* Rund Europa 2016 (3), 24. Tag: Purcari – Wylkove

Mittwoch, 14.09.2016, 22:13:05 :: Wylkowe, Hotel Delta
Dienstag, 31.01.2017, 00:16:48 :: Galanado

Geschafft

Und zwar nervlich und kräftemässig. Nach 220 km. Ja gut, das Ziel natürlich auch. Wir sind in Wylkowe, das manche das »Venedig der Ukraïne« nennen, im Nordosten des nördlichsten und dicksten Mündungsarms der Donau, dem Kilija-Arm. Wylkowe ist »der letzte besiedelte Punkt vor der Mündung der Donau ins Schwarze Meer« (Wikipedia).

Aber ich greife mal wieder vor. Wie schon gesagt: Nach 220 km. Die sollten ja zunächst einmal überwunden werden.

Der Drang am Morgen in Purcari, nach einem gemütlichen Frühstück nun alles ins Auto zu tragen und weiter zu fahren, ist nicht allzu stark; man kann hier (August 2010) nachlesen um das zu verstehen – oder im Beitrag vom Vortag. Da muss also schon die Vernunft ein gehöriges Stück Arbeit leisten, damit daraus was wird.

Wir werfen dann doch letzte Blicke in die Runde – Türen zu und los geht’s.

Unser erstes Ziel heute ist Bilhorod-Dnistrowskyj, ein Städtchen mit einer riesigen Festungsanlage an der weiten Lagune des Schwarzen Meeres, in die der Dnister in ewigem Geschlängel müdet. Wem der Name zu kompliziert ist: Die Osmanen nannten die Festung Akkerman – oder wir schlicht Weißenburg, das ist wohl am einfachsten. Und da muss ich schon wieder ausholen – ok., später, wenn wir dort sind. Denn zunächst geht es von Purcari unweit der Grenze zu Transnistrien nach Süden zum Grenzübergang, zurück in die Ukraine und endgültig in die bessarabische Steppe, den Budschak.

Vorbei geht es an Weinfeldern über staubige und schlaglochhaltige Wege – die Strasse kommt erst später Richtung Grenze; jedenfalls haben die Wege da einen gehörig höheren Asphaltanteil als jetzt gerade.

Grenzkontrolle

Der Zoll liegt irgendwo in den Feldern, der Grenzübergang geht glatt, verbunden freilich mit den üblichen Fragen nach Zigaretten usw., mancher Spassvogel fragt auch schon mal nach Schusswaffen. Hier will jemand mal wieder die Chassisnummer vom Auto sehen, aber das kennen wir langsam auch: Sie bedeuten mir, ich solle die Motorhaube öffnen. Die Nummer steht aber auf dem Holmen des Beifahrersitzes, unter einem hochklappbaren Teil der Auslegeware. Ohne Sprachkenntnisse, so mit Händen und Füssen ist es schwierig, den Beamten auf die Knie zu zwingen. Aber es klappt letzen Endes immer. So auch heute wieder.

Immer wieder erstaunt die Vielfalt der Brunnen, Wegkreuze und Kirchen.

Langsam wird das Land auch immer mehr zur Steppe.

Schliesslich erreichen wir Bilhorod-Dnistrowskyj und schlängeln uns zur Festung.

Und so landen wir zum dritten mal in Weissenburg, um nachzusehen, was sich wohl geändert hat in den letzen sechs Jahren. Und hier nun die Vorgeschichte: Als wir im August 2010 auf dem Weg nach Odessa hier durchkamen, kehrten wir bei der Suche nach der Stadtausfahrt genervt an einer Stelle um, wo nach unserem Verständnis die Strasse im Geröll endete, jedenfalls nicht auf der Ausfallstrasse. Am Abend, beim Studium der Route, stellte ich fest, dass wir mit dem Auto keine 120 Meter von der Festungsmauer entfernt umgekehrt waren, weil wir von der Festung eben nichts wussten.

Zwei Tage später, auf der Rückfahrt von Odessa, haben wir dann die Besichtigung dieser weiträumigen Festung nachgeholt. Aber darüber ist noch gesondert zu berichten.

Wir inspizieren den fast leeren Parkplatz und auch den Geldbeutel auf landesübliche Währung und stellen dabei fest, dass es zum gemeinsamen Eintritt gar nicht reicht, sie auch keine Euros nehmen. Damit ist klar, dass Lis nur versuchen kann, ein paar Mitbringsel zu ergattern, was auch klappt. Und den Nichtbesuch verschmerzen wir halt.

In den Steppen des Donaudeltas

Ja, und ab jetzt also eine neue Strecke, hinunter ins Delta. Von den 7:45 Stunden, die wir heute unterwegs waren, verbrachten wir ab Bilhorod-Dnistrowskyj ca. sechs Stunden auf einer Strasse, die diese Bezeichnung eigentlich nicht verdient, allenfalls ein dem Sinne, dass es vermutlich mal eine war. Aber es ist die einzige, die nach Wylkowe führt. Dass ukrainische Strassen fast alle zu den schlechtesten ihrer Art in Europa gehören, das wussten wir ja. Aber das…

Aber bevor ich jetzt weiter über grauenhaft tiefe Schlaglöcher referiere, doch zunächst dass Positive: Die Landschaft ist zum grossen Teil wunderschön, teilweise erhaben, menschenleer, überaus fruchtbar.

Kanäle, Seen, Sümpfe,…

…teilweise ausgetrocknet und übel riechend, breiten sich aus, ganz wenige arme Siedlungen, oft an Stellen zu erahnen, wohin gar kein Strasse zu gehen scheint.

Was ich sagen möchte: Es ist sehr, sehr beeindruckend und ich würde die Strecke jederzeit wieder fahren. Und wie gesagt: Wer an den Donauarm will und auf der ukrainischen Seite ins Delta, der muss hier fahren.

Und nun doch zur Strasse. Ich stelle fest, dass wir wieder – wie an anderen wirklich kritischen Stellen auf unseren Reisen – gar nicht fotografiert haben, zu stark war die Konzentration auf das wie und wo es jetzt weiter gehen könnte.

Es gibt Stellen mit Schlaglöchern von 1-3 Metern Durchmesser und einer Tiefe von bis zu 30 bis 50 Zentimetern. Unvermittelt, ohne Vorwarnung. Ihr Auftritt gipfelt häufig darin, dass der verbindende Asphalt vollständig fehlt, die Strasse sich völlig in ein unpassierbares Geröllfeld auflöst. Überflüssigerweise bekommt man dann auch den Hinweis, die Geschwindigkeit zu drosseln.

Neben der Strasse haben sich die Autofahrer notgedrungen Trassen im Sand »erfahren«, aber auch die werden von den LKWs genutzt und so zuschanden gepresst, dass auch diese Kuhlen für uns unpassierbar werden. Zuweilen kann das Senfle die Ausweichspur gar nicht erreichen, weil die Schwelle bereits zu hoch ist. Was im Sommer und bei Trockenheit noch angeht ist nach einem stärkeren Regen unvorstell- und unpassierbar. Jedenfalls, das Senfle hat sich heute mal wieder wacker geschlagen und scheint heil geblieben zu sein.

