* Rund Europa 2017 (Oktober), 3. Tag: Mykene – Tripoli (2)

Freitag, 13.10.2017, 15:21:47 :: Tripoli, Hotel Arkadia
Mittwoch, 15.11.2017, 19:25:49 :: Galanado


Hier landen wir am Abend, froh, Tripoli erreicht zu haben.

Ja, es ist Freitag, der Dreizehnte. Aber uns ist das auch jetzt immer noch nicht gegenwärtig. Wir fahren wieder nach Süden, vorbei an Mykene und biegen wenig später nach links ab, hinauf in die Berge.

Das Heraion von Argos

Eeines der wichtigsten Heiligtümer der Chefgöttin Hera, Gattin und Schwester des Zeus, liegt hier am Ende des Weges. Es gibt natürlich noch weitere. Hier aber nun ein kleiner Parkplatz, ein kleines Wärterhaus, kein Eintritt.

Zunächst steigen wir den Berg hinauf, pralle Sonne, keine Bäume, unter denen man Schutz suchen könnte. Ruinen kann man zunächst nur erahnen. Ein kleine Gruppe von Besuchern kommt uns von oben entgegen, also wird da schon was sein.

Erste Mauern liegen am Weg. Und es werden mehr, aber der Verfall ist weit fortgeschritten, eigentlich sind da nur noch die Grundmauern, die einen ahnen lassen, welche Ausmasse dieses Heiligtum hatte, das an diesem Abhang zweimal errichtet wurde.

Und dann der Ausblick hinab auf die sich dehnenden Olivenhaine bis zu den dahinter liegenden Bergen und hinüber zum Argolischen Golf.

Nach so viel Altertümern haben wir nun Tripoli als letztes Ziel. Die Stadt liegt auf 700 Meter, wir müssen also ins Gebirge.

Argos mit seiner alles überragender Festung umfahren wir unfreiwillig sehr weiträumig, weil ich mal wieder der Ansicht bin, ich würde den Weg besser kennen als das GPS-Programm auf dem iPhone.

Nach kurzem Kontakt mit dem Argolischen Golf geht’s also bergauf.

Durch’s Gebirge

Je weiter wir nach oben kommen, umso fantastischer wird der Ausblick auf den Golf.

Kurz nachdem wir die Passhöhe überschritten haben tritt dann ein, was uns abends über den blöden »Freitag, den dreizehnten« nachdenken lassen wird.

Das Senfle fängt an zu »jammern«

Es quietscht und wummert, je nach Geschwindigkeit. Mit und ohne Gang. Mit und ohne Motor. Nur, wenn ich stehen bleibe ist das Geräusch weg. Es muss also wohl mit den Rädern, den Lagern oder der Vorderradbremse zusammen hängen. Was also tun so hoch am Berg? Weiterfahren? ADAC?

Ich entscheide mich für sehr langsames Weiterfahren. Und so erreichen wir tatsächlich wohlbehalten Tripoli und dort das Hotel, das uns unsere Freundin empfohlen hat.

Den Abend feiern wir unser Wiedersehen mit ihr, die wir einst auf Naxos kennen gelernt, in Kalamata vor vielen Jahren zuletzt besucht haben.

Die Sorge indes bleibt bei aller Wiedersehensfreude: Wie geht’s weiter morgen früh? Dann ist Samstag. Werden wir eine Werkstatt finden? Und dann?

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* Rund Europa 2017 (Oktober), 3. Tag: Mykene – Tripoli (1)

Freitag, 13.10.2017, 15:21:47 :: Tripoli, Hotel Arkadia
Montag, 13.11.2017, 19:40:59 :: Galanado

Nemea – Klionai (Heraklestempel)

Als wir am Morgen vor dem Frühstück ein paar Längen schwimmen und uns an den nun offenen Kakteenblüten und anderen kleinen Dingen freuen, wissen wir eigentlich zweierlei:

  1. wollen wir zunächst die am ersten Tag versäumten Stätten Kleonai und Nemea ansehen und
  2. wollen wir am Abend in Tripoli sein und unserer Freundin endlich wiedersehen

Dass wir einen Freitag, den dreizehnten haben, ist uns nicht bewusst…

Nemea

Also fahren wir wieder nach Norden, zunächst nach Nemea. Ende August 2011 waren wir hier am späten Nachmittag suchend umher gefahren und hatten in der Ferne auch die Säulen gesehen aber keinen Zugang gefunden.


Das war Im August 2011 am späten Nachmittag

Heute wollen wir es noch einmal versuchen.


Einschub: Je länger man sich mit einer Sache beschäftig, desto komplizierter wird sie, wenn man ehrlich ist. So geht es mir auch mit der Peloponnes. Die enorme Ansammlung antiker Stätten, Städte, Festungen, Heiligtümer,Tempel – weit über zwanzig Stätten listet alleine Wikipedia auf, es erschlägt einen. Die Zusammenhänge zu erfassen erfordert dazu hin noch die Kenntnis der Mythologie etc. – es ist schier unendlich. Aber eben auch interessant für den, der’s mag. Es stellt sich dann immer wieder die Frage, wie man verfahren soll: Liest man sich vorher zuhause gründlich ein, notiert, was man besuchen will, fährt das dann ab, besichtigt, was man aufgrund der Lektüre erwartet und hakt es ab? Oder orientiert man sich grob, lässt sich vor Ort überraschen, bestaunt, was man nicht erwartet hat und liest hinterher nach, was man versäumt hat? Die Mischung würde es wohl machen, aber die gelingt fast nie.

Welche Überraschung also heute! Das erste Schild schickt uns erst einmal in das antike Stadion. Eingezäunt, mit Wärterhäuschen und Eintritt für Rentner (meist 6 oder 8€ zusammen, je nach Bedeutung offenbar), der dann auch für das Hauptgelände gilt.

Sehr häufig sind es amerikanische Archäologen, die in Griechenland buddeln

Erste Station: Das war die »Umkleidekabine« der Athleten

Die Nemeischen Spiele wurden hier, jeweils ein Jahr vor und nach den Olympischen Spielen, abgehalten.

Und so heute, nach vollständiger Restauration, wieder: Alle vier Jahre wird hier in alter Tradition unter internationalen »Athleten« gewetteifert, zuletzt 2016 und also im Juni 2020 wieder.

Das Stadion umrunden und durchschreiten wir mit einer gewissen Ehrfurcht: Vieles lässt einen ahnen, wie es wohl zugegangen ist, vor zweieinhalb tausend Jahren; 40.000 Zuschauer sollen hier – meist stehend – Platz gefunden haben.

Wir verlassen das ca. 200 Meter lange Stadion durch den seitlichen Tunnel, durch den einst die Athleten einmarschiert sind. Der fast 40 Meter lange, völlig verschüttete Durchlass barg ein grausiges Geheimnis, als die Archäologen aus Berkley sich hier durchgruben:


© Museum von Nemea

Ein Bewohner der Gegend hatte sich in diesem Tunnel vor den seinerzeit einfallenden Slawen versteckt, wurde aber wohl gefunden und so schwer verletzt, dass er hier starb. Seine Gebeine mit der schweren Kopfverletzung wurden identifiziert.

Heute ist der Tunnel gut restauriert.

