nicht mir als solches genutzt wird. Dennoch beeindruckt es mit seiner Kirche.

Kloster Taxiarchon

Kurz vor Nea Epidavros zweigt die Strasse ab, hinauf zum zweiten und letzten Kloster für heute. Es ist leider eher eine Enttäuschung was wir dort vorfinden: Ein moderner klösterlicher Landwirtschaftsbetrieb, so will es uns scheinen.

Methana…

…erreichen wir kurz nach 20 Uhr. Methana war ein Kurort und Heilbad.

Ich fürchte, man muss wirklich sagen »war«. Die Krise springt einen hier an. Diese fast anmutige Kuranlage ist stillgelegt, zwei Drittel der Geschäfte sind aufgegeben, die Hotels alle geschlossen, teils schon verfallen. Woher sollten auch Kur- oder Reha-Gäste kommen? Es liegt ja alles danieder, nicht nur die Wirtschaft sondern auch das Gesundheitswesen. Und hier auch der sonstige Tourismus. Es gibt Thermalquellen, mindestens zwei an der Zahl. Denn Methana ist stark vulkanisch geprägt. Dazu morgen mehr.

All das bestätigt uns auch die Besitzerin der Pension Vienna, wo wir absteigen. Zufall: Vom Betreiber der Internetseite Methana.comempfohlen, stellt sich heraus, dass sie als Österreicherin im Stuttgarter Westen ihren griechischen Mann kennen gelernt hat; wir haben also in Nachbarschaft gelebt. Sie bauten hier die Pension um nun zu erleben, wie alles den Bach hinunter geht. Man muss es leider so formulieren.

Unser Abendessen am Hafen wird sogar vom Mond beschienen. Allzu gross ist die Auswahl an Lokalen nicht. Die Besitzer beziehungsweise Kellner aber sind klasse: Gute Entertainer und galant.

Links:

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* Rund Europa 2017: Eine Peloponnes-Rundreise

Donnerstag, 04.05.2017, 17:15:15 :: Galanado

Kleine Rundreise

An sich wollen wir diesen Sommer auf Naxos verbringen. Aber so ganz ohne Reisen (oder Ausflüge) geht es offenbar nicht, das haben wir schon vor einiger Zeit gemerkt. Und so habe ich eine Rundreise über die Peloponnes geplant. Denn es gibt in der Tat so einige Stellen, die endlich intensiver beziehungsweise überhaupt besucht werden wollen.

Zzuletzt waren wir 2011 auf der Peloponnes unterwegs. Dort kann man etwas auffrischen. Irgendwann nächste Woche geht’s dann los – wenn die Fähren nicht streiken. Bis dahin sammle ich noch Infos.

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Ostern 2017

Samstag, 15.04.2017, 15:16:10 :: Naxos

»Der Grosse Freitag« – Karfreitag 2017

Ostern ist anstrengend und lang. Seit 1984 ist es das erst mal, dass wir Ostern auf der Insel erleben.

Seit Wochenbeginn weckt uns morgens die Kirchenglocke des Dorfes, sei Mittwoch läuten die Glocken auch zur Abendmesse. Die orthodoxen Liturgien sind lang, Stunden voller ununterbrochenem Gesang (die längste Feier, von der wir wissen, ging von Abend um 7 bis morgens um 4…), der für unsere Ohren eher eintönig und oft wenig melodiös klingt.

Es gibt fast nirgends Fleisch zu essen, Giros-Stände haben geschlossen. Bei Fisch, Muscheln, Kalamari und Gemüse geht’s aber hervorragend.

Karfreitag ist der wichtigste Feiertag. Am Abend dann diese Prozessionen der drei wohl wichtigsten der vielen Kirchen in der Stadt. Sie präsentieren dabei ihre Versionen der »Grabstelle« Jesu.

Wer mich sucht: Irgend wann, ganz hinten an der Hauswand, halte ich beidhändig die Kamera hoch über die Köpfe…

In der Nacht von Samstag auf Sonntag dann die Feier der Auferstehung. Danach, so wurden wir vorinformiert, gegen zwei Uhr morgens, darf dann wieder alles gegessen werden; die Parallele zum mohammedanischen Fastenbrechen ist offensichtlich.

Wir sind gespannt und wünschen Euch allen frohe Osterfeiertage.