Das letzte Schlagloch? Weiss man nie…

So sehr also die Strasse nach Wylkowe mit ganz wenigen Ausnahmen eine einzige Grosskatastrophe ist – ich lese das dann später auch im Internet –, die Schlaglochfelder ausgedehnt und in sehr großer Zahl, Ausdehnung und Tiefe auftreten: Die Landschaft hat grossen Charme.

Wylkowe

Am Ortseingang erfahren wir nicht nur, dass es ein »Delta Hotel« gibt sondern dass auch die EU her ihre hilfreiche Hand gereicht hat; wofür, bleibt allerdings offen.

Wir sind geschafft, wie gesagt, als wir ankommen. Das Hotel finden wir schnell, es ist neu, sehr gut und billig, 20€. Das Senfle kommt »hinter Gitter«, die Hotelanlage ist Gated Area, das wird seinen Grund haben.

Beim Abendessen treffen wir den Besitzer des draussen parkenden Wagens mit bayrischem Kennzeichen. Er spricht uns an: ein pensionierter Lehrer, der vorzugsweise den Osten Europas bereist, per Auto oder per Fahrrad. Von ihm erhalten wir wirklich wichtige Informationen. Aber wir wollen nur noch ins Bett.

Links:

Veröffentlicht unter MD, Moldawien, RundEuropa2016, UA, Ukraine | Verschlagwortet mit , , | Hinterlasse einen Kommentar

* Rund Europa 2016 (3), 23. Tag: Purcari (Ruhetag)

Dienstag, 13.09.2016, 22:25:59 :: Purcari, Château Purcari

Ich kann mich heute kurz fassen: Wir haben eine Pause eingelegt, damit erstens mein Bein noch etwas Schonung erfahren sollte und ich zweitens Ordnung in die Reiseberichterstattung und die Bilderflut bringen kann. Beides ist nicht so recht gelungen, u.a. weil das mangelhafte Internet (auch hier in diesem »Château«, das wir vor fast genau sechs Jahren zum ersten Mal beehrt haben!), nicht das hergab, was ich von ihm erwarten musste.

So nur der Hinweis, dass sich seit damals wenig geändert hat. Gut, die Pfauen sind dahin gegangen, nur ein Weibchen fristet noch abseits alleine mit einem Spiegel seinem Ende entgegen. Ihr könnt also getrost den Beitrag von damals lesen und seid damit so gut wie up to date.

😉

Veröffentlicht unter RundEuropa2014 | Verschlagwortet mit , | Hinterlasse einen Kommentar

* Rund Europa 2016 (3), 22. Tag: Todireşti – Purcari

Montag, 12.09.2016, 22:26:06 :: Purcari, Château Purcari
Montag, 23.01.2017, 18:02:54 :: Galanado
Mittwoch, 25.01.2017, 13:02:21 :: Galanado

Lis ist mal wieder früh auf den Beinen und erwischt den Sonnenaufgang über Transnistrien.

Das mit Frühstück war klug gedacht gestern Abend. Doch unsere Abfahrt heute Morgen findet ohne Frühstück statt: Wir sind die einzigen Gäste, es ist niemand da, der uns was zubereiten könnte. Also fahren wir mit leerem Magen.

Der zweite Klops…

…folgt auf dem Fusse. Unsere Fahrt nach Bender, das wir uns unbedingt ansehe möchten, wird unterwegs von Uniformierten gestoppt. Wir haben mittlerweile wieder vergessen, dass Bender seit 1992 faktisch zu Tiraspol, also zu Transnistrien, gehört, obwohl es diesseits des Dnister liegt. Also fahren wir zurück, was natürlich in zweierlei Hinsicht ärgerlich ist: Bender haben wir wieder nicht gesehen weil trotz Vorerfahrung schlecht recherchiert beziehungsweise weil wir einfach vergessen hatten, was wir ja schon wussten. Kilometermässig ist es jedoch nicht schlimm, die Strecke bis Purcari ist ja insgesamt nicht sonderlich weit. Aber Bender eben; den Bildern nach zu urteilen ein bisschen Minsk und ein bisschen Soroca, tröste ich mich – aber es wäre schon ein wenig mehr gewesen, ehrlicherweise, wenn man die Bilder hinterher betrachtet.

Links:

  • Transnistria :: In einer Zeit der politischen Zerrissenheit fotografiert Emile Ducke Transnistrien, ein Land, das in seiner Struktur stehen geblieben zu sein scheint. Einblicke in eine multiethnische Region zwischen den Grenzen.
  • SPON – Unbekanntes Transnistrien:
    Einfach mal hingefahren

Und der dritte Klops…

…an diesem einen Tag kommt erst zuhause bei der Nachbereitung zum Vorschein: Alles in allem sind wir mittlerweile vier mal an einer Sehenswürdigkeit vorbei gefahren, die eine interessante europäische Geschichte aufweist, an der Strasse nach Bender liegt und wo eine Woche nach unserem letzten Vorbeifahren ein Riesenfest gefeiert wurde. Es ist Moldawiens grösste Weinkellerei. Es ist Schloss Mimi. Wenn man allemal wissen würde, wonach man suchen muss, würde man es finden; jedenfalls auf rumänischen, englischen und französischen Webseiten. Sucht man nämlich nach Constantin Mimi, dann wird man erschlagen, vor allem mit Bildern.

Also: Herr Mimi, 1868 in Kischinau geboren, albanischer Abstammung, studierte in Odessa und Montpellier in Südfrankreich. Von dort stammt wohl auch seine Idee mit dem Weinbau…

This gorgeous French Chateau-style winery has been undergoing ambitious renovation for years. Founded in 1893 by the last governor of Bessarabia, Constantin Mimi, it is becoming the biggest and most impressive winery in Moldova.

diese Webseite

in den russischen Revolutionswirren war er 1912-1917 der letzte Gouverneur Bessarabiens, bis die Bolschewiken ihn vertrieben und er in Bukarest Chef der rumänischen Staatsbank wurde.

Der Bau des Herrenhaus wurde im Jahr 1900 abgeschlossen. Der französische Stil ist eben darin begründet, dass Mimi die Winzerei in Montpellier studiert hatte. Es wird angenommen, dass die Villa das erste „Schloss“ in Bessarabien war. Errichtet wurde es als zweigeschossiger Stahlbetonbau (ein Novum damals) und das Schloss war das modernste Gebäude schlechthin, nicht nur im Kreis Bender sondern in der gesamten Provinz. Der Schlosskeller hat eine Kapazität von 300.000 Litern in Fässern gelagerten Weins.

Im Jahr 2011 begann die Sanierung der Gebäude, die eine touristische Attraktion werden sollten. Mit der Rekonstruktion, hat die Villa den Namen „Schloss Mimi“ zu Ehren ihres Gründers erhalten.

Nach dem Ende der Renovierungsarbeiten werden ein Museum, eine Kunstgalerie für junge Künstler, ein Konferenzraum, ein Hotel, ein Restaurant, mehrere Workshops für Volkskunst und Kochen, sowie Konferenzräume in Betreib genommen. Das Schloss wird vier große Säle für 100 bis 120 Personen zur Verfügung stellen, zwei Probierstuben und sechs Säle im Untergeschoss.