Ja, welche Völkerscharen eroberten sich diese Halbinsel in den Jahrhunderten und Jahrtausenden: Achaier, Dorer, Makedonier, Römer, Venezianer, Osmanen, Slawische Stämme, Franken, Engländer, Franzosen, Russen (Wenn man dieZeit der Befreiungskriege im 19. Jahrhundert mitzählt) – die Aufzählung ist dennoch nicht vollständig.

Wir überqueren die Strasse, parken, passieren den schön bepflanzten Eingangsbereich…

… und landen zunächst vor einem recht neuen Museum, gefolgt vom mehr als gut besuchten und ausladenden Gelände mit den markanten Resten des Zeustempels von Nemea – das hat sich also in den letzten Jahren seit 2011 hier getan; erst da wurden die Hauptausgrabungen beendet.

Die Steine für diese Bauten stammen zum allergrössten Teil aus dem Steinbruch an der Autobahn von vorgestern Abend.


Kunst- oder Geschichtsunterricht im Schatten antiker Säulen

Wenn man in den Schatten eines überdachten Teils der Ausgrabung flüchtet, dann landet man im ehemaligen Waschraum der Athleten…

… mit hervorragender Kanalisation, wie man sie manchem heutigen Griechischen Dorf wünschen würde.

Das Herakleion: Der Heraklestempel bei Kleonai


Verwirrung? Herakles ist griechisch, Herkules ist römisch/lateinisch

Die Ebene von Nemea ist seit der Antike bekanntes Weinbaugebiet; von hier kommen griechische Qualitätsrotweine. Dass das so sein muss, sieht und vor alles riecht man. Wir passieren nun zum wiederholten Mal die Grosskeltereien, denen der schwere Duft des entsafteten Tresters entströmt um zum Heraklion zu gelangen, das inmitten der ausgedehnten Weinfelder liegt.

Hier wird von über 30 Weingütern der Nemea-Rotwein erzeugt. Vom Ort aus führen die Wanderwege ‚Wege des Weins‘ (griechisch dromi tou Krasiou Δρόμοι του Κρασιού) in die Weinberge.

Wikipedia


Wie weit man auf diesen Wegen kommt, wenn man auf Weinproben steht, weiss ich nicht…

Heraklestempel existieren in grosser Zahl im Mittelmeerraum – wo Griechen sich eben niederliessen. Einer steht aus gutem Grund eben hier. Gegen den gerade verlassenen Zeustempel in Nemea ist er allerdings eher enttäuschend, die letzte Steine liegen, von Grass überwuchert, mitten in den Weinfeldern.

Lediglich die Grundplatte ist noch so erhalten, dass man eine Vorstellung davon bekommen kann, was hier einmal stand. Wenn man bedenkt, dass Herakles, der als erste seiner zwölf Arbeiten in diesem Landstrich den nemeischen Löwen überwältigt hat, hier verehrt wurde, hätte er mehr verdient. Es sieht so aus, als habe man sich der Tempelteile für andere, spätere Bauten bedient, wie so häufig.

Und zum Abschluss…

…schauen wir uns noch den Lauf der Athleten durch alle drei Teile des Heiligtums an.

Passage into History Full trailer from imagina pictures on Vimeo.

Weiter zum Heiligtum der Hera

Dazu müssen wir wieder nach Süden, vorbei an Mykene, Richtung Argos.

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* Rund Europa 2017 (Oktober), 2. Tag: Mykene

Donnerstag, 12.10.2017, 19:40:22 :: Mykene, Hotel »La petite Planète«
Samstag, 14.10.2017, 21:41:54 :: Tripoli, Hotel Arkadia


Sonnenaufgang auf der Frühstücksterrasse

Dass ausgerechnet heute ein Asteroid in ca. 44.000 km Entfernung an der Erde vorbei fliegt, während wir im Hotel »Kleiner Planet« genächtigt haben, ist natürlich Zufall, aber irgendwie witzig.

Der Asteroid 2012 TC4 hat die Erde am Morgen in relativ geringem Abstand passiert. Der Vorbeiflug sei wie berechnet pünktlich erfolgt, sagte Detlef Koschny von der Europäischen Raumfahrtagentur Esa. Dabei erreichte der Himmelskörper seinen erdnächsten Punkt um 7.41 Uhr mit rund 44.000 Kilometern Abstand. Zum Vergleich: Der Mond ist etwa 400.000 Kilometer entfernt, geostationäre Satelliten fliegen in einer Höhe von knapp 36 000 Kilometern.

Wir frühstücken gegen halb acht, denn wir wollen die Ersten sein, wenn das archäologische Gelände öffnet. Zu sehr erinnere ich mich an jenen Nachmittag im Mai 2005, als wir auf den Parkplatz fuhren, der voller Busse stand und sich Menschenmassen den Berg zur Burg hinauf bewegten. Meine Reaktion war: Ich sehe die Lage der Burg, die weite Ebene von Argos bis hinunter an den Argolischen Golf und verstehe deshalb, warum Mykene hier entstand – mehr brauche ich nicht.

Ok., das war der Schock. Mittlerweile will ich doch mehr sehen und wissen. Und deshalb sind wir früh auf den Beinen, wenn auch nicht die Ersten; eine Schulklasse ist uns zuvor gekommen.

Über Mykene kann man viel lesen und schauen, ich erspare mir hier umfangreiche Wiederholungen.

Man fand einzelne jungsteinzeitliche Scherben, die vor 3500 v. Chr. datieren. Der Ort war bereits bewohnt, jedoch wurde die Stratigraphie von späteren Baumaßnahmen zerstört.

Wikipedia

Dennoch: Diese mehr als fünfeinhalb tausend Jahre alte Siedlung, später Stadt und Burg, von Heinrich Schliemann wieder entdeckt, ist umwerfend in vielerlei Hinsicht. Schliemann begann 1876 mit den Ausgrabungen. Bis in die Fünfzigerjahre gab es noch bedeutend Funde und wie mir scheint, ist das Ende noch nicht erreicht. Viele Stellen sehen noch unerschlossen aus. Es fehlt wohl, wie überall hier, das Geld…

Wir sind vier Stunden durch die Trümmer gestiegen. Zuerst ausserhalb der Stadt im ersten Tolosgrab (deren gibt es innerhalb der Burg weitere vier).

Dann im Gelände unterhalb der Burg und der Burg selbst, immer mehr verfolgt und umringt von fast ausschliesslich französischen Reisegruppen, deren Busse sich auf dem Parkplatz tief unter uns anhäufen und wuseligen und quietschlebendigen griechischen Schülergruppen, deren jede/r Schüler/in mit Zetteln in der Hand herum läuft um dann an entscheidenden Stellen kleine Vorträge zu halten. Danach sind wir entsprechend erledigt, so dass wir uns einen ruhigen Nachmittag, zunächst am und im Schwimmbecken und danach auf der Couch gönnen; so ist der Artikel vom ersten Tag fertig geworden.


Der Blick zurück


Die Terrasse

Hier also nur ein paar wenige Eindrücke.


Eines der weiteren Gräber


Der Blick ins Tal ist grandios

Das Löwentor


Zur Zisterne tief hinunter. Und wieder hoch. Alles im Stockdunkeln.


