Gesundheit, du holdes Gut

Wer noch Radio hört, der sollte am Dienstag, 08.07.2008, zum SWR2 umschalten:

SWR2 Leben

Dienstag, 08.07.2008

Die Macht der Pharmaindustrie

Und wie zornige ältere Herren ihr die Stirn bieten

Von Reiner Scholz

Journalisten, die einen kritischen Bericht über die Pharmaindustrie bringen wollen, benötigen ihren Verstand und zwei Telefonnummern: Die von Peter Schönhöfer und von Gerd Glaeske. Der 67-jährige Glaeske leitet als Professor die Forschung über Arzneimittelversorgung an der Uni Bremen, wenn er nicht gerade zum Vortrag irgendwo in der Welt unterwegs ist.

Der 72-jährige Peter Schönhöfer ist Pharmakologe und schießt seine Kritik-Pfeile von seinem Pensionärs-Domizil in Bremen ab. Oder er bastelt in Berlin an der neuen Ausgabe des ebenso schmucklosen wie gefürchteten „Arznei-Telegramms“. Allein durch Nebenwirkungen von Arzneimitteln, sagt er, sterben im Deutschland pro Jahr 16.000 Menschen. Mit Beispielen, wie die Pharmakonzerne auf Kosten der Patienten Geld verdienen, könnte er Bücher füllen. Über ihn heißt es: Auf Niemandes Abtreten wartet die Arzneimittelbranche so sehr wie auf das Schönhöfers.

Wie lange solche Beiträge samt Ankündigung wohl noch im Internet verbreitet werden dürfen, wenn ARD und ZDF der Maulkorb endgültig aufgesetzt wird?

Andere brisante Gesundheitsthemen…

…schauen ja ja aus dem Blätterwald auch nur sehr verschwiegen heraus. Zum Beispiel die langfristig anstehende Komplettübernahme des Gesundheitswesens durch das Kapital und seine Manager. Was so grässlich klingt, dass jeder geneigt ist wegzuklicken, findet u.a. mit den sogenannten Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) schon heute statt. Der Drang des Anlagekapitals sucht sich immer die Stellen, an denen es die grösste Rendite verspricht. Nach den Krankenhäusern, die reihenweise vor allem von den kommunalen Trägern an Rhön, Asklepios und Co. verramscht werden, ist auch der ambulante Gesundheitmarkt eine solche »Kapitalsenke«. So kassieren z.B. die Heuschrecken Kassenlizenz um Kassenlizenz auf teilweise mehr als windige Art und besetzen die Stellen in eben diesen MVZ mit an gestellten Ärzten. Der Profit geht dabei natürlich nicht mehr in die Taschen der (dann ehemals) selbstständigen Niedergelassenen sondern vorbei an den zukünftigen Gesundheitsarbeitern in die der Investoren; so wie bei der Spekulation mit Erdöl, Lebensmitteln samt Saatgut und allem anderen. Die Krankenversicherungen sind derzeit ebenfalls dabei, den etablierten Krankenkassen mit ihrem ja weitgehenden Solidarsystem den Hals zuzuschnüren: Wo Profit drin ist, da wollen die Kapitalisten das Sagen. Und was nicht kostenlos zu kriegen ist, das kaufen sie sich. Oder wie anders sollte man es sehen, wenn profitfreies Geldsammeln für die Rente der Bürger zum Milliardengeschäft für die Versicherungs- und Bankkonzerne wird? Die Riesterrente war ja nur ein erster Schritt, die Sozialkassen zu räubern bzw. umzuleiten und privat zu »raffinieren«. Renten- und Krankenkassen und Ärztezentren und die Pharmariesen (s.o.) – alles in der Hand von ein paar Managern und Krösusgleichen, fantastisch.

Ich denke, dass der finale Angriff auf die letzten Freiheiten der Menschen begonnen hat. Und ich bin mir ganz sicher, dass ich mit meiner Vermutung weitab von Verschwörungstheorien liege. Warum merkt das keiner?

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1 Antwort zu Gesundheit, du holdes Gut

  1. Kuche Steffanie sagt:

    Es ist traurig, daß mann kein Vertrauen mehr gegenüber dem Hausarzt/in genissen darf.
    Ich habe seit Geeburt an eine Unterfunktion der Schilddrüse.
    Sollte damals mit 16 Jahren schon die L-Thyroxin Tbl. einnehmen.
    Habe ich nicht getan, da ich in meinem jugendlichen Leichtsinn dachte, der Hals kann e nicht dicker werden, warum soll ich dann ein Lebenlang diese Tbl. einnehmen.
    Bin jetzt 41 Jahre alt. Seit 4 Jahren nehme ich nun diese Med. doch ein, da Depressionen und Doun out durch beruflich bedingte Altenpflege bei mir hinzu kam.
    Durch privaten Streß 1999 konnte ich eines schönen Tages nicht mehr so richtig gerade aus laufen und lag einen Tag mit einer Gastrietis im Bett.
    Die verschriebenen Magentropfen Iberogast brannten höllisch die Speiseröhre hinunter. Pantozol halfen dann schließlich und die Entzündung schien zu heilen.
    2005 entzündete sich die Süpeiseröhre erneut. ich mußte zur Gastroskopie.
    Alles in Ordnung, keine Geschwüre oder ähnliches hieß es.
    Mir wurde jedoch seit dem jeden Morgen schlecht. Eine Schwangerschaft kam nach ärztl.U. nicht in Frage. Nochmal Schlauchschlucken wollte ich nicht und ließ über das Labor eine Blutuntersuchung durchführen. Es stellte sich heraus, das ich 3 sorten der Helicobakterbakterien in mich trug. Eine 7 Tageskur mit Pantozol und noch 2 Med. verschaften Lienderung. Doch die Übelkeit blieb.Eine erneute Blutuntersuchung ergab,daß keine Helicobakterbakt. mehr vorhanden seien.
    Es stellte sich aber heraus, daß die Schilddrüse stark überfunktionierte und die L-Thyroxin wurden von 150 auf 100 herabgesetzt.
    Die Übelkeit ist immernoch geblieben.
    Ich ließ 2003 März nochmal eine Magenspiegelung über mich ergehen.
    Befund: Magen schließt sich nicht mehr. Ich soll Abends zu Anfangs 2Pantozol gegen die Magensäure einnehmen und Morgens 2×1 Tbl Molitin.
    Ich spüre das die Entzündung im Hals immernoch da ist.
    Selbst Ananas kann ich nicht mehr essen oder Tomaten, sofort das Brennen im Hals, obwohl die Magentabl. Linderung versprechen sollten. Heute 7.8.08 im RTL Panorama

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