Das Ende der Renovierungsarbeiten ist für Herbst 2016 geplant.

meine kompilierte Übersetzung aus verschiedenen Quellen.
Bilder von Schloss Mimi:

  • acasatv
  • diez.md
  • Googlesuche
  • Ja, und eine Woche nach unserer Vorbeifahrt war es soweit, alles bei YouTube zu bestaunen, zum Beispiel hier:

    Was war wann & wo: Fürstentum Moldau in den Jahren 1812–1878

    Ein wenig Überblick kann nicht schaden. So sah die politische Landschaft zur Zeit der Geburt des Herrn Mimi aus: Das heutige Moldawien gehörte ganz zu Russland, das Fürstentum Moldawien liegt wie in einer Zwangsjacke zwischen den Hauptmächten.

    Das Fürstentum Moldau in den Grenzen der Jahre 1776–1812 und 1856–1878 :: CC BY-SA 3.0, Link ::

    Was ich besonders bemerkenswert finde, ist der Lebenslauf von Constantin Mimi: Von der Herkunft Albaner, geboren 1868 und aufgewachsen in Kischinau (osmanisches Bessarabien, seit 1812 russ. Zarenreich), studiert in der Ukraine und in Frankreich, letzter zaristischer Gouverneur Bessarabiens und zuletzt rumänischer Staatsbankchef – keine schlechte europäische Karriere…

    Schwacher Trost

    Gewissermassen als schwachen Trost finden wir endlich einen Krämerladen mit zwei, drei Tischchen draussen vor – Pause zum verspäteten Frühstück: Es gibt Käsetaschen, Joghurt und Pulverkaffee, was alles nach nichts schmeckt, was Freude macht.

    Walnussalleen

    Wahnsinn, diese kilometerlangen Walnussalleen! Ich hatte im Betrag des Vortags schon darauf hingewiesen. Zuweilen stehen sie sogar zweireihig links und rechts der Straße mit eigenem weiteren Weg für die Pferdewagen, die früher keine Gummibereifung hatten und damit die Strasse demoliert haben oder hätten.

    Außerdem zuweilen Pappeln und immer wieder Weiden; wie die überleben, ohne erkennbaren Bach o. Ä. weiss ich nicht.

    Angepflanzt sehen wir ausserdem viel Obst, auch Granatäpfel, ganze Felder und wie fast immer und überall viel Sonnenblumen und Mais. Und Riesenfelder voller Beerensträucher. Was Lis freut: viel Himbeeren.

    Was auch auffällt: Überall im Osten arbeiten die Frauen in diesem Job; ob in Litauen bei der Schneebeseitigung, sei’s hier bei der Strassenreinigung. Und die Werbesprüche sind auch überall dieselben.

    »Gemeinsam sind wir stärker«

    Und natürlich unvermeidlich: Die Kirchen im Nirgendwo. Hier finden wir den völlig verwilderten Friedhof direkt daneben, ausgestattet mit Tischen und Bänken an den Gräbern, um mit den Toten gemeinsam zu vespern.

    Am Rande zum Budschak, der sich jetzt nach Süden bis ans Schwarze Meer auszudehnen beginnt, wird es nun immer steppiger.

    Purcari

    Das Weingut Purcari ist unser Ziel für heute. Wo ich jetzt schreibe, nachdem ich weiss, was wir mit Schloss Mimi versäumt haben, kommt es mir fast etwas klein vor.

    Aber wir merken schnell, dass ausser hin und wieder einer kleinen Gruppe zur Weinprobe mit simultanem Lichtbildervortrag niemand hier ist; wir sitzen zum Essen alleine in der Riesenhalle, bedient von zwei etwas gelangweilten jungen Leuten und eben zuweilen einer vier oder fünfköpfigen Gruppe am Nebentisch, die einen Wein nach dem anderen probieren, zuweilen ins Brot beissen und sich die Geschichte der Keller und Fässer erzählen lassen. Wir können es dann alsbald auswendig. Und es kommt uns dann doch alles gross genug vor. Erst recht natürlich, wenn man die Webseite aufschlägt:

    In 1827, Emperor of Russia Nicholas I issued a special decree granting Purcari the status of the first specialized winery in Bessarabia. It was named in honor of one of the founders originating from Germany – Harmizone. Since then, the owners of Purcari have become Moldovan boyars (barons) Dancila and Clot, but also other Germans, Russians and French.

    Und dann lehnt man sich auch als Deutscher zufrieden zurück und geniesst diese wirklich vorzüglichen Weine…

    Purcari war ja vor sechs Jahren eine rein zufällige Entdeckung, ungeplant aber die Rettung, nachdem wir ebenfalls in Kischinau geflohen waren, aber dann nicht wussten, wo schlafen. In Căuşeni, wo ich beim Geldabheben meine VISA-Karte im Automaten stecken liess, weil enormer Durst uns alles vergessen liess – aber das ist eigentlich eine ganz andere Geschichte vom 25.8.2010 –, dort also stand ein grosses Schild an der Strasse: Weingut und Hotel Purcari, 45 km.

    Căuşeni, 25.8.2010, 17:45 Uhr

    Da sind wir dann hingebraust, es war schon früher Abend, und haben es dann im Dunkeln schliesslich auch gefunden, hier draussen in der Pampa. Das entscheidende Schild hatten wir in der Dämmerung nicht gesehen. Nun gut, wir wollten auf alle Fälle wieder hier her und diesmal klappt natürlich alles nach Plan.

    Das Gut ist eine moderne Burganlage, großräumig, innen wie aussen und für alles, was geboten wird, ein Schnäppchen. Wir bleiben für einen Tag hier, Zeit, davon mehr zu erzählen.

    Veröffentlicht unter MD, Moldawien, RundEuropa2016, Transnistrien | Verschlagwortet mit , | Hinterlasse einen Kommentar

    * Rund Europa 2016 (3), 21. Tag: Soroca – Todireşti (Kischinau)

    Sonntag, 11.09.2016, 22:53:46 :: Todireşti, »Motel SV«

    Es ist Sonntag Morgen und wir sitzen vor dem Hoteleingang beim Frühstück, sozusagen im Gartenrestaurant. Das ist der großzügige frisch gepflasterte Fussweg, bestuhlt von der Brauerei, die das Flüssige liefert.

    Auf dem Platz ist wieder emsiges Markttreiben, ein sonntägliches Verkaufsverbot existiert hier selbstverständlich nicht. Was denken die Markfrauen, die eifrig ausbreiten, anbieten, umstellen wohl über uns, die wir hier gewissermassen in der Loge sitzen und uns das Spektakel ansehen? Lis kauft Trauben und wir werden mal wieder daran erinnert, wie Trauben schmecken können – sollten.

    Auch das andere deutsche Paar sitzt nach beendetem Frühstück noch da. Wir unterhalten uns darüber, was wir denn heute jeweils so vorhaben. Überraschung: Sie fahren zurück nach Kischinau, übernachten da und fliegen morgen zurück nach Deutschland. Wir verabreden uns im Hotel, das wir heute auch ansteuern wollen.

    Etwas Historische Geografie

    Wir sind ja in Bessarabien unterwegs, der historischen Landschaft zwischen Pruth und Dnister.

    Das Gebiet ist nahezu identisch mit dem heutigen Moldawien beziehungsweise der Republik Moldova. Es war das Puffergebiet zwischen Habsburg, Russland und dem Osmanischen Reich.