Das Nordtor


Das Löwengrab, der Tolos ist eingefallen

Das Museum


Klar, das ist die berühmte Goldmaske

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* Rund Europa 2017 (Oktober), 1. Tag: Naxos – Mykene

Mittwoch, 11.10.2017, 21:28:36 :: Mykene, Hotel »La petite Planète«
Donnerstag, 12.10.2017, 19:06:40 :: Mykene

Wenn man sechs Stunden auf einer Fähre sitzt und sich langweilt, dann muss man sich ernsthaft Gedanken über den eigenen Zustand machen. Inseln verlassen oder dort anzukommen, dazu gehört ein Schiff, heutzutage eine Fähre.

Ich denke an einen Beitrag von Jörg Dauscher, in dem er schreibt:

Wie häufig bin ich schon von Skala Prinos nach Kavala übergesetzt? Ich weiß es nicht mehr genau, ich muss durchzählen: Einmal im noch jungen Frühjahr, dann im Frühling, dann im Juni und wieder im August. Viermal also. Jedesmal habe ich auf dieser Fähre sonderbare Gedanken gedacht. Beim ersten Mal saß ich am Heck, blickte auf die entschwindende Insel und dachte: Dort, wo das Leben und das Sterben, das Tagwerk und die Feiertage noch eine ernste Sache sind, von dort will ich nicht weg! Beim zweiten Mal saß ich vorne am Bug, blickte auf das näherkommende Kavala und wusste, dass ich bald wieder zurückkehren würde. Das dritte Mal war nur eine Unterbrechung, ein Ausflug während der größten Hitze, dieses Mal aber ist es ein Aufbruch. Die Wasser sind violett geworden, der Herbst kommt. Diesmal denke ich, dass ich nun nurmehr mittels einer Fähre nach Hause kommen kann: Ich muss auf einer Fähre sein, um das Gefühl zu haben, ich käme an.

Ich habe sie nicht gezählt, die Überfahrten von und nach Naxos, in den letzten 34 Jahren waren es jedenfalls viele. Jedenfalls bieten diese Schiffsreisen Gelegenheit, seine Mitmenschen zu beobachten; zum Beispiel festzustellen, dass schlechte Erziehung oder schlimmes Verhalten nicht ausschließlich bei nur einer Kategorie von Mitmenschen zu finden ist. Oder wie Paare miteinander umgehen, ob und wie sie miteinander reden oder nur auf ihre Smartphones starren. Ob und was sie lesen …

Lesen, das ist das Stichwort. Ich lese ja viel und gerne und was liegt näher, als auf einem Schiff auf dem Mittelmeer über das Mittelmeer zu lesen.

Man sollte es sich so vorstellen, wie die Alten es getan haben, es mit ihren Augen zu sehen versuchen: als eine Begrenzung, eine bis zum Horizont reichende Schranke, als immerzu und überall gegenwärtige, wundersame, rätselhafte Unermeßlichkeit.
[…]
Inzwischen ist das Meer geschrumpft, jeden Tag ein wenig mehr, eingegangen wie Chagrinleder. Heutzutage überquert ein Flugzeug es in nord-südlicher Richtung in einer knappen Stunde, von Tunis nach Palermo in dreißig Minuten – kaum sind Sie gestartet, sehen Sie schon den weißen Saum der Salinen von Trapani unter sich, fliegen Sie von Zypern ab, dehnt sich unter Ihnen eine schwarze und violette Masse, Minuten später erblicken Sie Rhodos, dann die Ägäis, die Kykladen, deren Farbe in der Mittagshelle ins Orange spielt: Sie haben nicht Zeit gehabt, sie einzeln zu erkennen, schon landen Sie in Athen.
[…]
Vom geschichtlichen Mittelmeer sprechen heißt also, ihm seine wirklichen Ausmaße wiedergeben, sich ein Bild von seiner gewaltigen Ausdehnung machen. Damals war es ein Universum für sich, ein Planet.

Fernand Braudel et al.: Die Welt des Mittelmeeres

An den »Planeten« muss ich abends wieder denken, als wir im Hotel La Petite Planète in Mykene absteigen, wo man auf der entzückenden Webseite u.a. mit dem Satz

Der Name des Hotels, „La petite planète“, stammt aus der Erzählung von Antoine de Saint Exupéry „Der kleine Prinz“, der die Schönheit der Liebe durch eine große Reise entdeckte. Wir wünschten, dass auch Ihnen dasselbe bei Ihren Reisen wiederfährt!

empfangen wird. Das tröstet denn doch ein wenig, nachdem –

Nein, halt. So weit sind wir noch lange nicht. Wir sind noch auf dem Schiff, das uns durch einen herrlichen, fast wolkenlosen und warmen Tag nach Piräus bringt.

Ganz unverhofft trifft Lis an der Theke Anna von der Nachbarinsel Iraklia. Anna und ihren Mann wollten wir eigentlich dieses Jahr endlich einmal wieder besuchen, es ist viele Jahre her, dass wir dort einige Male unsere Ferientage verbracht haben. Sie weiss von einem gemeinsamen Bekannten, dass wir ständig auf Naxos sind und benimmt sich fuchsteufelswild, weil wir immer noch nicht bei ihnen waren. Nun wird es wohl November sein, wenn wir uns – wieder mit einer Fähre – für ein paar Tage dort hin bringen lassen werden. Jetzt persönlich versprochen.

In Piräus sitzen wir im Auto, tief im Bauch der »Naxos« und müssen wir ca. 45 Minuten warten, bis wir von der Fähre kommen. Die Zeit fehlt uns jetzt zum Fahren. Es wird immer wolkiger und dusterer, je näher wir der Peloponnes kommen. Es ist, als ginge die Sonne bereits unter.

Tanken müssen wir. Und dann die Autobahn, mehrfach zahlen wir Maut bis zur Abfahrt nach Kleonai (über 5€!). Dort sehen wir das Schild zur Abfahrt zum Tempel des Herkules. Wir biegen ab aber ich bin aus unerfindlichen Gründen der Ansicht, dass es in Kleonai etwas Wichtigeres geben muss und kehr um. Das war dumm, denn der Ort selbst bietet nichts weiter.

Er war einmal sehr bedeutend; was ich zwar mal gelesen aber wieder vergessen hatte. Also erste Fehlanzeige. Wir steuern den nächsten Punkt an, den Antiken Steinbruch am nächsten Autobahnrastplatz.

Es wir schon dunkel, obgleich der Sonnenuntergang noch in weiter Ferne liegt. In der Raststätte auf dem Weg essen wir schnell Pommes mit Käsesosse und Schinkenstückchen, im Grunde ungeniessbar, aber es ist von den schlimmen Sachen auf der grossen Tafel das, was am ungefährlichsten aussieht.

Den antiken Steinbruch an der Autobahn finden wir dann leicht am angegebenen Rastplatz. Er lieferte das Material für Nemea, unseren nächsten Besuchspunkt. Eigentlich. Für Fotos ist es fast zu duster. Die nicht getrunkene Cola knallt Lis dort beim Aussteigen auf die Strasse und macht mich von oben bis unten klebrig.

So lassen wir Nemea zunächst wieder aus (das war schon 2011 der Fall – ebenfalls am Abend!), es ist bereits wieder zu dunkel und wir fahren nun etwas frustriert und enttäuscht direkt nach Mykene. Das Hotel aus dem Reiseführer, den ich vorgestern als eBook erworben habe, finden wir auf Anhieb.

