* Rund Europa 2008, 2. Etappe – 8. Tag: Vraca – Blagoevgrad (2008-09-01)

Montag, 1. September 2008, 21:43 :: Motel südlich Blagoevgrad

Lost in Vratsa (Враца)

Es gab kein Frühstück für mich in Vratsa. Lis versuchte es mit einem Tee, war damit aber auch nicht sonderlich glücklich. Die VISA-Karte wurde nicht akzeptiert, nur cash. Ich also zum Bankomaten… Das Auto war in der Garage unter dem Hotel, die Zufahrt gestern Abend war etwas trickreich – rechts, rechts, rechts, dann runter. Jedenfalls habe ich das Hotel nach dem Abholen des Autos nicht mehr gefunden, trotz GPS. Überall Barrieren, Einbahnstrassen. Am Ende haben wir unser Gepäck über den grossen Platz zum Auto getragen. Der nächste Ort hiess Kreta. Von Mittelmeer natürlich noch keine Spur – Namen sind Schall und Rauch…

Blutlache in Rebărkovo (Ребьрково)

Frisches Weissbrot und leckere Salami, mit Rosmarin gewürzt, finden wir in einem Lädchen in Rebărkovo, direkt im nächsten Ort.


Zwei Kaffee auch, gemacht und gebracht von einer missmutige, strubbelköpfigen Verkäuferin. Und dann wieder Nasenbluten (das ging gestern plötzlich wieder los). Ich sitze da also in der Hocke unter einem Bäumchen am Strassenrand und tropfe einen ganzen See voll auf die Erde. Der Dorfpolizist fragt besorgt nach, ob alles ok. sei oder ob er jemanden verhaften muss 😉 Ich beruhige ihn und er »spendet« eine Packung Tempo. Das ganze geht so über eine halbe Stunde.

Jetzt aber…

…ging’s dann endlich los, die Fahrt durch das lange, lange fantastische Flusstal des Iskar, roter Sandstein- und grau-weisser Kalkfelsen, Minen für Schmirgel(?) und Kohle fallen uns auf; die Kohle liegt in Brocken zuweilen auf der Strasse.



In Lyuti brod treffen wir auf die ersten handfesten Felsformationen, die »Ritlite«.


ABOUT ROCK FORMATION “RITLITE”
These are rocky formations (a natural phenomenon) in the Iskar Gorge near the village Lyuti brod in the shape of parallel stone walls. Their height is 60 – 80 m. by the left bank of the Iskar River and gradually increases up to 200 m. to the west. Their length is 200 – 500 m. The western wall is 2,6 m. thick. East of it is the second wall (which is 6,5 m. thick and is situated at a distance of 40 m.). The third wall is 6,5 m thick and is situated at a distance of 5 m. In ancient times the Roman fortress wall at Ritlite blocked the exit of the Iskar Gorge and was destroyed later. Mountain climbers and alpinists visit Ritlite.

http://www.bgglobe.net/index.php?l=1&mi=1&s=-797

Für alle, die…

…sich am Iskartal nicht sattsehen können: Hier noch ein paar mehr.













Ein weiteres Kloster…

…liegt am Weg; nicht spektakulär, es wird renoviert und ausgebaute. Aber die vielen rot-weissen »Wunschpüppchen« in den Apfelbaumzweigen waren den kurzen Abstecher wert.





Hängerbrücken, Ziegen in den Flussauen. Immer wieder kreuzt die Eisenbahn auf abenteuerlichen Eisengerippe-Brücken. Selbst einem Restaurant mit dem Namen ПАРОС (Paros) begegnen wir; etwas zu früh, die Kykladen sind noch weit…









Das war das erste highlight an diesem Tage, nach den morgendlichen Tiefschlägen. Was dann folgte, war nicht sooo doll: Die Umfahrung des Dorfes Sofia. »Zigeunersiedlungen« zur Rechten und die Errungenschaften moderner Siedlungstechnik zur linken, Müll am Strassenrand rund herum – wir sind froh, als wieder Netteres kommt.





Panorama See

Panorama (8.2 MB)

Gegen Abend dann…



…fuhren wir doch noch hoch zum bulgarischen Nationalheiligtum, in 1140 m Höhe (Hauptstrasse: 420 m), dem Kloster Rila. Offiziell bzw. nach Reiseführer war schon geschlossen.

Glaube nie einem Reiseführer, den Du nicht selbst geschrieben hast.

Reinard Schmitz

War es aber nicht und so absolvierten wir den Besuch im Abendlicht, mit wenig (anderen) Touristen um uns herum. Mit einigen beschäftige sich ein Mönch intensiv: Er nahm wechelnd die Personen in den Arm und liess sich ablichten. Die meisten Busse waren weg. Nur einer stand da noch. Unter ihm lag der Fahrer und versuchte, das Reserverad abzumontieren…







Anschliessend erfolgte die obligatorische Hotelsuche; Internet existiert in diesen Regionen offenbar nicht. Nicht einmal später in Blagoevgrad (Ƃлагоевград). Trotzdem, wir blieben da, denn es begann dunkel zu werden und überhaupt – irgendwann hat man keine Lust mehr zu fahren, so ohne Fotolicht. Und so quartierten wir uns bei Toyota & Citroen im angeschlossenen Motel ein; oder umgekehrt.

Reisestatistik

Tagesleistung: 328km 06:50h 03:41h 115km/h 47,9km/h 31,3km/h

GPS Track Logs 2008-09-01 Vratsa-Blagoevgrad.kml

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3 Antworten zu * Rund Europa 2008, 2. Etappe – 8. Tag: Vraca – Blagoevgrad (2008-09-01)

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  2. Günther Schäfer sagt:

    Kann nur sagen, Hut ab vor eurer „Fahrerei“. Das schöne Kloster mit super Deckengemälde hätte ich auch gerne gesehen.
    Reinard, wenn ich dich jetzt frage, ob Bulgarien ein „EU-Land“ ist, kann man sich deine Antwort wohl vorstellen.
    Günther

  3. Fröhlich sagt:

    Hallo zusammen,

    Jetzt ist bald schluss damit einem ständig den Mund wässrig zu machen,
    am Montag ist es auch bei mir so weit. Zuerst geht es in die Brenta und im Anschluss mit Petra nach Lisabon.
    Zur Zeit regnet es und sieht aus als wenn die Welt untergehen wird.
    Bleibt blos fort aus Deutschland und lasst es euch gut gehen.

    Bernd

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