    So ähnlich ist es auch geblieben, lediglich die Osmanen sind entfallen: Moldawien war Teil der Sowjetunion und ist es zum kleineren Teil gewissermassen immer noch, nämlich mit Transnistien (das aber nie Teil Bessarabiens war, da trans-, also östlich des Dnister gelegen) und für Habsburg in »der Westen« in die Bresche gesprungen. Bis auf – dazu erst später mehr; es ist alles nicht so einfach mit »wem gehört was, wer wohnt wo, wer ist wo Minderheit, aber zuhause?«. Und vor allem: Auch an Moldawien zerren wie in der Ukraine, dem unmittelbaren Nachbarland, im Westen die USA/EU und die NATO und im Osten Russland.

    Alle Karten: Wikipedia

    Moldawien ist das ärmste Land Europas und fest im Griff der korrupten Eliten, die einen angeblich pro-westlich, die anderen pro-russisch, in jedem Fall wie in der Ukraine: Pro-selbst.

    Unsere Fahrt geht durch eine in unendlich langgestreckten Wellen daliegende Landschaft, wenige Siedlungen, immer weniger Wälder, aber Felder und Brachen bis zum Horizont. Es wird immer mehr wie Steppe. Richtige Steppe wird es dann erst ganz im Süden, im Budschak, den wir in zwei bis drei Tagen erreichen werden; dann sind wir wieder in der Ukraine, an der Donau und am Schwarzen Meer.

    Nüsse für Deutschland

    Und fast immer diese Alleen von Walnussbäumen. Wahrscheinlich essen viele von uns die Kerne auch in Deutschland.

    …an den Nusserzeugern nehmen, die ihre Waren längst im großen Stil in die EU verschicken. „Ich produziere nur für den Export nach Westen“, sagt der Walnussbauer Ion Cuhal. Rund 300 Tonnen Walnüsse – ganz, halbiert, gemahlen – exportiert sein Unternehmen jährlich allein nach Deutschland, 30 Prozent davon in Bioqualität. Das russische Embargo trifft ihn nicht.

    ostpol

    Da sind sie wieder!

    Irgendwann überholen wir einen Nachzügler und kurz darauf haben wir sie alle eingeholt: Die Friedensläufer sind auf dem Weg von Soroca nach Orhei (viele Bilder!) und Kischinau – genau wie wir. Eskortiert von der Polizei rennen sie in dieser Hitze durch die Landschaft.

    Ach ja. Diese hervorragende Strasse. Wer die wohl (mit) bezahlt hat?

    »Strassensanierung gefördert durch das amerikanische Volk«

    Wie in Albanien und anderswo in Europa, wo das amerikanische Militär gute Strassen braucht, da bauen sie (mit). Wir haben das immer wieder erlebt. Mehr über die MCA/MCC

    Um sich für MCA-Mittel zu qualifizieren muss ein Kandidatenland bei mindestens der Hälfte der Indikatoren in jeder Kategorie über dem Median liegen. Der Median für Korruption ist dabei besonders wichtig. Liegt ein Land bei diesem Indikator unter dem Median wird es dadurch automatisch für MCA-Mittel disqualifiziert. Auf diese Weise sollen nur Länder gefördert werden, die ihre Bereitschaft zu Reformen, einer guten Wirtschaftspolitik und Good Governance gezeigt haben.

    Wikipedia

    Da kommen doch Zweifel auf…

    Und wir wären dann wieder bei der derzeit so beliebten Frage, wer journalistisch ausgewogen, steril oder propagandistisch berichtet. Aber das soll jetzt nicht weiter verbreitert werden; man kann sich ja informieren – wenn man will.

    »Wussten Sie schon? Gott liebt dich!«

    Das fällt auch auf: »Freigeistige Kirchen«, immer wieder werben sie um »Kundschaft« im ansonsten ja – auch durchaus modernen – orthodoxen Umfeld.

    »Pizzeria Mary«, wo wir preiswert essen.

    Und was wäre die Landschaft ohne ihre Brunnen, immer wieder anders…

    Das Senfle wird eingeseift

    In Orhei entdecken wir direkt an der Strasse ein grosse Waschanlage und das ist die Gelegenheit, endlich den Staub der letzen x-tausend Kilometer loszuwerden. Und so erstrahlt das Senfle wieder wie neu – von aussen jedenfalls.

    Kischinau

    Der Verkehr nimmt nun massiv zu, die Hauptstadt naht.

    Wir geben ja Kischinau heute eine zweite Chance. Um es kurz zu machen: Die Stadt hat wieder nicht bestanden. 2010 waren wir, von Rumänien her kommend, nach Moldawien gereist und hatten mit dieser Stadt dasselbe Problem auch damals schon.

    Einschub: Ich stelle gerade fest, dass die ganzen Reisetage noch nicht dokumentiert sind – eine Schande nach sechs Jahren…!

    Jedenfalls: Als wir das Hotel endlich sowohl gefunden als auch durch ein Riesengewirr von Baustellen erreicht haben ist es belegt, aus unserem Treffen heute wird also nichts.

    Alle weiteren Hotels sind entweder völlig überteuert oder existieren nicht (mehr). Die aggressiven Autofahrer, der Dreck, der Lärm – wir geben auf und fliehen, wie 2010 auch, weiter nach Süden. Ich denke noch: Albanien ist eine Vorzeigestube dagegen. Und auch das Zitat passt durchaus:

    2015 hat der jetzige Bürgermeister von Chişinău (Vize-Vorsitzender der rechten Liberalen Partei) die Wahlen zum dritten Mal gewonnen, dadurch dass er seine gesamte Wahlkampagne hindurch gegen russische Panzer wetterte. Gleichzeitig sieht die Stadt seit geraumer Zeit so aus, als würden hier Straßenkämpfe stattfinden.

    ostpol

    Die Karten unseres Navi auf dem iPhone haben uns in den letzten Jahren auch in schwierigen Situationen und Gegenden nur selten im Stich gelassen – hier versagen sie völlig für eine Strecke, die einfach zu fahren gewesen wäre. Aber wir landen in einem trockenen Bachbett, irgendwo am Bahndamm und fahren mehr als sechs Kilometer mal wieder halsbrecherisch ins Ungewisse.

    Wir wissen nicht, ob wir nicht besser umkehren sollten. Aber wenn das Navi sagt, das geht… Und es geht, am Ende sind wir wieder auf sicherem Boden und treffen nach einigen wilden Gekreuze auf ein Motel, Teil einer russischen Freizeitanlage. Da ist kein Zufall, russisch ist hier in Moldawien allgegenwärtig.

    Prächtige Ausstattung wird uns geboten, rot-braun-gold, dickte Teppiche und – stinkendes Duschwasser. Aber ein Freischwimmbecken, Eintritt 100 Leu, also 4,50 € für uns beide. Das entschädigt erst mal für alles.

    Für’s Abendessen wird es dann knapp, wir haben nur noch 250 Leu, also etwas mehr als 10 €. Ein Bankomat? Ja, in Kischinau, 25 bis 30 km zurück…

    Aber auf Anfrage, was sprachtechnisch schwierig ist, denn nur ein junger Mann ist des Englischen einigermassen mächtig, nehmen sie auch Euro. Damit ist das Abendessen finanziell gerettet und wir können morgen auch frühstücken. Was die Küche allerdings noch anzubieten hat am Ende einen wohl tollen Wochenendes ist mager, hält uns aber am Leben.