Es ist der kleine Planet, ein gemütliches Plätzchen mit einem Schwimmbecken im Garten. All das versöhnt uns wieder mit der Welt. Morgen kommt Mykene dran, Nemea und der Herkulestempel – vielleicht übermorgen. Vielleicht.

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* Rund Europa 2017, Herbstrundreise Peloponnes

Mittwoch, 10.10.2017, 23:20:40 ::Galanado

Der heisse Sommer hat sich Anfang Oktober schlagartig verabschiedet und einem kühlen Herbst Platz gemacht. Daher starten wir morgen früh mit der Fähre nach Piräus und setzten unsere im Mai unterbrochene Peloponnes-Tour fort.

Wir werden ca. 14 Tage unterwegs sein, wenn das Wetter mitmacht.

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Politik und Bauchgefühl: Warum die Gewalt weiter zunehmen wird

Mittwoch, 19.07.2017, 12:44:30 :: Galanado

Ich habe vor einiger Zeit darauf hingewiesen und erklärt, warum ich zu politischen Themen nicht mehr schreiben mag. Grundsätzlich bleibt es wohl dabei, zu gering ist meine Reichweite und Lesergemeinde, als dass es einen anderen Sinn hätte, als den K(r)kopf zu leeren. Zuweilen läuft mir beim täglichen Studium der Medien aber doch was über den Weg, das weiter verbreitet gehört – weil es Grundsätzliches anders betrachtet als der Mainstream.

Wen meine Leseliste und Meinung zu Artikeln interessiert, mag das auf Facebook verfolgen; es kann dort auch Ernsthaftes verfolgt und diskutiert werden, was aber natürlich nur die wissen können, die dort Zutritt haben ;-).

Hier also der Link zum Original – verbunden mit dem Dank an den Autor und die Neulandrebellen – und in der Folge der Text hieraus. Er ist lang aber zuweilen sollte auch der Gehetzte zur Besinnung kommen…

***

von Camera Operator: SSGT MARIA J. LORENTE, USAF [Public domain], via Wikimedia Commons

Politik und Bauchgefühl: Warum die Gewalt weiter zunehmen wird

Tom Wellbrock, 18. Juli 2017

Kommt es hierzulande zu Gewalt, wird diese als etwas beschrieben, das sich außerhalb des normalen Lebens, außerhalb der Gesellschaft befindet. Wer sich nicht lauthals und vehement distanziert, gilt als potentieller Täter, der geächtet wird. Doch Gewalt ist Bestandteil unseres Lebens. Tendenz: steigend.

Zuletzt war es der Gipfel der G20 in Hamburg, der eine scheinbar ausufernde Form der Gewalt zur Folge hatte. Die Täter, angeblich „Linksradikale“ seien weder an der Kritik am Gipfel interessiert, noch hätten sie eine demokratische Legitimation für ihre Taten. Sieht man einmal davon ab, dass diese Darstellung verkürzt und unvollständig ist, lohnt ein Blick auf die Gründe für die Gewalt. Auch in Hamburg gab es nicht „die Gewalt“ oder „die Gewalttäter“, sondern unterschiedliche Gruppen und Beweggründe.

Bilder ohne Aussagekraft

Zum einen gab es mehr Bilder massiver Gewalt, als diese tatsächlich stattgefunden hat. Befeuert durch die sozialen Medien und die Möglichkeit, Live-Streams in Echtzeit online zu stellen, entstand der Eindruck, die zügellose Gewalt hätte die gesamte Innenstadt Hamburgs heimgesucht. Dabei wurde zum anderen die friedliche, weit größere Demonstration weitgehend ausgeblendet, und zwar sowohl von den professionellen Medien als auch von den Privatleuten, die die Ausschreitungen filmten.

Ohne Zweifel gab es Gewalt, und ohne Zweifel hat diese an einigen Stellen Formen angenommen, die grenzenloser Zügellosigkeit glichen. Brandstiftung, zerstörte Fensterscheiben und geplünderte Geschäfte ließen die meisten Zuschauer fassungs- und ratlos zurück. Dennoch hat die Gewalt einen verhältnismäßig geringen Teil des Protestes ausgemacht, dabei jedoch die maximale Wirkung erzielt. Nicht erst seit dem G20-Gipfel in Hamburg ist deutlich geworden, dass Bilder friedlichen Widerstands wenig Interesse hervorrufen. Wenn wir uns an die fast ausnahmslos friedlichen Demonstrationen gegen TTIP 2016 erinnern, dann wissen wir, dass die Demo mit mehr als 200.000 Menschen gemessen an ihrer Bedeutung nicht viel mehr als eine Randnotiz in den Medien gewesen ist, die weit entfernt davon war, noch Tage oder sogar Wochen mediale Aufmerksamkeit zu erzeugen. Wäre es zu Ausschreitungen gekommen, hätte die Sache gänzlich anders ausgesehen. Doch die Bilder der TTIP-Demo konnten keine Wirkkraft entwickeln, weil ihnen der „Drive“ fehlte.

Gewalt bietet diesen „Drive“. Doch das allein macht nicht die Faszination an Bildern von Gewalt aus. Es ist zusätzlich die Tatsache, dass friedlicher Protest faktisch (fast) keine Wirkung entfaltet. Wir erinnern beispielsweise uns an Sigmar Gabriel, der zwar 2016 publikumswirksam vermeldet hatte, TTIP sei gescheitert, ja sogar „mausetot“. Doch das war im August, also noch vor der großen Demonstrationen, und es lag an Verhandlungsproblemen. Kurz nach den Demos übte Gabriel massiven Druck auf die SPD-Parteibasis aus, sich für das andere Freihandelsabkommen, Ceta, auszusprechen. Doch die Demonstrationen hatten sich zuvor auch dagegen gerichtet. Die Kundgebungen gegen die Freihandelsabkommen haben letztlich also nichts bewirkt, Angela Merkel ignorierte den Protest einen Monat später einfach . Und erst vor Kurzem konnte man nachlesen, dass TTIP für die SPD wieder ein Thema ist.

Friedlicher Protest ohne Gewalt ist doppelt uninteressant. Erstens weil die spektakulären Bilder fehlen, die inzwischen wichtiger geworden sind als die Gründe für Widerstand. Und zweitens, weil sich die Erkenntnis durchgesetzt hat, dass eine noch so große Demonstration letztlich nicht auf die politischen Entscheidungsträger wirkt. Unter diesem Gesichtspunkt ist die Betonung Angela Merkels darauf, dass Protest gegen den G20-Gipfel völlig in Ordnung sei, so lang es nicht zu Gewalt käme, bezeichnend. Denn die Botschaft dahinter lautet: Ihr könnt demonstrieren, Auswirkungen – welcher Art auch immer – darf das aber nicht haben.

Mit anderen Worten: Protest darf bunt und muss friedlich sein, er muss jedoch folgenlos bleiben. Dass dies in Hamburg nicht geglückt ist, liegt an unterschiedlichen Dingen, zum Beispiel am Austragungsort, der geradezu prädestiniert für die Entstehung von Gewalt war. Und an der Strategie der Polizei, die schon früh zur Eskalation beitrug.