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Unser Jahresbrief 2016

Sonntag, 25.12.2016, 19:33:09 :: Galanado

Es war eine Menge Arbeit dieses Jahr, den Überblick nicht nur zu wahren sondern auch so knapp wie möglich zu dokumentieren. Lis hat alles zusammengetragen, was ihr wichtig war. Ich selbst hinke natürlich nun mit den Tagesbeiträgen hier im Blog hinterher, aber was soll’s.

Als Ergebnis findet Ihr hier drei Teile als PDF, jeder mit reichlich Bildern, daher beleibt – was die Ladezeiten in die Länge zieht (dafür haben die Bilder gute Auflösung), also Geduld…

  1. Teil, März – Mai: Naxos – Hochdorf (78 MB)
  2. Teil, Juni – August: Hochdorf – Vilnius (98 MB)
  3. Teil, August – September: Vilnius – Naxos (139 MB)

Und viel Spass beim Lesen. Fehler im Design und im Text dürft Ihr sammeln und behalten – oder uns mitteilen, damit wir sie verbessern können.

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Niedergang der Demokratie?

Mittwoch, 30.11.2016, 19:25:51 :: Galanado

Fundstücke

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McCarthy reloaded ?

Dienstag, 29.11.2016, 20:13:26 :: Galanado

Von Norbert Häring erschien heute ein Artikel (Original), den ich hier mit seiner Genehmigung wiedergebe. Er schildert sehr detailliert, was uns blüht. Wer die im Text verlinkten Stellen lesen will (was ich sehr empfehle), sollte gleich zum Original wechseln.

Die im Grunde primitive, aber gefährliche – weil eine zusehends uninformierte und an wichtigen, wenn auch komplizierten Zusammenhängen uninteressierte Gesellschaft treffende – Methode, trifft die Demokratie ins Mark. Sie geht weit über die Ziele eines »Wahrheitsministeriums«, wie es uns George Orwell in 1984 geschildert hat, hinaus. Wir erkennen ja immer mehr, je älter wir werden, dass die Phantasie und die (kurze!) Zeit einer Generation nicht ausreicht, sich vorzustellen, was der nächsten bereits blühen kann. Der Kalte Krieg kommt mit voller Wucht und den digitalen Werkzeugen von heute zurück.

McCarthy reloaded: Washington Post enttarnt einflussreiche Medien als russische Propagandaorgane

Wenige Tage, nachdem der Atlantic Council eine Liste mit angeblichen Trojanischen Pferden des Kreml in Deutschland und Europa veröffentlichte, kommt die Washington Post mit einem aufsehenerregenden Beitrag, in dem sie eine schwarze Liste von US-Medien propagiert, die angeblich Teil eines russischen Propagandanetzwerks sind. Die vorgeschlagenen Gegenmaßnahmen im McCarthy-Stil ähneln denen des Atlantic Council. Man kann diesen Vorgang gar nicht wichtig genug nehmen. Denn Facebook und Google werden das als Zensuranleitungen nehmen.

28.11.2016

Die bekannte linksgerichtete und Wall-Street-kritische Finanzwebsite Naked Capitalism, wurde von der Zeitschrift Time als eine der besten 25 Finanzblogs und von Wired als eine der wichtigsten Webseiten für Finanzthemen gelobt. Sie ist ein Verkündungsorgan des russischen Geheimdiensts, wie jetzt bekannt wurde. Sie ist Teil eines weit-verzweigten Netzes von US-Medien die russische Propaganda verbreiten. Das war am 24.11. in der Washington Post zu lesen. Auf der Website hat der Artikel (Stand 28.11.) 14500 Kommentare. Er wurde von vielen anderen Medien weiterverbreitet. Auch die „Anti-War“-Website des konservativen Politikers Ron Paul und die extrem viel genutzte konservative Nachrichten-Aggregator-Website Drudge Report gehört dazu. Wikileaks natürlich ebenfalls, und das anarchistisch angehauchte Finanzportal Zero Hedge. Insgesamt sind mehr als 200 Medien auf der schwarzen Liste, die meisten Internetmedien, nur wenige, wie RT und Sputnik, mit erkennbaren russischen Bezügen.