    Die Anlage ist mittlerweile komplett leer, der Sonnenuntergang als letztes Schauspiel beendet, wir sind die einzigen Gäste. Wie gesagt, es ist Sonntag Abend, das heisse Wochenende hier, ist zu Ende. Dass dem so sein muss, zeigen die endlosen Bildergalerien in Facebook…

    Das erfahren wir aber erst wesentlich später, denn es gibt kein funktionierendes Internet. Das heisst, es gibt einen starken Router. Aber niemand weiss das Passwort.

    Links:

    • 2017-01-18 Republik Moldau: Bemerkenswerte Neuigkeiten :: Igor Dodon, der neue Präsident Moldaus, schwenkt sein Land von einer Ausrichtung, die als „pro-westlich“ bezeichnet wird auf eine neutrale Position.

      Dodon ließ mit seinem Amtsantritt Ende Dezember 2016 die EU-Flagge von der Residenz des Staatsoberhaupts abnehmen. Die Sprache des Internetportals des Präsidenten wird nicht mehr als Rumänisch bezeichnet, sondern als Moldauisch. Dieses wird auch in der Verfassung des Landes als Staatssprache bezeichnet.

    Veröffentlicht unter MD, Moldawien, RundEuropa2016, RUS, Russland, UA, Ukraine | Verschlagwortet mit , | Hinterlasse einen Kommentar

    * Rund Europa 2016 (3), 20. Tag: Soroca, Stadtrundgang

    Samstag, 10.09.2016, 23:50:23 :: Soroca, Hotel Central
    Sonntag, 11.09.2016, 22:57:03 :: Todifesti
    Mittwoch, 18.01.2017, 21:44:01 :: Galanado

    ➜ Mohyliv Podilskij – Soroca

    Ich muss zugeben, dass wir nicht weit herum gekommen sind – so im Nachhinein. Als wir wieder am Hotel waren, fanden wir, dass es genug war. Aber der Reihe nach.

    Es ist Samstag Nachmittag, es wird langsam etwas kühler, als wir hinunter zum Ufer des Dnister schlendern. Die Stadt sieht traurig aus, was uns nicht erstaunt aber irgendwie deprimiert. Auch frech bemalte Gebäude täuschen nicht darüber hinweg: Hier herrscht die Armut.

    Es ist eine herbstliche Stimmung, weil die Kastanien alle abgestorbene Blätter tragen.

    Die Treppen, die hinunter zur Promenade oberhalb des Flusses führen, drücken eigentlich alles aus, was diese Gegend beschreibt.

    Aber der Blick über den Fluss, hinüber in die Ukraine ist so friedlich, dass einen das wieder aufmuntert und versöhnt.

    Auf der Promenade begegnen wir nur wenigen Menschen. Erst in der Nähe der Festung findet das Leben statt: Ein Kinderspielplatz und – es ist wie gesagt Samstag – mindestens drei Hochzeiten; die Paare brauchen die Festung als Hintergrund…

    Das Schild demonstriert, dass die EU doch immer wieder Nützliches zuwege bringt: Hier das sie die drei Anrainerländer Moldawien, Rumänien und die Ukraine mit Zuschüssen zur Zusammenarbeit gebracht; die Restauration der erwähnten Festungen ist in der Tat gelungen.

    Vor dem Tor parken VW-Busse der Friedensläufer, sie sind mit der Fackel in der Festung als wir in den Innenhof gelangen und drücken Lis das Teil in die Hand. Es geht alles so schnell, dass mir das einzige Bild von der völlig überraschten Friedensläuferin nicht so recht gelingt.

    Aber wozu auch? Die Organisatoren haben auf ihrer Webseite ausreichend für die Dokumentation des Ereignisses gesorgt.

    Der Peace Run wurde 1987 von dem Friedensvisionär Sri Chinmoy ins Leben gerufen. Als Sportler, Schriftsteller, Dichter, Künstler und Musiker widmete er sein ganzes Leben der Förderung globaler Freundschaft und des Friedens. In Anerkennung seines Wirkens erhielt Sri Chinmoy (1931 – 2007) unter anderem den «Pilger des Friedens»-Preis von Assisi, der auch Mutter Teresa und Michail Gorbatschow verliehen wurde.

    Der Peace Run wird von einem Team ehrenamtlicher Helfer organisiert und finanziert. Partner in Gemeinden und Städten stellen meist Unterkunft und Verpflegung zur Verfügung. Der Lauf ist politisch unabhängig und sammelt keine Spenden.

    Webseite

    Es ist schon ein imposantes Bauwerk, auch wenn der äußere Durchmesser nur 37 Meter beträgt. Dafür sind die Umfassungsmauern 3,5 Meter stark und an der Außenseite bis zu 25 Meter hoch.

    Und der Ausblick ist so was von friedlich, wo die Festung doch ganz sicher blutige Zeiten erlebt hat.

    Im 12. und 13. Jahrhundert gab es in Soroca eine Furt über den Fluss, die Händler aus Genua kontrollierten. Sie nannten ihre Festung Olchionia (Olihonia oder Alciona). Im Fürstentum Moldau (um 1350–1538) war die Festung von großer strategischer Bedeutung zur Sicherung der Ostgrenze gegen die Tataren. Unter dem moldauischen Fürsten Ștefan cel Mare (reg. 1457–1504) war die Festung ein quadratischer hölzerner Bau am Flussufer. Beim Dorf Lipnic im nördlich gelegenen Rajon Ocnița besiegte 1469 oder 1470 das moldauische Heer Ștefan cel Mares die unter dem Kommando von Akhmat Khan angreifenden Wolga-Ural-Tataren der Goldenen Horde. Beide Seiten verzeichneten hohe Verluste. Der Name Soroca wird 1499 in Dokumenten erstmals erwähnt.

    Wikipedia

    So langsam geht die Sonne unter, die Hochzeitsgesellschaften ziehen sich ins nahe gelegene Festlokal zurück, die Friedensläufer packen ihre Siebensachen und fahren los, ja selbst die Ziegen kehren heim – da machen uns eben auch auf den »Heimweg«.

    Nachfolgend ein paar Impressionen, eingefangen auf der Strasse der Unabhängigkeit, auf dem Weg zurück zum Hotel…

    Moldawien an der Seite Russlands in Afghanistan…

    …wo der Markbetrieb verschwunden ist und wir uns zum Essen vors Hotel setzen und mit einem deutschen Paar am Tisch gegenüber ins Gespräch kommen. Sie reisen ähnlich, nur: Sie fliegen in die Hauptstädte und tingeln dann mit dem Mietwagen für mehrere Tage durchs Land. Und das schon in mehr als hundert Ländern, wie sie berichten.

    Google Fotogalerie

    Veröffentlicht unter MD, Moldawien, RundEuropa2016, UA, Ukraine | Hinterlasse einen Kommentar

    * Rund Europa 2016 (3), 20. Tag: Mohyliw-Podilskij – Soroca

    Samstag, 10.09.2016, 23:50:23 :: Soroca, Hotel Central
    Sonntag, 11.09.2016, 22:57:03 :: Todifesti
    Dienstag, 17.01.2017, 19:23:28 :: Galanado

    Wir haben einen herrlichen Morgen auf der Terrasse zum Frühstück: Sonne, viele Kinder, oft mit den Eltern sind unterwegs, es muss wohl irgendein Schulereignis sein, dass sie so in Scharen an uns vorbei treibt. Wir haben Zeit heute: Bis Soroca sind es nur ca. 70 Kilometer.