Von wem auch immer und wann genau die Gewalt ausging und eskalierte, sie löste bundesweite Debatten darüber aus, wie mit Gewalttaten umzugehen sei und inwiefern politisch linkes Denken gesellschaftlich akzeptabel sei. Doch dieses Bild zerfällt schnell, wenn man etwas genauer hinsieht.

„Linke Gewalt“ als Exot der Gesellschaft

Geht man vernünftig an die Problematik heran, ist die Unterstellung, es habe in Hamburg vornehmlich „linke“ Gewalt gegeben, kaum haltbar. Denn niemand kann etwas über die Motivation eines schwarz gekleideten und vermummten Menschen sagen, der Steine wirft oder Auto ansteckt. Das mag in den 1970er Jahren noch einfacher gewesen sein. Wer damals auf eine Demo ging und sich für den schwarzen Block entschied, der war in der Regel politisch linksradikal eingestellt und der Meinung, dass friedliche Chorgesänge und Fahnen mit Friedenstauben nicht ausreichend waren, um bedeutsamen Widerstand zu leisten. Heute ist das schwieriger, was auch (aber nicht nur) an der Macht der Bilder liegt. Wo immer es die Aussicht auf Krawalle gibt, tauchen auch Interessierte auf, die sich keine Gedanken über die Gründe von Zusammentreffen machen. Sie nutzen vielmehr die Gunst der Stunde, um – geschützt durch die Masse oder unübersichtliche Situationen – Gewalt auszuüben. Eine politische Motivation fehlt. Der Gedanke an ein breites Publikum und die Chance, ins Fernsehen zu kommen oder auf Facebook geteilt zu werden, stachelt dagegen gewaltbereite Menschen an.

In Anbetracht der Tatsache, dass nach Hamburg Menschen aus ganz Europa angereist sind, ist es noch schwieriger, die Beweggründe der Gewalttäter auszumachen. Und es ist viel zu kurz gedacht und folgt einem Plan, die Gewalt ausschließlich der Linken (als politische Bewegung oder Partei) anzukreiden. Denn erstens muss sich die Politik so nicht den eigenen Fehlern stellen, die es zweifelsohne gibt. Zweitens verlagert sie die Diskussion auf einen oberflächlichen Nebenkriegsschauplatz, der zudem dazu geeignet ist, linkes Denken zu diskreditieren. Und drittens spielen seit den Ausschreitungen inhaltliche Dinge schon längst keine Rolle mehr.

Die Diskreditierung der Linken dient übrigens nicht nur dazu, sie bei der kommenden Bundestagswahl zu schwächen (was nach den derzeitigen Entwicklungen durchaus funktionieren könnte). Es geht noch weiter, denn da die Gewalt reduziert wird auf linkes Denken, wird eben dieses Denken als exotisch ausgemacht, als etwas, womit „die Gesellschaft“ nichts zu tun hat. Das Linke wird somit zu einem Fremdkörper, der sich außerhalb der Gesellschaft befindet, der letztlich geduldet wird, aber keine politische Berechtigung hat. Linkes Denken wird gewissermaßen aus dem gesellschaftlichen Denken eliminiert, mindestens aber der Versuch, dies zu tun, wird unternommen.

Mit der Gewalt wird übrigens ähnlich verfahren, was die gedachte, aber so nicht formulierte Strategie dahinter umso deutlicher macht:

Wir, die freie und demokratische Gesellschaft, haben weder mit der Linken oder linken Gedanken, noch etwas mit der Gewalt zu tun!

Doch beides – wenn auch nicht in dem kläglich lächerlichen Versuch, es in dieselbe Schublade zu stecken – gehört zum gesellschaftlichen Leben dazu. Die radikale Kategorisierung von linker Gewalt ist nicht weniger als der Versuch, das bestehende System einmal mehr als „alternativlos“ zu heroisieren und zügellose Gewalt mit linkem Denken gleichzusetzen. Eine absurde, aber funktionierende Methode.

Man kann darüber streiten, ob der Austragungsort Hamburg bewusst gewählt wurde, um Gewalt zu begünstigen. Man kann auch darüber sprechen, ob die polizeiliche Eskalation schon dem Zweck diente, einige Tage später über die Rolle der Linken insgesamt zu streiten. Man kann genauso darüber uneins sein, ob es in Hamburg staatliche Provokateure gab, die die Stimmung anheizen sollten.
Fakt ist jedoch, dass außer der Positionierung der Linken heute nicht mehr viel übrig ist vom G20-Gipfel in Hamburg. Die Linke wird zur Verantwortung gezogen für eine komplett missratene Gipfelplanung seitens der Bundesregierung. Und ein weiterer Punkt ist wichtig.

Kapitulation vor der Gewalt?

Die Frage wurde emotional geführt, das Ergebnis läuft immer auf eines hinaus: Es wird auch in Zukunft Veranstaltungen wie G20 geben, die in Städten wie Hamburg durchgeführt werden. Also selbst dann, wenn bekannt ist, dass es aller Wahrscheinlichkeit nach zu Gewalt kommen wird. Die immer wieder geäußerte Begründung: Hätte man aufgrund zu erwartender Gewalt den Austragungsort geändert, wäre das eine Kapitulation vor den Gewalttätern gewesen.

Das ist eine zutiefst aggressive und eskalierende Haltung. Sie lässt nicht etwa Besonnenheit bei der Wahl des Austragungsortes walten, sondern unterstützt Gewaltbereitschaft nach dem Motto: „Kommt doch her, Ihr werdet schon sehen, was Ihr davon habt!“ Zu Ende gedacht ist die Behauptung, man werde nicht vor Gewalttätern kapitulieren, erstens eine vorweggenommene Eskalation. Und zweitens die die offene Einladung an Gewalttäter jeglicher Couleur, zur nächsten Demo zu kommen.

Im Übrigen ist das Argument, man werde sich nicht vor Gewalttätern beugen, ein sehr kleiner Ausschnitt der Lebenswirklichkeit. Denn in Hamburg ging es nicht nur darum, mit einer überschaubaren Zahl von Gewalttätern zurechtzukommen. Es ging auch um den Rest der Bevölkerung, die – Privatleute wie Geschäftstreibende – unter dem Gipfel leiden mussten. Eine 82-jährige Frau erzählte, sie habe am Samstag des Gipfels Bilder des Zweiten Weltkrieges vor ihrem geistigen Auge gesehen. Sie sah, wie ihre Mutter sie an die Hand nahm, ein kleines, verängstigtes Mädchen und versuchte, den nächsten Bunker und somit das Überleben zu erreichen. Was in Hamburg geschah, weckte bei der Frau Erinnerungen, die sehr schmerzhaft waren. Wer verantwortungsvoll handelt, denkt nicht nur daran, ob und wie er mit Gewalttätern klarkommt, die er selbst anlockt. Er macht sich Gedanken darüber, wie die Bürger einer Stadt geschützt werden können.

Es geht also nicht um Kapitulation, sondern um die Fürsorgepflicht gegenüber gefährdeter Bürger. Doch genau diese war in Hamburg nicht zu sehen. Im Vordergrund standen a) die Gipfelteilnehmer und b) die Gewalttäter und c) die restlichen Demonstranten. Für den großen Rest reichten die geistigen und physischen Kapazitäten nicht aus.