Man sollte meinen, für eine solch drastische und ehrenrührige Anschuldigung hat die altehrwürdige Washington Post eine solide Quelle. Die Quelle stellt sich jedoch als eine vor wenigen Monaten erstmals in Erscheinung getretene, anonyme Gruppe namens „PropOrNot (Propaganda oder nicht?) heraus, die bis dahin auf Twitter hauptsächlich durch infantile Posts im Stile 15-jähriger Antifa-Aktivisten aufgefallen ist. Der Washington-Post-Reporter charakterisiert sie als „eine überparteiliche Ansammlung von Forschern mit Hintergründen aus der Außenpolitik, dem Militär und der Technologieszene.“ Normalerweise würde ich bei einer Kombination aus geheim – Außenpolitik – Militär – Technologie an Geheimdienst denken, aber das muss man natürlich nicht. Immerhin würde diese Variante jedoch erklären, warum eine seriöse Zeitung wie die Post – auch wenn sie inzwischen Amazon-Gründer Jeff Bezos gehört – derart schamlos und offensichtlich alle Prinzipien des ehrenhaften Journalismus über den Haufen wirft und völlig unsubstantiierte Anschuldigungen einer anonymen Gruppe einfach so veröffentlicht und sich zu eigen macht.

Diese genannte Gruppe hat in einem Bericht, den sie der Post vorher gab, mit nicht näher beschriebenen aber „ausgefeilten“ Methoden der Analyse sozialer Netzwerke eine „effektive Kampagne zum Säen von Misstrauen in die US-Demokratie und ihre Führer“ ausgemacht und die US-Hilfsorgane der Kampagne aufgelistet. Von diesen sollen sich die Menschen fernhalten, raten die anonymen „Forscher“ und sich stattdessen bei BBC, New York Times, dem Wall Street Journal und der Washington Post informieren.

Dabei spielt es für PropOrNot keine Rolle, ob ein Medium irgendwelche Verbindungen zu russischen Einflüsterern oder Financiers hat, oder ob es absichtsvoll für Russland oder russische Interessen Propaganda macht, denn:

„Für Zwecke dieser Definition ist es unwichtig, ob die Webseiten auf dieser Liste sich wissentlich von russischen Geheimagenten steuern oder bezahlen lassen, oder ob sie überhaupt wissen, dass sie russische Propaganda verbreiten. Wenn sie diese Kriterien erfüllen, agieren sie zumindest als ‚nützliche Idioten‘ der russischen Geheimdienste und sollten genauer untersucht werden.“

Zu den von PropOrNot erwähnten „Kriterien‘“ für die Einordnung als Fake-News-Sites gehört Verbreitung von Argumenten für den Brexit, Kritik an der Tatsache, Kritik an westlichen Kriegseinsätzen und der EU oder das Werben für friedliche Koexistenz mit Russland. Auch das Aufdecken von und Kritik an korruptem oder sonstwie unanständigem Verhalten des politischen Führungspersonals ist geeignet, das Vertrauen in die US-Demokratie und deren Führung, ganz im Sinne der russischen Popaganda, zu beschädigen und macht die entsprechenden Organe mindestens zu „nützlichen Idioten“ Moskaus.

Die Vorschläge für Gegenmaßnahmen ähneln stark denen, die der Atlantic Council vor kurzem zur Bekämpfung der fünften Kolonne Moskaus in Deutschland und Europa vorgeschlagen hat. Die Geheimdienste und das FBI sollen die gelisteten Medien hochnotpeinlich überprüfen. Außerdem soll die „Zivilgesellschaft“ mithelfen, verdächtige Umtriebe aufzudecken, öffentlich anzuprangern und zu melden. Ohne Scheu vor historischen Bezügen zur dunkelsten Nazizeit wirbt PropOrNot dafür, der Verbreitung pro-russischer Propaganda Verdächtige Personen und Medien in den sozialen Netzwerken mit YYY…YYY um den Namen herum zu markieren. Mit ebenso geringer Scheu vor Bezügen zum ruchlosen Kommunistenjäger McCarthy und seiner „Liste“ nennt die Gruppe ihre eigene schwarze Liste auf ihrer Webseite kurz „The List“. Senator McCarthy war der Einpeitscher der „Kommunisten“-Verfolgung in den 1950er Jahren in den USA, der viele linke Politiker, Intellektuelle, Künstler, Schauspieler und Regisseure zum Opfer fielen.