    Wenig später fahren wir los und suchen den Übergang über den Dnister und damit den Zoll. Vorbei geht es an Strassenhändlern, grauenhaften Wohnblocks, auf der Seite immer begleitet von den Fussgängern des »Kleinen Grenzverkehrs«. Den gibt es überall im Osten, zu stark sind die familiären Bindungen und die gegenseitige wirtschaftliche Verflechtungen. Sichtbar wird das vor allem dann, wenn Flüsse die Grenze bilden. Oft dürfen Fremde solche Übergänge gar nicht nutzen: Fussgänger und Radfahrer, sonst nichts.

    Wir fahren an der LKW-Schlange vorbei, leider gegen die grelle Morgensonne…

    …finden endlich auch den Holperweg zum ukrainischen Grenzposten und passieren ihn locker. Jetzt noch über die vergitterte Brücke und wir sind in Otaci auf der anderen Flussseite. Die freundlichen Zöllner drängen darauf, eine Vignette zu erwerben, ein administrativer Akt der Oberklasse; jedenfalls wird schlussendlich ein Matrixdrucker angeworfen, der ein DIN-A4-Blatt erzeugt, das, mit Stempeln und Unterschriften versehen, uns endlich die Weiterfahrt ermöglicht.

    Zu Otaci meint Wikipedia:

    In den 1930er Jahren war die Bevölkerung zu knapp 80 Prozent jüdisch. Heute lebt hier die größte Roma-Minderheit des Landes außerhalb der Hauptstadt.


    Bei der Volkszählung 2004 wurde die Zahl der Juden in der Stadt Otaci mit 9 und im gesamten Rajon Ocnița mit 14 angegeben. Was Otaci heute auszeichnet, sind die 3380 Roma, die 2004 gezählt wurden und die 40 Prozent der städtischen Bevölkerung ausmachen. Im Jahr 1989, als die letzte Volkszählung in der sozialistischen Zeit auf dem Gebiet des 1991 unabhängig gewordenen Moldawien stattfand, lebten 1993 Roma in Otaci. Damit haben sich in Otaci, abgesehen von Chișinău, mehr Roma als in jeder anderen Stadt in Moldawien angesiedelt. Soroca, das wegen seiner von wohlhabenden Roma erbauten Villen als „Zigeunerhauptstadt Moldawiens“ gilt, folgt auf dem zweiten Platz. Die Mehrheit der Einwohner waren 2004 Ukrainer (3784), ferner wurden unterschieden: Moldauer (724), Russen (521), Gagausen (14), Rumänen (9), Bulgaren (7), Polen (4) und Sonstige (15).[8] Den Status einer Stadt (oraş) erhielt Otaci 1994.

    Wikipedia

    Wir machen uns also darauf gefasst, dass wir prächtige »Roma-Burgen« zu sehen bekommen. Aber es hält sich in Grenzen, fast kein »Palast« ist wirklich fertig, so skurril wie sie sind.

    Moldawien ist das ärmste Land Europas. Man sieht es an allen Ecken und bei allen Gelegenheiten – es ist sehr arm. Darüber täuschen auch diese Gegensätze nicht hinweg.

    Umso erstaunlicher und – wie wir es empfinden – rührend sind die geschmückten Brunnen, die Art und Weise, mit Anstrichen ein wenig Freude in die Trostlosigkeit zu bringen. Strassen existieren abseits der eh‘ schon schlechten Verkehrswege praktisch nicht. Was uns aber im Gegensatz zum letzten Besuch vor sechs Jahren auffällt ist, dass die grossen Hauptstrassen zusehends gerichtet sind. Aber die wollen wir ja eigentlich meiden.

    Was auch sogleich wieder ins Auge fällt, das sind die Walnussbäume, die fast überall die Strassen säumen, regelrechte Alleen bilden sie, oft gar in Viererreihe, wenn es neben dem Fahrdamm auch noch Staubwege für die unbereiften Pferdewagen gibt. Und ja, auch die gibt es hier noch. Die Nüsse sind z.T. schon reif und so treffen wir immer wieder Menschen, die sie mit Stangen herunterschlagen.

    Hier sind sie allerdings noch selten…

    Der Struwepunkt bei Rudi

    Unser erstes Ziel heute ist der Struwepunkt bei Rudi. Das ist nun nicht unser ehemaliger Kater, der sich hier niedergelassen hat, sondern ein kleiner Flecken in der Landschaft, am Hochufer des Dnister.

    Er ist leicht zu finden: Kapelle und Schild, das verfehlt man nicht. Und er ist der vorletzte Punkt im Süden der 3.000 Kilometer langen Strecke vom Nordkap bis ans Schwarze Meer. Den letzten Punkt dort bei Staro-Nekrassowka (dann wieder in der Ukraine) werden wir dann in ein paar Tagen erreichen.

    Der Messpunkt mit einer grossen Säule liegt in einem Obstgarten, dessen leuchtende Äpfel uns animieren, sei auch zu kosten.

    Das Nonnenkloster bei Rudi

    Kirche und Friedhof von Rudi

    Am Steilufer, fast am Dnister, liegt das Nonnenkloster Rudi (Mănăstirea Rudi). Es ist eines von mehreren Klöstern hier am Dnister, aber wohl das einzige von Nonnen geführte. Da möchte Lis hin und so fahren wir die teils sehr abteuerliche Strecke durch den Wald hinab und werden durch einen schon fast selig zu nennenden Ort belohnt.

    Lis wird eingekleidet, zwischen den Beinen darf man auch bei langen Hose nicht hindurch schauen, für mich ist der Zutritt selbstverständlich verboten; ebenso wie rauchen und andere schlimme Dinge.

    Soroca

    Der restliche Weg bis Soroca ist bald geschafft. Kirchen, auch ganz neue wie hier, und verfallende Grosstaten säumen die Strasse,…

    …bis dann die Paläste der »Zigeunerbarone« auftauchen; wir sind gespannt.

    Also, wenn wir jetzt nach den Vierteln gesucht hätten, in denen auch fertige Villen stehen – vielleicht… Aber, was wir so beim Blick in die Seitenstrassen erhaschen können, macht uns nicht Appetit auf mehr.

    Und da erscheint vor uns auch schon die Festung von Soroca. Und die interessiert uns eigentlich mehr.

    Es ist noch früh am Tag, kurz nach eins und heiss. Wir suchen jetzt erst mal eine Bleibe. Nach kurzer Fahrt erreichen wir den Markplatz, wo sich vor dem Rathaus (?) der Gemüsemarkt ausgebreitet hat und wo wir freudig begrüsst werden; ein Händler weist wohlwissend über unsere Köpfe hinweg nach hinten…

    …denn da gegenüber liegt das Hotel Central, ganz einfach.

    Wikimapia

    Und was wir unternehmen, nachdem wir eingebucht und uns erholt haben, dat kriegen wa später….