Gewalt entsteht im Herzen

Wir sind weit entfernt von einem großen Aufstand oder gar einer Revolution. Doch es knackt im Gebälk. Die Ungleichheit im Land nimmt zu, während die Einflussmöglichkeiten der Bürger stetig abgebaut werden. Vielen Menschen wird die Möglichkeit der gesellschaftlichen Teilhabe nach und nach entzogen, wirtschaftliche Probleme der Betroffenen führen zum Gefühl des Ausgeschlossenseins. Auf der anderen Seite verdienen Spitzenmanager immer mehr, werden Privatisierungsmaßnahmen ebenso an den Menschen vorbei beschlossen wie die kontinuierliche Erhöhung der Rüstungsausgaben. Auch die Wirkungslosigkeit einer Demo wie die gegen TTIP und die Machtlosigkeit gegen Hamburg als Austragungsort für den G20-Gipfel tragen zur wachsenden Unzufriedenheit der Menschen bei.

Politische Entscheidungen werden ohne Mitwirkung der Bürger oder auch nur deren Anhörung gefällt, während der flächendeckende Wohlstand längst Geschichte oder ein Märchen ist. Und selbst zu Zeiten vor der Bundestagswahl kann kein Gefühl für eine Veränderung entstehen. Ein Martin Schulz ist auch deswegen so erfolglos, weil er lediglich das Bestehende an einigen Stellschrauben ein wenig modifizieren will. Nicht einmal die Agenda 2010 steht für ihn zur Diskussion, an ernsthafte politische Veränderungen gar nicht zu denken. Das führt nur wenige Menschen zu den Ideen der SPD, die abgestanden wirken, lustlos und wirkungslos.

Die Menschen erleben seit Jahren, wie Grundrechte beschnitten, seit Wochen, wie Staatstrojaner eingesetzt werden und das Fernmeldegeheimnis abgeschafft wird. Sie erleben die Abschaffung des Bankgeheimnisses und stellen gleichzeitig fest, dass ihr Kühlschrank immer leerer wird. Selbst vor der Bundestagswahl werden von der Politik keine grundlegenden Fragen mehr gestellt oder gar grundsätzliche Forderungen formuliert, das gilt also längst nicht nur für die SPD. Aus dem Bauch heraus entsteht zunächst einmal innerer Widerstand, der sich in einer abwehrenden Haltung gegenüber staatlicher Autorität äußert. Das Vertrauen ist dahin, und das ist kein Wunder. Aus dieser inneren „Kündigung“ gegenüber dem Staat heraus folgt nicht selten der nächste Schritt: Praktischer Widerstand in Form von Demonstrationen. Bis zur Gewalt ist es dann nicht mehr weit, selbst wenn es nur eine kleine Gruppe ist, die tatsächlich zu diesem Mittel greift.

Gewalt als logische Konsequenz

Der Reflex, Gewalt wortgewaltig zu verurteilen, liegt nahe, deckt aber nicht das ganze Thema ab. Wenn die Unzufriedenheit von Menschen wächst, wächst mit ihr die Bereitschaft, Gewalt auszuüben. Wir leben in einer Welt, in der davon ausgegangen wird, dass die demokratischen Strukturen, die Menschenrechte, die Chancengleichheit und materieller Wohlstand nicht die Voraussetzungen für Gewalt bieten. Doch diese Fassade hat schon länger Risse, die demokratischen Strukturen werden in immer mehr Lebensbereichen aufgeweicht, die Menschenrechte laufen immer stärker darauf hinaus, für Menschen zu gelten, die sie sich leisten können. Von Chancengleichheit kann schon lange nicht mehr die Rede sein, nur wer in entsprechende Familien hineingeboren wird, hat Chancen, sich nach oben zu arbeiten, und selbst wenn Talent und Wille fehlen, wird ein wenig nachgeholfen. Und der materielle Wohlstand geht an immer mehr Menschen vorbei, sie können sich am Ende des Monats selbst das Notwendigste nicht mehr leisten, von Dingen, die den Begriff „Wohlstand“ rechtfertigen würden, ganz zu schweigen.

In einer solche Atmosphäre wachsen Unzufriedenheit, Frust, Depressionen und eben auch Wut – die Wut im Bauch. Kaum jemand ist in der Lage, alle Zusammenhänge zu durchschauen, mal sind die Methoden leichter zu erkennen, mal fällt es schwerer, das Prinzip der herbeigeführten Zerfalls zu verstehen. Aber „aus dem Bauch heraus“ wird vermehrt wahrgenommen, dass es ganz und gar nicht stimmt mit dieser Gesellschaft, die Armut verstärkt und die Demokratie schwächt.

Aktuelles Beispiel ist eine Wahlkampfforderung von Martin Schulz (gesehen am 17. Juli 2017). Auf Facebook verkündete Schulz (SPD), er fordere, dass man die Verlängerung des Personalausweises auch online beantragen können müsse. In anderen Ländern gehe das schließlich auch. Angesichts der drängenden Probleme der Menschen, die im September zur Wahl gehen, ist Schulz‘ Forderung im Grunde eine Provokation. Die Idee mag ja nicht schlecht sein, als Bestandteil des Bundestagswahlkampfes wirkt sie allerdings nicht nur deplatziert, sondern regelrecht peinlich. Es ist unwahrscheinlich, dass die SPD aufgrund dieser belanglosen Forderung auch nur eine Stimme mehr bekommen wird. Wahrscheinlicher erscheint es, dass Schulz damit mehr Menschen verärgert als für sich gewonnen hat. Es wirkt, als suche Schulz „mit Gewalt“ Themen, die noch nicht besetzt sind, gleichzeitig aber nichts oder fast nichts kosten und das neoliberale Prinzip, dem er verfallen ist, nicht gefährden.

Die Gewalt wird zunehmen in dem Maße, wie die Unzufriedenheit, die Ungleichheit und die Ungerechtigkeit zunehmen. Die Politik bemerkt das offenbar nicht, sie versucht, Gewalttäter als Ausnahmeerscheinungen darzustellen, die mit der täglichen Wirklichkeit nichts zu tun haben. Doch alleine Hamburg und der G20 haben gezeigt, dass es längst nicht mehr nur die „üblichen Verdächtigen“ sind, die gewaltbereit sind bzw. aktiv Gewalt ausüben. In Hamburg war es nicht eine radikalisierte Gruppe linker Autonomer, die Gewalt ausgeübt haben (auch wenn es sie gab). Es waren sehr unterschiedliche Menschen, die ganz verschiedene Beweggründe hatten, gewalttätig zu werden. Eine genauere Analyse würde sicher Interessantes zutage fördern.

Gewalt jedenfalls ist kein Zeichen von Zufriedenheit, sondern ein Alarmsignal, das aufmerksam machen sollte. Hinzu kommt, dass die deutsche Politik selbst alles andere als ein friedvolles Vorbild bietet. Das Forcieren von undifferenzierten Feindbildern wie Trump oder Putin, massive Waffenexporte in diktatorische Länder, die Beteiligung an Kriegseinsätzen, Privatisierungsmaßnahmen, Überwachungen, Hartz-IV-Sanktionen – all das sind keine Belege einer friedlichen Gesinnung. Und alle das trägt nicht dazu bei, dass die Bevölkerung zufriedener wird, wenn sie sieht, wie viel Geld für den Krieg und die Menschen schädigende Maßnahmen vorhanden ist, ihr aber an allen möglichen Ecken und Enden fehlt.