Sauberes Internet

Die wahre Gefahr geht aber nicht von geheimdienstlichen oder polizeilichen Überprüfung diffamierter Medien und Reporter aus. Da dort nur sehr selten etwas zu finden sein dürfte, wird in dieser Richtung wenig passieren, und auch Untersuchungskommissionen des Parlaments gegen Angeschuldigte wie in der Zeit McCarthys wird es kaum wieder geben. Es ist nicht nötig, weil man heute im Zeitalter der sozialen Netzwerke elegantere Mittel hat, um die Kontrolle über die öffentliche Meinung zurückzugewinnen und Kritiker in die Obskurität zu verdammen.

Wie es in dem Artikel der Washington Post so richtig heißt, haben Facebook und Google versprochen, etwas gegen die Verbreitung von Fake News (falscher Nachrichten) zu tun, nachdem sie scharf kritisiert wurden, weil sie im Zuge des Präsidentschaftswahlkampfes nicht genug dagegen getan hätten. Diese Kampagne, die die Post hier betreibt, soll alles das als Fake News definieren, was die Mitglieder dieser schwarzen Liste – angeblich im Dienste Moskaus – publizieren. Es sollen also nicht etwa die massenhaft von offiziösen Kreisen gestreuten, bisher völlig unsubstantierten Theorien über russische Einflussnahme auf die US-Wahlen als Fake News bekämpft werden. Etwa der Bericht der Post, wonach Hilary Clinton vielleicht auf Putins Befehl vergiftet wurde. Nein, es sollen unabhängige und kritische Informationsquellen, die den etablierten Medien die Deutungs- und Informationshoheit immer mehr streitig machen, daran gehindert werden, ihr Publikum zu erreichen und von diesem ernst genommen zu werden.

Es gibt wenig Zweifel daran, dass Amazon, Facebook und Google in der Lage sind, dies zu bewerkstelligen. Es brechen schwere Zeiten für die Meinungsfreiheit und für kritische Geister an. Der Glaubwürdigkeit der etablierten Medien werden solche Kampagnen zur Unterdrückung von Konkurrenz aber absehbar nicht guttun.

Die Mär von der hilflosen NSA

Wer sich wundert, warum ausgerechnet in einer Zeit, in der der designierte US-Präsident für Entspannung gegenüber Russland eintritt, die Kreise um den Atlantic Council in den USA und international eine neue Hatz auf vermeintliche russische Einflussagenten ausrufen, dem empfehle ich nochmals die Lektüre meines Blogbeitrags „Trump – Ein geostrategischer Erklärungsversuch“. Die Erklärung für die vielen Fake News während des Wahlkampfs, wonach „die Russen eine von den USA entwickelte Technologieplattformen ausnutzten, um die US-Demokratie in einem besonders verwundbaren Moment anzugreifen“ (Zitat Washington Post), ist so unplausibel, dass sie einer Beleidigung der Intelligenz der Adressaten gleichkommt. CIA und NSA, riesige Gehemdienstapparate mit zehntausenden Mitarbeitern, die in der Lage sind, den weltweiten Telefonverkehr und Internetverkehr zu überwachen, die engste Beziehungen zu Google und Facebook pflegen, die das Internet mit entwickelt haben, sind hilflose Opfer, die sich nicht gegen die überlegene IT-Expertise der Russen in Sachen soziale Medien zur Wehr setzen können? Warum wurde dann die Führungsriege der Geheimdienste nicht längst ausgetauscht, wenn sie so versagt? Nicht einmal Kritik an ihnen gibt es. Dass man so eine absurde Theorie überhaupt öffentlich verbreiten kann, sagt einiges über den Grad an Desinformation, den wir erreicht haben. Ich würde eher die weniger gewagte Gegenthese vertreten, dass, wenn es massenhaft Verbreitung falscher Nachrichten zugunsten von Trump über Facebook und Google gegeben haben sollte, dies sicherlich nicht gegen den Willen der US-Geheimdienste geschah. Da dieser Verdacht irgendwie auf der Hand liegt, trifft es sich nicht schlecht, wenn man mit viel Geraune aus „Kreisen“, den Verdacht der Öffentlichkeit auf die Russen lenkt. Das liefert dann gleich noch eine Steilvorlage zur angeleiteten Selbstzensur der sozialen Medien; zur Einhegung alternativer Informationsquellen und zur Marginalisierung von kritischen Geistern. Ob man diese später beschuldigt, russische oder chinesische Propaganda zu verbreiten oder einfach nur die Moral zu zersetzen, ist nachrangig.