    Wat is´ne Dampfmaschin´? Da stelle mer uns mal janz dumm, und sagen: en Dampfmaschin´ iss ne große, runde, schwarze Raum. Und der große, runde, schwarze Raum der hat zwei Löcher. Dat eine Loch, da kömmt der Dampf rein, und dat andere Loch, dat kriegen wa später…

    Die Feuerzangenbowle

    ➜ Fortsetzung, Stadrundgang in Soroca

    Google Photos

    Veröffentlicht unter RundEuropa2014 | Hinterlasse einen Kommentar

    * Rund Europa 2016 (3), 19. Tag: Khmelnytskyi – Mohyliw–Podilskyj

    Freitag, 09.09.2016, 20:23:45 :: Mohyliw–Podilskyj, Hotel Smaragd

    Wir haben es getan

    Wir sind heute Morgen tatsächlich los gefahren, nicht ohne nochmals ein entspanntes und genussreiches letztes Frühstück in »unserem« Restaurant Spiegel zu geniessen. Ich denke mir, dass dies zu lesen langsam langweilig wird – uns hingegen nicht. Selbst die Speisekarte fasziniert uns immer wieder.

    Kleine Hilfe: 200 Griwna = 6,80€

    Das Senfle sprang übrigens einfach an heute Morgen. Die kurze Aufladerundfahrt gestern hat also gereicht und die neue Batterie muss auf ihren Einsatz warten.

    Wir wollen heute die Festung Medschybisch aus dem 16. Jahrhundert besuchen, die an der Strasse nach Winnyzija, der nächsten grösseren Stadt im Osten liegt, ehe wir dann nach Süden abbiegen um zur Schonung meines Beines möglichst rasch an die Grenze hinüber nach Moldawien zu gelangen.


    Google Earth

    Die Reste der Heldenverehrung vom ja längst vergangenen Unabhängigkeitstag mit ihrem nationalistischen Einschlag verfolgen uns immer noch; erst recht wenig später… Hier in dieser Kirche wird für das anstehende Wochenende geputzt und gewienert. Mit einem freudigen und nicht enden wollenden Redeschwall werden wir eingeladen, das Gotteshaus zu besichtigen. Lis spendiert ein paar Kerzen und als wir noch eine Spende da lassen, sind sie vollends entzückt; wohl nicht viele interessieren sich für ihre prunkvoll geschmückte Kirche hier draussen in Holoskiv, dieser unbedeutenden Streusiedlung.

    Und schneller als gedacht erreichen wir Medschybisch am südlichen Bug (an dem mi.ü. auch Chmelnitskyi liegt), der hier zu einem kleinen See aufgestaut ist…

    …und werfen den ersten Blick auf die wahrhaft riesige Festungsanlage.

    Im 14. Jahrhundert gehörte der Ort [Medschybisch] zum Großherzogtum Litauen, nach 1596 zur Adelsrepublik Polen-Litauen.

    Die bekannte Festung Medschybisch, die 1540 von Hauptmann Nikolai Siniawski errichtet wurde, ist trotz der Unruhen in der Geschichte der Stadt immer noch erhalten. 1593 erhielt die Stadt das Magdeburger Recht, was ihre Bedeutung erhöhte und den Handel stärkte. Im 17. Jahrhundert hatte Medschybisch ca. 12.000 Einwohner (nur 3000 weniger als das damalige Kiew). Die Stadtbevölkerung bestand aus Polen, Juden, Ukrainern, Armeniern, Griechen, Deutschen, Tataren und anderen. Die Messen in Medschybisch wurden von Kaufleuten aus Polen, Deutschland und Italien besucht.

    Zwischen 1672 und 1699 wurde Medschybisch von den Osmanen besetzt und die Kirche in eine Moschee umgewandelt.

    Im 18. Jahrhundert wurde die Stadt ein Zentrum des Chassidismus, der Gründer der Bewegung, Rabbi Israel ben Elieser, besser bekannt unter dem Namen Baal Schem Tov, wohnte und starb in Medschybisch. Nach seinem Tod 1760 wurde sein Grab ein Wallfahrtsort.

    Zur Zeit der Sowjetunion wurde die Stadt zu einem provinziellen Dorf.

    Wikipedia

    Aber das mit Festung dauert dann doch etwas länger. Sie beherbergt mehrere Museumsabteilungen und der Andenkenverkäufer vor dem Tor macht uns darüber hinaus darauf aufmerksam, dass Medschybisch die Reste von drei Synagogen zu bieten hat, zeigt auch in einen groben Plan des Dorfes, den er uns schenkt; wir finden trotz mehrfachem Durchfahren nichts, was uns an eine Synagoge erinnern müsste. Dennoch hier ein paar Eindrückencke, ehe es dann in die Festung geht.

    Kneipe?

    Kirche

    Palast

    Kiosk

    Kulturzentrum

    Korbmöbelverkauf

    Nach dieser mehrfachen Stadtbesichtung wenden wir uns endlich der Festung zu.

    Festungsecke

    Seitenwand

    Eckturm

    Eingang

    Infotafel

    Der Innenhof ist riesig, es wird eifrig restauriert, die Kirche ist schon fertig.

    Innenhof

    Kirche

    Innenraum der Kirche

    Hier ein paar Blicke in die Museumsräume

    Dieser Tisch mit seinen Kriegsinsignien und verherrlichenden Schriften wird durch die schwarz-rote Fahne als die der UAA. der Ukrainische Aufständische Armee ausgewiesen, wir hatten das bereits auf der Fahrt nach Ternopil; nennen wir sie einfach die Bandera-Bande. Es ist nicht so, dass man das als nebensächlich, als kleinen Unfall betrachten dürfte; den rechten Nationalisten begegnet man auf Schritt und Tritt, sie gehören in der Westukraine gewissermassen zur Grundausstattung der Politik.

    Mit einem letzten Blick auf die Festung verlassen wir den Ort und fahren weiter nach Osten.

    Letytschiw, eine der ältesten Ortschaften Podoliens, passieren wir ohne zu halten, obwohl es auch hier einiges zu sehen gäbe, u.a. überqueren wir hier wieder den zu einem grossen See aufgestauten Südlichen Bug.

    Aber ich möchte mein Bein möglichst bald heil ins Ziel bringen. Deshalb folgen wir auch nicht dem Bug nach Winnyzja weiter Richtung Osten sondern zweigen nach Süden ab; den Wikipedia-Artikel über Winnyzja sollte man sich allerdings trotzdem zu Gemüte führen.


    Wikipedia

    Vom Südlichen Bug geht es nun auf einer fast durchgehend schnurgeraden Strassen bis zum Horizont und über Berg und Tal nach Süden an den Dnister, den Grenzfluss.

    Kirche

    Hotelsuche im Schlepptau der Polizei

    In Mohyliw–Podilskyj landen wir per Zufall und viel zu früh an der Grenze. Im Stassenwirrwarr und mithilfe des GPS finden wir wenigstens die Polizeistationtion und fragen dort nach einem Hotel. Da setztet sich der junge Polizist in sein Auto und winkt. Wir hinterher und nach einmal Zick und einmal Zack stehen wir vor unserer Bleibe, dem Hotel Smaragd. Es ist wieder passierte: Die Polizei, Dein Freund und Helfer – in Griechenland, Bulgarien, Rumänien, hier in der Ukraine…

    Und kurz vor Mitternacht ruhen wir dann nach gemütlichem Abendessen auf der Terrasse an der Strasse.