Übrigens: Die gebetsmühlenartig wiederholte Botschaft, wie gut es uns allen gehe, ist kein geeignetes Mittel gegen die Eskalation von Gewalt, sondern das glatte Gegenteil. Es mag Dinge geben, die die Menschen irgendwann glauben, so lange man sie oft genug wiederholt. Aber wirtschaftliche Not von Menschen lässt sich nicht schönreden. Und wer es dennoch versucht, macht sich der Mitverantwortung des Entstehens der Gewalt schuldig.

Mit freundlicher Genehmigung des Autors.

Links:

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Rückblick aus gegebenem Anlass

Dienstag, 18.07.2017, 18:43:05 :: Galanado

Die letzten Tage waren heftig heiss, teilweise über 37°C in der Wohnung. Sowohl körperlich als auch geistig Anspannung scheiterten. Deshalb ging’s auch nicht voran mit den Berichten von der Peloponnestour im Mai.

Heute fand ich diesen interessanten Artikel über Korinth, den ich Euch zwischenzeitlich als vollwertigen Ersatz anbieten kann.

Und natürlich auch einen eigen Beitrag vom 11. Juni 2011

der u.a. auch nach Korinth führte. Viel Spass einstweilen. Ich bin dran!

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Phantasma 2017: Vernissage im Pirgos Bazeou bei Halki

Samstag, 10.06.2017, 19:34:18 :: Galanado

Pünktlich zur Eröffnung der documenta in Kassel hier der Beitrag aus Naxos. Die Ausstellungseröffnung fand allerdings schon am 3. Juni statt; wir sind eben etwas schneller…

Betrüblich nur, dass die Webseite des Festivals mit flash gemacht ist.

Hier aber eine Bildergalerie von der Eröffnung:

Wie immer: Auf’s Bild klicken…

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* Rund Europa 2017, 7. Tag: Tyros – Molaoi

Mittwoch, 17.05.2017, 18:35:21 :: Moláoi, Hotel Gregory
Freitag, 23.03.2018, 14:43:23 :: Galanado

Regen

Was uns gestern Morgen eher zart getroffen hatte, trifft uns heute schwerer und vor allem anhaltend: Es nieselt, regnet, die Sonne hat keine Chance. Und es ist kühl.

Wir werfen einen letzten Blick zurück auf Tyros …

… und dann fahren wir in die Berge, ins Parnon-Gebirge, hinüber ins lakonische Melonáoi, zunächst aber nach

Leonidi

Leonidi kommt uns schon beim Durchfahren irgendwie aussergewöhnlich, ja edel vor. Auch die orangeroten Felsen, an denen jeder Blick endet, imponieren uns. Erst zuhause kommt uns ein Artikel über die Stadt und Gegend unter.

Da es regnet, steigen wir nicht aus. Mittlerweile haben wir Leonidi ausführlich besichtigt.

Links:

Auch begegnet uns wieder der tsakonischer Dialekt. Hier im Parnon-Gebirge mit seinen Dörfern ist das Zentrum dieser Sprachinsel.

Auch der Nichtgrieche findet die Unterschiede

Dann geht es sehr schnell in einer immer enger und wilder werdenden Schlucht in langen Serpentinen nach oben.

Wir starren immer nach oben, irgendwann müssten wir doch das Kloster sehen, denn es hängt gewissermassen an den Felsen.

Ja, und da ist es! Schade, keine Sonne, kein Licht, was dieses Bauwerk da oben wirkungsvoll und adäquat beleuchten würde.

Kloster Elona

Das Kloster klebt an einem Felsen auf über 500 Metern. Es hat eine bewegte Geschichte hinter sich, die sich nachlesen lässt. Wir erreichen nach weiteren Serpentinen endlich den Parkplatz, ziehen uns die Regenjacken an und sind gespannt.

Einige wenige Besucher ergehen sich dann im Klosterhof vor der Kirche und eine Etage höher. Die Kirche wird von einer Nonne streng bewacht – fotografieren ist mal wieder verboten. Es ist je nach Kirche beziehungsweise Kloster wohl unterschiedlich geregelt; am besten, man fragt.

Und für diejenigen, die des Griechischen kundig sind, hier eine Extragalerie, die die Nonnen für sich zur Erbauung eingemauert haben.

Wir verabschieden uns von Haus und Fels, keine Nonne hat sich blicken lassen (es sollen nur noch vier sein …) – ausser der gestrengen Wache in der Kirche. So kann auch Lis sich nichts aussuchen, was sie später an diesen Ort erinnern wird. Ausser die vielen Bilder natürlich.

Draussen bewundern wir nochmals die wilde Felsenlandschaft und winden uns dann weiter durch’s regnerische Gebirge hinauf zur Hochebene von Kosmás.

Kosmás

Das Bergdorf Kosmás ist touristisch stark frequentiert, es ist auch die einzige Siedlung in der Passgegend und liegt auf ca. 1100 Meter. Im Grund muss jeder da durch, der von Arkadien nach Lakonien möchte.

Wir essen dort zu Mittag. Da es regnet, empfiehlt es sich nicht, draussen vor der Kirche im Freien zu essen. Deshalb ist auch das kleine Restaurant gesteckt voll. Aber wir haben Glück, irgendwo zwischen den kauenden Gästen finden wir gerade noch zwei Plätze.

Wir bestellen, was es eben heute gibt, nicht aber, was fast alle essen: Eine der riesigen, ganz eigenen Spinattaschen, die die Wirtin fast wie am Fliessband herstellt, die nehmen wir mit. Wir werden ihr heute Abend wieder begegnen …

Ein längerer Rundgang verbietet sich wegen des anhaltenden Regens. deshalb beginnen wir mit dem Abstieg nach Südwesten, zunächst immer Nebel und Wolken vor uns.

Kurz, bevor wir die Berge hinter uns haben und in die Ebene kommen, endet auch die Grossgemeinde Notia Kynouria, Südkynuria.

Die Strecke sind wir übrigens dann im Oktober bei schönstem Sonnenschein in umgekehrter Richtung gefahren, voller Vorfreude auf ein Mittagessen im Freien.

Und zum Abschied grüsst der Herr der Herde.

Geraki

Die nächste grössere Siedlung ist Gekari, die auch eine fränkische Festung vom Anfang des 13. Jahrhunderts ihr eigen nennt. Besiedelt ist dieses Gebiet schon seit mehr als 6000 Jahren, auch pelasgische Mauerreste von 1100 v. Chr. sind am Hügel erhalten. Wir werden wohl das nächste Mal genauer hinsehen müssen …

Lakonia: Geronthrae – Geraki

Die Stadt Geronthrae, benannt nach Pausanias, liegt im Inneren, etwa 40 Kilometer südöstlich von Sparta, in der Nähe des heutigen Geraki. Die Mauern der Akropolis sind wahrscheinlich prähistorisch und stammen möglicherweise sogar aus der Zeit vor Mykene. Die Ausgrabungen auf der Akropolis wurden von der Universität Amsterdam für 7 Jahre in Zusammenarbeit mit dem NIA (Niederländisches Institut von Athen) durchgeführt. Geraki-Geronthrai wurde von prähistorischen Zeiten bis spät in das Mittelalter bewohnt, angesichts der großen Anzahl von byzantinischen Kirchen in der Nachbarschaft. In der fränkischen Zeit war Geraki eine der 12 ursprünglichen Baronien, obwohl das Geraki-Schloss 1262 den Lansanern als Lösegeld für William de Villehardouin übergeben wurde. Das fränkische Schloss wurde 1254 von Guy de Nivelet erbaut. Die Kirchen von Geraki können besichtigt werden, indem man morgens im Dorf nach dem Phylaka fragt. Viele haben schöne Fresken, wie unten gezeigt.