Deutschland macht mit

Leider sind wir in Deutschland auf dem gleichen Wege. Justizminister Heiko Maas drängt mit selbsternannten Tugendwächtern aus der „Zivilgesellschaft“ die sozialen Medien zur Zensur der Inhalte, um das Internet von bösartiger Kritik und Verschwörungstheorien zu säubern. Ist diese Zensur erst einmal etabliert und legitimiert, kann sie problemlos erweitert werden, um unliebsame Inhalte und Meinungen jeder Art zu unterdrücken. Einem Bericht der FAZ zufolge, soll das in Bälde auch auf europäischer Ebene angegangen werden, quasi als Abschiedsgeschenk des scheidenden EU-Parlamentspräsidenten Martin Schulz. Soziale Netzwerke sollen aus den Fängen der Hetzer und Extremisten befreit werden, durch Regulierung des Diskurses. Google, Facebook und Co. sollen zu einer Vorabkontrolle des Diskurses genötigt werden, sodass Dinge, über deren Zulässigkeit später vielleicht Gerichte urteilen müssten, schon gar nicht mehr verbreitet werden können.

Und der IT-Sicherheitsexperte Sandro Gaycken Chef eines „Digital Society Institute“ entblödet sich nicht einmal mehr, allen Ernstes in der FAZ vorzuschlagen, Bürger, die wählen wollen, einem Kenntnis- und Meinungstüv zu unterziehen – aber natürlich gänzlich ohne Einschränkung der Meinungsfreiheit:

„Wenn das neue Problem der Aufklärung nicht mehr zu wenig, sondern zu viel, zu isoliertes und fehlerhaftes Wissen und Meinen ist, muss politische Partizipation an ein Mindestmaß korrekter Bildung geknüpft werden. Wir brauchen eine ‚Gnosikratie‘. ‚Wer wählen will, soll politische Kompetenz beweisen. Warum nicht so? Die Bundeszentrale für Politische Bildung gibt Zweiseiter für jeden politischen Bereich aus – mit anerkannten Fakten, mit bewusster Konfrontation von Lügen und Verschwörungen und mit Positionen. Dazu muss vor der Wahlkabine ein variierender Multiple-Choice-Test mit einer einfachen Frage aus jedem Bereich ausgefüllt werden. Wer besteht darf wählen.“

Regierungsamtlich als hinreichend fundiert eingestufte Meinungen dürfen Wahlwillige weiter haben, nur Falschmeiner werden nicht zur Wahl zugelassen. In der Tat: So könnte man die AfD an der Wahlurne nachhaltig besiegen. Ob das noch etwas mit Demokratie zu tun hat fragt man am besten Kim Jong Un. Der kennt sich aus.

Und schließlich tut bei uns ein weit verzweigtes Netzwerk von Querfront- und Antisemitismus-Jägern mit einflussreichen Unterstützern das, was PropOrNot nun in großem Maßstab in den USA angeht. Hartnäckig und vielstimmig verunglimpft es einflussreiche kritische Medien und Personen als Putin-freundliche Verschwörungstheoretiker, neu-rechts, AfD-nah und schlimmeres. So werden Kriegsgegner, Nato-Kritiker und andere unbequeme Zeitgenossen schleichend aber wirkungsvoll zu Unberührbaren für „seriöse“ Teilnehmer am öffentlichen Diskurs gemacht. Das Gedankengut und die Absicht dahinter ist dieselbe wie bei Washington Post und PropOrNot oder dem Atlantic Council. In den Worten von Wolfgang Storz, Autor einer Querfront-„Studie“ zur Ausgrenzung kritischer Medien wie der Nachdenkseiten:

„Die vertretenen Positionen münden in (…) eine rigide Abwendung von heutigen wirtschaftspolitischen, repräsentativ-parlamentarischen und liberalen Gesellschaftsentwürfen in westeuropäischen Demokratien und deren Werten. (…) So fällt auf, dass positive Anmerkungen über die heutigen Verhältnisse in Deutschland oder in der EU, über die demokratisch-repräsentative Gesellschaftsordnung und die ihr zugrunde liegenden Werte nie gemacht werden. Aus beidem kann abgeleitet werden, dass die Akteure nicht nur die Kritik am hiesigen privatkapitalistischen und an der Globalisierung ausgerichteten Wirtschaftssystem und an der repräsentativ-demokratischen Gesellschaftsordnung eint, sondern eine grundsätzliche Gegnerschaft zu ihr.“

Oder auch in den Worten von Jupp Legrand, Geschäftsführer der Otto Brenner Stiftung im Vorwort besagter „Studie“:

„Je mehr Parteien, Verbände, Stiftungen, Initiativen, politische Akteure oder soziale Gruppen ohne Filter oder Vermittlung durch Dritte ihr Publikum direkt im Netz suchen und je erfolgreicher sie dabei sind, desto stärker zerfällt das, was eine funktionierende Demokratie so dringend benötigt: eine gemeinsame Öffentlichkeit.“

Zu dieser deutschen Variante des McCarthyism in Kürze etwas mehr.

Weiterführendes: Eine beißende Kritik am Artikel der Washington Post von Glen Greenwald.

[…]

Mit freundlicher Genehmigung des Autors.

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Fundstücke: Wo oder was ist Europa?

Samstag, 19.11.2016, 14:37:08 :: Galanado

Fundstücke

Wie versteht sich Europa eigentlich? Als Europäische Union mit den derzeit noch 28 Mitgliedsstaaten, die allerdings auch Territorien in Afrika, Südamerika und im indischen Ozean umfasst? Geografisch als Kontinent – dessen Ostgrenze allerdings nicht ganz eindeutig irgendwo im oder am Uralgebirge verläuft? Oder als das Territorium, dessen Staaten den Europarat bilden?

piqd: Wo ist Europa?

Links:

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Da haben wir den Salat.

Mittwoch, 09.11.2016, 13:23:54 :: Galanado

Und weit und breit kein Donald Duck, dem wir das vor die tollpatschigen Füsse schmeissen können.

Vitzliputzli

Präludium

Dieses ist Amerika!
Dieses ist die neue Welt!
Nicht die heutige, die schon
Europäisieret abwelkt.

Dieses ist die neue Welt!
Wie sie Christoval Kolumbus
Aus dem Ozean hervorzog.
Glänzet noch in Flutenfrische,

Träufelt noch von Wasserperlen,
Die zerstieben, farbensprühend,
Wenn sie küßt das Licht der Sonne.
Wie gesund ist diese Welt!

Ist kein Kirchhof der Romantik,
Ist kein alter Scherbenberg
Von verschimmelten Symbolen
Und versteinerten Perucken.

Aus gesundem Boden sprossen
Auch gesunde Bäume – keiner
Ist blasiert und keiner hat
In dem Rückgratmark die Schwindsucht.

Heinrich Heine, Romanzero, Kapitel 24

War Heine, der grosse Spötter, ein Realist, ein »Experte«, ein Hellseher?

In seiner Zeit hatte er sicher recht mit seinen euphorischen Preisungen einer neuen Zeit, des Aufbruchs – das Schicksal der Indigenen lassen wir dabei der Einfachheit wegen mal lieber weg.

Demoskopen & Experten…

…hatten mal wieder ganz andere Vorstellungen und Ergebnisse aus ihren Umfragen und Analysen herausgelesen, als das, was wir jetzt haben. Ich muss allerdings sagen, ich hatte ziemlich schnell die Vermutung, dass Volkes Wille andere Wege gehen würde. Mein eigentlich starker Optimismus konnte die Signale nicht ausblenden.

Die Experten! Sie tischen uns ja täglich auf vielen Gebieten Ergebnisse auf, die weder mit der aktuellen noch mit der dann kommenden zukünftigen Welt irgendwo was zu tun haben. Es ist widersinnig: Den handelsüblichen Ökonomen zum Beispiel folgt die Politik nahezu blind, Politiker wie Schäuble und Merkel stehen hoch im Kurs – bei den Wählern!. Warner hingegen werden zur Seite geschoben – ob es sich um Rechtradikalisierung oder Banken- oder Klimakrise handelt.