    Veröffentlicht unter Kultur & Kunst, MD, Moldawien, UA, Ukraine | Verschlagwortet mit , , | Hinterlasse einen Kommentar

    * Rund Europa 2016 (3), 18. Tag: Khmelnytskyi

    Donnerstag, 08.09.2016, 20:25:26 :: Khmelnytskyi, Hotel Eneïda
    Freitag, 09.09.2016, 23:05:39 :: Mohyliw–Podilskyj, Hotel Smaragd
    Montag, 16.01.2017, 17:23:15 :: Galanado

    Heute ist also endlich Abreisetag. Alles ist verstaut und daher starten wir früh, gleich nach dem Frühstück im Café Lemon. Das heisst, wir wollen starten. Das Senfle aber nicht. Es tut keinen Mucks. Keinen. Aber auch gar keinen. Ich ahne: Ja, stimmt, die Türen waren nicht veriegelt, der Schlüssel steckte und die Zündung war an… Schlamperei, Alter, Antibiotika, Hitze – weiss nicht, was nun letztendlich der Grund war, aber die Batterie ist jedenfalls leer. Mal wieder. Da haben wir Routine.

    Starke Männer schieben das Senfle vom Parkplatz auf die leicht abschüssige Strasse. Vielleicht springt er ja an. Tut er aber nicht. Und ich ende im Parkverbot.

    Deshalb setzen wir uns eben wieder ins Café und rufen den ADAC, der verspricht uns den ukrainischen Pannenhelfer in ca. zwei Stunden. Dann wäre es bestenfalls 14 Uhr – zu spät, um dann noch los zu fahren.

    Nationalismus, selbst auf dem Zucker: »Ruhm der Ukraine!«

    Wir sitzen betreten und bestaunen wieder, wie so oft in den letzten Tagen, den mobilen Kaffeeautomaten, der jeden Tag auf dem Parkplatz steht und seinen Kaffee-to-go anbieten und auch am laufenden Pappbecher los wird. Er ist eben noch billiger als unser Café Lemon, wo der Cappuccino 16 Griwna kostet; das sind flotte 53 Cent…

    Lis holt zwischendurch den Zimmerschlüssel wieder, die Concièrge lächelt betreten aber milde, zu oft haben wir die letzten Tage immer wieder verlängert… another day in paradise.

    Und ich überlege, wie fotografiert man eine leere Autobatterie?

    Zwischenzeitlich ist Viktor vor Ort und telefoniert mit einem Taxifahrer. Die kommen mit dem Starterkabel gegen ein kleines Entgelt, das ist Usus hier. Aber seine Batterie schafft meine nicht – ha!. Pech. Wir denken an eine neue, wegen Totalentladung. Viktor weiss, wo wir günstig eine bekommen, also das Problem liesse sich lösen.

    Da steht aber auch schon der Pannendienst neben uns, viel früher, als erwartet. Die Jungs klemmen ihr Aggregat 10 Minuten an Senfles schlappen Kraftspender. Nach dem Abklemmen blicken sie mich erwartungsvoll an und nicken auffordernd. Ich starte und das Senfle tut, was es soll, der Motor surrt.

    Wir kaufen dennoch eine neue Batterie, die steht jetzt hinten im Kofferraum, von BOSCH das Beste, für den Fall der Fälle, der da kommen wird. Nur weiss keiner, wann. Wie gesagt, wir habe da Routine…

    Den Abend verbringen wir dann »notgedrungen« wieder bei gemütlichem Essen, Trinken und Diskutieren im Spiegel.

    Der Wächter

    Der Blecherne Wächter vor dem Spiegel

    Irgendwie witzig aber dann doch wieder nicht. Aber es zeigt sich wie so oft in den letzten Tagen, wie wenig wir doch über unsere Länder – Ukraine und/oder Deutschland – wissen. Wir kommen zum Beispiel ich weiss nicht wie auf das Thema Zwangsgebühren für ARD und ZDF in Deutschland. Viktor lacht ungläubig und meint, ich mache mal wieder einen meiner »ernsten« Scherze. Er kann einfach nicht glauben, dass man für etwas zahlen muss, was man gar nicht haben – beziehungsweise hier – sehen oder hören will. Er selbst sieht nicht fern, auf die privaten Sender gibt er nichts, was Informationen und Nachrichten angeht. Er weiss, dass er sich darauf nicht verlassen kann, dass hüben wie drüben gelogen und verfälscht, weggelassen und hinzugefügt wird, dass Nachrichten nicht der Information sondern der Konditionierung dienen. Also informiert er sich im Internet.

    Und so vergeht auch dieser Abend, gemütlich und bei bester Laune, umsorgt von den netten und fröhlichen Servierfräuleins; was soll man machen?

    Veröffentlicht unter Auto, UA, Ukraine | Hinterlasse einen Kommentar

    Von ihrer Hände Arbeit

    Donnerstag, 08.09.2016, 17:22:42 :: Chmelnitskyi (immer noch!)

    Jörg Dauscher, der uns dieses Jahr entweder vorweg oder hinterer fährt (oder wir ihm – wie man’s nimmt) hat eine ukrainische Dorfidylle in seinen Reiseblag gestellt, den man gelesen haben muss, um zu verstehen; vorausgesetzt, man will.

    Es sind diese Dörfer, die wir nach Möglichkeit immer langsam durchfahren, so es eine befahrbare Strasse gibt. In denen wir aber nie leben. Es gibt zwar Ausnahmen, die sind aber leider selten.

    Veröffentlicht unter Kultur + Gesellschaft, RundEuropa2016, UA, Ukraine | Hinterlasse einen Kommentar

    * Rund Europa 2016 (3), 17. Tag: Chmelnytskyi

    Mittwoch, 07.09.2017, 23:00:00 :: Chmelnytskyi, Hotel Eneida
    Sonntag, 15.01.2017, 23:30:39 :: Galanado

    Wir hatten es uns gestern Abend doch noch anders überlegt: Zum Packen war’s zu spät, zu warm, wir zu müde; wir werden das alles morgen machen, in aller Ruhe. Also heute.

    Zuerst also ein Spaziergang ins Spiegel zum Frühstück, so richtig nochmal geniessen. Sie kennen uns mittlerweile so gut, dass sie strahlen, wenn wir erscheinen. Zum Abschied bestellt wir wieder den Tisch für vier Personen – wie für jeden Abend…

    Die Packerei schaffen wir dann auch irgendwann. Wir unterziehen das Senfle einer kleinen Grundreinigung und packen systematisch neu, was eben heute schon rein kann.

    Wir spazieren ein wenig…

    Und nachdem gestern Abend ja bereits der letzte Abend war, wird dieser nun der allerletzte Abend, den wir genauso geniessen wie als vorigen. Die Speisekarte sind wird durch, was aber dem Genuss keinen Abbruch tut. Es mag verwundern, warum wir so schwärmen, so als gäbe es nichts Wichtiges zu erzählen.

    Joghurt

    Abschiedsessen

    Man muss eben bedenken, dass es tagsüber sehr warm ist, um nicht zu sagen: heiss. Liegen, bequem sitzen unter der Klimaanlage im Hotelzimmer ist zwar schön aber nicht ohne Weiteres erzählenswert.

    Jedenfalls: Als wir zu Bett gehen, ist alles fertig, es geht morgen in der Frühe wirklich los, nach Süden an die Grenze zu Moldawien. Unterwegs – naja, das kommt ja dann noch.


    ➞ Zum 18. Tag

    Veröffentlicht unter RundEuropa2016, UA, Ukraine | Verschlagwortet mit , | Hinterlasse einen Kommentar