1 Agios Johannis Chrysostomos, eine kleine Kirche, bestehend aus einem einzigen Raum mit Abis, und Fresken aus dem 14. Jahrhundert. Die riesigen Blöcke, die als Türpfosten und Türschwellen dienen, sind antike Inschriften. Bovev, v.l.n. St. Georg, die Kirche, der Tod Mariens (Koimisis).

2 Evangelistria, eine Kirche mit schönen Fresken aus der zweiten Hälfte des 1. Jahrhunderts, mit einem schönen Pantokrator in der Kuppel (links).

Geronthrae bei Geraki (übers. a.d. Holländischen)

Wir nehmen all das also nur im Vorbeifahren wahr. Genauer sehen wir uns nur die byzantinische Kirche von Geraki an.

Wegkirchlein (Proskinitaria)

Es ist dem Leser sicher schon aufgefallen: Ich zeige hier sehr häufig die kleine Kirchlein am Strassenrand, die meist an einen Menschen erinnern, der hier zu Tode gekommen ist. Manche stehen aber auch zum Dank dafür, dass irgendwas gut ausging oder zum Schutz der Felder und Gärten dahinter. Die Peloponnes ist in vielen Teil voll davon, die Kynuria ist offensichtlich eine solche. Deshalb hier wieder ein paar, denen wir alleine auf dieser Strecke von Kosmás nach Geráki begegnet sind – aber bei Weitem nicht alle!

Genug …!

Nein, eine noch.

Wir sind dann auch bald in

Moláoi (Molaï)

Moláoi (deutsche Wikipedia) ist ein Städtchen mit ca. 2.500 Einwohnern im Stadtgebiet, eine eher triste Kleinstadt, die aber alles hatte und hätte, wäre nicht »die Krise« …

Sie zeigt sich in den Strassen überdeutlich: geschlossene und leere Ladengeschäfte, kleine, aber auch riesige Prozent-Plakate, die die Geschäftsaufgabe ankündigen. Nur die beiden Bankhäuser stehen propper da.

Später Einwurf: Wie man sich täuschen kann: Als ich für diesen Beitrag die Ecke unseres Hotels und der Nationalbank in Googles Streetview ansehe, mache ich eine erstaunliche Entdeckung: Die Säulen gehörten zum Rathaus, das nach der Google-Aufnahme abgerissen wurde.

Unsere Bleibe finden wir im Hotel Gregory, nachdem der Betreiber der darunter gelegenen Kaffee-Bar auf unsere Bitte hin den Hotelier gesucht und gefunden hat und der dann auch auftritt, er war wohl noch beim Mittagschlaf.

Als wir feststellen, dass es wohl kein Restaurant gibt, erinnern wir uns an die Spinopita von Kosmás.

Und so sitzen wir mit ihr und Eistee auf dem Balkon unseres sehr schönen Zimmers und betrachten die Skyline von Moláoi und das Treiben auf der Strasse, ehe wir uns dann zum Rundgang durch das Städtchen aufmachen.

Es ist nichts los. Jedenfalls nichts, was uns davon abhalten könnte, einfach schlafen zu gehen. Denn wir haben einiges vor morgen.

Google Photos

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* Rund Europa 2017, 6. Tag: Tyros (Ruhetag)

Dienstag, 16.05.2017, 21:11:49 :: Tyros, Hotel Apollon
Mittwoch, 16.08.2017, 20:41:58 :: Galadado

Es sieht nach Regen aus heute Morgen – ein paar Tropfen fallen auch tatsächlich nach erfrischendem Bade beim Frühstück; aber es ist so schön ruhig hier – wir bleiben einen Tag länger und lassen alles baumeln.

Lis geht bummeln und fördert die eine oder andere Information zutage:

– Es gibt ein kleines Amphitheater, das den Namen von Melina Mercouri trägt

– Wir sind hier in der Kynuria, der zweisprachigen Landschaft am Argolischen Golf. Und so sind einige Schilder zweisprachig: Neben dem »normalen« Griechisch wird hier der tsakonische Dialekt gesprochen, der sich aus dem Dorischen erhalten hat.

– Die Kirche hat einen eigenwilligen freistehenden Glockenturm.

– Es gibt eine geöffnete Taverne, die auch als Eis-Café durchgeht.

Reisen bildet eben…

Tsakonisch (griechisch Τσακωνική διάλεκτος Tsakoniki dialektos) ist ein griechischer Dialekt, der noch in wenigen Dörfern der Regionen Lakonien und Arkadien auf der Peloponnes aktiv gesprochen wird. Tsakonisch ist der einzige noch heute gesprochene griechische Dialekt, der sich nicht aus der hellenistischen Gemeinsprache (Koine), sondern aus dem antiken dorischen Dialekt entwickelt hat.

Wiederentdeckt wurde das Tsakonische durch den französischen Gelehrten Jean-Baptiste Gaspard d’Ansse de Villoison auf dessen Griechenlandreise (1784–1786).

Erstmals gründlich erforscht wurde es durch den Deutschen Michael Deffner, der 1881 eine Zakonische Grammatik herausgab, und durch den Kreter Georgios N. Chatzidakis.

Wikipedia (dort auch eine ethnografische Karte)

Ich sitze derweil an meinen Bildern und am Schreiben des Tagebuchs und der offenen Blockbeiträge.

Irgendwann ist mir dann nach einem Eis auf Waffel. Der Wunsch erwächst meinen Gedanken an das Waffelhouse in Naxos, dem Platz mit dem besten Eis – nach dem in Gubbio. Beim Schreiben jetzt stelle ich fest, dass der Beitrag über dieses Über-Eis vom Mittwoch, dem 19.06.2013 noch gar nicht geschrieben ist. Also das war, als wir von Pesaro – nein, das führt jetzt weit, ich werde doch lieber den Beitrag schreiben.

Wo war ich? Ja, der Wunsch nach einem Eis. Wir also in das von Lis entdeckte Eiscafé. Ich bestelle voller Vorfreude eine Waffel mit vier Kugel und Sahne. Freudestrahlend verschwindet die Bedienung und werkelt drinnen.

Dass meine Bestellung objektiv ein Fehler war, erkenne ich sofort, als der Teller vor mich hin gestellt wird.

Aber ich kämpfe mich durch. Das Abendessen hätten wir damit auch erledigt.

Ansonsten…

…kocht uns die sympathisch mürrische aber stets freundliche Hotelbesitzerin gerne einen Griechischen Kaffee, zu dem sie uns immer wieder einlädt. Die Fischer haben wohl keine Lust zu fischen.Wir freuen uns über jedes Auto das kommt oder startet und natürlich darüber, dass es ausser uns auch noch andere Besucher gibt. Aber nicht mehr als drei oder vier…

Aber da ist der Tag auch schon vergangen – einfach so…

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