Das ist das Ergebnis. Das haben wir jetzt. Und »wir«, das ist dieser Erdball. Und die Frage, die mich umtreibt ist: Was wird dieses wahnsinnige Land da drüber noch mit in die Tiefe reissen, bevor es absäuft? Und wie wird der neue Traum aussehen?

Heinrich Heine können wir allerdings nicht mehr fragen. Aber ich träume davon, dass es einen geben wird. Optimismus halt.

Links:

Stand: Dienstag, 15.11.2016, 21:18:08 ::

  • Carta: Die Quittung :: Wo auch immer eine Wahl als Denkzettel an das Establishment geframed werden kann, sollten wir von nun an die Luft anhalten. Das verheißt nichts Gutes für Frankreich 2017. Gedanken zum postliberalen Zeitalter.
  • LostinEU: Nein, die US-Wahl interessiert mich nicht (mehr) :: Deshalb nerven diese selbstgerechten, künstlich empörten Artikel der deutschen Presse. Denn sie implizieren, bei uns könne so etwas nie passieren, und als seien die USA immer noch unser Freund.
  • Mathias Broeckers: Mit Bernie wär das nicht passiert :: Die Macht der Mainstreammedien ist unterminiert, die Brexit-Überaschung war keine Ausnahme sondern wird zur Regel. Dass die Großmedien auch noch den letzten Rest ihrer Pflicht zur objektiven Berichterstattung in die Tonne traten und notorisch Pro-Clinton und Anti-Trump berichteten, scheint kein Rezept Glaubwürdigkeit zurückzugewinnen. Die über Wochen gefahrene Kampagne, dass Russland die Wahlen mit Hackern manipuliert, wurde in ihrer Lachhaftigkeit so schnell durchschaut, dass die ideologische Holzhammerparole “Lugenpresse” in den US-Wortgebrauch einziehen konnte. Ob die Arroganz, mit der Clinton von Trump-Wählern als “Haufen von Erbärmlichen” sprach, jetzt heruntergefahren wird, bleibt ebenso abzuwarten wie das, was Trump von seinen großen Sprüchen im Wahlkampf als Präsident tatsächlich einlösen wird.
  • Der Spiegelfechter: Ein Trumpeltier als Präsident – alles halb so schlimm? :: Man weiß nach der Wahl eigentlich genauso wenig wie vor der Wahl. Die Versprechen von Trump reichen von komplett hanebüchen bis eigenwillig fantasievoll. Nur eines ist sicher: dieser Kerl ist gefährlich. Wir müssen nur noch rausfinden, wie gefährlich genau. Und das werden wir, ob wir wollen oder nicht.
  • LostinEU: Genau wie beim Brexit – hoch drei :: Mich erinnert das an die wilde Brexit-Nacht in London. Auch da hieß es bis zuletzt, das Remain-Camp liege vorn und habe schon so gut wie gewonnen. Die “Experten” haben sich getäuscht.
  • Makroskop: https://makroskop.eu/2016/11/the-great-pretender/ :: Die Wahl in den USA hat ein überraschendes Ergebnis erbracht. Doch das Muster ist altbekannt. Wieder gewinnt der „Populismus“ gegen das Establishment. Wenn die etablierten Parteien nicht bald verstehen, dass auch sie auf das Volk hören und auf seine Wünsche eingehen müssen, werden noch ganz andere Kaliber auf dem Ticket „Populismus“ gewinnen.
  • Makroskop: Trump ist die Quittung :: Nach dem traumatischen Wahlsieg Donald Trumps wächst auch jenseits des Atlantiks die Befürchtung, dass nun die Populisten, die Feinde des Verfassungsstaates, die Demokratie aushebeln könnten. Die Sorge ist wohlfeil.
  • tagesschau: „Die Kristallkugel hat einen Sprung“
  • DER SPIEGEL: Sieg des Zerstörers
  • heise: Trump-Sieg: Auf den Brexit folgt für Berlin der nächste politische Schock :: Nach dem Brexit wird für die Deutschen der nächste politische Alptraum Realität: Der neue US-Präsident heißt Donald Trump. Was kann Angela Merkel jetzt tun?
  • Cicero (2016-11-14): Die Bankrotterklärung eines ganzen Milieus
  • Nortbert Häring (2016-11-15): Trump – Ein geostrategischer Erklärungsversuch

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Olivenernte

Dienstag, 01.11.2016, 14:39:57 :: Galanado

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